Sonntag, 13. November 2011

Jugendamt Emmendingen - ein toter Fünfjähriger was wusste das Jugendamt?


Über die Rolle der Ämter gibt es im Fall des toten Fünfjährigen aus Herbolzheim unterschiedliche Ansichten. Nach Medienberichten soll das Jugendamt von den schwierigen Verhältnissen gewusst haben. Der Bürgermeister weisst Kritik an den Ämtern zurück.

Nach Information des Südwestfunk waren dem Jugendamt in Emmendingen die Verhältnisse in der Familie bekannt. Dem Bericht des Senders zufolge lebten die Eltern offenbar getrennt. Der Vater sei schon mehrfach wegen psychischer Probleme in der Psychiatrie zur Behandlung gewesen. Die Mutter gilt als schwerst Drogenabhängig, hieß es weiter. Das Jugendamt hat offenbar um die Probleme dieser Familie gewusst. Die Versuche zu helfen, scheiterten allerdings vor Gericht. Der 41 Jahre alte Vater und die Mutter hatten offenbar mit Hilfe der Gerichte erreicht, dass sie das volle Sorgerecht für den Jungen behalten durften.

Das Jugendamt am Landratsamt Emmendingen will sich mit Rücksicht auf das laufende Verfahren derzeit nicht äußern und steht außerdem unter der im Sozialgesetzbuch verankerten Schweigepflicht.


Bürgermeister stellt sich vor die Ämter

Eine andere Einschätzung der Familiensituation gab am Freitag der Bürgermeister von Herbolzheim, Ernst Schilling, ab. Nach seiner Einschätzung war die Familie bei den Ämtern nicht besonders auffällig gewesen. Die Familie sei vom Jugendamt begleitet worden, sagte der parteilose Schilling. "Darüber hinaus reichende Auffälligkeiten hat es nicht gegeben." Schilling widersprach damit Medienberichten, wonach die Ämter trotz bekannter Probleme innerhalb der Familie des Jungen untätig gewesen seien.

Die Polizei gab außerdem bekannt, dass dem Tod des Jungen mit großer Wahrscheinlichkeit kein Gewaltverbrechen vorausging. Die Ermittler seien weiterhin mit der Aufarbeitung der Spuren beschäftigt. Dies werde noch einige Tage dauern.

Der Fünfjährige war am Mittwoch auf einer Wiese in einem Weinberg gefunden worden und ist wohl bei einem Brandunfall ums Leben gekommen. Laut Obduktion führte ein sogenannter Verbrennungsschock in Verbindung mit einer Unterkühlung zum Tod. Einzig der Vater des Kindes steht bisher mit dem Unglück in Verbindung. Der 41-Jährige befindet sich in Gewahrsam und gibt an, einen Gedächtnisschwund zu haben.

http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/fuenfjaehriger-starb-durch-verbrennungsschock--51657418.html

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