Dienstag, 6. September 2011

Thüringen: Mutter und Ex-Freund wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Vor dem Landgericht Gera hat der Prozess gegen eine 26-jährige Mutter aus Hermsdorf begonnen. Sie soll zwischen 2009 und 2010 zusammen mit ihrem damaligen Lebensgefährten die eigene Tochter sexuell missbraucht haben. Die beiden Angeklagten bestreiten die Vorwürfe, Zeugen bestätigen die häuslichen Missstände.

Eine Mutter muss sich seit Montag wegen schweren sexuellen Missbrauchs ihrer Tochter vor dem Landgericht Gera verantworten. Neben der 26-Jährigen ist auch ihr ehemaliger Lebensgefährte angeklagt. Die beiden sollen von April 2009 bis Mai 2010 das damals sechsjährige Mädchen in der Wohnung der Frau in Hermsdorf insgesamt achtmal missbraucht haben. Das Kind war wegen Erziehungsproblemen später in eine Pflegefamilie gekommen und hatte dort von dem Missbrauch berichtet.

Zum Prozessauftakt bestritten die beiden Angeklagten - denen mehrjährige Haftstrafen drohen - die Anschuldigungen. Während die Mutter des Kindes die Vorwürfe über ihren Anwalt dementieren ließ, gab der 20-jährige Ex-Freund an, so etwas nie mit Kindern zu machen.

Zeugenaussagen zeichnen Bild von Verwahrlosung
Die 43 Jahre alte Pflegemutter sagte im Zeugenstand, dass sie das Mädchen im Mai vorigen Jahres zu sich genommen habe. Sie sei vom Jugendamt mit der Kurzzeitbetreuung beauftragt worden, bis die damals Siebenjährige wieder zu ihrer leiblichen Mutter hätte zurückkehren können. Diese hatte nach Angaben des Jugendamtes eine Auszeit gebraucht. Die Pflegemutter sagte weiter, dass das Mädchen Angst davor gehabt habe, ins Bett zu gehen und bei der Körperhygiene niemanden zu sich gelassen habe. Zudem habe ihr das Kind erzählt, eingesperrt gewesen zu sein und lediglich Wasser und Kekse bekommen zu haben.

Auch eine 17-jährige Freundin der Angeklagten bestätigte die schlechten häuslichen Verhältnisse, in denen das Mädchen mit ihrer Mutter, einem Säugling und dem Freund lebte. Demnach habe das kleine Mädchen in einem dreckigen Holzbett auf einem Lattenrost schlafen müssen, weil die Matratze durch das Einnässen oft feucht war. Die Schülerin erklärte zudem, dass die Kleidung des Mädchens oftmals verdreckt gewesen sei und nach Urin gerochen habe.

Die Verhandlung soll am Mittwoch mit der Befragung des Kindes fortgesetzt werden.

http://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/kindesmissbrauch100.html

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