Freitag, 28. Januar 2011

Ein Kind ist tot und niemand ist dafür verantwortlich...

Staatsanwaltschaft

Ermittlungen eingestellt

Erstellt 26.01.11, 07:03h

Im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod der neunjährigen Anna aus Bad Honnef hat die Bonner Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen das Jugendamt Bad Honnef eingestellt. Das teilte gestern Behördensprecher Fred Apostel mit.

BONN/BAD HONNEF - Im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod der neunjährigen Anna aus Bad Honnef hat die Bonner Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen das Jugendamt Bad Honnef eingestellt. Das teilte gestern Behördensprecher Fred Apostel mit. Der Vorwurf einer unterlassenen Hilfeleistung oder auch einer Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen könnte dem Jugendamt nicht gemacht werden. Die Nachricht kommt just einen Tag, nachdem vor dem Bonner Schwurgericht der Misshandlungs-Prozess gegen die Pflegeeltern von Anna - 52 und 51 Jahre alt - begonnen hat.

Hintergrund für die Ermittlungen: Am Todestag von Anna - dem 22. Juli 2010 - hatte eine Nachbarin im Jugendamt angerufen und von einem Vorfall am Vortag berichtet: Sie habe beobachtet, dass Anna in der Austraße, vom Balkon der Erdgeschosswohnung gesprungen sei, um abzuhauen. Im übrigen berichtete die Anruferin, dass die „Situation dort sehr schlimm" sei. Da müsse dringend etwas unternommen werden. Das Jugendamt Bad Honnef jedoch fühlte sich für Anna nicht zuständig: Die Anruferin wurde gebeten, das Jugendamt in Königswinter, das Anna betreute, anzurufen. Das soll die Anruferin auch zugesagt haben.

Wenige Stunden später kam die Nachricht vom gewaltsamen Tod Annas: Ihre Pflegemutter soll sie in der Badewanne so lange unter Wasser gedrückt haben, bis das Kind bewusstlos wurde und an den Folgen in der Klinik starb.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft konnte das Jugendamt nicht von einer akuten Bedrohungslage ausgehen: Der Anruf habe „Beschwerdecharakter" gehabt, aber „eine akute Misshandlungslage, insbesondere eine lebensbedrohliche Situation" habe sich nicht erkennen lassen.

Die Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Stadt Königswinter hingegen, so Apostel, würden weiter geprüft. (ucs)

1 Kommentar:

  1. Hallo wenn ich solche zeilen lese ist es ein fach nur grausam was dort passiert... es will keiner dafür verantwortlich sein diese flegeeltern haben es nicht verdint zu leben..Patricia Meißner

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