Donnerstag, 30. Juni 2011

Wenn Kinder Hilfe brauchen

Fürstenwalde/Erkner (moz) Vertreter von acht Schulen aus Erkner und Umgebung unterzeichneten gestern in Fürstenwalde eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jugendamt des Landkreises Oder-Spree sowie dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). Mit der Vereinbarung bekommen die Schulen einen Leitfaden in die Hand, der unter anderem darüber Auskunft gibt, wie in Fällen vermuteter Kindeswohlgefährdung konkret und schnell gehandelt werden kann.

„Im Schulbesuch spiegelt sich immer auch das Umfeld des Kindes“, sagt Wolfgang Herse von der Löcknitz-Grundschule Erk­ner. Wenn ein Kind regelmäßig kein Frühstück mitbringe oder unpünktlich beziehungsweise gar nicht zum Unterricht erscheine, dann seien dies Alarmsignale, auf die die Schule reagieren müsse. „Früher drohte man den Eltern dann immer mit dem Jugendamt, wusste aber selbst eigentlich gar nicht, was dahinter steht.“ Die Unsicherheit sei groß gewesen, sowohl bei den Pädagogen als auch bei den Eltern. Von daher könne man das neu entstandene Netzwerk „nur begrüßen“, so Herse.

Künftig wollen die sieben Grundschulen und eine Förderschule aus dem Raum Erkner in vier Bereichen enger und effektiver mit dem Jugendamt beziehungsweise mit dem ASD-Regionalteam zusammenarbeiten. Sorgen sich Lehrer um das Wohlergehen einer Schülerin oder eines Schülers, dann gibt ihnen der Leitfaden der Kooperationsvereinbarung künftig einen Maßnahmenkatalog in die Hand. Dieser enthält neben rechtlichen Bestimmungen, konkrete Schritte sowie sämtliche Telefonnummern und E-Mail-Adressen aller relevanten Mitarbeiter des Jugendamtes oder des ASD. Auch in Fällen, in denen Kinder besondere Verhaltensauffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich aufweisen, sowie im Bereich gravierender Fehlzeiten wollen Schulen und Jugendamt künftig stärker miteinander kooperieren. Außerdem wird in Fällen, in denen Kinder vom Jugendamt betreut werden, eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Schule, Amt und Eltern angestrebt.

„Uns gibt die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt einfach die Sicherheit, die richtigen Schritte zu gehen“, so Marion Micheel von der Freien Montessori-Grundschule Hangelsberg. Sie schätze die Mitarbeiter des Jugendamtes als wichtige Partner. „Das sind die Experten.“

Das sieht auch Carmen Blätter von der Allgemeinen Förderschule in Erkner so. „Die Zusammenarbeit hilft, Irrwege zu vermeiden.“ Mit der verbrieften Kooperation entscheide man weniger aus dem Bauch heraus. „Das ist eine echte Erleichterung“, so Blätter. Insbesondere im Umgang mit den Eltern fühle man sich einfach viel sicherer.

Die Vereinbarung wurde neben den genannten noch von Grundschulen aus Schöneiche, Neu Zittau, Grünheide und Spreenhagen unterzeichnet.

Bei Gefahr im
Verzug hilft künftig
der direkte Draht
zum Jugendamt

http://www.moz.de/details/dg/0/1/321324/

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