Donnerstag, 30. Juni 2011

Wenn Kinder Hilfe brauchen

Fürstenwalde/Erkner (moz) Vertreter von acht Schulen aus Erkner und Umgebung unterzeichneten gestern in Fürstenwalde eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jugendamt des Landkreises Oder-Spree sowie dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). Mit der Vereinbarung bekommen die Schulen einen Leitfaden in die Hand, der unter anderem darüber Auskunft gibt, wie in Fällen vermuteter Kindeswohlgefährdung konkret und schnell gehandelt werden kann.

„Im Schulbesuch spiegelt sich immer auch das Umfeld des Kindes“, sagt Wolfgang Herse von der Löcknitz-Grundschule Erk­ner. Wenn ein Kind regelmäßig kein Frühstück mitbringe oder unpünktlich beziehungsweise gar nicht zum Unterricht erscheine, dann seien dies Alarmsignale, auf die die Schule reagieren müsse. „Früher drohte man den Eltern dann immer mit dem Jugendamt, wusste aber selbst eigentlich gar nicht, was dahinter steht.“ Die Unsicherheit sei groß gewesen, sowohl bei den Pädagogen als auch bei den Eltern. Von daher könne man das neu entstandene Netzwerk „nur begrüßen“, so Herse.

Künftig wollen die sieben Grundschulen und eine Förderschule aus dem Raum Erkner in vier Bereichen enger und effektiver mit dem Jugendamt beziehungsweise mit dem ASD-Regionalteam zusammenarbeiten. Sorgen sich Lehrer um das Wohlergehen einer Schülerin oder eines Schülers, dann gibt ihnen der Leitfaden der Kooperationsvereinbarung künftig einen Maßnahmenkatalog in die Hand. Dieser enthält neben rechtlichen Bestimmungen, konkrete Schritte sowie sämtliche Telefonnummern und E-Mail-Adressen aller relevanten Mitarbeiter des Jugendamtes oder des ASD. Auch in Fällen, in denen Kinder besondere Verhaltensauffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich aufweisen, sowie im Bereich gravierender Fehlzeiten wollen Schulen und Jugendamt künftig stärker miteinander kooperieren. Außerdem wird in Fällen, in denen Kinder vom Jugendamt betreut werden, eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Schule, Amt und Eltern angestrebt.

„Uns gibt die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt einfach die Sicherheit, die richtigen Schritte zu gehen“, so Marion Micheel von der Freien Montessori-Grundschule Hangelsberg. Sie schätze die Mitarbeiter des Jugendamtes als wichtige Partner. „Das sind die Experten.“

Das sieht auch Carmen Blätter von der Allgemeinen Förderschule in Erkner so. „Die Zusammenarbeit hilft, Irrwege zu vermeiden.“ Mit der verbrieften Kooperation entscheide man weniger aus dem Bauch heraus. „Das ist eine echte Erleichterung“, so Blätter. Insbesondere im Umgang mit den Eltern fühle man sich einfach viel sicherer.

Die Vereinbarung wurde neben den genannten noch von Grundschulen aus Schöneiche, Neu Zittau, Grünheide und Spreenhagen unterzeichnet.

Bei Gefahr im
Verzug hilft künftig
der direkte Draht
zum Jugendamt

http://www.moz.de/details/dg/0/1/321324/

Die schweren Fälle landen in der Psychiatrie? Auch die Kerngesunden die von deutschen Jugendämtern und Familiengerichten krank gemacht werden!


Wie groß, wie schwer, wie sozial?

Weil sich die Krankheitsbilder von Kindern verändern, wollen Ärzte das Vorsorgeprogramm überholen. Eltern, die U1 bis U9 versäumen, bekommen Besuch vom Jugendamt.


Wer Kinder hat, kennt es: das gelbe „Kinder-Untersuchungsheft“. Dort trägt der Kinderarzt in den ersten fünf Lebensjahren die Befunde der Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 ein. Auf diese Untersuchungen haben gesetzlich versicherte Kinder Anspruch. Und nicht nur das: Eltern sind seit August vergangenen Jahres in vielen Bundesländern auch dazu verpflichtet, ihre Kinder zu diesen Untersuchungen zu bringen. Andernfalls bekommen sie Besuch vom Jugendamt.

Der Arzt macht Erhebungen zu Größe, Gewicht, Haut, Organen, Skelett, Augen, Mund, Nase, Ohren, Muskeln und Nerven und soll bei Kindern im Vorschulalter auch nach Sprachstörungen fragen. Stammeln oder stottern die Jungen und Mädchen? Gibt es Grammatik- und Verständnisprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, Ein- und Durchschlafstörungen, ein auffälliges Sozialverhalten? Können sich die Kinder selbst anziehen und spielen sie „planvoll und ausdauernd“? Gehen sie motorisch vielleicht ungeschickt mit dem Ball um? Laufen oder springen sie und geraten sie schon mal in Atemnot? Das alles ist in dem gelben Heft vorgedruckt und braucht nur angekreuzt zu werden – oder es bleibt unausgefüllt, wenn der Arzt keine besonderen Auffälligkeiten feststellt.

Dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist das nicht genug, er fordert eine Überarbeitung des gesamten Früherkennungskonzepts. „Wir sehen mit großer Sorge die zunehmende Zahl von Kindern mit Entwicklungsdefiziten vor allem der Sprache, der Kognition, des Sozialverhaltens, aber auch der Motorik, die mit diesen Handicaps zu einem großen Teil bereits in der Schule scheitern“, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann vor wenigen Tagen auf der Jahrestagung seines Verbandes in Berlin.

Große Sorge, so Hartmann weiter, bereite ihm auch die wachsende Zahl übergewichtiger Kinder mit Stoffwechselentgleisungen. Recht früh litten sie unter Herz- und Gefäßerkrankungen oder Diabetes mellitus.

„Zweiklassenmedizin“ droht

Der Verband fordert eine Entwicklung, die eine „ echte Vorsorge“ im Blick hat. Er will wegkommen von der bloßen Früherkennung von Krankheiten. Das sei zwar zunächst teurer und erfordere eine stetige Fortbildung der Ärzte, wirke sich aber langfristig „lebensverlängernd und Kosten sparend für unser Gesundheitswesen“ aus, meint Hartmann.

U4 bis U9
Fast alle Bundesländer haben inzwischen eine gesetzlich verpflichtende Teilnahme an den Kinderuntersuchungen eingeführt. Lediglich Hamburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt verzichten aus datenschutzrechtlichen Gründen bislang darauf. Die Meldepflicht der einzelnen Länder variiert allerdings stark: Während sie in Baden-Württemberg für alle U-Teilnahmen von der Geburt bis zur sogenannten J1 gilt, beschränken sich viele Länder auf die U4 bis U9.
Gesetzlich versicherte Kinder haben Anspruch auf zehn Vorsorgeuntersuchungen: U1 (unmittelbar nach der Geburt), U2 (dritter bis zehnter Lebenstag), U3 (fünfte bis sechste Lebenswoche), U4 (dritter bis vierter Lebensmonat), U5 (sechster bis siebter Lebensmonat), U6 (um den ersten Geburtstag), U7 (dritter Geburtstag), U8 (vierter Geburtstag), U9 (fünfter Geburtstag), J1 (12. bis 15. Lebensjahr). Die U10 (zweite Schulklasse), die U11 (dritte/vierte Klasse) und die J2 (16 bis 18 Jahre) zählen bislang nicht zur gesetzlichen Vorsorge, werden aber von vielen Kassen bezahlt.
Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) prüft zurzeit die Einführung weiterer Früherkennungsuntersuchungen sowie eine Neustrukturierung der bisherigen. Allerdings darf der G-BA gemäß Paragraf 26 Sozialgesetzbuch nur über Untersuchungen bis zum sechsten Lebensjahr sowie über eine Jugenduntersuchung entscheiden.
Das Gesetz legt ihn auch auf den Bereich der Früherkennung fest, das heißt, die vom BVKJ angestrebte Primärprävention ist nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Zurzeit prüft der G-BA ein Screening auf Sehstörungen und Mukoviszidose. bvl
Sodann fordert der Verband weitere Untersuchungen im Grundschul- und Jugendalter als Kassenleistung für alle – bislang haben nur Privatversicherte Anspruch auf eine jährliche Vorsorgeuntersuchung zwischen zwei und 14 Jahren. Die „Zweiklassenmedizin“ müsse im Sozialgesetzbuch geändert werden. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sieht allerdings keinen Handlungsbedarf: Die Bundesregierung messe der Vorsorge im Kinder- und Jugendbereich bereits einen „hohen Stellenwert“ bei, und indem die Vorsorgeprogramme ständig weiterentwickelt würden, sei auch der Präventionsgedanke hinreichend berücksichtigt, so Bahr.

Skeptisch reagiert auch Marlene Rupprecht (SPD), Vorsitzende der Kinderrechtskommission im Bundestag. Dass die Kinderärzte Alarm schlagen, findet sie zwar richtig: „Eine weitere Untersuchung im Schulalter ist wichtig. Tatsächlich hat sich das Spektrum der Kinderkrankheiten verändert.“ Allergien zum Beispiel hätten extrem zugenommen. Und Umgangsregeln für die Behandlung ins Erwachsenenalter hinein fehlten.

Rupprecht stößt vor allem der „Mangel an belastbaren Evaluationen zu den Früherkennungsuntersuchungen“ auf. Hinzukomme, dass Kinderärzte in der Regel „nicht ausreichend qualifiziert“ seien, um Kinder im Schulalter zu beurteilen. „Wie soll ein Kinderarzt, der aus der Neonatologie kommt, feststellen, ob ein Kind Probleme in der Schule hat oder nicht?“ An der Ausbildung habe sich einiges gebessert, aber sie sei noch „sehr organzentriert“.

Es gebe zwar „tolle Kinder- und Jugendärzte“, doch die hätten sich ihr Wissen in der Regel selbst angeeignet. Wenn sich die Ausbildung nicht verändere, bedeute die Verbandsforderung „nur eine neue Abrechnungsziffer“, kritisiert Rupprecht.

Der Berliner Kinderarzt Ulrich Fegeler, zugleich BVKJ-Sprecher, hält dagegen: „Die Ausbildung ist nicht das Problem, lebenslange Fortbildung sollte selbstverständlich sein.“ Er verweist auf die Ursachen neuer Kinderleiden. Adipositas und Aufmerksamkeitsstörungen etwa hingen oft vom Bildungsstand der Eltern und vom Nicht-Erlernen sozialer Kompetenzen ab. „Je niedriger die Bildung, desto höher ist das Risiko auch für die Kinder. Wir haben heute sehr viele anregungsarme Familien, in denen die Kinder stundenlang vorm Fernsehen sitzen.“ Die Folge: Die Ärzte berieten Familien oft kostenlos, und das dauere heute länger als früher.

Auch die Kinderkommission hat in ihrer Stellungnahme vom 7. Juni gefordert, die Elternkompetenz zu stärken. Das ist für Maria Steuer das entscheidende Stichwort. „Wir müssen an der Einstellung der Eltern und der Gesellschaft zu den Eltern arbeiten“, fordert die Kinderärztin und Familientherapeutin in Stade bei Hamburg.

„Wenn eine Mutter im Organisieren verschiedener Förderprogramme für ihr Kind engagiert ist und kaum noch Zeit für das eigene Zusammensein bleibt, erntet sie gesellschaftlich Anerkennung. Aber niemand würde hingehen und sagen: Verbringen Sie mehr ungeteilte Zeit mit Ihrem Kind!“ Für die Forderungen des Berufsverbands zeigt Steuer deshalb teilweise Verständnis: „Die Kinderärzte sollten für ihre Elternberatungen besser bezahlt werden.“ Aber sie warnt davor, ihnen mehr Aufgaben zu übertragen.

Schon jetzt könnten sie alle weichen Kompetenzen abrechnen, wenn sie die dreijährige Zusatzausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder die fünfjährige Facharztausbildung zum Kinder- und Jugendpsychiater nicht scheuten. „Man kann die weichen Kriterien nicht mal eben aus der hohlen Hand mitmachen, sondern braucht eine entsprechende Ausbildung“, sagt Steuer. Außerdem gebe es bereits sozialpädiatrische Zentren mit multidisziplinärer Diagnostik, die zur Beurteilung dieser Kriterien besonders befähigt seien.

Hinzukomme, dass ein Begriff wie „Sozialkompetenz“ gar nicht genau definiert sei. Steuer berichtet von Fällen, in denen falsche Diagnosen ganze Familien zerstört hätten. Auch für Sprachuntersuchungen gebe es „keine harten Kriterien, nur statistische Erhebungen“. Letztlich hänge es von der subjektiven Einschätzung des Beurteilers ab, wie ein Kind bewertet werde. „Und was macht man mit einem Kind, das dann als sozial inkompetent gilt? Das einzige Rezept heißt dann meist: Ab in die Krippe.“

Erzieherin oder Mediziner?

Auch der Bremer Kinderarzt Stefan Trapp findet: „Sozialkompetenz ist eher eine pädagogische Aufgabe und keine Sache der ärztlichen Vorsorge.“ Es sei Sache der Erzieherinnen, Kindern, die sich etwa in einer Gruppe schwertäten, „so zu helfen, dass sie sich darin wohlfühlen“. Natürlich sei es aber auch seine Aufgabe, mit den Verantwortlichen in Kita und Schule zu sprechen, wenn Auffälligkeiten vorlägen.

Trapp unterstützt aber insgesamt seinen Verband bei der Forderung nach einem neuen Vorsorgekonzept. Die Sorge, Kinderärzte könnten anderen Berufsgruppen „etwas wegnehmen“, sei „ein Totschlagargument“ und falsch, weil Diagnosen meist nur oberflächlich von Lehrern und Erziehern gestellt würden. Viele Kinder würden dann fälschlicherweise zur Ergo- statt zur Verhaltenstherapie geschickt.

Voraussetzung für das neue Konzept sei jedoch eine verbesserte Standardisierung und Evaluierung der bisherigen Untersuchungsmethoden. Es sei traurig, dass die Kassen in der Vergangenheit die aus den Vorsorgeuntersuchungen resultierenden Daten nur gesammelt, aber nie ausgewertet hätten, sagt Trapp.

Als „Systemfehler“ bezeichnet der Erlanger Kinder- und Jugendpsychiater Gunther Moll die Forderung des Kinderärzteverbands: „Das ist gut gemeint, geht aber daneben. Was jetzt in die Vorsorgeuntersuchungen mit hinein soll, ist Aufgabe des Facharztes. Man kann ja auch bei Erwachsenen als Internist nicht mal eben die Psychiatrie nebenher mitmachen.“

Es sei überdies eine „Tragödie“, dass derzeit alles darauf hinauslaufe, „Kinder leistungsfähig zu machen für Wachstum und Wettbewerb“, findet der Psychiater. Gunther Moll: „Wenn ein Kind in Krippe, Kita oder Schule passt, ist man zufrieden, denn das ist politisch erwünscht. Und wenn es nicht passt? Die schweren Fälle landen am Ende in der Psychiatrie.“

http://www.fr-online.de/wissenschaft/medizin/wie-gross--wie-schwer--wie-sozial-/-/5024016/8609292/-/view/asFirstTeaser/-/

Mittwoch, 29. Juni 2011

Zusammenarbeit zwischen Gerichtsvollzieher und Jugendamt - keine Verletzung des Datenschutzes?

Datenschützer kritisiert Pläne für Kinderschutz

Berlin (DDP) . Die Bildungsverwaltung weist Kritik des Datenschutzbeauftragten an der informellen Zusammenarbeit zwischen Gerichtsvollziehern und Jugendamt zurück. „Der Datenschutzbeauftragte war bei dem entscheidenden Treffen im Februar dabei. Seine Kritik, er sei nicht einbezogen worden, kann ich so nicht annehmen“, sagte Jugendstaatssekretärin Claudia Zinke am Dienstag.


Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix hatte die Pläne der Bildungsverwaltung zum vorbeugenden Kinderschutz scharf kritisiert. Die Behörde habe ihm den Leitfaden vorab nicht vorgelegt. Nach einer ersten Beurteilung des Sachverhaltes hätte sie keine Befugnis für die geplanten Datenübermittlungen.

Demgegenüber verwies Zinke darauf, dass mit dem Leitfaden „keine neuen hoheitlichen Aufgaben“ für Gerichtsvollzieher geschaffen würden. Dieser sei lediglich eine Hilfe für Situationen, in denen Gerichtsvollzieher auf eine „offensichtliche Vernachlässigung von Kindern treffen“. „Der vom Grundgesetz geschützte Raum“ werde nicht angetastet, versicherte die Staatssekretärin. Handlungsbefugt sei wie bisher allein das Jugendamt, das von den Gerichtsvollziehern dank des Leitfadens nun schneller über Verdachtsfälle informiert werden könne.

Der Leitfaden enthält eine Checkliste, mit der Gerichtsvollzieher in einer Familie verwahrloste oder misshandelte Kinder ausmachen sollen. Sie sollen laut der Liste etwa das Erscheinungsbild der Wohnung oder des Kindes beurteilen. Den Plänen zufolge wird anschließend das Jugendamt informiert. Dieses wiederum setzt die betroffenen Eltern von dem Vorgang in Kenntnis.

Die Aufnahme solcher Fälle sei für Gerichtsvollzieher keine Pflicht, sondern freiwillig, betonte Zinke. Allerdings bestehe immer die Gefahr, sich bei Nichtmeldung einer Straftat wie Kindesmisshandlung der unterlassenen Hilfeleistung schuldig zu machen.

Der Leitfaden soll laut Bildungsverwaltung jetzt an alle 290 Gerichtsvollzieher Berlins ausgehändigt werden.

http://www.moz.de/nachrichten/berlin/artikel-ansicht/dg/0/1/329048/

Dienstag, 28. Juni 2011

Dokumentarfilm im Ersten: Der entsorgte Vater (SWR)



Heute am 28.Juni 2011 um 22.45 Uhr!

Vater sein und doch nicht fürs eigene Kind sorgen dürfen: Der Regisseur und Produzent Douglas Wolfsperger durchlebt dies seit vielen Jahren. Nach der Trennung von seiner Lebenspartnerin gestaltet sich sein Kontakt mit der gemeinsamen Tochter immer schwieriger, bis er ihm schließlich ganz verwehrt wird.

Der Regisseur trifft auf dieser Reise vier Väter, die sein Schicksal teilen.

Das Gericht ordnet an, dass sich der Vater von seiner Tochter verabschieden solle. Douglas Wolfsperger macht sich auf die letzte Reise zu seiner Tochter. Der Regisseur trifft auf dieser Reise vier Väter, die sein Schicksal teilen: Sie können ihre eigenen Kinder nicht oder aber nur selten sehen, weil die ehemaligen Lebensgefährtinnen den Umgang von Vater und Kind über Jahre hinweg unterbinden.


Wütend, enttäuscht, traurig, manchmal auch naiv erzählen sie von den Konsequenzen gescheiterter Beziehungen. Als Gegenpol begründet eine Mutter, warum sie den Kontakt ihres Kindes zum Vater ablehnt. Auf kurzweilige und unterhaltsame Weise entsteht auch ein Stimmungsbild von deutschen Befindlichkeiten und vom Zustand unserer Gesellschaft.

Film von Douglas Wolfsperger

http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,d65mm8u2zb7glivp~cm.asp

Blind Date mit dem eigenen Vater...

Wenn Eltern sich trennen, verlieren rund 40 Prozent der Kinder den Kontakt zu einem Elternteil - wie Annelie Simon aus Thüringen

Erst als Erwachsene sah die 29-jährige Frau ihren Vater wieder


Annelie Simon war fünf Jahre alt, als ihr Zuhause zum Schauplatz eines Rosenkriegs wurde. Die Eltern der gebürtigen Thüringerin hatten nach heftigen Streitereien die Scheidung eingereicht. Wegen der Wohnungsnot mussten sie das Trennungsjahr unter einem Dach verbringen. So verliefen die Frontlinien mitten durchs Wohnzimmer. Zu Gesicht bekamen Simon und ihre ältere Schwester den Vater nicht mehr. Die Mutter verbot den Töchtern, zu ihm zu gehen. Vor Gericht waren Zeiten vereinbart worden, in denen der Vater Bad und Küche nutzen durfte. "Manchmal habe ich heimlich durchs Schlüsselloch in sein Zimmer geguckt, um ihn wenigstens zu sehen", erinnert sich Simon. Irgendwann war er ganz verschwunden. Ohne Abschied. Bald zog ein neuer Mann ein und fast ebenso schnell wieder aus.

Der Vater wurde zum Phantom in Annelies Leben. Wenn die Mutter von ihm sprach, und das tat sie oft, schimpfte sie. Er habe sie schlecht behandelt, zahle nicht genug Geld, wolle von seinen Kindern nichts mehr wissen. "Irgendwann habe ich angefangen, ihn zu hassen - und weil mir meine Mutter immer sagte, dass ich genauso schlecht bin wie er, habe ich auch mich gehasst", sagt Simon.

Was die heute 29-Jährige erlebt hat, wird in der Wissenschaft als PA-Syndrom bezeichnet. PAS steht für "Parental Alienation Syndrom", zu Deutsch: elterliche Entfremdung. Rund 300 000 Kinder erleben jährlich die Trennung ihrer Eltern. Etwa 40 Prozent davon, so die Schätzungen von Väterinitiativen, verlieren danach dauerhaft auch den Kontakt zum Elternteil, das nicht mehr mit der Familie zusammenlebt. Meist handelt es sich dabei um den Vater.

Manchmal sind es die Väter selbst, die sich von den Kindern zurückziehen, oft dann, wenn sie neue Partnerschaften eingehen. In anderen Fällen sind es die Mütter, die systematisch versuchen, die Beziehung der Kinder zum Ex-Partner zu unterbinden. Der US-Kinderpsychiater Richard A. Gardner hat dieses Phänomen 1992 erstmals ausführlich beschrieben. In den USA ist inzwischen eine Bewegung von Menschen entstanden, die sich selbst als PAS-Betroffene definieren und an deren Spitze Promis wie der Schauspieler Alec Baldwin stehen. In Deutschland hat unter anderem die Mediatorin Wera Fischer 1998 das Phänomen mit einem Aufsatz bekannt gemacht. Im Gegensatz zu normalen Trennungsprozessen verharre das betreuende Elternteil langfristig in einseitigen Schuldprojektionen, manipuliere damit das Kind und füge ihm damit psychischen Schaden zu, schreibt Fischer.

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Bei Annelie Simon war das der Fall. Aus dem Kind von damals ist inzwischen eine hübsche Frau mit zarten Gesichtszügen und wasserblauen Augen geworden. Die spindeldürren Arme zeugen von der Magersucht, mit der sie seit ihrem 17. Lebensjahr immer wieder zu kämpfen hat. Inzwischen esse sie wieder gut, sagt die junge Frau. Dennoch wirkt sie zerbrechlich und verloren. Ihr Studium der Sozialarbeit hat sie abgebrochen.

"Meiner Mutter ist bis heute nicht bewusst, was sie damals getan hat", sagt sie ganz ruhig. "Ich habe meinen Vater verloren, weil sie ihn so gehasst hat und er nicht in der Lage war, damit umzugehen." Sie zieht Fotos aus ihrer großen gelben Ledertasche, die sie wie ein Schutzschild trägt. Eines zeigt einen jungen Mann, der ein kleines Mädchen an der Hand hält - Annelie. Sie ist drei, er blickt sie liebevoll an.

Einmal hat sie ihn in den Jahren nach der Trennung noch wiedergesehen, da war sie zehn Jahre alt. Er holte sie und die Schwester zu einem Ausflug zu den Großeltern ab. Aber da war er den Mädchen schon längst ein Fremder geworden. Danach hörte Annelie nichts mehr vom Vater, bis auf Karten zum Geburtstag, die nie pünktlich kamen.

Mit 19 begann Simon in der Nachbarstadt eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. Am Wochenende kehrte sie immer nach Hause zurück, doch die Spannungen mit der Mutter wuchsen. Schließlich brach Annelie Simon den Kontakt ab. Kurz danach schrieb sie dem Vater einen Brief. Es ging um eine Unterhaltsfrage, die Adresse hatte sie von ihrem Anwalt. Am Ende fügte sie ein paar persönliche Zeilen hinzu. Sie würde sich freuen, wieder Kontakt zum Vater zu haben: "Wenn du also Lust und Interesse hast, dann schreibe mir einfach mal." Es klingt wie eine Anfrage für eine Brieffreundschaft mit einem Unbekannten. Einen Monat später kam die Antwort. Er freue sich über die Kontaktaufnahme, schrieb der Vater. Zwischen den Zeilen ist ihm die Überraschung, aber auch ein gewisses Misstrauen anzumerken. Man solle das Ganze erst einmal langsam angehen lassen. Weitere Briefe folgten, ein vorsichtiges Vortasten auf beiden Seiten. Dann bat Annelie Simon um ein Treffen.

An einem Tag im März 2007, 20 Jahre nachdem der Vater ausgezogen war, trafen sie sich in einem Café. Zwei Fremde, die sich nur von Briefen und alten Fotos kannten. Ein Blind Date zwischen Vater und Tochter. Sie fingen an zu erzählen und hörten nicht mehr auf. "Wir haben drei Stunden nur geredet, geredet", sagt Simon. Sie erfuhr von Briefen, die der Vater an seine Töchter geschrieben hatte, die nie ankamen. Sie erzählte, wie die Mutter regelmäßig die Fassung verlor, wenn sie vom Vater sprach und dann oft mit einem Schuh auf die Tochter einprügelte. Er erzählte, dass er innerlich mit ihr und ihrer Schwester abgeschlossen hatte, als er merkte, dass er gegen die Mutter nicht ankam. Als Simon nach dem Treffen nach Hause kam, hat sie geweint: "Es war, als hätte ich einen Teil von mir selbst wiedergefunden."

Der Berliner Filmemacher Douglas Wolfsperger hat einen Film über Väter gemacht, die ihre Kinder nicht oder nur unter großen Mühen sehen dürfen. "Der entsorgte Vater", der heute im Fernsehen gezeigt wird (22.45 Uhr, ARD), schildert die Geschichte von vier solchen Männern. Sie berichten von verzweifelten Kontaktversuchen, von Weihnachtsgeschenken, die ungeöffnet zurückkamen, von dem Missbrauchsvorwurf, den eine Mutter erhob und der nachweislich falsch war. Die Perspektive der Mütter spart der Film aus. Aber er lässt an einigen Stellen erahnen, dass die Väterversionen nur die halbe Wahrheit sind. Etwa wenn einer der Männer sagt, seine Frau habe doch alles gehabt - Haus, Waschmaschine und solchen Komfort.

Wolfsperger erzählt in dem Film auch seine eigene Geschichte. Seit vier Jahren hat er zu seiner älteren Tochter Hanna (Name geändert) keinen Kontakt mehr. Inzwischen ist das Mädchen 13 Jahre alt. Mehrfach hat Wolfsperger auf Umgang mit seiner Tochter geklagt, vergeblich. Er will weitermachen: "Ich kann doch meine Tochter nicht einfach aufgeben." Das letzte Lebenszeichen von Hanna war ein Brief von ihr. Sie siezte ihn darin und schrieb, er solle sie in Ruhe lassen.

Immer wieder gehen "entsorgte" Väter wie Wolfsperger mit ihrem Schicksal an die Öffentlichkeit. Sie wollen ihre Ohnmacht publik machen. Manche inszenieren sich in provokanten Aktionen wie der Schauspieler Mathieu Carrière, der sich 2006 vor dem Justizministerium an ein Kreuz "nageln" ließ. Kritiker werfen diesen Männern vor, dass es ihnen nur um sich selbst geht. Wo das - gesetzlich festgeschriebene - Recht des Kindes auf den Umgang mit beiden Elternteilen dem Kindeswohl entgegensteht, ist für Gerichte oft eine heikle Entscheidung. Auch das PA-Syndrom selbst ist in der Wissenschaft umstritten. Manche halten es für eine Erfindung, die als Kampfargument gegen das betreuende Elternteil genutzt werde.

Der Düsseldorfer Psychologe Walter Andritzky teilt diese Auffassung nicht. Seit 13 Jahren arbeitet er als Sachverständiger für Familiengerichte. Eine Entfremdung des Kindes vom Ex-Partner finde oft dann statt, wenn das andere Elternteil selbst "große Trennungsängste" habe und das Kind zum Partnerersatz mache, sagt Andritzky. "Die Mutter - in manchen Fällen auch der Vater - bildet mit dem Kind eine Einheit, der andere Elternteil wird zum Störfaktor erklärt". Typisch für das PA-Syndrom sei, dass das Kind massiv das andere Elternteil ablehne und dabei oft wörtlich Begründungen des betreuenden Elternteils übernehme. Auch zu den Großeltern der anderen Seite werde der Kontakt abgebrochen. Andritzky warnt vor den Folgen, die eine solche Entfremdung für das Kind hat: "Viele der Betroffenen sind später psychisch labil und leiden unter Beziehungsstörungen, weil sie beim Thema Partnerschaft nur Schwarz-Weiß-Bilder im Kopf haben."

Die Thüringerin Annelie Simon sieht ihren Vater inzwischen alle zwei Monate, mal zum Ausflug, mal zum gemeinsamen Mittagessen. Ein Happy End hat ihre Geschichte dennoch nicht. Noch immer hadert sie damit, dass der Vater damals nicht um sie und ihre ältere Schwester gekämpft hat. Die Lücke, die sein Weggang in ihrem Leben gerissen hat, ist geblieben. "Ich trage bis heute eine total heftige Vatersehnsucht in mir", sagt Simon. Sie spürt, dass sie ihren realen Vater damit manchmal überfordert. Es ist eine nicht immer leichte Annäherung zwischen einer erwachsenen Frau, die den Vater ihrer Kindheit wiederhaben will, und einem Mann, der zu einer fast Fremden eine Tochterbeziehung zu entwickeln versucht. Beide wissen, dass sie die verlorenen Jahre nicht zurückbekommen werden. Aber die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft.

http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13454587/Blind-Date-mit-dem-eigenen-Vater.html

Samstag, 25. Juni 2011

Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung....

Bundesverfassungsgericht - Pressestelle -

Pressemitteilung Nr. 13/2006 vom 2. März 2006

Zum Urteil vom 2. März 2006 – 2 BvR 2099/04 –

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Recht auf informationelle Selbstbestimmung schützt
im Herrschaftsbereich des Teilnehmers gespeicherte
Telekommunikationsverbindungsdaten

Die Verfassungsbeschwerde einer Richterin, die sich gegen die Anordnung
der Durchsuchung ihrer Wohnung wegen des Verdachts der Verletzung von
Dienstgeheimnissen gewandt hatte, war erfolgreich. Im Rahmen der
Durchsuchung war unter anderem auf die im Computer der
Beschwerdeführerin gespeicherten Daten sowie auf die
Einzelverbindungsnachweise ihres Mobilfunktelefons Zugriff genommen
worden (vgl. Pressemitteilung Nr. 107/2005 vom 28. Oktober 2005). Der
Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hob mit Urteil vom 2. März
2006 einstimmig die angegriffenen Beschlüsse des Landgerichts auf. Zwar
sei nicht das Fernmeldegeheimnis verletzt, da nach Abschluss des
Übertragungsvorgangs im Herrschaftsbereich des Kommunikationsteilnehmers
gespeicherte Verbindungsdaten nicht vom Schutzbereich des Art. 10 Abs. 1
GG umfasst würden. Die Daten seien jedoch durch das Recht auf
informationelle Selbstbestimmung und gegebenenfalls durch das Recht auf
Unverletzlichkeit der Wohnung geschützt. Danach darf auf die beim
Kommunikationsteilnehmer gespeicherten Daten nur unter bestimmten
Voraussetzungen und insbesondere nach Maßgabe des
Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes zugegriffen werden. Im vorliegenden Fall
sei die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten verletzt, da die
Durchsuchungsanordnung des Landgerichts dem
Verhältnismäßigkeitsgrundsatz nicht hinreichend Rechnung trage. Der
fragliche Tatverdacht und die erheblichen Zweifel an der Geeignetheit
der Durchsuchung stünden außer Verhältnis zu dem Eingriff in die
Grundrechte der Beschwerdeführerin.

Der Entscheidung liegen im Wesentlichen folgende Erwägungen zu Grunde:

1. Die angegriffenen Beschlüsse greifen nicht in das Fernmeldegeheimnis
(Art. 10 Abs. 1 GG) ein.

Die gerichtlichen Anordnungen betrafen ausschließlich in der
Privatsphäre der Beschwerdeführerin gespeicherte Daten über einen
bereits abgeschlossenen Kommunikationsvorgang. Die nach Abschluss des
Übertragungsvorgangs im Herrschaftsbereich des
Kommunikationsteilnehmers gespeicherten Verbindungsdaten werden nicht
durch das Fernmeldegeheimnis, sondern durch das Recht auf
informationelle Selbstbestimmung und gegebenenfalls durch das Recht
auf Unverletzlichkeit der Wohnung geschützt. Der Schutz des
Fernmeldegeheimnisses endet in dem Moment, in dem die Nachricht bei
dem Empfänger angekommen und der Übertragungsvorgang beendet ist.
Während für den Kommunikationsteilnehmer keine technischen
Möglichkeiten vorhanden sind, das Entstehen und die Speicherung von
Verbindungsdaten durch den Nachrichtenmittler zu verhindern oder auch
nur zu beeinflussen, ändern sich die Einflussmöglichkeiten, wenn sich
die Daten in der Sphäre des Teilnehmers befinden. Der Nutzer kann
sich bei den seiner Verfügungsmacht unterliegenden Geräten gegen den
unerwünschten Zugriff Dritter durch vielfältige technische
Vorkehrungen schützen. Insoweit besteht eine Vergleichbarkeit mit den
sonst in der Privatsphäre des Nutzers gespeicherten Daten. Die
spezifischen Risiken eines der Kontroll- und Einwirkungsmöglichkeit
des Teilnehmers entzogenen Übertragungsvorgangs, denen Art. 10 Abs. 1
GG begegnen will, bestehen im Herrschaftsbereich des
Kommunikationsteilnehmers nicht mehr.

2. Die angegriffenen Beschlüsse des Landgerichts verletzen die
Beschwerdeführerin aber in ihrem Recht auf informationelle
Selbstbestimmung (Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG)
sowie in ihrem Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 Abs.
1 GG).

a) Ein Durchsuchungsbeschluss, der – wie hier – zielgerichtet und
ausdrücklich die Sicherstellung von Datenträgern bezweckt, auf
denen Telekommunikationsverbindungsdaten gespeichert sein sollen,
greift in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein.
Fernmeldegeheimnis und Recht auf informationelle Selbstbestimmung
stehen, soweit es den Schutz der
Telekommunikationsverbindungsdaten betrifft, in einem
Ergänzungsverhältnis. Greift Art. 10 GG nicht ein, werden die in
der Herrschaftssphäre des Betroffenen gespeicherten
personenbezogenen Verbindungsdaten durch das Recht auf
informationelle Selbstbestimmung aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung
mit Art. 1 Abs. 1 GG geschützt. Damit wird der besonderen
Schutzwürdigkeit der Telekommunikationsumstände Rechnung getragen
und die Vertraulichkeit räumlich distanzierter Kommunikation auch
nach Beendigung des Übertragungsvorgangs gewahrt.

Beschränkungen dieses Rechts bedürfen einer gesetzlichen
Grundlage, die dem rechtsstaatlichen Gebot der Normenklarheit
entspricht. §§ 94 ff. StPO und insbesondere §§ 102 ff. StPO
entsprechen den verfassungsrechtlichen Vorgaben.

Die Möglichkeit, auf der Grundlage der §§ 94 ff. und §§ 102 ff.
StPO auf die im Herrschaftsbereich des Betroffenen gespeicherten
Verbindungsdaten zuzugreifen, ist für eine wirksame
Strafverfolgung nicht nur geeignet und erforderlich, sondern auch
angemessen. Insbesondere fordern die besondere Schutzwürdigkeit
der Verbindungsdaten und das darauf bezogene Ergänzungsverhältnis
zu Art. 10 GG nicht ein Schutzniveau, das einen Eingriff in das
Recht auf informationelle Selbstbestimmung nur bei der Verfolgung
von Straftaten von erheblicher Bedeutung zuließe. Soweit das
Bundesverfassungsgericht bei Maßnahmen, die auf Erlangung der bei
einem Telekommunikationsmittler gespeicherten Verbindungsdaten
gerichtet waren, eine Beschränkung auf Ermittlungen in Bezug auf
Straftaten von besonderer Bedeutung für notwendig gehalten hat,
kann dies auf die bei dem Betroffenen gespeicherten
Verbindungsdaten nicht ohne Weiteres übertragen werden. Beim
Zugriff auf die Verbindungsdaten, die in der Sphäre des
Betroffenen gespeichert sind, fehlt es an der Heimlichkeit der
Maßnahme. Eine offene Maßnahme bietet dem Betroffenen
grundsätzlich die Möglichkeit, bereits der Durchführung der
Maßnahme entgegenzutreten, wenn es an den gesetzlichen
Voraussetzungen fehlt, oder aber zumindest die Einhaltung der im
Durchsuchungsbeschluss gezogenen Grenzen zu überwachen.

b) Der erhebliche Eingriff sowohl in das Recht auf informationelle
Selbstbestimmung als auch in die Unverletzlichkeit der Wohnung
bedarf jeweils im konkreten Fall einer Rechtfertigung nach dem
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Beim Zugriff auf die bei dem
Betroffenen gespeicherten Verbindungsdaten ist auf deren erhöhte
Schutzwürdigkeit Rücksicht zu nehmen. Die
Verhältnismäßigkeitsprüfung muss dem Umstand Rechnung tragen, dass
es sich um Daten handelt, die außerhalb der Sphäre des Betroffenen
unter dem besonderen Schutz des Fernmeldegeheimnisses stehen und
denen im Herrschaftsbereich des Betroffenen ein ergänzender Schutz
durch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zukommt. Im
Einzelfall können die Geringfügigkeit der zu ermittelnden
Straftat, eine geringe Beweisbedeutung der zu beschlagnahmenden
Verbindungsdaten sowie die Vagheit des Auffindeverdachts der
Maßnahme entgegenstehen. Dem Schutz der Verbindungsdaten muss
bereits in der Durchsuchungsanordnung, soweit die konkreten
Umstände dies ohne Gefährdung des Untersuchungszwecks erlauben,
durch Vorgaben zur Beschränkung des Beweismaterials auf den
tatsächlich erforderlichen Umfang Rechnung getragen werden. Dabei
ist vor allem an die zeitliche Eingrenzung der zu suchenden
Verbindungsdaten zu denken oder an die Beschränkung auf bestimmte
Kommunikationsmittel, wenn die Auffindung verfahrensrelevanter
Daten in anderen Endgeräten des Betroffenen von vornherein nicht
in Betracht kommt.

3. Die angegriffenen Beschlüsse des Landgerichts tragen dem
Verhältnismäßigkeitsgrundsatz nicht hinreichend Rechnung.
Der gegen die Beschwerdeführerin bestehende Tatverdacht war
allenfalls als äußerst gering zu bewerten und vermochte keinesfalls
die vorgenommenen schwerwiegenden Eingriffe in die Grundrechte der
Beschwerdeführerin zu rechtfertigen. Das geringe Gewicht des
Tatverdachts folgt bereits aus der Vielzahl von Personen, die für die
fragliche Weitergabe der Informationen in Betracht kamen. Einige von
ihnen wurden allein aufgrund eigener Bekundungen als Verdächtige
ausgeschlossen, andere wurden überhaupt nicht in die Betrachtung
einbezogen. Auch die Geeignetheit der Durchsuchung zum Auffinden von
Beweismitteln war von vorneherein zweifelhaft. Im Zeitpunkt der
Durchsuchungsanordnung waren bereits fast fünf Monate seit der
mutmaßlichen Tat vergangen. Der fragliche Tatverdacht und die
erheblichen Zweifel an der Geeignetheit der Durchsuchung stehen außer
Verhältnis zu dem Eingriff in die Unverletzlichkeit der Wohnung und
das Recht der Beschwerdeführerin auf informationelle
Selbstbestimmung. Das Landgericht hätte von Verfassungs wegen von der
Anordnung absehen müssen.



http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg06-013.html

Gericht bremst Jugendamt bei der Inobhutnahme eines Kleinkindes / Haaranalyse unterschiedlich gedeutet...

Vegesack. Tim Kröger* wird heute zwei Jahre alt. Ein süßer kleiner Racker mit blondem Schopf. Den Geburtstag wird Tim mit seiner Mama feiern und nicht im Hermann-Hildebrand-Haus, dem Kinderheim in Oberneuland. Das Jugendamt hatte ihn Anfang Mai dort untergebracht. Per Gerichtsbeschluss kam der Junge zwei Wochen später zurück zur Mutter. Das juristische Tauziehen um den kleinen Jungen ist noch nicht ausgestanden. Es zeigt, wie sehr der Fall "Kevin" bei den Behörden nachwirkt.

Tims blonder Schopf spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte, die hier zu erzählen ist. Zerkleinert und für eine chemische Analyse aufbereitet, wird eine Haarprobe des Jungen Anfang April in der Berliner Charité untersucht. Die Pharmakologen sollen ermitteln, ob sich Spuren von Rauschgift in dem organischen Material abgelagert haben. Tims Haarprobe ist eine von 28, die die Bremer Sozialbehörde eingeschickt hat. In all diesen Fällen gilt es zu klären, ob eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegt. Denn die Proben stammen von Jungen und Mädchen, deren Eltern drogenabhängig sind.

Nach einer ersten Untersuchungswelle im März hatte die Behörde bereits ein gutes Dutzend Kinder aus ihrem familiären Umfeld herausgeholt und in Pflege gegeben. Diese neue Praxis ist Ausdruck einer konsequenteren Linie, die gegenüber drogenabhängigen Eltern angewandt werden soll. Der zugrundeliegende Gedanke leuchtet ein: Wer seine Kinder mit Rauschgift in Berührung bringt, handelt verantwortungslos und hat sein Erziehungsrecht verwirkt. In Einzelfällen wurden in Bremen bereits seit 2006 Haarproben entnommen - dem Jahr, in dem der kleine Kevin im Kühlschrank seines drogenabhängigen Vaters gefunden worden war.

Die systematische, flächendeckende Entnahme bei Kindern von Abhängigen ist dagegen noch neu, als der kleine Tim aus Vegesack im Frühjahr untersucht wird. Als die Ergebnisse Ende April im Sozialzentrum Nord eintreffen, sieht sich Tims Fallmanagerin zum Handeln gezwungen. Die Gutachter hatten eine ganze Palette von Drogenrückständen in der Haarprobe gefunden: Kokain, Amphetamin, Ecstasy, Cannabis, auch die Ersatzdroge Methadon, die Tims langjährig abhängiger Mutter Kerstin* regelmäßig unter ärztlicher Aufsicht verabreicht wird. Eines freilich kann das Gutachten nicht verlässlich klären: ob nämlich die genannten Substanzen dem kleinen Jungen eingeflößt wurden oder auf irgendeine Weise von außen auf die Haare gelangten. Denkbar wären etwa Ablagerungen von Rauch oder dem Schweiß eines Drogenabhängigen. Tatsächlich würde es bei den geringen gemessenen Konzentrationen reichen, wenn ein Junkie aus dem Umfeld der Mutter dem Jungen mit der Hand durch den Schopf gefahren wäre.

Die Ursache der Kontamination ist also offen, als die Fallmanagerin am 3. Mai zum Telefon greift und Kerstin Kröger mit ihrem Jungen für den nächsten Tag ins Amt einbestellt. An das, was dort passiert ist, erinnert sich die 37-jährige Mutter unter Tränen. "Die standen da gleich mit drei Leuten um mich herum. Die Fallmanagerin sagte mir klipp und klar: Entweder wir machen das hier auf die harte Tour mit Polizei und Richter, oder Sie unterschreiben hier." Die Behörde hatte die Papiere für Tims Einweisung ins Hermann-Hildebrand-Haus bereits vorbereitet. Kerstin Kröger beteuert noch, sie habe keine harten Drogen konsumiert, fügt sich dann aber ins scheinbar Unvermeidliche und unterzeichnet die Dokumente. Dann geht alles ganz schnell. Eine Familienhelferin des Jugendamtes nimmt Tim bei der Hand, verlässt mit ihm den Raum und besteigt ein Taxi nach Oberneuland.

Kerstin Kröger ist geschockt. "Ich dachte, ich werde rückfällig. Ich dachte, alles was ich getan habe, war umsonst", sagt sie in der Rückschau. "Alles" - darunter versteht die 37-Jährige ihre Bemühungen, sich aus dem Drogensumpf herauszuarbeiten. Nachdem sie schwanger geworden war, hatte sie bei der Burger Frauenärztin und Psychotherapeutin Barbara Dennis eine Substitutionsbehandlung mit Methadon begonnen. Auch ihren bis dahin starken Alkoholkonsum fuhr sie zurück. Den Kontakt zum Jugendamt suchte sie selbst. "Ich habe mich da im achten Monat vorgestellt, weil es ja ohnehin nach der Geburt zu einer engen Begleitung durch die Behörde gekommen wäre. Dass da einer unaufgefordert kommt, ist aber wohl eher ungewöhnlich. Die wunderten sich jedenfalls", erinnert sich Kerstin Kröger. Schließlich kam es auch zur Trennung vom Kindsvater, der noch stark im Drogenmilieu verhaftet war.

Das alles scheint am Vormittag des 4. Mai vergebens gewesen zu sein. Nach einem Tag völliger Niedergeschlagenheit und intensiven Gesprächen mit ihrer Mutter rafft sich die 37-Jährige dann aber am 6. Mai zur Gegenwehr auf. Sie konsultiert die Rechtsanwältin Bettina Konsor. Die Expertin für Familienrecht tritt umgehend in Aktion und beantragt beim Amtsgericht Blumenthal eine einstweilige Verfügung mit dem Ziel einer Rückführung des Kindes zur Mutter. Sie fügt Stellungnahmen von Personen aus Krögers betreuendem Umfeld hinzu, die allesamt eine Gefährdung des Kindeswohls verneinen und die fürsorgliche Behandlung des kleinen Tim durch seine Mutter betonen. "Ich betreue seit 20 Jahren drogenabhängige Frauen", heißt es beispielsweise in der schriftlichen Erklärung der Medizinerin Barbara Dennis. Kerstin Kröger gehöre "zu den ganz wenigen Patientinnen, die ohne Rückfälle und mit Inanspruchnahme von Hilfsangeboten den Weg aus der Abhängigkeit zu schaffen verspricht. Die Trennung von ihrem Sohn

betrachte ich als schwere Traumatisierung, die hoffentlich bald beendet wird."

In ihrem Eilantrag ans Gericht hebt Bettina Konsor auch darauf ab, dass aus dem pharmakologischen Gutachten der Charité keine Hinweise auf eine orale Aufnahme von Drogen abzuleiten sind. Am plausibelsten ist für die Anwältin die Vermutung, dass die winzigen Spuren von Drogen auf Tims Haaren auf körperlichen Kontakt mit Personen aus dem Drogenmilieu zurückzuführen sind. Gelegenheiten dafür gebe es genügend, etwa bei Frühstücksrunden für Drogenabhängige, die von der ambulanten Hilfe in der Bermpohlstraße angeboten wurden.

Am 18. Mai fallen die Würfel im Amtsgericht Blumenthal. Die Familienrichterin ordnet an, dass der kleine Tim in die Obhut seiner Mutter zurückzugeben ist. Zwei Tage später kann Kerstin Kröger ihren Sohn wieder in die Arme schließen. "Ich habe mich natürlich sehr gefreut, aber ich konnte nicht wirklich aus mir rausgehen. Dazu war alles noch zu sehr von der Angst überlagert, dass sich so eine Situation noch mal ergeben könnte", sagt die 37-Jährige.

In der Tat ist die Angelegenheit noch keineswegs ausgestanden. Zum einen bleibt nach der Eilentscheidung der Familienrichterin das Hauptsacheverfahren anhängig; zum anderen wurde der Beschluss mit Bedingungen versehen, die unter anderem einen täglichen Besuch des Krisendienstes des Jugendamtes bei Mutter und Sohn Kröger vorsehen.

Die Auflagen zeigen nach Ansicht des Referatsleiters "Junge Menschen" im Sozialzentrum Nord, Mathias Ehmke, dass die Sorge des Amtes um das Kindeswohl keineswegs unbegründet war. Angesichts der Bandbreite der in Tims Haar gefundenen Drogenspuren habe man von einer akuten Gefährdung des kleinen Jungen ausgehen müssen. Ehmke bestätigt, dass die Bremer Jugendhilfe bei der Handhabung solcher Fälle in den vergangenen Jahren einen gewissen Kurswechsel vollzogen hat. "Früher hat man sich eher an der Einschätzung der Kollegen von der Drogenhilfe orientiert. Die waren durchgängig der Meinung: Abhängige Eltern richten sich an ihren Kindern auf, und deshalb sollte man sie auch nicht auseinanderreißen. Dieses Dogma ist aufgelöst." Insofern habe sich nach und durch "Kevin" durchaus etwas geändert, bejaht Mathias Ehmke. Es werde nun konsequenter eingeschritten, allerdings erst nach sorgfältiger Betrachtung des Einzelfalls.

Doch genau daran habe es das Jugendamt bei Tim mangeln lassen, kritisiert Bettina Konsor. Die Sachbearbeiter hätten nach Aktenlage entschieden, obwohl das pharmakologische Gutachten keine zwingende Begründung für eine Inobhutnahme des Kindes geliefert habe. Gleichzeitig seien positive Stellungnahmen von Fachleuten, die mit der persönlichen Situation der Mutter vertraut sind, ausgeblendet worden. "Die Unterbringung eines Kindes im Heim oder einer Pflegefamilie hat das letzte Mittel zu sein", sagt Bettina Konsor mit Nachdruck.

Aber ist es nicht besser, wenn das Jugendamt in seiner Fürsorge einmal übers Ziel hinausschießt und dann vom Gericht gebremst wird, als wenn es einmal zu wenig handelt? Doch, das ist es, räumt die Familienrechtlerin ein. Gerade wenn über die betroffenen Kinder und ihr Umfeld wenig Informationen vorliegen und Eile geboten ist, sei ein Einschreiten, das sich später als zu energisch herausstellt, entschuldbar. Im konkreten Fall hätten die Verantwortlichen in der Behörde jedoch sehenden Auges die falsche Entscheidung getroffen. "Meistens sind die Sozialverwaltungen doch schon länger an den Leuten dran und haben Einblick in die Verhältnisse", fasst Bettina Konsor ihre Erfahrungen zusammen. "Wenn das Amt wirklich alle Beteiligten mit ins Boot holt, kann es eigentlich nichts falsch machen."

*Namen von der Redaktion geändert.



http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Stadtteile/Bremen-Nord/399971/Wie-der-Fall-%22Kevin%22-nachwirkt.html

Jugendamt Gießen: Daniela und Julian Gottmanns, Behördenwillkür ?


Julian gehört zurück nach Hause zu seiner Mama und seinen Großeltern!

Der Landkreis Giessen hat schon über 60.000 Euro an Steuergeldern für die Heimunterbringung meines Sohnes Julian aus dem Fenster geworfen!

Ein Sommertag im Juni 2010 veränderte auf dramatische und unerklärliche Weise das Leben meiner ganzen Familie.

Eine 5- stündige Marathonverhandlung beim Familiengericht in Giessen und der damalige RA, Herr Thomas Radny, verließ den Gerichtssaal und erzählte Julian zwischen Tür und Angel, dass er von jetzt ab in einer Wohngruppe leben müsste. Für Julian brach in diesem Moment seine schöne, bis dahin heile Welt zusammen und er lief schreiend weg: „Wenn ich nicht mehr bei meiner Mama leben darf springe ich aus dem Fenster, “ das waren seine verzweifelten Worte. Es war pure Verzweiflung, die da aus Julian schrie, aber es bestand in keinem einzigen Augenblick eine Gefahr für sein Leben. Die sog. „Gutachterin“, Dipl. Psych. Bettina L-L, kam auf die absurde Idee, Julian ruhig stellen lassen zu wollen. Dabei konnte ich selber mein Kind (7) wieder sehr schnell beruhigen … Julian hatte in keiner Sekunde die Absicht, sich selbst etwas anzutun, es war nur ein Verzweiflungsschrei, seine Art zu zeigen, dass er bei seiner Mama bleiben will. Die Aufgabe der Anwältin des Kindes, Martina Z., wäre es gewesen, Julian auf eine solche Entscheidung des Gerichtes vorzubereiten. Ohne einen Arzt im Gerichtssaal ließ die Richterin Wiebusch sowie Julians Anwältin und Frau Silvia Azevedo vom Jugendamt, die Entscheidung über die Einweisung von Julian in die Kinder- und Jugendpsychiatrie fallen. Der Vater von Julian M. K., sagte nichts gegen diesen Beschluss. RA Radny ließ einfach alles geschehen, nicht einmal auf Drängen von Julians Opa unternahm er etwas gegen diesen Beschluss. Da stellt sich mir heute noch die Frage, was ist das für ein Anwalt und für welche Seite hat er gearbeitet? Wie kann es soviel Behördenwillkür geben? Julian befand sich schon mit dem Stiefvater auf dem Heimweg, als der Beschluss für die Einweisung in die KJP Marburg fiel. Ich rief meinen Mann an, und er musste Julian erklären, wir müssen Ihn heute Abend wegbringen. Ich musste meinen Sohn selber dorthin bringen, im Schlepptau das Jugendamt vor Ort. Nach einer Nacht auf der geschlossenen Station, hielt man Julian 20 Tage auf der offenen Station fest, bis zu dem Zeitpunkt, an dem Julian in die Wohngruppe einziehen konnte. Ist die KJP Marburg der Knast vom Jugendamt? Man hielt mein Kind einfach dort unter Verschluss, sich selbst überlassen, aber es gab keine wirkliche Hilfe. Mit klaren Worten gegenüber den Ärzten verbot ich meinem Kind irgendwelche Medikamente zu geben. Aber dem Kind erzählten dort alle, er sei ja kein Fall für eine Wohngruppe.


Eigentlich wollte Julian nach der Verhandlung mit seinem Rad noch eine Runde drehen, stattdessen saß er weinend und zusammen gekauert auf dem Sofa während ich eine Tasche packte um ihn dann weg zu bringen. Ein Kind was völlig verzweifelt jeden Abend sich in den Schlaf geweint hat, bis er genau verstand, dass ich ihn nicht freiwillig hergab, ließ er mich als seine Mama kaum an sich heran. Die ganze Familie hatte Julian das Versprechen gegeben: „ Wir geben Dich niemals her.“ Mein Kind konnte nicht verstehen, wie macht- und hilflos seine Familie hier dastand – vollständig der Willkür des Jugendamtes ausgeliefert.


Einen Tag später brachte ich Julian noch ein paar Sachen in die Klinik, er umarmte mich traurig, drehte sich um und ging mit den Worten: „Mama, ich habe Dich lieb … wir schaffen das.“ Dies war seine Art mit allem klar zu kommen. Ich werde diese Zeit nie vergessen. Ich stand völlig unter Schock, funktionierte einfach nur noch. Für mein Kind war ich stark, aber wenn ich aus der Klinik draußen war, brach ich weinend zusammen.

Nach ein paar Tagen rief mich abends der RA Radny an und erzählte mir von einem Kuhhandel, den die Richterin Wiebusch mir anbieten wollte: Ich sollte mir selber Fehler eingestehen und Julian dazu bringen, wieder mit seinem Vater in Kontakt zu treten. Ich konnte bei mir selber keinerlei Fehler sehen und damit auch nicht eingestehen, denn ich habe den Vater weder schlecht geredet noch mein Kind gegen den Vater manipuliert. Außerdem sprach ich selber mit Julian später darüber und er antwortete mir: „Bevor der ganze Horror von vorne beginnt, darf ich eben erst mal nicht mehr bei Dir leben.“


Es kam noch grausamer, der Tag für die Besichtung der Wohngruppe. Mit meinem Vater an der Seite trafen wir uns in der KJP Marburg mit dem Jugendamt. Julian sollte beim Jugendamt ins Auto steigen, aber er weigerte sich strickt. So fuhren wir im Konvoi in die Wohngruppe. Mein Vater durfte bei dem Gespräch, wo Julian sich an ihn klammerte nicht dabei sein. Der Bereichsleiter des Trägers der Einrichtung entschuldigte sich dann für das Verhalten vom Jugendamt bei meinem Vater den man hinaus warf. Das Kind, das zum eigenen Schutz seinen Opa an seiner Seite wollte, war dem Jugendamt egal. Hier zeigte sich deutlich – auf der einen Seite das weinende Kind auf dem Sofa, auf der anderen Seite die Machtpräsenz des Jugendamtes. Ein Beistand bei einem Gespräch steht jeder Mutter zu, dies sollte in jedem Fall auch für ein Kind gelten. Hier sollte Julian leben, ohne dass das Ganze für ihn einen Sinn ergeben hätte. Alles das nur, weil er die Schläge und Tritte seines Vater nicht mehr aushalten konnte. Julian versuchte seinen Weg zu finden, es blieb ihm ja auch nichts anderes übrig. Ich kann selber fühlen wie es meinem Kind geht.


Den Kinderklau und das Gutachten brachte die Rechtsanwältin, Frau Vogel mit in Gang, weil sie den falschen Antrag bei Gericht auf das alleinige Sorgerecht der Mutter stellte. Ich wollte jedoch nur den Umgang zum leiblichen, psychisch kranken Vater sperren lassen, sowie die ärztliche Fürsorge, damit ich endlich mit meinem Sohn die Therapie beim Kinderpsychologen beginnen konnte. Der Kinderpsychologe sprang schon nach dem Gutachten gegen die Gutachterin, weil auch seine Worte nicht wahrheitsgemäß im Gutachten zu finden waren. Julian hatte über 158 Fehlstunden, weil er schulunfähig wurde. Der Teamleiter der Frau Azevedo, Herr Heil vom Jungendamt empfahl bei einem Schulgespräch eine Erziehungshilfeschule oder eine Schule für Kranke, in die Julian seiner Meinung nach gehen sollte. Die Stufenleiterin der TKS Grünberg lehnte diese Art der Beschulung entschieden ab. Julian wurde zu dieser Zeit auch von seiner damaligen Lehrerin, Frau Halbich gemobbt. So half der Schulsozialmitarbeiter mit einem Klassenwechsel. Julian begann sich zu fangen, seine Noten begannen nach oben zu schießen. Auch hier fielen dann die Worte, ich habe als Mutter ja alleine gehandelt. Das Kind wechselte nicht die Klasse, weil ich der Lehrerin Druck machte, sondern weil der Schulsozialmitarbeiter Julians Wohl im Sinne hatte. Keine Mutter stellt sich einfach daneben und schaut zu, wie ihr Kind fertig gemacht wird. Auch mit dieser Lehrerin war es für mich nicht einfach, sie führte ja nicht einmal mehr ein Gespräch mit mir alleine. Das Jugendamt musste immer anwesend sein. Der leibliche Vater wurde immer dazu geholt, leider ließ er sich immer vom Jugendamt sagen, was gut für Julian ist. Er war bereit Julian auf eine Erziehungshilfeschule gehen zu lassen. Ich als seine Mama kämpfte dagegen. Die Anwältin des Kindes sollte Julians Anwältin sein, jedoch vertrat sie nicht Julians Interessen und Wünsche. Die Gutachten der Dipl. Psych. Bettina L-L sind laut Experten sehr schlampig und fehlerhaft gearbeitet. Sie wollte gegen den Kindeswillen begleiteten Umgang mit dem Vater bei der Caritas. Julian stellte dort dem Vater die Frage :“Warum sagst du nicht einfach was passiert ist, sonder stellst mich als ein Lügner hin?“ Die Gutachterin empfahl eine Familientherapie, die ich ohne meinen Ex-Mann nicht antreten konnte. Dass der Vater nicht half, war egal. Auf meine e Mails bekam ich nicht einmal eine Antwort. Das Jugendamt half auch hier nicht. Nun soll sie auch noch das Ergänzungsgutachten schreiben, ob Julian nach über 1 Jahr wieder nach Hause darf? Das Oberlandesgericht Frankfurt, der 5. Familiensenat sowie alle anderen Beteiligten, ließen sich nicht von dieser Frau abbringen. Wie soll man so einer Frau vertrauen, die einem das Kind ohne Grund nahm. Der Vorwurf der Manipulation von Julian zu meinem Ex-Mann besteht schon lange nicht mehr, nun nimmt man einfach einen neuen Grund … nämlich, ob sich das Kind der Mutter gegenüber verpflichtet fühlt ? Weil mein Mann einfach die Segel strich … er verließ Julian und mich einfach, weil er den Horror nicht mehr aushielt. Aus einer Auszeit auf Zeit wurde die endgültige Trennung für mich nach der Gerichtsverhandlung im März. Der supertolle Ehemann und Stiefvater M.G. lebt nun sein eigenes Leben wieder, er wünscht keinen Kontakt mehr. Kann man mich und Julian dafür strafen, dass der Mann uns einfach im Stich ließ und davonlief? Ein Kind das leidet, traurig ist und einfach nur nach Hause zu seiner Mama will. Keiner weiß wie verletzend es für eine Mutter ist, ihr Kind nach einem Besuchswochenende wieder wegbringen zu müssen. Jedes Mal ist es immer wieder ein fürchterlicher Moment, wenn die Zeit gekommen ist, die Tasche zu packen. Den Satz: „Mama wir schaffen das!“ von seinem Kind zu hören und dann auch noch immer und immer wieder die Tränen zu sehen, ist einfach nur grausam. Ein Besuchstag bei Julian läuft ab, indem die Mutter und die Großeltern das Kind aus der Gruppe für ein paar Stunden abholen, um Unternehmungen zusammen zu machen. Im Winter waren diese Treffen immer fürchterlich gezwungen, weil man ja irgendwo bei schlechtem Wetter rein gehen musste, so blieben dann oft Einkaufszentrum oder so.

Heute weiß ich, ich hatte keine Chance gegen den Kinderklau und die Behördenwillkür. Im Landkreis Giessen fand ich einige Opfer des Kinderklau, mit genau den selben Beteiligten wie der Gutachterin, Anwalt des Kindes und Jugendamt Giessen. Gegen die Gutachterin Frau Bettina L-L. laufen schon Klagen. Warum sieht hier keiner wie diese Frau arbeitet? Als einige Eltern an die Öffentlichkeit gingen, brachte man ihre Kinder zur Strafe Hunderte von Kilometern weiter weg und untersagte den Eltern den Kontakt zu ihren Kindern. Wie kann man die Kinder so auch noch strafen, erst nimmt man ihnen ihr intaktes, glückliches Familienleben und dann auch noch die Eltern. Die Wohngruppe handelt bei Julian zum Kindeswohl und respektiert auch seine Wünsche. Julian geht es dort gut, wenn man von der seelischen Belastung absieht, aber für die kann die Gruppe ja nichts. Die Gruppe hat sogar dem Vater verboten sich Julians gegen seinen eigenen Willen zu nähern .Eine Einrichtung muss für den Träger, das Jugendamt arbeiten, auch wenn sie nicht immer die Meinung des Jugendamtes teilen. So durfte der Vater nur das Zimmer von Julian anschauen, während Julian bei mir in den Ferien war. Der Druck des Jugendamtes geht in alle Richtungen. Julian war ein guter Schüler und fiel nun durch die seelischen Belastungen gewaltig ab. Es ist kein Wunder wenn man bedenkt er verlor ja alles. Ich führte Nachhilfe an, aber das Jugendamt wollte dieses nicht. Stattdessen macht man nun einen Test auf Dyskalkulie ( Rechenschwäche ). Selbst der Mathematiklehrer ist der Meinung, dass Julian keine Rechenschwäche hat. Wie kann das Jugendamt das vom Schreibtisch aus beurteilen? Macht man dies, weil es über die Krankenkasse abgerechnet wird? Hier wäre eine Mathe-Nachhilfe mehr als angebracht gewesen. Der Realschulzweig und die Versetzung waren durch die Fehlentscheidung des Jugendamtes enorm gefährdet.

Die Pflegerin von Julian, Marianne Fischer, hat hier wohl versäumt ihre Aufgaben zu erfüllen. Sie hat als Pflegerin die Aufgabe sich persönlich um ein Kind zu kümmern und des öfteren nach dem Rechten zu sehen. Seit über einem Jahr hat sie Julian nicht ein einziges Mal selber besucht, sondern immer nur den telefonischen Kontakt mit der Gruppe gepflegt.


Seitdem die Amtszeit des Kreisbeigeordneten, Dirk Osswald, im Februar 2009 begann, boomte der Kinderklau und die Behördenwillkür im Landkreis Giessen richtig. Man sucht Hände ringend nach Pflegefamilien und findet im Giessener Anzeiger lauter „gute Projekte“, die auf den zweiten Blick aber keine sind.

Anwältin des Kindes, Martine Z, sprach innerhalb eines Jahres weder mit Julian selber noch mit mir, da ich einen Beistand dabei haben wollte. Ihre Infos holte sie sich beim Jugendamt. Die Pflegerin, Marianne Fischer vom Jugendamt, kann oder darf scheinbar ohne Silvia Azevedo keine Entscheidungen mehr treffen. Nun stehen die großen Sommerferien vor der Türe und das Jugendamt will Julian nur 3 Wochen zu seiner Familien nach Hause lassen, obwohl der Opa sich extra in der Ferienzeit dafür Urlaub genommen hat. Es steht allerdings noch eine Entscheidung über den Eilantrag der Ferienreglung bei Gericht aus.


Beim Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr setzte das Jugendamt seine Macht durch. Den Ablauf dieses Tages bezeichnet der ehemalige Anwalt als Kindesmisshandlung. Julian musste von der Gruppe zur Feuerwehr gebracht und geholt werden. Julian durfte sich nicht nach einer anstrengenden Nacht bei seiner Mama ausruhen. Die Feuerwehrgruppe fuhr einige Male an seinem eigenen zu Hause vorbei und er durfte nicht einmal „ Hallo „ sagen. Hier ließ man mich später zum Besuch in die Gruppe fahren. Obwohl wir uns nur 2 x im Monat sehen dürfen und 2 x pro Woche telefonieren können, wird es keinem gelingen, einen Keil zwischen mich und mein Kind zu treiben. Mit 12 Jahren musste Julian von heute auf morgen alleine, ohne seine Mama erwachsen werden. Wie gut, dass der leibliche Vater ja ein neues Kind hat und sich enthält, ob Julian zurück zur Mutter darf. Hier machen mir alle Vorwürfe für den Konflikt mit diesem Mann, aber keiner weiß wie Julian und ich fühlen. Er muss seine traurigen Augen nicht sehen, ihn nicht aufbauen. Der Mann denkt nicht darüber nach, dass Julian hier seelische bleibende Schäden erleidet, Narben die nie mehr ganz verheilen werden. Ich bin eine Mama, die ihr Kind beschützen und ihm helfen wollte und verlor ihn dafür ans Jugendamt. Auch wenn der Vater bis heute sagt das Kind würde lügen … so gibt es doch Zeugen dafür, dass Julian kein Stück gelogen hat. Aber es war ja einfacher den Vater straffrei ausgehen zu lassen und sein Kind als Lügner hinzustellen. Selbst die Gutachterin bestätigte in ihrem Gutachten, dass Julian etwas passiert ist, sie aber nicht weiß was. Die Psychiaterin des Vaters empfahl auch nur den begleiteten Umgang, hier fragt sich aber keiner WIESO. Der Vater, der im Gerichtssaal zugab, bis heute selber in Therapie zu sein, hat doch offensichtlich gar kein wirkliches Interesse an seinem Kind, sonst ließe er Julian nicht so sehr leiden. Als ich ihn als Mutter ansprach, begann er auf die Tränendrüse zu drücken. Hierauf sprang dann gleich die Anwältin des Kindes an. Heute denke ich, dass es gut ist zu wissen, dass falsche Tränen helfen können, andere zu beeindrucken. Schade, dass ich diesen Trick nicht selber benutzt habe, denn mir ging es im Gerichtssaal erheblich schlechter als dem Vater.Als Mutter spürte ich deutlich das Leid von Julian, der mit der Betreuerin zurück in die Wohngruppe fahren musste, nachdem er vorher selbst mit der Richterin gesprochen hatte.

Der Kinderpsychologe der ganz deutlich klar machte, dass Julian verschiedene Dinge widerfahren sind. Dieser Mann hält Julian für sehr glaubwürdig. Julian und ich hoffen sehr auf die Hilfe vom Jugendamt, damit die Therapie bei diesem Mann weitergehen kann. Diese Therapie wurde mit der Herausnahme von Julian aus der Familie beendet. Auch wenn der Vater nach meinem ersten Bericht in der Öffentlichkeit LEUTE für sich lügen ließ, um sich selber zu schützen, so liegt bei diesem Vorfall klar auf der Hand … Herr Dietmar C. kann nicht gesehen haben, was hinter der Scheune vor sich ging. Liebe Patentante von Julian: „Du selber hast im Jahre 2006 den Kontakt zu mir abgebrochen. Willst auch Du Julian hier als Lügner hinstellen? Nicht ich, die Mutter, erzählt hier die Vorfälle, sondern Julian, ein Jugendlicher von 13 Jahren.“
Am 24.03.2011 in Frankfurt beim Oberlandesgericht erzählte Julian der Richterin des 5. Familiensenats ganz klar, dass er wieder zu seiner Mama zurück will. Die Richterin glaubte Julian sehr wohl die Vorfälle beim Vater, auch wenn Julian vor lauter Angst und Aufregung die Jahreszahlen verdrehte. Hier bringt man ein Kind soweit, das er dem leiblichen Vater nichts Gutes mehr wünscht, sogar eine Art Hass gegen ihn entwickelt hat. Ich appelliere hier nun an den leiblichen Vater M. K.: „Kämpfe endlich mit dafür, dass Julian wieder zurück zu mir nach Hause kommt. Julian bekommt in der Gruppe nicht die Liebe wie bei mir, seiner Mama. Wenn Du nur ein Stück Herz hast und Du Deinen Sohn Julian wenigstens ein bisschen liebst, dann spreche Dich beim Jugendamt dafür aus, dass Julian in sein Zuhause zurück kommen kann. Wir beide als Eltern tragen die Verantwortung für Julian, dafür zu sorgen, dass das Kind glücklich und zufrieden aufwachsen kann. In der jetzigen Situation ist Julian todunglücklich … Du kannst das ändern! Wie kannst Du Deinem neuen Kind ohne Gewissensbisse in die Augen schauen, denn auch Julian ist ein Teil von Dir? Während Du Dein neues Kind abends ins Bett bringst, weint Julian sich alleine in den Schlaf. Du weißt selber genau ich bin und war immer eine gute Mutter für Julian. Dass meine neue Ehe hieran zerbrach, kann auch ein Vorteil für Dich sein. Dieses hältst Du selbst in der Hand. Aus allen Fehlern kann man lernen und es besser machen, Verantwortung für ein Kind behält man ein Leben lang.“

Der ehemalige Schulsozialmitarbeiter der TKS Grünberg wurde als Zeuge verhindert und die Lehrer der neuen Schule wurden mundtot gemacht. Ebenso durfte der Vertrauenslehrer, der sich Julian besonders angenommen hat, meinem ehemaligen Anwalt keine schriftliche Stellungnahme abgeben. Die Klassenlehrerin, die Zeugin beim Hilfeplangespräch war und die ganzen Vorwürfe gegen den Vater von Julian selber gehört hatte, bekam scheinbar auch Aussageverbot. Zuvor hatte sie dem Anwalt in einem Telefonat die Aussage zugesichert. Wie kalt und abgebrüht feige sind hier eigentlich die Beteiligten vom Jugendamt, dass sie die Aussagen der Lehrer verhindert haben. Diese Tatsache wurde bei der Gerichtsverhandlung sehr offensichtlich. Während man hier ein Kind klaut, stirbt oder verhungert woanders gerade ein Kind. Das Jugendamt sollte nur in die Haushalte gehen, wo sie dringend gebraucht werden.


Ich liebe meinen Sonnenschein und werde den Kampf nie aufgeben, und einschüchtern lasse ich mich auch nicht. Die Behördenwillkür und der Kinderklau im Landkreis Giessen muss aufhören. Julian gehört nach Hause zu seiner Familie, sowie viele andere unschuldige Kinder auch. Für Julian ist die Wohngruppe wie U-Haft, weil er auf das Urteil warten muss.

Die Anwältin des Kindes und auch das Jugendamt können nun Ihre Sektflaschen wieder verschließen, die Sektkorken haben zu früh geknallt. Ich habe jetzt einen neuen Rechtsanwalt an meiner Seite. Es handelt sich hierbei um den RA Thomas Saschenbrecker, der sich für etliche seiner Mandanten beim Bundesverfassungs-gericht gegen Zwangsbegutachtung und gegen Zwangspsychotherapie sehr erfolgreich zur Wehr gesetzt hat. Er kämpft jetzt für Daniela und Julian Gottmanns.


Der hohe Besuch aus Krefeld beging lt. RA Saschenbrecker ganz klar Parteiverrat an der Mutter. Weil das Jugendamt Julian nicht die ganzen Sommerferien nach Hause lassen will, damit Julian sich in der Gruppe wieder einleben sollte und das neue Schuljahr gut starten könnte, reichte der ehemalige Anwalt einen Eilantrag auf die Ferienreglung bei Gericht ein. Wie hier von der Richterin entschieden wird, wollte ich jedoch nicht einfach abwarten, es gibt schließlich auch noch die Möglichkeit diese Dinge über das Jugendamt zu regeln.

Ich wollte eine gute Lösung für Julian … und dafür hängte mich der Anwalt bis zum Oberlandesgericht auf, mit anderen Worten, ich wurde bei Gericht schlecht gemacht und in die Pfanne gehauen. Die Worte meines neuen Anwaltes waren: „Ein Mandat kann man auch freundlicher beenden.“


Wer berücksichtigt hier den Wunsch von Julian, die Ferien mit seinem Opa zu verbringen, was mehr als wichtig für ihn ist. Aber eine Hoffnung bleibt dennoch, die Wohngruppe hat keinerlei Einwände, da es bei längeren Heimfahrten noch nie Probleme gab. So gibt es meiner Meinung nach absolut keinen Grund, die letzte Ferienwoche für Julian und seinen Opa zu streichen.


Anfang des Jahres lernte ich über Facebook eine tolle Scientologin Sibille Müller kennen. In dieser ganzen schweren Zeit ist sie immer für mich da und steht mit Rat und Tat an meiner Seite. Zur rechten Zeit am richtigen Ort trifft man immer die richtigen Leute. So wurde mir eine Freundin geschickt. Wäre ich ohne meine Freundin wüsste ich nicht wirklich ob ich das alles durch stehen könnte.


Als Mama von Julian habe ich mich in den ganzen Monaten damit aufrecht gehalten, indem ich einige Gedichte für mein Kind geschrieben habe. Damit habe ich auch meinem Kind immer wieder neuen Mut gemacht.

Unser Ritual in dieser Zeit wurde, dass wir uns abends,wenn die Sterne leuchten, ans Fenster stellen und der hellste Stern ist unser Mama-und-Kind-Stern. Dann nimmt Julian mein T-Shirt und ich sein Mäuschen zum Einschlafen mit ins Bett.

Für meinen kleinen Sonnenschein Julian

Mein kleiner Sonnenschein, ich werde immer für Dich da sein. Auch wenn wir zur Zeit sind getrennt, uns die Zeit ein wenig wegrennt. Eine Mama wie ich Deine bin, bekommt alles irgendwie hin. Ich werde nie aufgeben den Kampf um Dich dafür liebe ich Dich. Ich weiß die Zeit kann uns keiner zurück geben, aber wir beide gehören zusammen eben. Es wird die Zeit kommen wo uns niemand mehr trennen kann, du bist mein kleiner Mann. Unsere Seelen werden nicht einfach vergessen, aber schöne Erinnerungen die schlechten auffressen. Ich liebe dich von ganzem Herzen. Als ich Deine Mama wurde, Du mich mit Deinen blauen Augen ansahst wusste ich das ich die Verantwortung für Dich trage, und dies habe ich nie bereut bis zum heutigen Tage. Das Versprechen an Dich, eine Mama gewinnt den Kampf für Dich.

http://www.giessener-zeitung.de/reiskirchen/beitrag/52708/daniela-und-julian-gottmanns-behoerdenwillkuer-und-das-ja-giessen-sowie-ein-falscher-ra-und-das-familiengericht/

Ich liebe Dich mein Sonnenschein

Donnerstag, 23. Juni 2011

Schau mal was ich gefunden habe ?



Ist das Kathleen mit Leonie ?? Die Kleine links unten im Bild?
Schaut aber ganz schön ungepflegt aus. Was ist mit Ihren Zähnen, seh ich das richtig, dass die oberen komplett fehlen ?

Was ist da passiert ??? Wurde Sie ruhiggestellt???

Muss Leonie wieder bei Ihrer Mutter leben ?





Im Vergleich mit dem Bild von Dir kurz vor Ihrer Auslieferung, sieht man, das es Ihr bei Dir besser gegangen ist.



Bist schon wieder in Deutschland unterwegs, weil ich Dich nicht erreiche ???

Mittwoch, 22. Juni 2011

Kinderrechte – hierzulande noch viel zu unbeachtet


22.06.11

Die Armeen aus Gummibärchen – die Panzer aus Marzipan – Kriege werden aufgegessen – einfacher Plan – kindlich genial, so die erste Strophe in Herbert Grönemeyers Song „Kinder an die Macht“ aus dem Jahre 1986. Vier Jahre später trat am 20. September die im Jahr zuvor am 20. November 1989 beschlossene internationale Kinderrechtskonvention der UN hier in Deutschland in Kraft. Seit dem ist der 20.11. der Internationale Tag der Kinderrechte. Allerdings ratifizierte die Bundesregierung diese Konvention nur unter Vorbehalt, d.h. bestehende Einschränkungen der Kinderrechte durch das Familien- und Ausländerrecht sollen fortbestehen.

Die Entwicklung der Kinderrechte hatte erst mit der Aufklärung begonnen

Und somit mit der Déclaration des droits de l’homme, der Menschenrechtsdeklaration der Französischen Revolution, die in ihrem Artikel 1 festhält: „Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es.“ Während noch im Jahre 1900 die schwedische Reformpädagogin Ellen Key Das Jahrhundert des Kindes ausrief, folgten dem Aufruf die Pädagogen Alexander Neill und Janusz Korczak, um sich für Kinderrechte einzusetzen. 1923 verfasste die britische Lehrerin Eglantyne Jebb die erste Erklärung der Rechte des Kindes, welche im Magazin „The World’s Children“ des von ihr gegründetem Save the Children Fund erschien. Ein Jahr später folgte in der Generalversammlung des Völkerbundes eine Erklärung der Kinderrechte (Genfer Erklärung) auf Grundlage des Save the Children Fund. Die unrühmlichen Schandtaten der Nazizeit werden hier nicht weiter erwähnt, kann sich jeder Leser doch selbst zu genüge vorstellen, daß dort gar keine Kinderrechte mehr galten. Als 1949 das Grundgesetz der BRD in Kraft trat, gab es auch erste, verbindliche Kinderrechte in den Artikeln 2 (freie Entfaltung der Persönlichkeit) und 6 (Schutz der Familie), wobei aber Kinder selbst nicht erwähnt wurden! Bei Gründung der UN 1945 wurde die Genfer Erklärung aus dem Jahre 1924 somit aufgehoben. 1959 fand die einstimmige Verabschiedung mit der Erklärung der Rechte des Kindes ohne rechtliche Bindung in der UN-Generalversammlung statt. Es wurde parallel in der Schweiz Terres des hommes- Hilfe für in Not leidende Kinder gegründet, 1967 eine deutsche Sektion dieses Kinderhilfswerkes. Inspiration zu dessen Namen lieferte übrigens das gleichnamige Buch von Antoine de Saint-Exupéry, den die meisten Leser bestimmt durch sein berühmtes Werk „Der kleine Prinz“ kennen werden. Erst 1973 wurde in deutschen Schulen körperliche Züchtigung offiziell verboten, wobei Bayern eine Ausnahme mit einem gewohnheitsrechtlichen Züchtigungsrecht durch ein Urteil des OLG sich bewahrte.


Die Umsetzung der Kinderrechte verläuft äußerst schleppend

Dabei tut sich bis heute die Bundespolitik sehr schwer, diese auch umzusetzen, geschweige denn Kinder tatsächlich wirkungsvoll auf ihre Rechte aufmerksam zu machen, sie zu informieren. Seit 1990 haben etliche Initiativen bisher ergebnislos versucht, daß Kinderrechte einen Verfassungsstatus verliehen bekommen. Zwar sichert der Artikel 1 des neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes, das SGB III aus dem Jahre 1990/1991, Leistung und Professionalisierung der Hilfen, bzw. Unterstützungssysteme zur Sicherstellung der Erziehung zu, dennoch weigert sich die Bundesregierung, die Kinderrechtskonventionen vorbehaltlos zu ratifizieren. Natürlich steht der Artikel 6 des GG, der staatliche Eingriffe in die elterliche Erziehung weitestgehend verbietet mit der UN-Kinderrechtskonvention nicht im Einklang, da dortigst dies durchaus möglich sein soll. Aber auch der Artikel 38 (2) der Konvention, wo bereits 15-Jährige an Kriegshandlungen teilnehmen dürfen, läßt sich selbstverständlich mit dem deutschen Grundgesetz nicht vereinbaren. Warum die Bundesregierung sich gegen den Artikel 40 (2) sträubt, wobei Minderjährige in Rechtsstreitigkeiten einen Rechtsbeistand erhalten, bleibt allerdings ein Rätsel.


Es wird Zeit, die Kinder über ihre Rechte zu informieren, und zwar mit Nachdruck, weil die bisherige Halbherzigkeit sich beim Informationsdefizit durchaus offenbart. So hat das Deutsche Kinderhilfswerk sehr großes Bedauern geäußert, und zwar über das Verhalten der Bundesregierung aber auch des Deutschen Bundestages, weil immer noch die Empfehlung der Kinderkommission des Deutschen Bundestages und den bundesweit mehr als 200 Organisationen ignoriert werden. Weiterhin würden Kinderrechte beim Städtebau, bei Verkehrsplanung oder in Schulen kaum berücksichtigt. Das Wohl der Kinder muß in den Mittelpunkt allen Handelns von Staat und Gesellschaft gerückt werden.

Buergerstimme wird diese Mißstände weiterhin genau beobachten und Sie, liebe Leser, auf dem Laufenden halten. Vergessen wir alle nicht, daß wir mal Kinder waren. So endet sehr sinnig Herbert Grönemeyers Song:


“Gebt den Kindern das Kommando
Sie berechnen nicht, was sie tun
Die Welt gehört in Kinderhände
Dem Trübsinn ein Ende
Wir werden in Grund und Boden gelacht
Kinder an die Macht”


Nehmen wir diese Gedanken mit und kümmern uns verantwortungsvoller um unsere Kinder.


Ihr

Lotar Martin Kamm

http://www.buergerstimme.com/Design2/2011-06/kinderrechte-hierzulande-noch-viel-zu-unbeachtet/

Der grausame Tod von Pflegekind Anna († 9) und die Frage: Wie viel Schuld trägt das Jugendamt?


Gestern sagte die zuständige Sozialpädagogin, Susanne G. (43), vor Gericht aus. Sie manipulierte nach Annas Tod die Jugendamts- Akte. Damit kein Schlamperei-Verdacht auf ihre Behörde fällt?

„Ich habe acht Vermerke aus der Akte genommen und in einer Kurzschlusshandlung geschreddert“, gestand Susanne G. Sie behauptet: „Dabei ging es nicht um Vertuschung von Inhalten.“ Der Richter mit ungläubigem Blick: „Schredderei macht nur Sinn, wenn man etwas verschwinden lassen will!“

Die Pädagogin ist sich aber keiner Schuld bewusst: „Beim Jugendamt herrscht eine besondere Datensensibilität“, deshalb habe sie die Anna-Akte „ausgedünnt“. Als der Richter die frisierten Unterlagen vorlas, kam er zu dem Schluss: „Wie mit Weichspüler behandelt.“

Dass die Pflegeeltern Ralf und Petra W. die kleine Anna monatelang quälten, will sie nicht mitbekommen haben: „Ich dachte, Anna fühlte sich bei ihnen wohl.“ Prozess wird heute fortgesetzt.

http://www.bild.de/regional/koeln/kindesmord/richter-greift-das-jugendamt-an-18453864.bild.html

Jugendamt glaubte immer Annas Pflegemutter

Von unserem Redakteur Marcelo Peerenboom

Als Anna im Juli 2008 aus einem Kinderheim kam und in eine Pflegefamilie wechseln sollte, da sprach vieles gegen das Bad Honnefer Ehepaar, wie im Lauf der Vernehmung deutlich wurde. Die Jugendamtsmitarbeiterin selbst fand die Pflegemutter unsympathisch. Vor allem störte sie das ständige Eigenlob. Auch die Wohnverhältnisse waren nicht ideal: Um Anna aufnehmen zu können, mussten die Eheleute ihr Schlafzimmer räumen und auf der Couch im Wohnzimmer schlafen. Und vor allem: Anna war kein einfaches Kind, brauchte viel Aufmerksamkeit. Daher schlug das Jugendamt auch laut Zeugin eine Fachpflegefamilie vor, in der mindestens ein Elternteil eine pädagogische Ausbildung hat.

Doch die vorgeschlagene Familie lehnte die leibliche Mutter ab, wie es vor Gericht hieß. Stattdessen bestand sie auf dem Ehepaar, das jetzt auf der Anklagebank sitzt. Begründung: Anna kannte die beiden, weil sie schon mal dort zur Kurzzeitpflege war. Dass das Jugendamt nicht dennoch auf einer fachlich qualifizierten Unterbringung bestand, begründete die Zeugin damit, dass die Mutter das Sorgerecht hatte und man einen Sorgerechtsstreit vermeiden wollte.

Anfangs war nur die Unterbringung für ein Jahr vorgesehen, bis Annas Mutter wieder in der Lage ist, für das Mädchen zu sorgen. Da nahm die Behörde auch die beengten Wohnverhältnisse in Kauf. Die Pflegemutter informierte das Jugendamt regelmäßig über das Leben mit Anna, auch Probleme mit dem Mädchen benannte sie. Die Jugendamtsmitarbeiterin dazu: „Mein Eindruck war: Auch wenn es Schwierigkeiten gab, ist sie mit Anna gut zurechtgekommen.“ Sie habe die Angeklagte als „sehr aufopferungsvoll“ erlebt.

Wie sich aus der Zeugenvernehmung ergab, hat sich die Mitarbeiterin des Königswinterer Jugendamts immer nur auf das verlassen, was ihr die Pflegemutter berichtet hatte. „Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass ich etwas kritisch überprüfen sollte“, sagte sie vor Gericht. Der Eindruck, den ihr ebenfalls die Pflegemutter vermittelte: Anna hatte immer dann Probleme mit dem Essen und musste sich übergeben, wenn sie mit ihrer leiblichen Mutter Kontakt hatte. Folge: Mit Einwilligung des Jugendamts wurde der Kontakt zur Mutter reduziert, bis er am Ende ganz eingestellt wurde. Auf die Idee, dass es vielleicht darum ging, eine Misshandlung zu vertuschen, kam offenbar niemand.

Überhaupt wurde wenig überprüft. So reichte der Jugendamtsmitarbeiterin die Angabe der Pflegemutter, sie schalte eine Therapeutin ein, die Annas Probleme lösen soll. Dass diese Anna erst fast ein Jahr später zu Gesicht bekam, erfuhr das Jugendamt erst nach dem Tod Annas. Auch sorgenvolle Hinweise von der Schule, aus der Nachbarschaft und von der Polizei, dass es Anna dort nicht gutgeht, hatten nicht zur Folge, dass das Jugendamt das Kind aus der Familie herausholte.

Die Zeugin selbst war vor Gericht deutlich angespannt und musste mehrfach mit den Tränen kämpfen. Sie frage sich bis heute, wie Anna so gequält werden konnte. Gegen sie und den Jugendamtsleiter laufen derzeit noch Ermittlungen.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Jugendamt-glaubte-immer-Annas-Pflegemutter-_arid,265411.html

W U T - Ich klage an !!!


von Christine Kainz aus Wien-12 Meidling | am 16.06.2011

Und wieder ein mißhandeltes Kind, mit gebrochenen Gliedern, mit Narben von alten Verletzungen!!!

Und wieder ist es ein Kind zu viel!!! Und wieder redet eine Vertreterin des Jugendamtes, in allergrößter Naivität und Erstauntheit, allergrößten Unsinn!!!

ICH KLAGE DIE REGIERUNG DES ÖSTERREICHISCHEN STAATES AN, DIE KINDER DIESES LANDES NICHT AUSREICHEND ZU SCHÜTZEN!!!

http://tvthek.orf.at/programs/70018-Wien-heute/epi...

Bericht: Thomas Metelko / Kamera: Günter Meissner

Peter L. Eppinger (Wien heute, 15.6.2011): "Die 3jährige Angelina, ist wohl schon länger mißhandelt worden. Wie seit heute klar ist, dürfte der Oberarm des Kleinkinds schon Tage zuvor und nicht erst am Montag gebrochen sein und es ist vermutlich auch nicht am Spielplatz passiert, wie das die MUTTER im Spital angegeben hat und, die Familie war beim Jugendamt schon länger bekannt."

Thomas Metelko/ORF: "Vorne weg, die gute Nachricht. Nachdem die äußeren Verletzungen der kleinen Angelina versorgt wurden, kümmern sich jetzt Schwestern im Unfallkrankenhaus Meidling um das Mädchen."

Dr. Rudolf Schedl, Ärztlicher Leiter Unfallkrankenhaus Meidling: "Sie hat einen Oberarmgips, einen Oberarmspaltgips und wird von den Schwestern betreut. Die spielen mit ihr, unterhalten sie und sie macht derzeit den Eindruck, eines sehr munterten, lieben 3jährigen Mädchens."

Thomas Metelko/ORF: "Doch der Leidensweg des Mädchens könnte schon länger gedauert haben."

Dr. Rudolf Schedl: "Sie hat einen Oberarmbruch rechts und zahlreiche Verletzungszeichen von früheren Mißhandlungen, blaue Flecken, Narben.

Thomas Metelko/ORF: "Das heißt, Sie gehen davon aus, daß diese Verletzungen über einen längerfristigen Zeitraum geschehen sind?"

Dr. Rudolf Schedl: "Das ist korrekt!"

Thomas Metelko/ORF: "Laut Jugendamt ist bis zum letzten Gespräch am 20. Mai nichts auffälliges bemerkt worden."

Herta Staffa - Sprecherin Wiener Jugendamt: "Die Betreuung läuft seit ca. 1 Jahr, ist gut verlaufen. Wir haben also, quasi, ein soziales Netz gespannt für die Familie und das Kind. Mit Kindergarten und betreutem Wohnen, der Betreuung durch die Sozialarbeiterin und der Vorstellung des Kindes in der Elternberatung, so daß hier nicht anzunehmen war, daß da sowas Dramatisches passiert, für die Angelina."

Thomas Metelko/ORF: "Auch in der Elternberatung sei bei ärztlichen Untersuchungen nichts aufgefallen. 1 1/2 Wochen vor Pfingsten sei Angelina dann im Kindergarten krank gemeldet worden. Auskunft zu schon länger zurückliegenden Mißhandlungen, könnte auch der Exfreund der Mutter geben. Die Polizei ist weiter auf der Suche nach ihm.

Das Unfallkrankenhaus Meidling wird Angelina frühestens Ende nächster Woche verlassen können. Vorher müssen die Ärzte sie noch am gebrochenen Oberarm OPERIEREN!!!"

Peter L. Eppinger (Wien heute, 15.6.2011): "Das Jugendamt hat die OBSORGE von Angelina übernommen. Das Krankenhaus darf sie der MUTTER also nicht übergeben und sobald sich die 3jährige von ihren Verletzungen erholt hat, werden sich zunächst wohl Pflegeeltern um sie kümmern."

H. L. aus Wien-14 Penzing

Hallo Christine,

auch ich bin über die Vorfälle verärgert. Es ist nämlich keiner der Parteien, der Gerichte oder sonstigen Einrichtungen bereit, das Jugendamt anzuzeigen da es seiner Verpflichtung nicht nachgekommen ist. Keiner will das eigene Nest beschmutzen. Wir Bürger hätten aber das Instrumentarium in der Hand! doch selten machen wir Gebrauch davon.
Jeder Bürger hat das Recht, gegen eineInstitution, eine Behörde oder einePerson Anzeige zu erstatten, wenn er der Meinung ist, dass diese/er strafbar gehandelt hat.
Ein schriftliches Ersuchen um Überprüfung an die Staatsanwaltschaft, oder eine persönliche mündliche Anzeige auf einem Wachzimmer, kann jeder machen. Es entstehen ihm dadurch keine Kosten oder sonstige Nachteile. Diese Angst der Bürger ist unbegründet, und eine Aufklärung der Behörden bleibt aus, da man nicht will dass z.B. das Jugendamt angezeigt wird. Selbst wenn dadurch keine Verurteilung zustande kommt, es wird der Fall jedenfalls diskutiert und öffentlich gemacht und wenn man Glück hat, wiederholt er sich nicht mehr. Derzeit ist es so, dass diese Kinder meistens ja bereits unter Aufsicht des Jugendamtes stehen und trotzdem diese Fälle passieren, bzw. ans Tageslicht kommen. Natürlich, so lange das Jugendamt nicht kritisiert wird oder zur Verantwortung gezogen wird, so lange glaubt es alles Richtig zu machen, zumindestens politisch, und eine Änderung daher auch nicht erforderlich.
Daher: Wenn du Versäumnisse diesbezüglich in der Verwaltung oder beim Jugendamtes erkennst, mache eine schriftliche Beschwerde bei Ministerium oder Anzeige bei der Sta-Wien. In jedem Fall müssen deine Argumente behandelt werden. Und vielleicht rüttelst du sogar einige Beamte wach, die deine Anliegen oder Bedenken unterstützen.

http://regionaut.meinbezirk.at/wien-12-meidling/politik/w-u-t-ich-klage-an-d78820.html

Dienstag, 21. Juni 2011

Veruntreuung im Jugendamt Nürnberg!

NÜRNBERGER LAND – Veruntreuung im Jugendamt des Landratsamts Nürnberger Land: Eine langjährige Mitarbeiterin steht in dringendem Verdacht, über mehrere Monate insgesamt mindestens 80.000 Euro auf eigene Bankkonten geleitet zu haben. Die genaue Schadenssumme steht noch nicht fest. Zwischenzeitlich ist die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Mitarbeiterin ist bis auf weiteres vom Dienst suspendiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Entdeckt wurde der Fall von aufmerksamen Kollegen, denen Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren. Auf Nachfragen hin räumte die Mitarbeiterin schließlich ein, seit August 2008 gezielt Geld auf eigene Konten umgeleitet zu haben.

Motiv: Finanzieller Engpass

„Die Mitarbeiterin zeigt sich bei der Aufklärung des Falles kooperativ und hat bereits 7.000 Euro des Schadens wieder gut gemacht“, so Landratsamts-Pressesprecher Rolf List dazu. Im Gespräch mit ihren Vorgesetzten äußerte sich die Frau auch zu ihrem Motiv: Es habe einen finanziellen Engpass gegeben. Im Jugendamt war die Mitarbeiterin mit den internen Abläufen genauestens vertraut, besaß darüber hinaus gute Computerkenntnisse und schaffte es so, Kontrollmechanismen zu umgehen. Mit Hilfe eines Computerprogramms (das im Landratsamt regulär eingesetzt wird, jedoch für andere Vorgänge), ließ sie abgeschlossene Altfälle fiktiv wieder aufleben.

Sie ersetzte dann die darin vorkommenden Kontonummern durch ihre eigenen und veranlasste wiederholt, dass Überweisungen mit Beträgen zwischen 400 und 900 Euro getätigt wurden. Bei Rückfragen hatte die Mitarbeiterin stets plausible Erklärungen parat. Die geänderten Kontonummern fielen zunächst niemandem auf.

Konten gesperrt

Nun arbeitet die Staatsanwaltschaft an der Ermittlung der exakten Schadenssumme. Das Landratsamt Nürnberger Land werde in jeder Hinsicht seinen Teil dazu beitragen, dass der Fall in vollem Umfang aufgeklärt wird, betont Pressesprecher List. „Das Amt hat bei der Staatsanwaltschaft die Sperrung sämtlicher Privatkonten der Mitarbeiterin beantragt und einen Anwalt eingeschaltet, um Ansprüche gegenüber der Mitarbeiterin zu sichern.“
Darüber hinaus setze das Landratsamt sämtliche internen Abläufe auf den Prüfstand, um zu verhindern, dass sich ein solcher oder ähnlicher Fall wiederholen kann. Mittäter soll es nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen nicht geben.

Im Landratsamt haben sich die Verantwortlichen offenbar entschlossen, unmittelbar nach Bekanntwerden der Unterschlagung mit dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen. Rolf List dazu: „Damit wollten wir vermeiden, dass auch nur der Anschein entsteht, hier könnte irgendetwas vertuscht werden.“

http://n-land.de/lokales/lok-detail/datum/2011/06/16/veruntreuung-im-landratsamt.html

DE: France3-TV Das JUGENDAMT hat 2 Mädchen einem Paar gestohlen

Umfrage: "Was Väter sich wünschen"


Sehr geehrte Herren,

im Rahmen eines Projektes mit dem Titel "wertvolle Väter" möchte ich herausfinden, was Männer in Bezug auf Vaterschaft, frei von gesellschaftlichen Erwartungen und wirtschaftlichen Zwängen, wünschen, was sie bewegt, aber auch daran hindern könnte, sich in Liebe und Vertrauen bewußt auf ein Familienleben einzulassen.

Ich bitte Sie, auch wenn Sie noch nicht Vater sind oder momentan gar nicht an eine Vaterschaft denken, unter http://www.q-set.at/q-set.php?sCode=STFCTGKPHNBU einen kurzen Fragebogen auszufüllen, Sie würden uns sehr helfen, die Wünsche der Männer in Einklang mit den Realitäten der Gesellschaft zu bringen.

Besonders würde ich mich freuen, wenn Sie diesen Umfragelink an Bekannte weiterleiten würden und so die Anzahl der Befragten erhöhten.

mit freundlichem Gruß

Hannes Hausbichler
A-6900 Bregenz
h.hausbichler@gmx.at

http://papatour.eu/

Hättest du mich doch festgehalten - Liebe heilt...


Liebe heilt, denn sie ist die Kraft, die den anderen mit seinen seelischen Wunden in Verbindung bringt.

Liebe heilt, denn sie gibt die Kraft, die man braucht, um die seelischen Schmerzen verarbeiten zu können.

Schlimm ist nicht grundsätzlich, daß uns in unserer Kindheit Leid widerfährt.
Schlimm ist aber, daß Kinder in unserer Welt mit ihrem Leid vollkommen alleine dastehen.

Es ist kein Erwachsener da, der fühlt und spürt wie ein Kind. Deshalb ist keiner da, der wirklich versteht.
Es ist deshalb auch keiner da, der Zeit hat und zuhört, der Hilfe und Rat weiß. Es ist keiner da, der gibt, was Kinder wirklich brauchen.

So bleibt Kindern oftmals nur die Verdrängung, denn ohne den Beistand und Halt eines Erwachsenen werden Kinder mit ihrem Schmerz nicht fertig.
Kinder, die niemanden auf ihrer Seite haben, müssen viel verdrängen. Wer so viel verdrängen muß, wird schließlich krank.

Das "Prekop - Festhalten" zeigt Eltern, wie sie ihren Kindern (noch im Kindesalter) helfen können, sich von ihren inneren, angestauten Schmerzen zu befreien.

Indem Eltern ihre Kinder fest in den Armen halten, geben sie ihren Kindern den Halt, den diese brauchen, um all dem, was in ihnen drin so sehr schmerzt, endlich den befreienden Ausdruck geben zu können:

!Endlich weinen und den quälenden Einsamkeitsschmerz, die Traurigkeit und Sehnsucht auflösen.
!Endlich schreien und brüllen und die scheußliche Angst, die Wut, den Haß und all den Frust loswerden.

In "Hättest du mich festgehalten" gibt Jirina Prekop einen umfassenden Einblick in die sogenannte Festhalte-Therapie.

http://www.amazon.de/H%C3%A4ttest-mich-festgehalten-Grundlagen-Festhalte-Therapie/dp/3442161991/ref=pd_rhf_p_img_1

Demo in Stuttgart - für Kinderrechte!



D E M O

Dienstag, 20.09.2011 (WELTKINDERTAG) von 12-18 Uhr in Stuttgart-Mitte,
Königsstraße (Fußgängerzone), beim Schlossplatz, am Fahnen-Rondell (gegenüber Königsbau)

Wir fordern die Jugendämter auf:
Gebt uns sofort unsere Kinder zurück!!!

Unterstützt uns, diesem Machtgefüge aufzuzeigen, dass Kinder zu ihren Familien gehören.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von Gewalttaten Kindern gegenüber.

Wir verurteilen es, dass Kinder durch Jugendämter aufgrund von Machtgier in Obhut genommen werden.




Wir verabscheuen es, dass unsere Argumente/Meinungen unterdrückt und wir durch Schwächung der psychischen und physischen Fähigkeiten demoralisiert werden sollen.

2009 wurden 33.710 Kinder/Jugendliche aus Familien gerissen, ein unerträglicher Wahnsinn!



Von 1995 – 2009 waren dies insgesamt 436.911 Kinder/Jugendliche (offiziell),

Jugendämter sind gesetzlich verpflichtet, Eltern über ihre Rechte vor einer Inobhutnahme aufzuklären.



WIR FORDERN EUCH DAHER AUF: Geht mit uns für die KINDERRECHTE auf die Straße.

Mobilisiert alle, denn jede Stimme ist gewichtig!!!



ViSdP: Werner Hoeckh, Seestraße 49, 71679 Asperg; Fon: 07141 – 2 39 27 29
JugendamtsgeschaedigteEltern@web.de

Donnerstag, 16. Juni 2011

Ein Kindheitstrauma hält oft lebenslang

Verprügelt, vergewaltigt, überfallen: Ein Trauma hält oft lebenslang

24.03.2010, 14:26 Uhr | dpa





Ein Trauma aus der Kindheit kann einen Menschen lebenslang begleiten. (Bild: imago)

Traumatische Erlebnisse sind schon für Erwachsene schlimm - für Kinder sind sie jedoch oft katastrophal. "Sie haben noch kein Wertegerüst wie ein Erwachsener", sagt Friedrich Haux von der Fachklinik für Psychotraumatologie in Diez (Rheinland-Pfalz). Erwachsene wissen, dass zum Beispiel Schläge, Tritte oder Vergewaltigungen etwas Schlechtes sind. Ein Kind erlebt das schlimme Geschehen und kann es nicht einordnen - und kaum bis gar nicht darüber reden. Das Trauma festigt sich, im schlimmsten Fall bleibt es ein Leben lang erhalten.

Verprügelt, vergewaltigt, überfallen - traumatisiert

Das Wort Trauma bedeutet so viel wie Wunde, der Mensch bleibt in diesem Fall also lebenslang seelisch verwundet. Dieses Los möchte die Psychotherapeutin Sabine Ahrens-Eipper jungen Menschen ersparen. Sie hat gemeinsam mit Kolleginnen in Halle das bundesweit einmalige Projekt "Trauma First" gegründet. Menschen im Alter zwischen drei und 26 Jahren werden hier behandelt. Sie wurden verprügelt, vergewaltigt, überfallen, haben einen Toten gefunden oder schreckliche Unfälle erlebt. Der Vorteil von "Trauma First": Es gibt kurzfristige Termine, die Therapeuten machen auch Haus- und Schulbesuche, arbeiten mit Sozialämtern und Kinderärzten zusammen. Mittlerweile haben die ersten Patienten ihre Therapie erfolgreich hinter sich gebracht.
Je jünger, desto komplizierter

"Normalerweise gibt es bei den Psychotherapeuten eine lange Wartezeit", erklärt Ahrens-Eipper. Bis zu einem Jahr könne es dort alleine bis zu einem Erstgespräch dauern. Für die schwer traumatisierten Kinder und Jugendlichen, die bei dem von Krankenkassen unterstützten Projekt behandelt werden, ist das viel zu lang. In dieser Zeit festigt sich ihr Trauma, damit wird die Therapie immer schwieriger. Ohnehin sind junge Menschen viel schwerer zu therapieren als Erwachsene - je jünger sie sind, desto komplizierter wird es. Das hängt zum einen mit dem noch unausgebildeten Wertegerüst zusammen. Auch können Kinder weder auf frühere Erfahrungen zurückgreifen noch das Geschehen zumindest rational begreifen. Die am schwierigsten zu behandelnden Traumata entstehen, wenn das Kind von Vertrauenspersonen, etwa einem Lehrer oder den Eltern, missbraucht wird. "Das ist sehr, sehr schwer zu verkraften, weil es so unnatürlich ist", sagt Ahrens-Eipper. Schließlich sollen Eltern ihre Kinder beschützen und ihnen eine Basis für das Leben mitgeben. Mit dem Missbrauch wird diese zerstört, oder sie entsteht erst gar nicht.
Gezeichnet fürs ganze Leben?

"Aus diesen Kindern werden oft Erwachsene ohne Orientierung und Sicherheitsgefühl", beschreibt Karin Wagner vom Trauma- und Opferzentrum Frankfurt/Main die Auswirkungen. Krankheiten begleiten diese Menschen oft auf ihrem Lebensweg, die Suchtgefahr steigt enorm. Ein unverarbeitetes Trauma macht sich bis ins hohe Alter immer wieder bemerkbar. "Das ist wie bei einem Müllhaufen, auf den man Erde schüttet. Von draußen sieht man nichts mehr, aber innen stinkt es", sagt Haux und erzählt von einem Patienten, bei dem nach 64 Jahren quälende Kriegserinnerungen nach oben kamen. Das Tröstliche: "Traumata können auch nach langer Zeit noch behandelt werden", sagt Ahrens-Eipper.

Von den eigenen Eltern gequält

Zu ihren Patienten gehören auch Kinder, die in ihrem Zuhause durch die Hölle gegangen sind. Da ist zum Beispiel ein sechsjähriges Mädchen, das von seinen Eltern gequält wurde. Und ein vierjähriger Junge, der immer wieder von seinem Vater verprügelt wurde. "Laut Studien wachsen etwa 30.000 Kinder eines Jahrgangs in Deutschland in Hochrisikofamilien auf", sagt Ahrens-Eipper. In diesen Familien sind Vernachlässigungen oder Misshandlungen alles andere als selten. Nicht immer sind es die unteren sozialen Schichten - dort häufen sich allerdings Risikofaktoren, zu denen auch Armut gehört.

Was geschieht in der Therapie?

In der Therapie geht es zunächst darum, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und den jungen Menschen Sicherheit zu geben. Die Eltern - entweder die leiblichen oder die Pflegeeltern - sind sehr wichtig. "Je stabiler sie sind, desto besser können die Kinder ihr Trauma verarbeiten", erklärt Wagner. Zu der Therapie bei den Kleinen gehören auch Spiele, manche Kinder spielen ihr traumatisches Erlebnis unzählige Male durch. Oder sie reisen mit einem Spielzeug-Schiff auf verschiedene Inseln, zum Beispiel zu der "Insel der Träume", wo die bösen Albträume bleiben sollen. Für die Älteren gibt es auch eine Verhaltenstherapie. So besuchen sie zum Beispiel den Ort, an dem sie ihr Trauma erlitten haben. Oder sie üben, anderen Menschen wieder in die Augen sehen zu können.

Trauma-Symptome bei Kindern erkennen

Die Symptome eines Traumas bei Kindern sind unterschiedlich. Manchmal fallen sie in frühere Entwicklungsstufen zurück, indem sie wieder anfangen zu nuckeln oder ins Bett zu machen. Manche haben plötzlich Angst im Dunkeln oder können kaum schlafen. Einige Kinder werden hyperaktiv, andere erstarren regelrecht. Jungs drücken ihre Aggression eher aus, indem sie andere schlagen oder drangsalieren. Mädchen richten ihre Wut dagegen oft gegen sich selbst, manche verletzen sich oder werden magersüchtig.