Donnerstag, 2. August 2012

Hamburg: Pflegekind Dennis - Kindeswohl in Germany



Der fünfjährige Dennis lebt in einem Heim im Landkreis Harburg. Seine Pflegeeltern, bei denen er mehr als fünf Jahre Zuhause war, haben den Kampf um ihn aufgegeben.


Mehr als fünf Jahre lebte der Junge glücklich bei seinen Pflegeeltern in Winsen. Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen um Besuchskontakte mit dem leiblichen Vater und der Großmutter fehlten den Pflegeeltern zuletzt die Kraft und die finanziellen Mittel, um den Kampf fortzusetzen.

Der Fünfjährige hatte auf die vom Richter angeordneten unbegleiteten Umgänge regelmäßig mit massiven Essstörungen reagiert, sodass Ärzte und Therapeuten von diesen Treffen abgeraten haben. Weil die Pflegeeltern die Umgänge verweigerten, waren sie vom Richter jedes Mal mit einem Ordnungsgeld bestraft worden. Seit vier Wochen lebt Dennis in einem Heim. 

 P.S. Das kenn ich doch irgendwoher, aber aufgeben kommt für mich nicht in Frage.

Kommentare:

  1. Finde ich gut, dass auch Pflegeeltern aufgrund mangelnder Kooperation bestraft werden. Wenn die Einstellung zu den Umgängen von den Pflegeeltern mitgetragen worden wäre, hätte der Junge auch keine massiven Essstörungen gehabt.

    Pflegeeltern sollten sich immer wieder klar machen, dass Kind ist nur auf Zeit bei Ihnen und Sie haben keinen Anspruch darauf dem Kind den Umgang mit den Eltern, sowie der Herkunftsfamilie zu unterbinden.

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  2. Ich finde es in diesem Fall nicht gut, denn wer hat Dennis gefragt. Die Verhaltensstörungen müssen nichts mit den Pflegeeltern zu tun haben. Auch Umgangsberechtigte verhalten sich oft so, dass die Kinder geängstigt werden, das habe ich selbst erlebt.

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    1. Die Verhaltensweise von Pflegekindern sind sehr häufig nach Elternkontakten derart ausgeprägt wie in dem Fall Dennis. Zudem halte ich es für unangebracht davon zu sprechen, dass eine Strafe für nicht kooperative Pflegeeltern angebracht seien, denn im Zentrum steht immer das Pflegekind und wenn ein Pflegekind bereits 5 Jahre sein Lebensmittelpunkt in einer Pflegestelle hat, ist eine Herausnahme aus Gründen mangelnder Kooperation eine Strafe für das Kind selbst. Zudem ist eine Herausnahme immer das letzte Mittel, wenn das Kindeswohl gefährdet erscheint und eine Unterbringung in einer nicht familiären Einrichtung ist ebenso gefährdend für die Entwicklung eines Kindes. Hier zeigt sich aber immer wieder die Hilflosigkeit von Jugendämtern, die einfach überfordert sind in den jeweiligen Situationen. Insbesondere wenn derart schwerwiegende Fälle wie bei Chantal in Hamburg geschehen, dann entsteht ein enorm hoher öffentlicher Druck und es besteht schnell die Tendenz zu generalisierten Verhaltensverweisen der Jugendämter, dies birgt die Gefahr eines hohen Anteils an Fehlentscheidungen.

      Insgesamt sollte man natürlich immer vorsichtig sein, denn aus der Distanz können Bewertungen vernünftig nicht abschließend getroffen werden.

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    2. Fälle wie die von Dennis oder der meiner Enkeltochter wären zu verhindern, wenn das Jugendamt und die Gerichte das Kind in den Mittelpunkt rücken würden. Soll heißen den Willen des Kindes beachten und ihm/ihr Gehör schenken. Stattdessen werden die Wünsche der Erwachsenen in den Mittelpunkt gerückt. Wenn jemand ein wirkliches Interesse daran hat, herauszufinden warum ein Kind derart verhaltensauffällig reagiert nach einem Umgang, muss man mit dem Kind reden. Kommunikation ist wichtig. Nur das tut man in der Regel nicht, stattdessen mangelt es nicht an Schuldzuweisungen der Erwachsenen und das Kind wird in ein Heim abgeschoben und zum Umgang gezwungen ob es will oder nicht. Die denkbar schlechteste Art und Weise ein Kind in sein Leben zu begleiten. Der Fall Chantal zeigt nur zum wiederholten Maße auf wie wertlos Kinder in Deutschland sind. Sie sind die Zukunft des Landes, aber behandelt werden sie wie eine Ware, nicht wie Menschen.

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