Sonntag, 3. Januar 2010

Unser Leben auf der Flucht, unter der Brücke - wie es die JA Oberhavel und Berlin-Spandau behaupten!

Im Sommer 2008 lernte ich Leonie Wichmann als ein sehr aufgewecktes und fröhliches Kind kennen. Ohne jegliche Scheu zu sagen was sie dachte.
Ich erinnere mich noch genau an die erste Begegnung; als sie meinen Namen hörte hatte sie sofort ein Grinsen im Gesicht und meinte: „Du heißt echt Maria?“ Nachdem ich mehrmals bestätigt hatte fragte sie Birgit, ob ich ein Kind bekommen würde und wenn ja, ob es Jesus heißen würde. Birgit erklärte ihr sofort, dass sie mich da mit jemand verwechselte, ich fand das wirklich amüsant.

Ich habe einmal auf Sie aufgepasst. Das erste was Sie mir unbedingt zeigen musste und worauf sie offensichtlich sehr stolz war, war ihr riesiges Einhorn in Form eines Wandstickers, welches sich in ihrem Schlafzimmer befand. Das Zimmer war in großen und ganzen schlicht weg einfach der Traum eines jeden kleinen Mädchens. Die Wand war pink und mit Stickern von Elfen, Feen – und nicht zu vergessen dem Einhorn – versehen. Das Bett war mit einer kleinen Vorhand versehen. Auf einem kleinen Regal stand ein Radio auf das Leonie – nachdem Sie mir stolz das Einhorn präsentiert hatte – zusteuerte. Wir haben uns dann eine Deutsch-Französische Kassette mit einem Kindermärchen angehört, wozu es ein Buch gab. Als die Kassette aus war haben wir ein paar französische Wörter geübt anhand eines von mir mitgebrachten Bilderlexikons. Ich bin heute noch erstaunt wie ein kleines Kind so gerne lernt wie Leonie und vor allem so schnell. Den Rest des Vormittages verbrachten wir dann mit malen und singen. Sie hatte ein kleines „Lilly Fee“ Malbuch, dass sie unbedingt ausmalen wollte. Es beruhigte mich, dass sie zumindest neben ihrem scheinbaren Talent für Musik und Sprachen nicht auch noch zeichnerisch begabt war. Nach einigen üben bekamen wir es soweit hin, dass sie fast nicht mehr über die Ränder malte. Wobei sie mich während des Malens immer wieder tadelte wenn ich ohne Unterlage malte, weil sie wusste dass sie den Tisch nicht bemalen durfte.

Desweiteren sah ich sie fast immer wenn ich Birgit besuchte, zumal Sie nach einiger Zeit ganz in meine Nähe gezogen waren. Leider konnte beim Umzug nicht ihr schönes Einhorn gerettet werden. Leonie war damals sehr traurig und Birgit rief mich an, ob ich Ihr nicht etwas malen könnte bzw. wusste wo man Bilder von Einhörnern finden konnte.
Als ich das nächste mal dort war hatte Leonie wieder fast das ähnlich schönes Zimmer, nur dass jetzt noch mehr Bilder an den Wänden mit Elfen etc. hingen und es noch schöner war als vorher. Sie zerrte mich regelrecht voller Freude in ihr Zimmer, weil sie mir unbedingt zeigen wollte wie es jetzt aussah.
Sie war in meinen Augen ein sehr lebhaftes Kind, dass mir anfangs zwar schüchtern vorkam, aber umso mehr man sich mir ihr abgab umso lebendiger wurde sie und hörte gar nicht mehr auf zu quasseln.

Ich brachte ihr In-Line Skaten bei und da dies so gut geklappt hatte musste ich ihr versprechen ihr auch noch eislaufen beizubringen. Leider kam es nicht mehr dazu, da ich irgendwann eine SMS von Birgit bekam, dass Leonie weg war. Ich habe erst dann die ganze Geschichte erfahren und bis dato eigentlich nie daran gezweifelt, dass es sich bei den zweien um Mutter und Tochter handelte. Ich bedauere sehr, dass ich mich nicht von ihr verabschieden konnte, weil ich sie nach der zwar nur kurzen Zeit, die ich sie kannte ziemlich ins Herz geschlossen habe und hoffe, inständig, dass es ihr jetzt da wo sie ist gut geht und sie ihr freundliches Gemüt nicht verloren hat.

1 Kommentar:

  1. Das nennt man Kindeswohlgefährdung und emotionale Vernachlässigung in der BRD!

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