Samstag, 21. August 2010

Generalisten gesucht! Dringend Menschen mit Zivilcourage und Improvisationskünstler!


Es gibt Menschen die beschweren sich nicht darüber, dass man auch im Kellergeschoss seine Arbeitsstätte kennenlernen oder Semmeln holen muss. Das hat Menschen hervorgebracht, die sich nicht zu schade sind, auch mal zuzupacken, wenn es keine Lorbeeren zu ernten gibt. Die im Zweifelsfall Improvisationskünstler sind und denen es um die Sache und nicht um Ego und Geld geht. Generalisten. Solche Prägungen erfahren zu haben, ist ein großer Glücksfall. Auch hier irrte Richter Zimmerer, ich hatte eine hervorragende Familie, mein Großmutter. Vielleicht nicht die, die sich die "Gutbürgerlichen" so als Familie vorstellen, aber eine die mir Fähigkeiten verschafft hat, die sie nicht besitzen. Und ich bin genauso stolz darauf, wie Leonie auf mich stolz ist und ich auf sie.

Im Allgemeinen wird man danach beurteilt wieviel Geld man verdient und welche Titel er verpasst bekommen hat. Ihr wisst schon, die Nummer "Mein Haus, mein Auto, meine Frau....." Die ewige Sache mit dem Sein und dem Schein eben.

Nur das ist ein zweischneidiges Schwert. Unter Umständen zahlt man dafür einen hohen Preis: den Verlust an Lebensfreude, den Verlust von Freunden und Familie. Und viele stellen eines Tages fest, dass ihnen aus dem Badezimmerspiegel ein Fremder entgegenschaut. Einer der nicht mehr weiß, ob gerade Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist. Und der nicht mehr erfährt, ob er wirklich Freunde hat oder ob ihn lediglich Menschen umgeben, die sich unter dem Mäntelchen vorgeblicher Freundschaft oder auch Liebe Vorteile durch ihn verschaffen wollen. Und das Allerschlimmste ist, dass Menschen in dieser scheinbar priviliegierten Situation garnicht mehr in der Lage sind, sich solche Fragen überhaupt noch zu stellen. Es ist kalt geworden in dieser, der unseren Welt.

Kennt ihr übrigens die Geschichte vom Frosch im Topf? Nein? Solltet ihr aber, damit es euch nicht ähnlich ergeht: Man setzt einen Frosch in einen Topf mit lauwarmen Wasser. Er fühlte sich sauwohl. Man stellt den Topf mit dem Frosch auf eine Herdplatte und dreht auf mittlere Hitze. Der Frosch fühlt sich in dem wärmer werdenden Wasser immer noch sauwohl. Dann stellt man die Herdtemperatur auf höchste Stufe. Das Wasser wird heißer und heißer, beginnt zu kochen.... Der Frosch bemerkte es erst, als er tot ist......

Wie kann man diesem Karriere-Stress-Wahnsinn entgehen? Nur zwei Sorten von Menschen schaffen das, jene die von Hause aus nicht auf Karierre aus sind und die , die erfahren sind und damit verbundene Fallen längst durchschaut haben.

Man muss schon aus einem besonderen Stoff gemacht sein, um mit Macht und Verantwortung angemessen umgehen zu können. Damit wir uns richtig verstehen, ich neide niemanden sein "sauer" verdientes Geld, ich gönne es ihnen, aber nur dann, wenn sie ihre Aufgaben genauso gut erledigen, wie der kleinste und "geringste" Arbeiter das auf seinen Posten auch tut. Die "Großen" werden es sich gefallen lassen müssen, dass wir sie an der gleichen Elle messen wie das kleine Schneiderlein früherer Zeiten.

Ethik hat auch und gerade in diesen einsamen Höhen mehr zu sein als ein in Sonntagsreden gebrauchtes Wort. Denn man entscheidet und bestimmt über Menschenschicksale.


In diesem Sinne ein schönes Wochenende!

Birgit Wichmann

1 Kommentar:

  1. Makaber für "das System" selbst ist, dass ein "anderes System" mich dahingehend geprägt hat.
    Wäre ich also nicht bereits in frühester Jugend so drangsaliert worden - gepaart mit angeborener Charakterstärke - , dann hätte ich sicherlich heute nicht ein so dickes Fell ;-)

    Besten Dank dem "alten System", dass es mich gelehrt hat im Jetzt und Heute zu überleben und anderen Menschen mit fester Hand zur Seite zu stehen!

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