Sonntag, 31. Oktober 2010

BBC wants to hear your story - Die BBC will deine Geschichte hören....


Bitte meldet euch. Schreibt eure Geschichte nieder, soweit möglich in englisch und deutsch. Wir leiten sie weiter und hoffen das die BBC zuhört. Nach meinen Erfahrungen wird betroffenen Eltern, Großeltern und Kindern jedes Gehör verweigert, es wird gelogen, die Tatsachen werden verdreht oder verzerrt dargestellt usw.. Das ist eine Chance, wir werden sie nutzen! Wir sind dankbar für diesen Kontakt und ich danke den RM herzlichst und hoffe weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.

"At this stage I am interested in people's stories and how they tell them - the more powerful and emotional the better. At this stage it doesn't matter if their case was resolved or not. I am happy to call them - I am anticipating that these calls will take some time.

I should say up front that the BBC does not pay for interviews, although of course we do consider reasonable transport and disturbance fee expenses."

"Zu diesem Zeitpunkt bin ich an Menschen und ihre Geschichten interessiert und wie sie es erzählen - je mehr kraftvoll und emotional, um so besser. In diesem Stadium ist es egal, ob ihr Fall gelöst wurde oder nicht. Ich bin froh, sie nennen zu dürfen - ich gehe davon aus, dass dies einige Zeit dauern wird.

Ich sollte sagen, von vornherein, dass die BBC nichts für Interviews zahlt, obwohl wir natürlich berücksichtigen angemessenen Transport und Kosten." (Gemeint ist der Auftritt in einer live-Show.)

Vielen Dank und ich freue mich von Ihnen zu hören.

Kinder gehören NICHT ins Gefängnis!!


Liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer der Initiative www.gegen-unrecht.at!

96.400 Personen und zahlreiche Organisationen haben durch ihr klares Zeichen zu einer neuen Form der Zivilgesellschaft gefunden.

Gemeinsam haben wir noch viel vor! Das erklärte Ziel lautet 100.000 Unterschriften und wir stehen kurz davor. Doch die Zeit drängt, denn täglich melden sich gut integrierte Familien mit Kindern bei uns, die seit Jahren hier leben und jetzt kurz vor der Abschiebung stehen. Kinder, die hier in die Schule gehen, die deutsch besser sprechen als ihre Muttersprache, die in Österreich geboren sind.


Bitte mobilisieren Sie jetzt noch einen einzigen weiteren Menschen die Initiative zu unterstützen: www.gegen-unrecht.at

Denn sobald wir 100.000 Unterstützungserklärungen haben, werden wir bei einer offiziellen Übergabe im Parlament die Änderung der schlechten Gesetze einfordern:

1) Die Kinderrechtskonvention muss ohne Wenn und Aber per 1.1.2011 in die Verfassung kommen.
2) Ein echtes Bleiberecht und einen Neustart bei den Asyl- und Fremdengesetzen.

Denn Kinder gehören nicht ins Gefängnis!

Herzliche Grüße,

Initiative Gegen-Unrecht

Freitag, 15. Oktober 2010

Verantwortung......



Das Landeskriminalamt Steiermark und die Staatsanwaltschaft Leoben ermitteln gegen drei Personen wegen des Vorwurfs von Misshandlungen in einem steirischen Kinderheim. Die Kinder sollen u.a. spärlich bekleidet in den Schnee gestellt und mit Essensentzug bestraft worden sein. Die fünf Kinder sind mittlerweile in einer anderen Einrichtung untergebracht. Die Heimverantwortlichen wurden entlassen.

Ins Rollen gekommen ist der Fall am 1. September durch ein E- Mail eines Wiener Urlaubers an den Präsidenten von Pro Juventute. Der Wiener hatte Kenntnis von einem anonymen Tagebuch erlangt, in dem die Vorwürfe festgehalten waren. Die Organisation habe dann umgehend eine interne Untersuchung eingeleitet, bei der auch die Kinder befragt worden seien und danach Anzeige bei der Polizei erstattet, so Pro Juventute- Direktorin Sabiner Kornberger- Scheuch. Die auf Urlaub befindliche Heimleiterin wurde fristlos entlassen, ihr ebenfalls beschäftigter Ehemann sowie die stellvertretende Leiterin gekündigt.

In dem Heim seien die drei Mädchen und zwei Buben im Alter zwischen fünf und 13 Jahren laut Zeitung schon bei geringfügigen Verstößen gegen die Anordnungen der Heimleiterin bestraft worden. So hätten sie u.a. barfuß und nur mit Hose und T- Shirt bekleidet bis zu einer Viertelstunde im Schnee stehen müssen. Dazu seien stundenlanges Eckenstehen bzw. Sprechverbote gekommen. Eine Angestellte, die die Missstände schriftlich beim Betriebsrat bei Pro Juventute gemeldet habe, sei von der Heimleitung gekündigt worden. Dem gehe man gerade nach, so Kornberger- Scheuch. Wenn diese Information wirklich nicht weitergegeben worden sei, dann gebe es Konsequenzen.

Die Kinder seien nun in einem anderen Haus, eine erfahrene Pädagogin kümmere sich um sie. Laut Kornberger- Scheuch sei dieses Heim das vorletzte von 24 gewesen, das auf ein neues Betreuungssystem umgestellt wurde, nämlich weg von "Familienverbänden" zu stationären Kinder- und Jugendwohngemeinschaften mit einer durchgehenden Betreuung.

Die Grünen forderten indessen die Schaffung von "Rahmenbedingungen für verbindliche Qualitätsstandards in allen Institutionen" und deren Einhaltung. Kinderrechte gemäß der UN- Konvention müssten in der Bundesverfassung verankert werden, so die Kinder- und Jugendsprecherin der Bundes- Grünen, Tanja Windbüchler- Souschill. Es brauche Intervision und Supervision, damit solche Fälle in Zukunft vermieden werden könnten.

http://www.vol.at/news/welt/artikel/kinder-in-steirischem-heim-jahrelang-gequaelt/cn/news-20101014-08444105

Der Kommentar von josef4 würde in Deutschland eine Beleidigungsstrafanzeige nach sich ziehen: josef4 spricht mir aus dem Herzen. josef 4: "diese Menschlichen ...Arschlöcher sollten sehr wohl Namentlich genannt werden, in der Gemeinde wird man eh wissen wer es wahr, ins Gesicht spucken wäre das wenigste, die sollten die Strafen welche sie Kindern gaben selbst genauso verbüßen, mit Schneestehen etc.etc.und sowieso mit einer harten gesetzlichen Strafe auch verurteilt werden."

Man vergleiche hier:

http://leonie-wichmann.blogspot.com/2010/09/willkur-der-justiz.html

Gut das der Mann in Österreich lebt.

Coming up! BBC - BBC Radio 4 Programmes - Law in Action


Coming up! BBC - BBC Radio 4 Programmes - Law in Action

Self interests vs Public Service. - DB Event

http://www.facebook.com/event.php?eid=162413323778570

(1 - 2 of 2 programmes)

What next for the family courts?
Joshua Rozenberg speaks to the head of the Family Court Sir Nicholas Wall. .

21 Oct 2010
20:00–20:30
BBC Radio 4 What next for the family courts?
Joshua Rozenberg speaks to the head of the Family Court Sir Nicholas Wall

Joshua, is a qualified as a solicitor. I suggest everyone wriite to Lordship now. Putting one inoffensive question to him, but be blunt.

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In London’s Civil Appeal Court, Lord Justice Ward said:
“The father complains bitterly, passionately, and with every justification, that the law is sterile, impotent and utterly useless.” http://towardchange.wordpress.com/family-court-system/


Experience and skills never stop developing, this is part of human nature. The subject matter and the issues of family law encircle so many indivdual issues. The law and the people who uphold the law, need to understand that we are all learning.


via N.G.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Demo gegen unberechtigte Inobhutnahmen durch das Jugendamt in München am 14.10.2010!


Bringt leere Kinderwägen mit + Schild: "Kind geklaut!" - das Symbol für Kinderklau!



Denkt an Sonnencreme gegen Sonnenbrand: Wir weinen aber - die Sonne wird scheinen!"Schluss mit Kinderklau"



Aufruf zur

Demo am Donnerstag, 14. Oktober 2010 München



Start: um 5 vor 12 h in München, Ende ca. 18:30 h





Streckenverlauf: vor der CSU-Zentrale (U1-Linie Station Maillingerstr.: Nymphenburger Str. 64) - Junge Union (Adamstr.2) - Bayr. Rundfunk (Hopfenstr.) - Pressehaus Bayerstr. (Bayerstr.) - Bahnhofsplatz - OLG / Justizministerium (Prielmayerstr.) - Stachus - Familiengericht (Pacellistr.) - Marienplatz (Rathaus) - SPD-Zentrale (Oberanger) - Die Grünen (Sendlinger Tor) – Abschlusskundgebung (Änderungen vorbehalten)



Die Demo ist stellvertretend angemeldet und genehmigt nach dem Bayr. Demonstrationsgesetzt, GG Art. 5 durch:Günter Mühlbauer - Schwabelweiser-Kirchstrasse 9 93055 Regensburg Tel.: 0941/447196 www.muehlbauer.de.tfvon der Trennungseltern-Initative



Unterstützer der DEMO:



Die Demo wird nicht nur von Trennungsvätern initiiert, sondern von Menschen, denen ihre Kinder auf unterschiedlichste Arten entzogen wurden.

Auch „weitere Beteiligte im Sinne des FamFG“, denen die Ausübung des Umgangsrechts verwehrt wird, z.B. Onkel, Tanten, Halbgeschwister, „das soziale Netzwerk“, haben maßgeblichen Anteil daran:

- Trennungseltern-Initiative - www.trennungseltern.eu.tf

- Kinder und Väter in Not e.V. - www.kuvin.de

- www.blauer-weihnachtsmann.de

- www.väter-für-gerechtigkeit.de

- Scheidungs-Manager / Hamburg - Klaus Klotzbücher

- Männerpartei- Deutschland www.maennerpartei.eu

- Bundesinitiative Großeltern - www.grosseltern-initiative.de

- M. Knuth - www.zorroweisser.wordpress.com

- Liedermacher - http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.michael-pfennig.de%2F&h=661bd



Via Angela Vertucci!

Ken und Andrew in Amsterdam.....


Update on Ken and Andrew

With all the drama of the past 4 weeks I've barely had time to log-on to Facebook & I apologise for not responding sooner to everyone's wonderful words expressing their happiness at Andrew being found.

I am still in Amsterdam & have just started working through several complex legal processes to begin the process of hav...ing Andrew returned to Australia. At this stage I don't know how long that will take.

Andrew is still in the care of the Dutch child protection agency but he & I now see each other regularly. He loves every visit & doesn't want them to end.


I feel so sad about what he's been through - particularly now that I know more about it - but I feel so proud about how much he resisted everyone's attempts to turn into someone he isn't.


Andrew is being supported through the process of re-establishing his relationship with me by a team of child psychologists who are helping him work through some difficult issues that a six year old child should never have to deal with but he's a strong & determined little boy & he's making great progress.

Andrew's mother (Melinda) is still being held in custody in The Netherlands & the Australian Government has requested she be extradited to face charges in Australia.

I am looking forward to the day when Andrew & I can begin to do some normal things that dads & their kids do the world over. Things like riding bicycles together (maybe not 6500 km though); kicking a ball in a park; looking at cars & motorbikes, & exploring nature.

In the meantime Andrew & I will do the best we can together under the circumstances. At least we're reunited & that's a big step forward.

Many thanks again to everyone who followed the Global Search for Andrew on Facebook & who are still following the latest developments. Despite attempts by some lawyers to have it shut down, I'm still keeping the www.findandrew.com website & the blog that's linked to it up-to-date for anyone who wants to keep informed.


Ken & Andrew Amsterdam



Die deutsche Übersetzung:

Bei all der Dramatik der letzten 4 Wochen habe ich kaum Zeit, mich auf facebook anzumelden.

Ich bin immer noch in Amsterdam und habe gerade angefangen mehrere komplexe rechtliche Prozesse zu beginnen,die Andrew zurück nach Australien bringen sollen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich nicht, wie lange das dauert.

Andrew ist noch in der Obhut der niederländischen Kinderschutz Agentur, er & ich sehen einander regelmäßig. Er liebt jeden Besuch und möchte nicht, dass sie zu Ende gehen.


Ich fühle mich so traurig über das, was er durchgemacht hat - besonders jetzt, wo ich mehr darüber weiß - aber ich fühle mich auch stolz.

Andrew wird durch den Prozess der Herstellung seiner Beziehung zu mir von einem Team von Kinderpsychologen unterstützt, die ihm helfen in der schwierigen Situation. Ein sechs Jahre altes Kind sollte nie so etwas erleben, aber er ist ein starker kleiner Junge & er macht große Fortschritte.

Andrew's Mutter (Melinda) wird immer noch in Haft in den Niederlanden gehalten und die australischen Regierung hat beantragt, sie auszuliefern.


Ich freue mich auf den Tag, an dem Andrew & ich beginnen können, einige normale Dinge zu tun, die Väter und ihre Kinder auf der ganzen Welt tun. Dinge wie Fahrrad fahren zusammen (vielleicht nicht 6500 km); Ball in einem Park spielen, oder die Natur erkunden.

In der Zwischenzeit werden Andrew & ich das Beste daraus machen. Zumindest sind wir wieder vereint und das ist ein großer Schritt vorwärts.

Vielen Dank nochmals an alle, die die globale Suche nach Andrew auf Facebook unterstützt haben.Trotz der Versuche von einigen Anwälten, die website zu löschen, bin ich weiterhin unter www.findandrew.com Webseite & Blog zu finden, die regelmäßig vervollständigt wird, für alle die auf dem Laufenden bleiben möchten.


Ken & Andrew Amsterdam

Sonntag, 10. Oktober 2010

Menschenrechte in Deutschland.... Menschenrechte in China....


Freitag, 8. Oktober 2010


Friedensnobelpreis Liu Xiaobo..... Ordnungshaft in Deutschland und Haftstrafen in China

Urteil gegen Liu Xiaobo: " Elf Jahre Haft für das freie Wort" Ein Kommentar von Andreas Lorenz, Peking "Wir sollten damit aufhören, Worte zu kriminalisieren." So steht es in der Charta 08, einem Manifest chinesischer Regierungskritiker - doch Chinas Mächtige sehen das anders: Worte sind für sie gefährlich, freie Meinungsäußerung bedroht ihre Macht und ihre Privilegien.
Wenn Bürger Behörden und Politiker kritisieren......ist die Vorgehensweise inChina zweifelsohne härter als in Deutschland .......


dennoch gibt es Gemeinsamkeiten..........z.B. statt mehrjähriger Haftstrafe "nur" 10 Tage Ordnungshaft ......


........statt 11-jähhrige Haftstrafe durch ein chinesisches Gericht......Anordnung von Ordnungshaft im Eilverfahren und ohne Beweiserhebung durch ein deutsches Gericht.........


"Meinungs-und Pressefreiheit" eine Illusion ? .......nicht nur in China? .....



obwohl deutsche Politiker lobende Worte für Liu Xiaobo haben ? (Quelle: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-60312.html)



Bundespräsident Christian Wulff:"Ihr Mut, sich für die Menschenrechte in Ihrem Land friedlich einzusetzen, hat meinen größten Respekt."



EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso: "Eine starke Botschaft der Unterstützung für all jene in der Welt, die unter großen persönlichen Opfern für Freiheit und Menschenrechte kämpfen."



Bundesaußenminister Guido Westerwelle:"Ansporn und Mahnung, die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern weltweit zu unterstützen"



Menschenrechte in Deutschland.....Menschenrechte in China.....



http://kinderklau.blogspot.com/

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Das liest man doch immer wieder gern...


"Today I must thank you all for your moral support!!! Have a fabulous day!!!!!!!!!!!! "

Bitte gern geschehen!!!!

Samstag, 2. Oktober 2010

Psychiatrie & Strafvollzug - Wer übernimmt Verantwortung?



Kümmert sich eigentlich mal jemand darum, wer diese Kinder zu dem gemacht hat was sie heute sind? Gerade bei Heimkindern/Pflegekinder? Wer sind die dafür Verantwortlichen? Warum werden sie nicht zur Rechenschaft gezogen und müssten Sie nicht als Strafe/Wiedergutmachung diesen Kindern in ein "normales" Leben zurückhelfen?

Die seelischen Gebrechen der jungen Verbrecher

Jugendliche Straftäter, überwiegend Jungen und junge Männer, verbüßen ihre Strafen, ohne dass ihnen je ein Kinder- oder Jugendpsychiater begegnet. Warum man dies ändern sollte, dafür lieferten zahlreiche Fachleute auf dem Internationalen Kongress der Kinder- und Jugendforensiker gute Argumente.

Von Martina Lentzen-Schulte

Der Neubau der Maßregelvollzugsklinik in Köln-Westhoven

02. Oktober 2010 Kinder- und Jugendpsychiater sind eher selten für inhaftierte Jugendliche zuständig. Ihre Mitarbeit ist nur gefragt, wenn sie einen jungen Täter entweder begutachten sollen, oder aber jugendliche Straftäter im Maßregelvollzug als Forensiker ärztlich betreuen. In der Öffentlichkeit wird diese Täter-Gruppe im Zusammenhang mit besonders monströsen, spektakulären Straftaten wahrgenommen. Weil sie zur Tatzeit krank waren, Therapie benötigen und haftunfähig sind, kommen sie in den Maßregelvollzug.

Zunehmend wird damit angesichts der Gefährlichkeit mancher Täter auch Sicherungsaspekten Rechnung getragen. Der Maßregelvollzug für Jugendliche ist jedoch eine Art ultima ratio. Er betrifft lediglich eine Minderheit der Täter im Alter von Vierzehn bis Achtzehn, wie Wolfgang Weissbeck vorrechnen kann, der als leitender Arzt im Jugendmaßregelvollzug in Klingenmünster unlängst eine kritische Bestandsaufnahme über diese Institution in Deutschland vorgelegt hat.



Entschuldigung der Taten ist nicht der Punkt
Im Jahr 2006 wurden bundesweit nur 36 unter den sicherungsverwahrten Jugendlichen definitiv dieser Altersgruppe zugeordnet. Zählt man die Heranwachsenden bis 21 Jahre alt hinzu, sind es knapp dreihundert, die als junge Täter im Maßregelvollzug untergebracht sind. Laut Statistischem Bundesamt waren 2009 jedoch insgesamt 727 Jugendliche (14 bis 18 Jahre alt) und 4383 Heranwachsende in Haft. In der überwiegenden Mehrzahl sind es Jungen und junge Männer. Sie verbüßen ihre Strafen, ohne dass ihnen je ein Kinder- oder Jugendpsychiater begegnet. Warum man dies ändern sollte, dafür lieferten unlängst zahlreiche Fachleute auf dem Internationalen Kongress der Kinder- und Jugendforensiker in Basel gute Argumente.

Je nach Untersuchung schätzt man, dass 60 bis 80 Prozent der Jugendlichen in Haftanstalten an mindestens einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung oder psychiatrischen Erkrankung leiden. Den Psychiatern geht es nicht darum, mit solchen Feststellungen die kriminellen Taten zu entschuldigen oder zu relativieren. Die psychischen Defizite und Störungen der jungen Gefangenpopulation anzuerkennen, ist vielmehr für die Betroffenen sinnvoll und für die Gesellschaft nützlich. Susan Bailey von der Universität in Manchester, hat in England maßgeblich dafür gesorgt, dass den Erkrankungen junger Straftäter mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wie sie in Basel hervorhob, bietet sich hier auch ein hohes Einsparpotential. Psychische Störungen gehen mit erhöhten kriminellen Rückfallraten einher. Straffällige Jugendliche mit psychischen Störungen bleiben im Durchschnitt länger in Haft als ihre in dieser Hinsicht unbelasteten Mitinsassen. Bailey berichtete von einer erfolgreichen Umsetzung neuer Therapieansätze am Hindley Jugendgefängnis im Nordwesten Englands, wo 400 Jungen im Alter von 15 bis 18 Jahren einsitzen. Das geschieht vor allem dadurch, dass in Kenntnis der traumatischen Vorerfahrungen der jungen Täter angemessener mit ihnen umgegangen werden kann.

Eine Art Erweckungsszene
Das bestätigte auch Hans Steiner, der als Kinder- und Jugendpsychiater an der Stanford-Universität auf dreißig Jahre Erfahrung mit auffälligen, aggressiven, sozial unangepassten und straffälligen Jugendlichen zurückgreifen kann. Er nannte in Basel ebenfalls die Posttraumatische Belastungsstörung als eine der Hauptdiagnosen, die sich als Vehikel für den Rückfall entpuppen, und schilderte anschaulich, wie für ihn persönlich dieser Zusammenhang zum ersten Mal in einer Art Erweckungsszene offenbar wurde. Als in einer Polizeistation zufällig ein Mitarbeiter verletzt wurde, reagierten die umstehenden jungen Delinquenten mit den charakteristischen Symptomen der unwillkürlichen Erinnerung an frühere traumatische Erlebnisse, mit so genannten Flashbacks. Er habe in all den Jahren kaum straffällig gewordene Kinder und Jugendliche gesehen, bei denen nicht Missbrauch, elterliche Vernachlässigung oder andere traumatische Erfahrungen eine Rolle spielten.

Anhand dieser Diagnose deklinierte er durch, wie man mit neurobiologischen Grundlagen und psychiatrischen Diagnosen künftig besser ungünstige und günstige Behandlungs- und Delinquenzprognosen von Straftätern wird unterscheiden können. So ist eine der Reaktionen auf dauernde Verletzungen, denen man nicht entrinnen kann, die Verfestigung von aggressiven Tendenzen. Diese jungen Menschen fühlen sich zunehmend in Situationen bedroht, die einem psychisch gesunden Altersgenossen nicht bedrohlich erscheinen. Nicht selten resultiert daraus eine so genannte impulsiv unkontrollierte Aggressivität – „hot aggression“ –, die letztlich Ausdruck der frustrierten Versuche ist, sich zu verteidigen. Sie wird von den Jugendlichen durchaus als negativ empfunden, im Gegensatz zu jener kalt geplanten Aggression, die sich zu verbergen weiß, und vom Täter selbst gut geheißen wird. Ein Großteil der Gewaltbereitschaft der wegen Delinquenz aufgefallenen Jugendlichen gehört in diese Kategorie der impulsiven Aggressivität.

Beitrag zur Rückfallprophylaxe
Steiner stellte die Ergebnisse einer jüngsten Studie vor, wonach mehr als siebzig Prozent einer Gruppe junger Delinquenten auf das Medikament Divalproex zur Stabilisierung ihrer aufbrausenden Emotionalität ansprachen, wenn sie als „hot aggressive“ eingeordnet wurden. Es waren nur fünfzehn Prozent unter denjenigen, die eher zur Kategorie der kalt aggressiven Täter gehörten. Das zeige, so Steiner, dass der Erfolg von Behandlungsansätzen ganz wesentlich davon abhängt,wie gut man mittels vorheriger Diagnose die Gruppen zu differenzieren versteht.

Die mit Aggressivität verbundene Posttraumatische Belastungsstörung ist nicht die einzige Diagnose, die junge Täter psychisch beeinträchtigt. Autismus, Depressivität, Schizophrenie, hyperkinetische Konzentrationsstörungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch oder Persönlichkeitsstörungen zählen ebenfalls dazu. Obwohl der Optimismus - gerade auch angesichts neuer Behandlungserfolge bei nicht-delinquenten Kindern und Jugendlichen - groß ist, behauptete in Basel niemand, man könne das alles gleich gut und erfolgreich bei Straftätern behandeln.

Die Ärzte und Psychologen wollen auch im Hinblick auf die Rückfallprophylaxe einen Beitrag leisten. Es gilt als ausreichend belegt, dass herkömmliche, rein sozialtherapeutische und pädagogische Ansätze die Probleme nicht lösen. Das Scheitern traditioneller Maßnahmen lässt sich schon daran ablesen, dass nur fünf bis zehn Prozent der Straftäter für fünzig bis siebzig Prozent der Jugenddelinquenz verantwortlich sind. Reine Arbeitsmaßnahmen zum Beispiel können nicht viel bewirken, wenn man akzeptiert, dass manche Störungen sich bereits in der Hirnstruktur verfestigt haben und solche Veränderungen nur mittels spezialisierter therapeutischer Verfahren überhaupt angehbar sind.

Screeningverfahren
Dabei sind die straffällig gewordenen Jugendlichen bei weitem nicht allein diejenigen, für die man einschlägig ausgebildete Kinder- und Jugendpsychiater benötigte. Bereits lange zuvor zeigen sich psychiatrische Diagnosen als wegweisend für eine schlechte Sozialprognose, vor allem bei Heimkindern. Auch in anderen Gruppen, etwa bei notorischen Schulschwänzern, verstärkt eine Erkrankung die Gefahr, später in die Delinquenz abzurutschen.

Geeignete Screeningverfahren, mittels derer man psychisch kranke unter den jugendlichen Straftätern und anderen gefährdeten Gruppen ermitteln könnte, gäbe es durchaus, sagen Psychiater. Eines ist das international bewährte „Massachusetts Youth Screening Instrument 2“. Er müsste jedoch wie andere Screeningverfahren an hiesigen Gruppen auf seine Verlässlichkeit getestet werden. Es fehlen indes Fachleute, die dann für eine genauere Diagnose und deren Therapie zur Verfügung stünden.

Der Mangel beginnt schon bei jenen wenigen straffälligen Jugendlichen im Maßregelvollzug, wo Therapie eigentlich Pflicht sein müsste. „Insgesamt sind in Deutschland nur dreizehn Kinder- und Jugendpsychiater im Maßregelvollzug tätig, weitere 136 Kinder- und Jugendpsychiater besitzen die Zusatzbezeichnung ,Forensik‘“, sagt Franz Hässler von der Universität Rostock. Wie gering man die Notwendigkeit forensischen Sachverstandes in der Kinder- und Jugendpsychiatrie mitunter einschätzt, lässt sich auch daran ablesen, dass sich längst nicht jedes Bundesland für seine Minderjährigen eine eigene Abteilung leistet.

Forschung an Heimkindern
So steckt Baden-Württemberg seine jugendlichen Straftäter, die in den Maßregelvollzug gehörten, notfalls zu den Erwachsenen, obwohl dies klar gegen die UN-Kinderrechtskonvention verstößt. Mit Verwunderung nimmt man deshalb zur Kenntnis, wie aus Russland über erfolgreiche Projekte in Basel berichtet wurde, und wie man die Kinder- und Jugendforensiker aus dem Kosovo als neues Mitglied im Europäischen Bund begrüßte - Länder mit sicher weniger finanzielle Ressourcen.

In Deutschland werden jugendliche Delinquenten insgesamt zu selten begutachtet, wenn sie straffällig geworden sind; in Jugendstrafanstalten fehlt erst recht einschlägige fachärztliche Betreuung. Dieser Mangel zeigt auch den minderen Stellenwert, den man diesem Fach beimisst. „Blickt man auf Karrierechancen, so kann man den jungen Kollegen kaum raten, in diesem Bereich zu forschen“, sagt Jörg Fegert vom Universitätsklinikum Ulm, „denn nicht zuletzt die Möglichkeiten, wissenschaftlich auf hohem Niveau zu publizieren, sind dabei leider begrenzt.“

Er muss es wissen, hat er es doch geschafft, sich mit der Forschung an Heimkindern nicht nur national, sondern auch international Anerkennung zu verschaffen. Zwar sind die Forschungsfragen, die es hier zu beantworten gilt, so interdisziplinär wie kaum sonst in einem medizinischen Fach - sie berühren kriminologische, juristische, pädagogische und psychosoziale Aspekte. Allerdings bringt etwa die Veröffentlichung eines Artikels in einer juristischen Fachzeitschrift einem Mediziner keine Pluspunkte und Forschungsförderung. Wo aber die Expertise fehlt, wird es langfristig auch keine Ausbildung von Experten geben.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Foto: Wo st 01/Wikimedia Commons


http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~E4818C14C8B1E4F0F8638B13353F0CE54~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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