Mittwoch, 21. September 2011

München - Heimkinder müssen ihre Gage abgeben


Elf Heimkinder, die 2010 bei den Oberammergauer Passionsspielen mitspielten, mussten einen Großteil ihrer Gage abgeben. Kassiert hat das Geld die Stadt München - als Träger des Marie-Mattfeld-Hauses in Oberammergau, in dem die Kinder leben. "Das Kinder- und Jugendhilfegesetz schreibt zwingend vor, dass 75 Prozent des Einkommens von Kindern und Jugendlichen als Kostenbeitrag für ihre Heimunterbringung eingesetzt werden müssen", erklärte das Münchner Sozialreferat am Dienstag. Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sprach von "fauler Ausrede".

Die betroffenen Kinder und der Förderverein des Heimes zeigten sich fassungslos. "Die Kinder waren entsetzt, dass man ihnen das Geld wegnimmt", sagte der Vorsitzende des Fördervereins "Freunde des Marie-Mattfeld-Hauses", Kurt Meier. "Die Kinder sind sowieso schon benachteiligt und jetzt kriegen sie noch eins aufs Dach."

Während ihre Altersgenossen, die zu Hause bei ihren Eltern leben, das Geld sparen und sich Träume von der Gage erfüllen können, müssen die Heimkinder im Alter zwischen sechs und 17 Jahren drei Viertel abgeben - es geht um insgesamt 8500 Euro.

Das Sozialreferat schreibt die Verantwortung indes dem Bund zu. Im Jahr 2005 sei das Kinder- und Jugendhilfegesetz verschärft worden - auch mit Zuspruch des Freistaats. Mit Bezug auf den Paragrafen 94 des Sozialgesetzbuches VIII betonte das Referat, Bundesrecht zu vollziehen. Es gebe keinen Ermessensspielraum.

Spielraum für Ausnahmefälle?
Nach Ansicht des Sozialministeriums gibt es durchaus Spielraum. Nicht nur in Härtefällen sei eine Ausnahme möglich, sondern auch "aus pädagogischen Gründen". "Wir wollen doch gerade, dass benachteiligte Jugendliche am kulturellen Leben teilnehmen", sagte Haderthauer.

Auch Passionsspiele-Leiter Christian Stückl hat kein Verständnis für die vorgeschriebene Abgabe. Damit nehme man den Kindern die Motivation zu arbeiten. Er äußerte aber auch Verständnis für die Stadt, die "keinen Präzedenzfall schaffen" wolle. In Bayern leben laut Landesjugendamt rund 6000 Kinder und Jugendliche in Heimen.

http://www.stern.de/panorama/honorar-streit-nach-passionsspielen-heimkinder-muessen-ihre-gage-abgeben-1730200.html

1 Kommentar:

  1. Ach 6000? Da hat das Jugendamt mal wieder viele Kinder von Eltern weggerissen. Man kann sicher sein das die Hälfte daheim besser aufgehoben wäre. Spreche da aus eigener Erfahrung!

    Jugendamt und Co. ist eine reine Geldsache, die verdienen sich dumm und dämlich, bieten sichere Jobs für emotionslose Machliebhaber, eine Firma mit Ziel Jugendliche, Kinder, auch Babys in Heime zu bringen um sich selbst zu rechtfertigen!

    Anrufe von Nachbarn, vielleicht noch ein blauer Fleck vom Turnen oder spielen, weg sind die Kinder in Deutschland und Österreich!

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