Freitag, 15. Juli 2011

Widerstand gegen die Schließung in Hellenthal - oder Meinungsmache um zu vertuschen?




Im Internet-Netzwerk „Facebook“ wurde inzwischen von aufgebrachten Eltern, Kindern und Mitarbeitern eine eigene Interessengruppe „Gegen die Schließung der Corsten Jugendhilfe“ gegründet.


Nach der plötzlichen Schließung des Liebfrauenhofes durch das zuständige Jugendamt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) am Dienstagnachmittag schlagen die Wellen hoch. In dem historischen Gebäude ist die Corsten Jugendhilfe GmbH ansässig, sie unterhält dort ein Internat für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Die Einrichtung war vor sieben Jahren vom Diplom-Pädagogen und Diplom-Betriebswirt Tobias Corsten gemeinsam mit seinem Vater Heinrich als GmbH aus der Taufe gehoben worden. Am Mittwochmorgen stellte Corsten einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht inAachen, um die Betriebserlaubnis möglichst schnell wieder zu erlangen.
Bestürzungherrschte gestern nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch in der Bevölkerung. Ein ehemaliges Ratsmitglied von Hellenthal, gleichzeitig Nachbar der Einrichtung, meinte: „Über die Schließung habe ich mit großem Erstaunen gelesen.“ Eine Auffälligkeit habe er nie beobachten können. Er wisse auch von Jugendlichen dieser Einrichtung, die in Reifferscheider Betrieben einer Lehre nachgehen würden.

Guter Eindruck

Ebenfalls verwundert zeigte sich Helmut Schuster, Leiter des Clara-Fey-Gymnasiums in Schleiden. „Häufiger hatte ich Kontakt zu Schülern, Betreuern und zu Tobias Corsten selbst. Ich hatte immer einen guten Eindruck.“ Aus Sicht des Schulleiters wurden die Kinder und Jugendlichen stets gut betreut.

Erdmann Bierdel, Leiter der Abteilung Jugend und Familie des Kreises Euskirchen, gab gestern bekannt, dass kein Jugendlicher aus dem Kreis Euskirchen in der Corsten Jugendhilfe GmbH betreut wurde und der Kreis damit nicht direkt von der Schließung betroffen sei. Die Kosten von 150 bis 180 Euro pro Tag für die in Reifferscheid untergebrachten Kinder und Jugendlichen müssten die Kreise zahlen, aus denen die jungen Leute stammen, so Erdmann Bierdel.

Die Betriebserlaubnis für die Einrichtung in Reifferscheid hatte das LVR-Jugendamt erteilt. 45 junge Menschen wurden dort bis zur abrupten Schließung von 45 Mitarbeitern betreut. Till Döring, Pressesprecher des LVR, sagt zur Funktion des LVR-Jugendamtes: „Wir unterstützen derartige Einrichtungen, insgesamt 450 im ganzen Rheinland, nicht finanziell, sondern mit fachlichem Rat. Wir erteilen auch jede einzelne Betriebserlaubnis, nachdem das pädagogische Konzept mit uns abgestimmt wurde.“

Diese grundsätzlichen Absprachen fanden vor sieben Jahren zwischen dem LVR-Jugendamt und der Corsten Jugendhilfe GmbH statt. Nun, so Döring, habe sich jedoch durch die Schilderung ehemaliger Mitarbeiter herausgestellt, dass in der Einrichtung in Reifferscheid eine „Pädagogik aus dem letzten Jahrhundert“ praktiziert werde.

Seit Eröffnung des Hauses in Reifferscheid habe der LVR „ein paar Mal“ Kontrollen durchgeführt, dabei sei jedoch nichts auffällig gewesen. Die Belastungen jetzt seien aber so massiv, dass eine Schließung unumgänglich gewesen sei. Im Internet-Netzwerk „Facebook“ wurde inzwischen von aufgebrachten Eltern, Kindern und Mitarbeitern eine eigene Interessengruppe „Gegen die Schließung der Corsten Jugendhilfe“ gegründet.

http://www.ksta.de/html/artikel/1310466229599.shtml

Persönliche Anmerkung: Unerwähnt bleibt in dem Artikel, dass sich in den in Facebook gegründeten Gruppen "Gegen die Schließung" 49 Personen angemeldet haben. Darunter sind offenbar Eltern deren Kinder AHDS haben und die scheinbar froh sind, ihre Kinder los geworden zu sein. Kommentar dort: "Liebe Leute,
Ihr habt bestimmt alle von den Vorwürfen in der Corsten Jugendhilfe gehört. Mein Sohn Marvin ist dort seit zweieinhalb Jahren untergebracht. Die Vorwürfe die man der Einrichtung entgegenbringt entsprechen nicht der Wahrheit. Unsere Kinder wurden nie Misshandelt oder geschlagen. Marvin ist ein ADHS Kind. Er gehört zu den Kindern die es besonders schwer haben. Bevor Marvin ins Inter
Gegen die schließung der Corsten Jugendhilfe"

Unerwähnt bleibt auch, dass sich in facebook eine Gruppe gegründet hat die für die Schließung der Einrichtung ist und in der sich 60 Personen befinden. Kommentar dort u.a.:"Bitte unterstützen sie diese Gruppe!!! Ich war selbst dort im Internat und es war die Hölle. Einem Jugendlichen wurde sogar die Nase gebrochen vor 3 Jahren und jetzt kommen noch mehrere Sachen ans licht. Bitte unterstützt diese Gruppe damit solchen Leuten das Handwerk gelegt wird!!!"

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Kommentare:

  1. ich war im heinrich corsten internat mönchengladbach dort wurde ich von 3 betreuern geschlagen also die methoden sind wirklich nicht ganz sauber

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  2. Heute Tag der Offenen Tür in Mönchen Gladbach!

    Aktuell begleite ich eine Mutter, der auf gemäß der hier vorliegenden Informationen vom Amtsgericht Duisburg Hamborn auf Antrag des Jugendamts Duisburg Hamborn, Herr Siemon im einstweiligen Anordnungsverfahren das Sorgerecht entzogen wurde, weil sie NICHT der Unterbringung in der 7-Tage-Gruppe zustimmen wollte. Bisher ist ihr 15 jähriger sohn in einer 5-Tage-Gruppe untergebracht und hat den hier vorliegenden Informationen folgend, dort "keinen guten Kontakt".

    Die Fachlehrer sollen die schulischen Leistungen des Sohnnes sowie dessen schulisches Engagement mit ungenügend beurteilen.

    Lediglich der Klassenlehrer soll darstellen, der Jugendmliche sei "eine Bereicherung" für die Klassengemeinschaft.

    Selbstverständlich ist bekannt, dass Lehrer solche, als "Pufferkinder" bezeichneten Jugendlichen aus wohlbehüteten Familienverhältnissen kommend, in ihrer Klasse sehr begrüßen.

    Es soll nicht auszudenken sein, wenn ausschließlich "schwer erziehbare" Kinder im Klassenverband seien.

    Dann würden die aktuell ergriffenen "Maßnahmnen" oft nicht ausreichen.

    Was unter diesen "Maßnahmen" wohl zu verstehen sei, könnte man ggf. am heutigen Tag der offenen Tür erfahren.

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  3. Ihr habt alle keine Ahnung ich als Bewohner der Corsten Jugendhilfe kann wohl am besten beurteilen was von den Vorwürfen stimmt . Und ich kann euch sagen das das lvr diese Einrichtung viel zu voreilig geschlossen hat. Bleibt mal auf dem Boden. Um auf die Facebook Gruppe gegen die corsten Jugendhilfe zurückzukommen denkt mal darüber nach das die meisten Jugendlichen aus schwierigen familiensituationen stammen und erst in der cjh Grenzen und regeln aufgezeigt bekommen das die es anders, ohne Regeln lieber hätten ist doch klar und da ist es denkbar einfach auf diese Hassschiene aufzuspringen und allen möglichen Kram zu erzählen
    Gruß bin seid fünf Jahren da

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