Dienstag, 28. Februar 2012

Günter Jauch: "Deutschland ist beim Umgang mit Kindern ein Entwicklungsland " und "Kein Mensch rührt sich, wenn Kinder sterben"


Es war ein Fall, der unfassbar wütend machte: Am 16. Januar starb die elfjährige Chantal in ihrer Hamburger Pflegefamilie an einer Methadonvergiftung. Sie hatte die tödliche Tablette bei ihren drogenabhängigen Pflegeeltern gefunden, die das Methadon als Ersatzdroge erhielten.


Günther Jauch machte tragische Kinderschicksale zum Thema. Seine Gäste (v.l.): Heinz Buschkowsky, Katia Saalfrank, Marita Meissner, Peter Hahne und Johannes Kahrs Die Aufarbeitung des "Warum?" – also, warum das Kind einer drogenabhängigen Mutter zu drogenabhängigen Eltern kam – führte in Hamburg zur Ablösung der Jugendamtsleiterin. In der Hansestadt sorgte der Fall für viel Wirbel. Doch aus der öffentlichen Debatte war er ebenso auf dem Rückzug wie der Fall der zweijährigen Zoe aus Berlin. Die war Ende Januar praktisch unter den Fittichen des Jugendamtes bei ihren Eltern gestorben.

Es ist Günther Jauchs Verdienst, dass er über die zwischenzeitlich unendlich erscheinende Geschichte des Christian Wulff die Schicksale der beiden Mädchen nicht vergaß und sie Sonntag auch Wochen nach ihrem Tod thematisierte. Jauch belegte zwar einmal mehr, dass er auf dem von der ARD für Politiktalks reservierten Sendeplatz gerne auch mal Sendungen nach dem Strickmuster seiner einstigen RTL-Sendung "Stern TV" macht.

Aber in diesem Fall wirkte das gerechtfertigt. So etwa durch das Beispiel des SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs. Wer Kahrs als Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD kennt, kennt einen kernigen und stets im Brustton größter Überzeugung auftretenden Redner. Wer Kahrs am Sonntag erlebte, sah einen Mann, der verzweifelt vor den Trümmern seines Weltbilds steht.

Peter Hahne, ZDF-Journalist und "Bild am Sonntag"-Kolumnist: "Kein Mensch rührt sich, wenn Kinder sterben. Das regt mich auf."

Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister (SPD) im Berliner Problemviertel Neukölln: "Die durchgängige Kontrolle, so, wie man sich das vorstellt, findet nicht statt."

Johannes Kahrs, SPD-Bundestagsabgeordneter und zurückgetretener Vorsitzender des Hamburger Jugendhilfeausschusses: "Für mich ist das eine meiner größten Niederlagen, Katastrophen in der Arbeit."

Marita Meissner, Mitarbeiterin des Jugendamtes Gelsenkirchen: "Wer eine Suchterkrankung hat, der ist eingeschränkt in der Lage sich um sich selbst zu kümmern. Und dementsprechend noch eingeschränkter in der Lage, sich um andere zu kümmern."

Katia Saalfeld, ehemalige TV-"Super Nanny": "Ich glaube, es ist noch viel mehr Gewalt da als das, was hochkommt. Das ist nur die Spitze des Eisbergs."

Kein abgebrühter Politprofi, sondern ein von Chantals Schicksal in tiefe Nachdenklichkeit gestürzter Mann. Denn Kahrs war in Hamburg seit 1994 Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss. Der ehrenamtliche Kreis wollte den Jugendämtern nach früheren Skandalfällen mit betreuten Kindern Hilfe bei der Organisation ihrer Arbeit geben.


"Einer meiner größten Niederlagen"

Für den 48-Jährigen lief die Arbeit in der Hansestadt inzwischen rund. Bis zum Tod von Chantal. "Für mich ist das eine meiner größten Niederlagen", sagte Kahrs.

Seit 2008 lebte Chantal bei der Pflegefamilie in Hamburg-Wilhelmsburg.
Die für Chantal Verantwortlichen habe er für "Fachleute ohne Fehl und Tadel" gehalten. Und dann hätten fünf von diesen Fachleuten die Verhältnisse in der Pflegefamilie trotz der Drogenproblematik als nicht schwierig angesehen. "Man wird wahnsinnig", fasste der Politiker seine Ohnmacht zusammen.

Chantal würde noch leben, wenn ihre Pflegeeltern nicht die vom Staat bezahlten Methadonpillen frei zugänglich aufbewahrt hätten. Doch haben drogenabhängige Eltern ihr Leben überhaupt soweit im Griff, dass sie an so etwas denken? Katia Saalfrank, die einstige "Super Nanny", glaubt nicht. Saalfranks Einschätzung stützte auch die Frau von der Basis: Marita Meissner, Sozialarbeiterin aus Gelsenkirchen.

"Wer eine Suchterkrankung hat, der ist eingeschränkt in der Lage, sich um sich selbst zu kümmern. Und dementsprechend noch eingeschränkter in der Lage, sich um andere zu kümmern." In Gelsenkirchen bekommen Drogenkranke keine Pflegekinder zur Betreuung. Das klingt auf Anhieb sinnvoll und selbstverständlich. Doch nur in den wenigsten Bundesländern wird dem Jugendamt gemeldet, wenn Drogenabhängige Kinder im Haushalt haben.


"Da geht's richtig um Kohle"

Heinz Buschkowsky, der Bürgermeister des für seine Problemfälle bekannten Berliner Stadtteils Neukölln, sieht in Berlin Datenschutzgründe als Ursache dafür. Buschkowsky versuchte, das Problem auch von der Verantwortung der städtischen Mitarbeiter weg zu bringen. Diese hätten ein Wächteramt.

"Immer, wenn wir dieses Wächteramt weiter geben an freie Träger oder sonst wohin, dann passieren diese tragischen Ereignisse", sagt Buschkowsky.


Die Betreuung läuft nach seiner Schilderung so, dass im Jugendamt vor allem Berichte gelesen werden – und die kommen von externen Dienstleistern, die die Arbeit vor Ort übernehmen sollen. Wenn im schriftlichen Bericht aber nichts Auffälliges stehe, werde auch nichts unternommen.

Der Bezirksbürgermeister hält die Verantwortlichen für überfordert und die Betreuung von Pflegekindern für einen privaten Wirtschaftszweig. "In Berlin gibt es 800 freie Träger. Da geht es ums Geld", sagte Buschkowsky. 415 Millionen Euro seien allein in Berlin im vergangenen Jahr geflossen – "da geht's richtig um Kohle".

Der Aspekt der an die freien Träger übertragenen Verantwortung spielte bisher kaum eine Rolle in der Debatte über Missstände in der Kinder- und Jugendpflege.

Und auch ein anderes Tabu sprach Buschkowsky an: "Die durchgängige Kontrolle, so, wie man sich das vorstellt, findet nicht statt." Ein erschreckender Satz. Denn falls die Schilderung des SPD-Mannes so stimmt, scheint nicht nur der nächste Fall Chantal vorgezeichnet. Dann ist auch absehbar, dass nach diesem Fall bald der nächste folgt. Und so weiter.


Deutschland ist beim Umgang mit Kindern ein Entwicklungsland

Für den ZDF-Journalisten und "Bild am Sonntag"-Kolumnisten Peter Hahne waren die Sätze Buschkowskys Wasser auf die Mühlen. Hahne hat nach eigenen Angaben nie so viele Zuschriften auf eine Kolumne bekommen wie auf die zu den Fällen von Chantal und Zoe. Und Hahne hat sich Sätze zurecht gelegt, die den Nerv vieler Menschen treffen. "Kein Mensch rührt sich, wenn Kinder sterben, das regt mich auf", sagte er etwa.

Dann stellte er die populistische These auf, dass viele Pflegeeltern das für ihre Betreuungsleistung vom Staat bezahlte Geld für Alkohol und Zigaretten ausgeben.

Und dann wieder etwas feinsinniger zitierte er Nelson Mandela: Der habe gesagt, "die Humanität einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit Kindern umgeht." Da sei Deutschland ein Entwicklungsland. "Das will ich ändern", sagte der häufig mit missionarischem Eifer auftretende Theologe.

Doch der Eifer Hahnes zeigte auch die große Schwäche der Sendung. Die Emotionen wurden bei diesem wichtigen Thema vielfach bedient. Doch derjenige Zuschauer, der jenseits der Wut auf handfeste Verbesserungsvorschläge hoffte, wurde enttäuscht – mal wieder, wenn ein Kind unter skandalösen Umständen starb und sich alle fragten, ob und wie das in Zukunft vermieden werden kann.

Günther Jauch: Zunehmende Kindeswohlgefährdung überfordert Jugendämter

Immer mehr Eltern sind nicht bereit oder in der Lage, ihre Kinder zu versorgen und zu erziehen, stellte Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister in Berlin-Neukölln, am Sonntag-Abend in der Sendung mit Günther Jauch fest. Kindeswohlgefährdung nimmt zu. Jauch und seine Gesprächsteilnehmer thematisierten die wachsende Überforderung der Jugendämter. Das häufigste Entscheidungsdilemma drängt sich auf, wenn ein gefährdetes Kind aus seiner Familie genommen werden soll: Ist die seelische Verletzungsgefahr einer Trennung zu verantworten?

Das Schicksal von Chantal in Hamburg wurde erneut hinterfragt; das Kind war zu drogenabhängigen Pflegeeltern gegeben worden und hatte den leiblichen Vater angefleht: Nehmt mich hier heraus. Acht Gespräche zwischen den Pflegeeltern und Jugendamts-Vertretern hatten stattgefunden - mit dem Befund, die Verhältnisse seien in Ordnung. Schließlich starb die Elfjährige an einer Überdosis Methadon. Wie war die Fehleinschätzung des Jugendamts möglich? Allen Gesprächsteilnehmern bei Jauch blieb es unerklärlich. Marita Meissner, Sozialarbeiterin im Jugendamt Gelsenkirchen, stellte allerdings klar: Rauschgiftabhängige Frauen und Männer sind krank, ihre Erziehungskompetenz ist eingeschränkt; daher sollten sie nicht als Pflegeeltern akzeptiert werden.

So eindeutig dies klingt, so komplex sind die Beurteilungen, wenn die Frage ansteht, ob ein Kind aus einer Familie genommen werden soll. "Der Begriff der Kindeswohlgefährdung bleibt im Zentrum eines lernenden Systems, was die Möglichkeit eröffnet, Entscheidungen immer auf der Höhe der Zeit zu treffen. Dem steht unbestreitbar der Nachteil gegenüber, dass sich die Ermittlung eines Gefährdungstatbestandes selbst dann nicht leicht gestaltet, wenn die objektiven Tatsachen bekannt sind; denn immer erfordert die Feststellung der Gefährdung auch die Prognose des Schadenseintritts. Diese hat mit einer entsprechenden Verlässlichkeit zu erfolgen, die sich im Einzelfall alles andere als leicht erreichen lässt," schreibt Rechtsanwältin Gila Schindler (Heidelberg) im Handbuch "Erfassung von Kindeswohlgefährdung".

Die jüngere internationale Forschung "weist auf Traumata hin, die Kinder und Jugendliche erleiden, wenn sie unvermittelt und unvorbereitet aus ihrer Familie gerissen werden, auch wenn diese Maßnahme eine akute Gefährdungssituation beenden soll. Diese Erkenntnis muss zwingend bei der Erwägung einer entsprechenden Intervention Eingang finden ..."


Wilhelm Körner, Günther Deegener (Hrsg.) Erfassung von Kindeswohlgefährdung in Theorie und Praxis.

Pabst, Lengerich/Berlin 2011, 560 Seiten, ISBN 978-3-89967-669-3



http://www.psychologie-aktuell.com/news/aktuelle-news-psychologie/news-lesen/article/2012/02/27/1330347803-guenther-jauch-kindeswohlgefaehrdung-und-ueberforderung-der-jugendaemter.html

Montag, 27. Februar 2012

OLG Brandenburg: Verzögerungsklagen


Verzögerungsklage gemäß §§ 198, 199 GVG; Aktenzeichen: 9 UF 33/11 und 32 F 64/10

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich, Birgit Wichmann, Verzögerungsklage gemäß dem Gesetz über den Rechtsschutz bei überlangen Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren vom 24. November 2011, Bundesgesetzblatt Jahrgang 2011 Teil I Nr. 60, ausgegeben zu Bonn am 2. Dezember 2011, Seite 2302 in Verbindung mit §§ 198, 199 GVG. (Artikel 22 Übergangsvorschrift - Dieses Gesetz gilt auch für Verfahren, die bei seinem Inkrafttreten bereits anhängig waren, sowie für abgeschlossene Verfahren, deren Dauer bei seinem Inkrafttreten Gegenstand von anhängigen Beschwerden beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist oder noch werden kann.)

Nennung des Verzögerungsschadens:

• Herabsetzung meiner Person durch unwahre Tatsachenbehauptungen, Diskriminierung und Diffamierung, sowie Kriminalisierung
• Zerstörung meiner intakten Bindung zu meiner Enkeltochter Leonie Wichmann (siehe Vorverfahren 32 F 273/05)
• Vertrauensschaden in die deutsche Justiz
• Verletzung meiner Ehre durch unwahre Tatsachenbehauptungen
• entgangene Lebensfreude durch den Verlust an Lebenszeit mit meiner Enkeltochter Leonie
• seelische Schmerzen, durch die ständige Sorge um das psychische und physische Wohlergehen von Leonie
• Verlust eines Teils meiner bisherigen Werte- und Moralvorstellungen, sowie meinem Glauben an Recht und Gerechtigkeit

Eigenberechnung des geltend zu machenden Verzögerungsschadens:

Verfahrensbeginn am: 04.04.2010
Verfahrensende am: 31.01.2012
Monate bisher: 22
Pauschal 100 Euro/ Monat = 2.200 Euro

Zuzüglich der Kosten für die unzähligen Untätigkeits- und Dienstaufsichts-beschwerden, sowie der übrigen Beschwerden die den Fortgang des Verfahrens zum Inhalt hatten. Die genaue Kostenaufstellung erfragen Sie bitte bei der Landesjustizkasse Brandenburg.

Gründe:

Gemäß FamFG § 155 unterliegen Umgangsverfahren dem Vorrang- und Beschleunigungsgebot:

(1) Kindschaftssachen, die den Aufenthalt des Kindes, das Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, sowie Verfahren wegen Gefährdung des Kindeswohls sind vorrangig und beschleunigt durchzuführen.

Daher ist meiner Verzögerungsklage stattzugeben, denn das gesamte Verfahren hat bislang 22 Monate gedauert und war ausschließlich auf Verfahrensverschleppung ausgerichtet, mit dem Ziel Leonie der Großmutter zu entfremden und die Großmutter zum Aufgeben zu bewegen. Das BVerfG hat aber bereits darauf hingewiesen, dass in kindschaftsrechtlichen Verfahren bei der Beurteilung, welche Verfahrensdauer noch als angemessen erachtet werden kann, zu berücksichtigen ist, dass jede Verfahrensverzögerung wegen der eintretenden Entfremdung häufig schon rein faktisch zu einer Vorentscheidung führt, bevor überhaupt ein richterlicher Spruch vorliegt (BVerfG, a.a.O.; FamRZ 1997, 871, 872). Es hat ferner ausgeführt, dass bei der Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer nicht allein von objektiven Maßstäben auszugehen, sondern auch zu berücksichtigen ist, dass das kindliche Zeitempfinden sich von dem eines Erwachsenen unterscheidet und Kinder erst mit zunehmendem Alter die Fähigkeit erwerben, Zeit wahrzunehmen und einzuschätzen (BVerfG, a.a.O.). Schon deshalb kommt in kindschaftsrechtlichen Verfahren der Problematik der Verfahrensdauer eine besondere Sensibilität zu.

Die Amtsrichterin Czyske hat 1 Jahr benötigt, um einen Beschluss zu fassen und zwar ohne den Sachverhalt überhaupt aufzuklären und ohne Leonie angehört zu haben. Letztendlich konnte eine Beschlussfassung und damit der Fortgang des Verfahrens durch sie nur erreicht werden, indem sich die Großmutter wegen eines nie stattgefundenen Kindesentzuges verurteilen ließ, da bekannt war, dass die Richterin auf diese rechtskräftige Verurteilung wartete, um sie als Begründung für ein Ablehnung der Anträge der Großmutter zu benutzen. Daher verzichtete die Großmutter zunächst auf weitere Rechtsmittel. Der Direktor des Amtsgerichts Landshut und der Bayerische Datenschutzbeauftragte haben schriftlich bestätigt, dass die Richterin dieses Urteil wollte. Gleichzeitig verteilte sie offenbar dieses Urteil an alle Personen die Interesse an meiner Verurteilung zeigten und verletzte mehrfach den Datenschutz und mein Persönlichkeitsrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Das OLG Brandenburg führte diese Art und Weise der Verfahrensverschleppung ebenfalls fort. Keiner der gefassten Beschlüsse lässt eine richterliche Tatsachenaufklärung oder ein sich Befassen mit den rechtlichen Gegebenheiten erkennen.
Auch das OLG Brandenburg hört das Kind, trotz verfassungsrechtlicher und grundgesetzlicher Vorgaben, nicht an. Auch der Großmutter wird kein rechtliches Gehör gewährt. Dies ist schon allein daran zu erkennen, dass der einfachen Tatsache, dass die Großmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Gesundheitssorge für ihr Enkelkind nach wie vor besitzt keinerlei Beachtung geschenkt wird, obwohl die Großmutter dies eindeutig nachgewiesen hat. Daher handelt es sich in diesem Fall, auch um keinen komplexen, schwierigen Fall, denn das Gericht hat sich mit diesem Fall kaum befasst. Auch der in den Beschwerden häufig anzutreffende Hinweis der Großmutter, dass das Verfahren allein schon deshalb rechtsfehlerhaft ist, weil Leonie kein Gehör geschenkt wird, findet keine Beachtung. Die gefassten Beschlüsse belegen dies eindeutig und hätten daher auch bereits nach einem Monat gefasst werden können.

Mit freundlichen Grüßen


Birgit Wichmann

Sonntag, 26. Februar 2012

Jugendamt & Familienrecht -“Typische” Struktur des deutschen behördlichen/ gerichtlichen Kindesentzugs....


Folgendes ist die “typische” Struktur des deutschen behördlichen/ gerichtlichen Kindesentzugs, der inzwischen auch die europäischen Behörden beschäftigt:

1.) Phase 1 - der eigentliche, körperliche Entzug der Kinder


Angriff: Das Jugendamt macht eine „Steilvorlage“ in Form von - gegebenenfalls - ganz oder teilweise unsubstantiierten, vorsätzlich gelogenen und nicht glaubhaft gemachten Beleidigungen der Kindeseltern.

Gerne werden diese ersten Schriftsätze auch gestützt auf anonyme Informationen anonymer Informanten. Um diese zu schützen, werden diese auch gar nicht erst namentlich benannt.

Diese geheimnisvollen Informationen erhält nur der Familienrichter zum Zwecke der
einstweiligen Anordnung ohne vorheriges rechtliches Gehör, natürlich streng vertraulich und hinten herum zugespielt. Selbstverständlich wird die Gegenseite diese Informationen allenfalls dann erst zu Gesicht bekommen, wenn die Kinder schon längst entzogen sind.

Inhaltlich gehören dazu Vorwürfe aller nur irgendwie denkbaren kriminellen oder ethisch verwerflichen Tätigkeiten der Eltern, die irgendwie einen Zusammenhang haben mit der Kindererziehung.

Beispiele für derartige Vorwürfe - die z.T. natürlich einen sehr ernst zu nehmenden Hintergrund haben (können): Kindesmißbrauch aller Art, insbesondere pädophile Tätigkeiten bzw. Kontakte der Kinder mit Pädophilen, oder Gewalt gegen Kinder. Schlechte Haushaltsführung, Schmutz und Dreck in der Wohnung. Das berühmte “Messer”, das offen auf dem Küchentisch liegt, die Drohung mit Gewalt.

Wir hatten auch einen Fall, der zum Kindesentzug ausreichte, in dem ein Nachbar unsubstantiiert behauptete, daß er den Familienvater in der Lage hielt, sich selbst und seine ganze Familie umzubringen. Nun, wenn man darüber nachdenkt: welcher Familienvater wäre theoretisch eigentlich nicht in der Lage, sich selbst und seine ganze Familie umzubringen?

Die Kinder werden dann - häufig auch ohne vorherige richterliche Anordnung - bzw.
aufgrund richterlicher Anordnung ohne vorherige Anhörung oder mündlicher Verhandlung, nach § 42 SGB VIII behördlich in Verwahrung genommen. Üblicherweise ist das eine großangelegte Polizeiaktion, bei der durchaus bis zu 100 Polizisten beteiligt sind, um der Angelegenheit Nachdruck zu verleihen. Andere Behörden bevorzugen es, die Kinder einfach so schlicht zu kidnappen.

Hier soll § 42 SGB VIII einmal, der Wichtigkeit halber, vollständig zitiert werden:

§ 42 Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen


(1) Inobhutnahme eines Kindes oder eines Jugendlichen ist die vorläufige Unterbringung des Kindes oder des Jugendlichen bei

1. einer geeigneten Person oder

2. in einer Einrichtung oder

3. in einer sonstigen betreuten Wohnform.


Während der Inobhutnahme sind der notwendige Unterhalt des Kindes oder des Jugendlichen und die Krankenhilfe sicherzustellen. Mit der Inobhutnahme ist dem Kind oder dem Jugendlichen unverzüglich Gelegenheit zu geben, eine Person seines Vertrauens zu benachrichtigen. Während der Inobhutnahme übt das Jugendamt das Recht der Beaufsichtigung, Erziehung und Aufenthaltsbestimmung aus; der mutmaßliche Wille des Personensorgeberechtigten oder des Erziehungsberechtigten ist dabei angemessen zu berücksichtigen. Es hat für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen zu sorgen, das Kind oder den Jugendlichen in seiner gegenwärtigen Lage zu beraten und Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung aufzuzeigen.

(2) Das Jugendamt ist verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet. Das Jugendamt hat den Personensorge- oder Erziehungsberechtigten unverzüglich von der Inobhutnahme zu unterrichten. Widerspricht der Personensorge- oder Erziehungsberechtigte der Inobhutnahme, so hat das Jugendamt unverzüglich

1. das Kind oder den Jugendlichen dem Personensorge oder Erziehungsberechtigten zu

übergeben oder

2. eine Entscheidung des Familiengerichts über die erforderlichen Maßnahmen zum Wohl des Kindes oder des Jugendlichen herbeizuführen.

Ist der Personensorge- oder Erziehungsberechtigte nicht erreichbar, so gilt Satz 3Nr. 2 entsprechend.

(3) Das Jugendamt ist verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert. Freiheitsentziehende Maßnahmen sind dabei nur zulässig, wenn und soweit sie erforderlich sind, um eine Gefahr für Leib oder Leben des Kindes oder des Jugendlichen oder eine Gefahr für Leib oder Leben Dritter abzuwenden. Die Freiheitsentziehung ist ohne gerichtliche Entscheidung spätestens mit Ablauf des Tages nach ihrem Beginn zu beenden. Absatz 2 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.

Wir hätten hier eigentlich eine doppelte rechtsstaatliche Kontrolle zu erwarten, denn die Jugendämter unterliegen als Behörden nicht nur der Kontrolle des Familienrichters, sondern auch der Kontrolle der Verwaltungsgericht.

Zu erwarten wäre hier auch, daß sich die Richter ausführlich und gründlich damit

beschäftigen, ob der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (der verfassungsrecht-lichen Rang hat als Bestandteil des Rechtsstaatsprinzips) gewahrt wurde, insbesondere das Übermaßverbot.

Der Entzug ist eigentlich erst Ultima Ratio, die Maßnahme, die erst in Erwägung gezogen werden darf, wenn alle andern zur Verfügung stehenden Mittel fehlgeschlagen sind.

In der Praxis allerdings Pustekuchen. Hier arbeitet der Familienrichter fröhlich und vollkommen ungestört lückenlos mit dem Jugendamt zusammen und verlässt sich vollkommen auf deren Angaben, und seien sie auch noch so unqualifiziert.

Die Verwaltungsgerichte hingegen spielen “toter Hund”, es sind zumindest hier so gut wie keine richterlichen Entscheidungen bekannt, in denen dem Treiben der Jugendämter jemals irgendwie Einhalt geboten worden wäre. Die echte Rechtslage scheint da keine echte Rolle mehr zu spielen.

Normalerweise wäre im Verwaltungsrecht auch hier ein formeller Grundlagenbescheid zu erwarten und zu fordern gewesen, der bei einfachem Widerspruch dagegen nicht mehr vollziehbar wäre. In der Praxis verzichten die Jugendämter auf diese ganzen lästigen Zwischenschritte. “Der Eile wegen” wird auf diese ganze lästige Schreiberei einfach vollkommen verzichtet. Auch nachgeholt wird das nicht mehr, der Familienrichter wird das Ganze dann schon richten. Eigentlich müßte man sagen, dies ist ja eine wunderbares Spielwiese für jeden Anwalt. Das ist so rechtswidrig, wie es schlimmer eigentlich gar nicht mehr möglich ist. Nur: die Gerichte stellen sich in der Praxis zu 100 Prozent hinter das Treiben der Ämter, und der schönste Antrag nützt überhaupt nichts, wenn er bei den Richtern auf taube Ohren stößt.

Die Kinder werden dann in Heime verbracht, und der genaue Aufenthaltsort den Eltern nicht mitgeteilt.

2.) Einstweilige Anordnung durch den Familienrichter


Der Richter (Familienrichter) schenkt diesem Unsinn des Jugendamts einseitig Glauben und entzieht die Kinder in einer einstweiligen Anordnung, die aber in Wirklichkeit bereits endgültig ist.

Die einstweiligen Anordnungen werden immer gestützt auf § 1666 BGB (Gerichtliche
Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls - Abs. 2 Ziff. 6: teilweise oder vollständige Entziehung der elterlichen Sorge). Auf die ausufernde Kommentierung zu diesem Paragraphen wird insoweit verwiesen. Wer abergläubisch ist, sieht in der dreifachen 6 die Zahl des Teufels. Hier ist das Gesetz:

§ 1666 BGB Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls

(1) Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind.

(2) In der Regel ist anzunehmen, dass das Vermögen des Kindes gefährdet ist, wenn der Inhaber der Vermögenssorge seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind oder seine mit der Vermögenssorge verbundenen Pflichten verletzt oder Anordnungen des Gerichts, die sich auf die Vermögenssorge beziehen, nicht befolgt.

(3) Zu den gerichtlichen Maßnahmen nach Absatz 1 gehören insbesondere

1. Gebote, öffentliche Hilfen wie zum Beispiel Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen,

2. Gebote, für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen,

3. Verbote, vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten oder zu bestimmende andere Orte aufzusuchen, an denen sich das Kind regelmäßig aufhält,

4. Verbote, Verbindung zum Kind aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit dem Kind
herbeizuführen,

5. die Ersetzung von Erklärungen des Inhabers der elterlichen Sorge,

6. die teilweise oder vollständige Entziehung der elterlichen Sorge.

(4) In Angelegenheiten der Personensorge kann das Gericht auch Maßnahmen mit Wirkung gegen einen Dritten treffen.

Häufig wird bei dieser Entscheidung das rechtliche Gehör (der Eltern) verweigert. Lügen und falsche Darstellungen bleiben dadurch genau so, wie sie waren. Die eigentlichen belastenden und diffamierenden Unterlagen werden selbst auf Anfrage nach Akteneinsicht in Geheimakten gehalten und den Eltern sowie deren Anwälten nicht vorgelegt. Das geht auch immer in Ordnung, denn das Gesetz selbst impliziert, daß eine Anhörung nachholbar ist, das (schwindlige) Argument ergibt sich aus § 160 Abs. 4 FamFG.


3.) Phase der gerichtlichen Untätigkeit

In der Folgezeit passiert dann auf Seiten der Gerichte einfach gar nichts mehr. Deutschland wurde deswegen schon mehrfach verurteilt, und alle Schaltjahre wieder gibt es einen vielversprechenden Entwurf eines Untätigkeitsrügengesetzes, der dann einfach vom deutschen Gesetzgeber wieder einmal nicht verabschiedet wird. So werden die Mandanten - und damit auch deren Anwälte - im Ergebnis rechtlos gestellt.

Es wird “mangels Erfolgsaussichten” keine Verfahrenskostenhilfe bewilligt, so daß Anwälte eventuell überhaupt nicht für ihre Bemühungen bezahlt werden. Aber auch sonst können Anträge, Strafanzeigen wegen Kindesentzugs, Rechtsmittel, Untätigkeitsbeschwerden gestellt werden bis zum Abwinken und die Klappe bleibt in der Folgezeit für die eigenen Eltern einfach herunter gelassen.

Auch die höheren Instanzen der deutschen Gerichte begnügen sich in der Regel damit, die Angelegenheit abzunicken. Allerdings werden derartige Fälle zunehmend vom Bundesverfassungsgericht und vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte
aufgegriffen.

In den anberaumten Terminen wird dann festgestellt, daß eine Rückübertragung der Kinder ohne vorheriges Gutachten nicht in Betracht kommt.

b) Die Diskussion geht nur noch um den Umgang der Kindeseltern mit ihren eigenen Kindern.

Widerwillig wird zunächst ein “betreuter Umgang” - häufig vergleichsweise - bewilligt, der dann durch das Jugendamt - ebenfalls ohne gerichtlichen Beschluss unter einem Vorwand später einfach abgesagt wird. Zu den üblichen Vorwänden gehört: das “Kindeswohl” verbietet den Kontakt der Kinder mit ihren leiblichen Eltern (oder auch Großeltern), heimliche Ton- und Filmaufnahmen, Facebook-Diskussionen, etc. etc.

4) der spätere endgültige Entzug der Kinder - ist dann nur noch eine Formalie.

Teuere, vom Gericht einseitig ausgewählte, beauftragte und bezahlte (Vertrag zu Lasten Dritter, denn die Kosten werden selbstverständlich den Eltern später rückbelastet!) Gutachter stellen dann nach Jahren später fest, die Kinder seien inzwischen in den Pflegefamilien den Eltern entfremdet worden und eine Rückführung stehe nicht im Interesse des Kindeswohls.

Zurück zur Ausgangsfrage: Was kann ich tun, damit mir meine Kinder nicht entzogen werden?

Die ersten Antwort ist natürlich: sich ganz normal verhalten. Die Jugendämter werden normalerweise Eltern in Ruhe lassen, die oder deren Kinder nicht irgenwie erst einmal Veranlassung gegeben haben, daß sich das Jugendamt mit ihnen beschäftigt.

Schicken Sie Ihre Kinder in die Schule. Die deutsche Gesellschaft ist hier nicht im geringsten bisschen tolerant. Ein blöder Spruch aus einem obiter dictum eines Bundesverfassungsrichters “wir brauchen keine Parallelgesellschaften” führte in den letzten Jahren zu einer regelrechten “Säuberungswelle”, gerichtet gegen sämtliche noch bestehenden Heimschuleinrichtungen im Lande, nicht zu letzt gerichtet auch und insbesondere gegen alle ethnischen und religiösen Minderheiten. Natürlich nur mit den allerbesten behördlichen Absichten, das, was zur Pisa-Studie führte, soll schließlich all unseren Kindern zugute kommen!

Sorgen Sie dafür, daß die Kinder gut behandelt werden, daß ihre Wohnung sauber und
aufgeräumt ist, daß nicht zu viele Tiere dabei sind, und daß es keinen Grund zur Klage gibt.

Dies ist nach wie vor der sicherste Rat, das Jugendamt und die Familiengerichte aussen vor zu lassen.

Häufig gehen derartigen Fällen des Kindesentzugs Situationen voraus, in denen die Kinder oder die Eltern selbst das Jugendamt um Hilfe gebeten hatten. Ähnlich wie bei der “Bitte um brüderliche Hilfe” in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sollte man also das Jugendamt niemals um Hilfe bitten.

“Kooperation” mit dem Jugendamt? Ja, aber auf ein Minimum beschränken. Wenn z.B. das Jugendamt eine Besichtigung der Wohnung wünscht, dann sollte diesem Wunsch - nach vorheriger schriftlicher Anmeldung, stattgegeben werden. Die Wohnung wird peinlichst genau gereinigt sein, und es wird keinerlei Anlass zu Beanstandungen geben. Wenn es Fragen gibt, so werden diese schriftlich gestellt und schriftlich beantwortet, nach vorheriger Konsultation oder im Beisein Ihres Anwalts, worauf Sie ein Recht haben.

Wenn man merkt, daß das Jugendamt einen auf dem Kieker hat, und wenn Mitarbeiter tätig sind, von denen sie (vieleicht auch durch Internetbeiträge) wissen, daß sie schon vorher an zweifelhaften Kindesentzugsfällen teilgenommen haben bzw. dafür verantwortlich waren:

Jugendämter sind Behörden. Bei Ortswechsel entfällt die Zuständigkeit, und damit geht Ihr Fall das Jugendamt, das eventuell seine Aufgaben zu ernst nimmt, oder sich komisch verhält,nichts mehr an.

Sofort Ortwechsel! Die sogenannte Freizügigkeit ist nach Art. 11 GG sogar ein Grundrecht.

Niemand kann ihnen verbieten, sich innerhalb von Deutschland frei zu bewegen. Zu diesen Grundrechten gehört flankierend auch die Ausreisefreiheit. Sie dürfen also grundsätzlich auch ins Ausland gehen, wann immer sie wollen. Diese Freiheit ist traditionell auch im Hinblick auf die Judenverfolgungen in Deutschland ein ganz wichtiges Institut unserer Grundrechte.

Im Notfall im Ausland um Asyl ersuchen. In mehreren Fällen neueren Datums haben
amerikanische Richter derartige Asylersuchen gegen Deutschland schon positiv beschieden.

Der weitere Rat ist der eines Anwalts: natürlich sollte man alle Vorfälle möglichst dokumentieren. Führen Sie akribisch zu allen wichtigen Vorfällen Tagebuch, Ort, Datum und Uhrzeit immer mit angeben. Das wird Ihrem Anwalt immens helfen. Aber: heimliches Filmen, Fotos oder Tonaufnahmen sind absolut tabu. Leider.

Leider ist die derzeit geltende gesetzliche Systematik immer noch genau das Gegenteil davon:

Wenn Sie Vorfälle und Unterhaltungen mit Ihren Kindern heimlich filmen oder aufnehmen,bekommen Sie nicht nur die Kinder erst recht entzogen, sondern sogar Strafverfahren an den Hals. Dadurch werden im Ergebnis durch die Gerichte die Beweise der Sachverhalte, wie sie wirklich sind, geradezu systematisch unterdrückt.

Kommt es zu irgendwelchen Vergleichen, oder auch beim “betreuten Umgang” muß man
unbedingt 100 Prozent professionell die Zähne zusammen beißen und sämtliche Emotionen beiseite lassen.

Keine irgendwie nachweisbaren Angriffe gegenüber Jugendamt, Pflegeeltern, Richtern, und wenn sie die Kinder vor den Augen der eigenen Eltern verprügeln!

Halten Sie sich 100 Prozent genau an die Abmachungen, und leisten Sie sich keinerlei Spirenzchen, und wenn es noch so in den Fingern juckt! Die warten nur darauf, irgend einen vorgeschobenen Grund zu finden, und das wird alles wieder zu Lasten der Eltern ausgelegt.

Sofern es ein Gutachten gibt, sich vorab mit den Tests beschäftigen (das ist nicht verboten!) - und dem Gutachter erzählen, was er gerne hören möchte.

Das ist nicht der Platz, auf dem man seine lange verschobene Psychotherapie beginnen sollte.

Das ist auch nicht der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt, seine Wut über das, was einem da angetan worden ist, endlich so richtig abzulassen.

Geben Sie dem Gutachter keinen Anlass und keine Gelegenheit, irgend etwas Nachteiliges gegen Sie schreiben zu dürfen. Er würde es ohne Zögern tun!



Umgerechnet in Geld, um das es dabei geht:

Wenn man davon ausgeht, daß pro Kind durchschnittlich monatlich 1.400 Euro an die
Pflegefamilien gezahlt wird, so haben wir es mit der stattlichen Summe von zu tun von

159.600.000,00 € (9500 (Fälle)*12*1400).

Bei einem geschätzten durchschnittlichen Honorar je Gutachten von rund 10.000,00 Euro beläuft sich das Geld, das jährlich in diesen Fällen an Gutachter gezahlt wird, insgesamt um

die 95 Millionen Euro. Davon ein beträchtlicher, statistisch nicht genau erfasster Anteil an den bayerischen Monopolisten GWG sowie deren “Kooperationspartner”.

Von Peanuts reden wir damit überhaupt nicht mehr.


*1) Pieroth/Schlink, Grundrechte, 21. Auflage 2005, Rn. 412

Beitrag und Copyright Jan. 2011 von:

A. Fischer, Rechtsanwalt und CPA (USA)

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Freitag, 24. Februar 2012

Schleswig-Holstein/St. Margarethen: Pastor empört über Jugendamts-Aktion


Thriller auf dem Schulhof: Zwei Kinder werden weinend an den Mitschülern vorbei gezerrt und zu Pflegefamilien abtransportiert. So schildert Pastor Eckart Grulke eine Aktion des Jugendamts.

St. Margarethen. Es geschah Mittwoch um 12 Uhr in der Pause auf dem Schulhof der Grundschule St. Margarethen - und so wie Pastor Eckart Grulke das Geschehen schildert, mutet es an wie in einem Thriller: Zwei Kinder werden weinend - vor den Augen der anderen Schüler - "von fremden Leuten über den Platz gezogen und in zwei verschiedene Autos gesetzt". Schnell ist der Spuk vorbei, doch zurück bleiben verstörte Schulkinder und entsetzte Eltern.

Hintergrund der Aktion ist ein richterlicher Beschluss, dass den Eltern der zwei zehn- und achtjährigen Mädchen das Sorgerecht entzogen wurde. Jugendamtsmitarbeiter holen dieser Entscheidung folgend die Kinder ab und bringen sie in Pflegefamilien unter. Eine Entscheidung, die Pastor Grulke kritisiert. Noch mehr aber empört ihn die Vorgehensweise. Und damit steht er im Dorf und auch im Kirchenkreis nicht alleine. "Rücksichtslos, unwürdig, menschenverachtend", bezeichnet Propst Dr. Thomas Bergemann das beschriebene Verhalten der Jugendamtsmitarbeiter.

"Der Vater geht sehr liebevoll mit den Kindern um"

Er war gestern zu einem Pressegespräch ins St. Margarethener Pastorat gekommen, in dessen Verlauf Pastor Eckart Grulke beschrieb, was ihn und mit ihm andere Einwohner des Elbdorfes erschüttert. Zumal, so der Pastor, sich seit Jahresbeginn die Situation in der Familie zum Positiven verändert habe und im Dorf Menschen sich darum kümmerten, dass die Kinder versorgt wurden. Besonders von Rosalinde Balke, "Nenn-Omi" der beiden Kinder. "Ich kenne sie von Klein an", erzählt sie und kann ihre Tränen kaum zurückhalten. Die Mädchen waren oft bei ihr zum Essen, verbrachten Wochenenden bei der Nachbarin - schon als die Jüngste noch in den Kindergarten ging. Dass beide "weggeholt" und auch noch - wie der Pastor in Erfahrung brachte - voneinander getrennt in Pflegefamilien untergebracht wurden, bricht ihr fast das Herz.

Seit Anfang des Jahres kümmert sich auch der Pastor um den Vater und die Kinder, die Mutter ist dazu gesundheitlich nicht in der Lage, befindet sich auf Kur. Natürlich sei die Situation der Familie im vergangen Jahr Besorgnis erregend gewesen, räumt der Pastor ein. Die Wohnverhältnisse seien desolat, der Vater habe zeitweilig auch Alkoholprobleme gehabt, "ist aber seitdem ich mit ihm Kontakt habe, fast gänzlich abstinent gewesen". Grulke: "Er hat in der Tat Probleme, mit den Kindern den Alltag zu meistern, aber ich halte es für allemal besser, mit Hilfe zur Selbsthilfe einer Familie zu helfen, wieder Fuß zu fassen, als eine Familie auseinander zu reißen." Er gehe sehr liebevoll mit den Kindern um, helfe ihnen bei den Schulaufgaben, unterstütze sie sehr darin, am dörflichen Leben teilzunehmen. "So sind sie bei den Pfadfindern, im Frühkonfirmandenunterricht, im Gitarrenkreis im Sportverein beim Tischtennis, Turnen und beim Tanzen. Immer holt er sie in der dunklen Jahreszeit von den Veranstaltungen ab.

"Die MKinder sind sozial angepasst, hilfsbereit, fröhlich und aufgeweckt"

Sie haben Freunde, die gegenseitig beieinander spielen." Und die Kinder seien "sehr sozial angepasst, hilfsbereit, fröhlich und aufgeweckt", beschreibt Antje Habke als Vertreterin der Pfadfinderleitung. Sie seien auch gut in der Schule, fügte Pastor Grulke hinzu. Seitdem der Vater mit den Mädchen alleine zu Hause gelebt habe, habe es durchaus hoffnungsvolle Lichtblicke gegeben. "Er versorgte sie vor der Schule mit Brötchen, er kaufte ihnen Schulsachen und Bücher und immer wenn ich da war, war es ein herzlicher und ruhiger Umgang miteinander." Grulke sieht jetzt die Gefahr, dass die Kinder durch das traumatische Erlebnis von Mittwoch "ganz, ganz negativ geprägt" sein werden.

Enttäuschend empfand der Pastor daher auch den Verlauf der Gerichtsverhandlung, in der es um die Erziehungsfähigkeit des Vaters ging. "Es wurde nur auf früher Bezug genommen. Ich habe meine Einschätzung der positiven Ansätze schildern können und dem Gericht auch schriftlich überreicht. Und die Kinder sind auch in einer späteren Sitzung vom Gericht gehört worden, wo sie ganz klar gesagt haben, dass sie auf keinen Fall von ihrem Vater weg wollen und dass sie sich im Dorf sehr wohl und aufgehoben fühlen."

Behörden wählen "unproblematischsten Weg"

Doch das sei vom Gericht anscheinend gar nicht zur Kenntnis genommen worden. Sein Versuch, beim Jugendamt zu erreichen, dass er oder eine Vertrauensperson aus dem Ort die Kinder nun besuchen können, um ihnen zumindest das Gefühl zu geben, dass sie nicht völlig alleingelassen sind, sei abgelehnt worden. Ihm sei mitgeteilt worden, dass die Kinder erstmal Ruhe bräuchten, jeder Besuch würde stören. Nun erhoffen sich der Pastor und seine Mitstreiter eine konzertierte Aktion von Jugendamt, Gericht und Menschen vor Ort, um gemeinsam nach einer tragbaren Lösung zu suchen, um ihnen die Rückkehr in die dörfliche Gemeinschaft zu ermöglichen. "Zum Wohl der Kinder müssen alle Versuche unternommen werden, das soziale Netzwerk für sie aufrecht zu erhalten."

Zu dem Vorgang kann Harry Strößner, Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Sport, aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben, wie er auf Anfrage unserer Zeitung betonte. Das Jugendamt weise auf Problematiken hin, befasse sich ausführlich mit der Situation von Kindern. Entscheidungen treffe das Gericht, umgesetzt werden müssen sie vom Jugendamt. Die Familie sei ein wichtiger Wert, ein Gericht werde sich die Entscheidung, Eltern das Sorgerecht zu entziehen, nicht leicht machen. Schließlich gehe es darum, das Wohl der Kinder zu sichern, eine Kindsgefährdung auszuschließen. Wenn es dazu komme, dass Kinder aus den Familien geholt werden müssen, wähle man den unproblematischsten Weg in dem Bemühen, einer Eskalation zu entgehen, möglichst dabei kein Aufsehen zu erregen. Dazu Pastor Grulke: "Es ist mir ein Rätsel, wie diese Aussage mit dem Ereignis am Mittwochmittag harmoniert."

http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article/111/pastor-empoert-ueber-jugendamts-aktion-1.html

Psychologische Sachverständige/Gutachter - Vortrag "Elend des Kindes" in Potsdam


E i n l a d u n g

ELEND DES KINDES


unter besonderer Berücksichtigung psychologischen Sachverständigen-Unwesens

Vortrag am Mittwoch, den 21. März 2012, 17.30 Uhr

in der Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4, 14467 Potsdam, Nähe Hbf


Liebe Interessierte,

am 21. März d. J. habe ich Gelegenheit, auf dem Jour Fixe des Verbands Anwalt des Kindes, LV Berlin-Brandenburg e. V., über die aus meiner Sicht für Kinder und ihre Familien häufig verheerende Tätigkeit von psychologischen Sachverständigen, die als Gehilfe des Richters tätig sind und ihm eine Entscheidungsempfehlung geben, zu berichten. Derartige Fehlleis-tungen von Sachverständigen bzw. Gerichten wurden mir von Eltern mitgeteilt, denen das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen, ein Umgang mit ihren Kindern verboten oder denen gar die Kinder ganz entzogen worden waren. (s. zu diesem Thema auch: ZDF zoom v. 26.10.2011: „Wenn Sachverständige Familien zerstören“)

Es sollen Beispiele aus psychologischer Sicht unvollständiger Sachverhaltsermittlung bzw. Hinzudichtung von Sachverhalten bzw. Manipulationen von Sachverhalten dargelegt werden.

Es soll der Versuch unternommen werden, die Frage zu beantworten, wie derartiges Versa-gen zum Teil höchst qualifizierter Psychologen (auch Psychiater) erklärt werden könnte.

Auch soll versucht werden, Maßstäbe für ein wissenschaftlich fundiertes Vorgehen eines psychologischen Sachverständigen zu erarbeiten und es nicht dabei zu belassen, ein Gutach-ten als ein „Kunstwerk“ zu bezeichnen, das deswegen einer wissenschaftlichen – nicht nur formalen – Überprüfung nicht zugängig sei.

Es soll dargelegt werden, dass psychologische Tests kein wissenschaftliches Messinstrument sind und lediglich den Anschein von Wissenschaftlichkeit erwecken sollen, um das Gutach-ten und die spätere Gerichtsentscheidung unangreifbar erscheinen zu lassen.

Zudem sind psychologische Tests aus der Sicht des Wohles des Kindes völlig überflüssig, weil sie die echten zwischen Vater und Mutter bestehenden Konflikt nicht abbilden. Die tatsächlich bestehenden Konflikte zwischen den Eltern und anderen Personen, die m. E. nur sozialpsychologisch zu ermitteln und zu verändern wären, werden zu Lasten der o. g. „Diagnostik“ in der Regel übersehen.

Es soll dargelegt werden, welcher Weg im Einzelnen es erlauben könnte, die Eltern auf der Elternebene zur Kommunikation und Kooperation zu bewegen, so dass derar-tige „Begründungen“ in Gerichtsbeschlüssen, wie die, „dass ein Konsens zwischen den Eltern nicht erzielbar sei“ (so z. B. OLG Koblenz, 12.01.2010, 11 UF 251/09) der Vergangenheit angehören.

Freue mich über Ihr zahlreiches Erscheinen zu einer offensiven Qualitätsdiskussion und über Ihre etwaige Anmeldung, um einschätzen zu können, ob der bislang gebuch-te Raum ausreicht.

Carola Storm-Knirsch
Psychologische Psychotherapeutin

Wilhelmshöher Str. 24
12161 Berlin (Friedenau)
U-Bhf. Friedrich-Wilhelm-Platz
Tel.: 030 - 851 37 88
Mobil 0151 - 27 03 69 69
Fax: 030 - 852 07 72
storm-knirsch@t-online.de
www.storm-knirsch.de

Wien: 1. Kinderschutz/-rechtekongress vom 02. bis 04.03.2012


Aufgrund einer Terminkollision kommt es zu folgender Änderung des Programms:

Leider musste Frau DSA in Verena Vlach M.S.M. mit dem Vortrag "Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen" absagen.

Großzügiger Weise erklärten sich folgende Vortragenden bereit auch kurzfristig Zuzusagen.

Wir danken und dürfen mit Freude und Spannung ankündigen:

Oberst Gerald TATZGERN, B.A.:

"Phänomene des Kinder-/Menschenhandels - ist Österreich betroffen?"

BUNDESMINISTERIUM FÜR INNERES - FEDERAL MINISTRY OF INTERIOR Austria BUNDESKRIMINALAMT - Criminal Intelligence Service
Leiter Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität und des Menschenhandels / Central Service Combating Human Smuggling and Human Trafficking


Freitag 02.03.2012 17:15h-18:00h

Dr. H. Christine Arwanitakis:

"Zusammenhänge und Auswirkungen im Geschehen sexuellen Missbrauchs und Gewalt an Kindern"

Psychotherapeutin in freier Praxis, Klinische- & Gesundheitspsychologin, Aktive Einsatzkraft des AKUTteams NÖ, Leiterin des Psy-Beirats von IPS-WIEN
www.ips-wien.at

Erstmals in Österreich: Betroffene und Fachleute an einem Tisch!

Freitag 02.03.2012 bis
Sonntag 04.03.2012

In der Sigmund Freud PrivatUniversität 1030 Wien, Schnirchgasse 9a, Festsaal im 2. Stock.


Der Kongress Kinderrechte-Kinderschutz bietet eine sehr facettenreiche und somit höchst informative Darstellung des Themas.

Abwechslungsreich beleuchtet jeweils aus der Sicht verschiedener Arbeitsbereiche: Sozialarbeit, Psychotherapie, Rechtswesen, Politik, Betroffenheit, Forschung.

Das genaue zeitliche Programm des Kongresses bietet jedem Interessierten die Möglichkeit sich genau das raus zu suchen, was gerade am meisten das Interesse weckt.

Zudem besteht am Sonntag die Möglichkeit auch für Zuhörer und Gäste, sich konstruktiv einzubringen in Form eines Arbeitskreises und der Diskussion.

Der ständig begleitende vielseitige Info- und Büchertisch bietet zeitlich unabhängig die Möglichkeit sich Informationen zu holen.

Ab 18 Jahre, da die Inhalte triggern können!


Programm für Freitag 02.03.2012 bis Sonntag 04.03.2012

02.03.2012 Freitag


16:30h-17:15h
Oberst Gerald TATZGERN, B.A.: "Phänomene des Kinder-/Menschenhandels - ist Österreich betroffen?"

BUNDESMINISTERIUM FÜR INNERES - Leiter Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität und des Menschenhandels


17:15h-18:00h
Dr. H. Christine Arwanitakis: "Zusammenhänge und Auswirkungen im Geschehen sexuellen Missbrauchs und Gewalt an Kindern"


Resychotherapeutin in freier Praxis, Klinische- & Gesundheitspsychologin, Aktive Einsatzkraft des AKUTteams NÖ, Leiterin des Psy-Beirats von IPS-WIEN


18:00h-18:20h
Dr. Adrian Hollaender: Anzeigepflicht bei Verdacht des sexuellen Missbrauch Rechtsanwalt


18:20h-18:40h
Mag.(FH) Marlies Tegel: Wegbegleitung – Was muss professionelle Beratung leisten, um Betroffene aus einer Krisensituation heraus zu begleiten? Fallbeispiele aus der Praxis

Sozialarbeiterin KlientInnenbetreuung
www.happykids.at

18:40h-19:00h
Margit Medwenitsch: Schutz durch Prävention - Wo und wie beginnt Prävention von Gewalt und Missbrauch? Vorstellung eines Arbeitskonzepts mit Fallbeispielen aus der Praxis


Koordination, Prävention, KlientInnenbetreuung
www.baerenstark.at

19:00h-19:20h
Dr. Brigitte Sindelar: Bedrohte Kinderseelen – Zur psychologischen und psychotherapeutischen Dimension des Kinderschutzes

Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychotherapie der Sigmund Freud PrivatUniversität
www.sfu.ac.at

19:20h-19:40h
Dipl. Sozpäd. Olaf Kapella: Prävalenzstudie zum Thema Gewalt in der Kindheit - Ergebnisse
Österreichisches Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien www.oif.ac.at


19:40h-20:00h
Mag. Dr. Vera Weld: Opferrechte, Verjährung, Schadenersatz - Häufig gestellte Fragen. Plädoyer für die Einrichtung eines unabhängigen Dokumentationsarchive Rechtsanwältin
www.vera-weld.com


20:00h-20:20h
Mag. Albert Steinhauser: Umgang der Politik mit sexueller Gewalt zwischen Populismus und Schweigen
Nationalratsabgeortneter und Justizsprecher der Grünen

www.albertsteinhauser.at


20:20h-20:40h
Kurt Ackermann: Eine menschenwürdige Neuregelung des Familienrechts
Team-PAGO
www.kinder-brauchen-beide-eltern.at


20:40h-21:00h
Herbert Szlezak: Das pädokriminelle Netzwerk in Österreich und die Methoden seiner Vertuschung
Vorstand Verein Opferoffensive
www.opferoffensive.at


03.03.2012 Samstag

10.00h-10:20h
Mag. Dr. Rainer König-Hollerwöger: Gesellschaftliche Masken der an Kindern angewandten sexuellen Gewalt - Entdeckung und Bearbeitung

Historiker, Sozial- Sexualforscher, Autor, Kunstschaffender, Präsident von IPS-WIEN
www.ips-wien.at

10:20h-10:40h
Peter Bringmann Henselder: Eine ganz normale Kindheit – Was ein Heimkind als normal erlebt und später als anormal erkennt
Betroffener, Vorstand Bundesinitiative Kinder in Heimen, sowie Vorstand von Aufklärung e.V. (sexueller Missbrauch von Heimkindern)

www.aufklaerung-ev.de


10:40h-11:00h
Angela Kreilinger: Selbsthilfegruppe als Weg

Betroffene, Leiterin SHG-OS
www.shg-os.com


11:00h-11:20h
Dr. Wolfgang Lederbauer: Die UN-Kinderrechtskonvention und die Problematik der Durchsetzung von internationalen Verträgen


11:20h-11:40h
Dr. Wolfgang Lederbauer: Eine kritische Analyse der Diskussionen im Parlament anläßlich der Aufnahme von Bestimmungen über Kinderrechte in die Verfassung

Präsident der Gesellschaft für mehr Menschlichkeit und Bürgerrechte.
www.so-for-humanity.com2000.at

11:40h-12:00h
Walter Plutsch: Kindesmissbrauch in der Form von Mobbing in Kindergarten und Schule
Leiter Selbsthilfegruppe Mobbing
www.antimobbinggesetz-buergerinitiative.at


12:00h-13:20h
Diskussion und Pause

13:20h-13:40h
Martin Stiglmayr: Die österreichische Familienpolitik - nicht einmal menschenrechtskonform?
stv.Landesparteiobmann BZÖ Niederösterreich


13:40h-14.00h
Dr. Robert Holzer: PAS – Die Formen des Eltern-Kind-Entfremdungs-Syndroms
Kinderarzt
www.kindundarzt.at


14:00h-14:20h
Mag. Guido Löhlein: Die Trennungsindustrie - Verschwörung oder Realität?
Vorstand Verein Väter ohne Rechte
www.vaeter-ohne-rechte.at

14:20h-15:00h
Mag. Dr. Vera Weld: Rollenspiel – Vorbereitung auf Musterprozesse von Heimkindern für Entschädigungsklagen
Rechtsanwältin
www.vera-weld.com


15:00h-15:20h
Sepp Rothwangel: Kirche und Missbrauch

Betroffener, Obmann Verein Plattform betroffen.at
www.betroffen.at


15:20h-15:40h
Birgit Karner: Psychiatrie als Täter bei sexuellem Missbrauch?
Präsidentin Bürgerkommission für Menschenrechte
www.cchr.at


15:40h-16:00h
Freia F.C. Weixelbaum: Aspekte der Wahrnehmung, Sensibilität öffentlicher Stellen, und mehr
Vital- und Sexualpädagogik, Körper-, Energie- und Klangheilarbeit
www.back-to-paradise.at

16:00h-17:00h
Diskussion und Pause

17:00h-17:40h
Amer Albayati: Kinderrechte zwischen Immigration und Integration am Beispiel der Muslime in Österreich
Islamexperte, Mitbegründer d. Initiative Liberaler Muslime Österreich- ILMÖ u. der beim Kultusamt beantragten Islamischen-Europäischen Glaubensgemeinschaft in Österrich (IEGÖ)
www.initiativeliberalermuslime.org


17:40h-18:20h
Cengiz Duran: Benachteiligung türkischer (im speziellen alevitischer) Kinder in der Schule
Bundessekretär der islamisch-alevitischen Gemeinschaft in Österreich
www.aleviten.at


04.03.2012 Sonntag


10:00h-21:00h
Videos zum Thema: sexueller Missbrauch, Heimkinder, Pressekonferenzen und Jugendamt.

Musik-Videoclips und Fernsehspots von Top Medien Berlin.

Raum für: Arbeitskreise, Vorstellung von konkreten Projekten, Vernetzung.


Anmeldung ist nur erforderlich, wenn Sie Handouts zu den einzelnen Vorträgen wünschen.

Eintritt Sie sind herzlich willkommen!

Freie Spende,

Info www.shg-os.com


Adresse
Festsaal der Sigmund Freud PrivatUniversität, 2. Stock,
1030 Wien
Schnirchgasse 9a

Rahmen-Programm
Während des gesamten Kongresses: Bücher- und Infotisch, Vernissage, Literatur, Kunst von Betroffenen

Veranstalter SHG Opfersolidarität

Eintritt freie Spende. Buffet gegen freie Spende. Alle Vorträge werden aufgezeichnet und später online gestellt.

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Sonntagsprogramm: 04.03.2012


Einlass 10h

Film 11:00 h – 13:30 h mit anschließender moderierten Diskussion. Franz moderiert.

I won't go quietly

Dokumentarfilm von Anne Sono

81 min

Ist HIV eine Todesdiagnose? Muss man sterben, weil die Experten sagen,
dass man krank werden und sterben wird? Es gibt Menschen, die trotz
dieser Diagnose nicht krank werden, teilweise seit Jahrzehnten nicht.
Was ist das Geheimnis ihrer Gesundheit? Warum erfahren wir nichts von
ihnen? Wir sollten meinen, dass diese Menschen im Zentrum des
medizinischen Interesses stehen und gründlich erforscht werden. Aber das
Gegenteil ist der Fall: sie werden ignoriert, bekämpft, bedroht und
kriminalisiert. Warum? Könnte doch ihr Leben eine Antwort beinhalten,
die uns alle und die Weltgesundheit weiterbringt.



Arbeitskreis zum Thema: Die Wurzel des Übels

Zeit: 13:30 h -15:30 h , Franz moderiert


Aus opfern werden Täter - lässt es sich vermeiden, Täter "heranzuerziehen"? Kinder brauchen Raum - zeitlich und örtlich.



Arbeitskreis zum Thema: EU-Familienrecht

Zeit: 14:00 h - open End (Max. 20h in der sfu )

Leitung: Michael W. Klap Leitung: PID ( Presse- und Informations Dienst - Kinder-brauchen-beide-Eltern AT )

Projekt: Arbeitskreis Europa - Europäisches Familien-Recht

Vorstellung des Projektes und Diskussion zu:

Europäisches Familien-Recht, Chancen, Risiken, Herausvorderungen, Lösungen

Aktuelle politische Situation auf europaischer Ebene, direkte Demokratie ..



Ab 17h-20h

„Top-TV stellt seine Fernseharbeiten zur Aufarbeitung von Heimkindern, sexuellem Missbrauch und Gewalt an Kindern vor.“




Betroffene stellen dar, wie sie künstlerisch Ihre Vergangenheit ausdrücken:


Link zum Lied:

http://de.sevenload.com/sendungen/Top-TV-im-OKB/folgen/6zDVS1X-004-Ein-ganz-normales-Kinderleben-neu


Allg. Infos zu Sonntag:


Am Sonntag bitte keine Kinder mitnehmen! Filme über Missbrauchsopfer können die Kinder triggern!

Am Sonntag finden auch die Arbeitskreise statt an denen jede/r teilnehmen kann.


Das Programm für Sonntag bleibt etwas flexibel. Die Arbeitskreise sollten sich bis Sonntag zusammen gefunden haben und können zum Teil parallel zu einem anderen Programm statt finden.

http://www.shg-os.com/termine.html

Dienstag, 21. Februar 2012

Gutachter in Gerichtsverfahren: Pauschale Gutachterschelte hilft niemandem

BDP nimmt Stellung zur Qualitätssicherung bei gerichtlichen Gutachten

Aufgrund mehrerer Anfragen von Redaktionen und zum Teil irreführenden Veröffentlichungen nimmt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zur Qualitätssicherung bei gerichtlichen Gutachten Stellung. Der Verband ist auf diesem Gebiet seit Jahren aktiv. Er teilt das Anliegen sowohl der Öffentlichkeit als auch insbesondere von Betroffenen, dass Gutachten mit großer Kompetenz und Berufserfahrung erstellt und dabei Verfahren eingesetzt werden, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.

Der BDP widerspricht der Darstellung zum Beispiel in der „Süddeutschen Zeitung“, wonach jeder Beliebige mit und ohne Qualifikation in Deutschland Gutachten erstellen dürfe. „Sich anbieten kann in der Tat jeder“, so der Vorsitzende der Sektion Rechtspsychologie, Prof. Dr. Denis Köhler, allerdings sollte er dazu Unterlagen über seine Qualifikation und Berufserfahrung einreichen und wird vom Gericht dann entweder auf die Gutachterliste des jeweiligen Gerichts gesetzt oder nicht.“ Unter den Kandidaten wie unter denen, die schließlich auf den Listen landen, seien bei weitem nicht nur Psychologen, sondern vor allem auch Ärzte, Pädagogen oder Sozialarbeiter oder sogar Heilpraktiker.Für die Auswahl eines kompetenten rechtspsychologischen Sachverständigen hat der BDP ein Register zertifizierter Rechtspsychologen online gestellt. Alle Gerichte können auf dieses besonders qualifizierte Reservoir zugreifen. Sie sind zudem gehalten, fallbezogen die Sachkunde eines Gutachters zu prüfen. „Sie müssen es halt nur tun“, sagt Köhler.

Die Darstellung einzelner Fälle, in denen Menschen durch unsachgemäße Gutachten unendliches Leid zugefügt worden sei, erwecke in der Öffentlichkeit den falschen Eindruck, dass reihenweise unqualifizierte rechtspsychologische Gutachter berufen würden, die dann auch noch mehrheitlich Verfahren einsetzten, die wissenschaftlichen Ansprüchen nicht standhalten. „Dem ist nicht so“, betont der Sektionsvorsitzende, „auch wenn ich nicht ausschließen kann das Gerichte bisweilen schlechte oder ungeeignete Gutachter bestellen.“

Damit dies immer seltener geschieht, bietet der Verband Psychologen die Chance, sich zum Fachpsychologen für Rechtspsychologie weiterzubilden. Es gibt auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Richter auf diesem Gebiet.

„Sehr gerne beteiligt sich die Sektion Rechtspsychologie an einem Qualifizierungsangebot für Juristen, um ihnen eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl sachkundiger Gutachter zu geben.“

Für die Qualitätssicherung bei gerichtlichen Gutachten hat die Föderation Deutscher Psychologenverbände bereits 1987 Richtlinien zur Erstellung von Gutachten erarbeitet. Sie sind eingebettet in die allgemeinen Ethischen Richtlinien der Föderation, in denen Grundsätze wie beispielsweise größtmögliche Sorgfalt und wissenschaftliche Fundierung gefordert werden. Gutachter haben danach die Aufgabe, spezielle Qualitätsanforderungen in ihrem Bereich (z.B. Familienrecht oder Strafrecht) zu erfüllen und sich fachlich auf dem aktuellen Wissensstand zu halten. Psychologen sind aufgefordert, nur die Dienstleistungen zu erbringen, für die sie kompetent sind. „Die Ausbildung zum Rechtspsychologen sichert diese Kompetenz in besonderem Maße“, betont Köhler, „sie könne sich aber auch durch andere kontinuierliche Fortbildungen, akademische Abschlüsse (z.B. Master of Science in Psychology and Law) sowie Berufserfahrung in bestimmten Arbeitsfeldern, wie z.B. bei der Jugendhilfe, psychiatrischen Kliniken oder im Straf- und Maßregelvollzug, entwickeln“.

Als Berufsverband der Psychologen und damit eines Freien Berufes unterstreicht der BDP die primäre Eigenverantwortung des Berufsstandes für die Qualitätssicherung und die kontinuierliche fachliche Fortbildung. Beschwerden über mangelnde Qualität oder andere Verstöße werden von einem Schieds- und Ehrengericht des Verbandes im Rahmen seiner Zuständigkeit bearbeitet. „Dazu benötigen wir keine Kammer für rechtspsychologische Gutachter, keinen politischen Druck und keine strengeren Kriterien“, erklärt Köhler.

Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2,
10179 Berlin
Tel. 030 - 209 166 620
Fax: 030 - 209 166 680
e-mail: info@bdp-verband.de

http://www.bdp-verband.org/bdp/presse/2012/03_gutachter.html

P.S. Ganz so Unrecht haben sie nicht. Es liegt immer am Richter welcher Gutachter bestellt wird. Viel zu oft werden daher Gutachter beauftragt, die Gutachten auf Bestellung fertigen, damit der Richter zu dem von ihm gewünschten Ergebnis gelangen kann. Im Fall meiner Enkeltochter und in vielen anderen mir bekannten Fällen, konnte man anhand der Fragestellung des Richters bereits das Ergebnis des Gutachtens vorhersagen. Trefferquote 100 %

Mannheim: Fall Marcel: Jugendamt weist Verantwortung zurück



Im Prozess um den Hungertod des kleinen Marcel fühlt sich das Mannheimer Jugendamt nicht in der Verantwortung. Alle «Regularien und Abläufe» seien von den Mitarbeitern eingehalten worden, sagte der damalige stellvertretende Behördenleiter am Montag vor dem Landgericht Mannheim. «Wir konnten kein Fehlverhalten feststellen.»


Die Mutter des durch eine Erbkrankheit schwerbehinderten Kindes hatte Anfang Februar bereits gestanden, dass sie ihren Sohn absichtlich verhungern ließ, um ihm weiteres Leid zu ersparen. Das Kind war im Mai 2010 an den Folgen von Mangelernährung und völliger Verwahrlosung in einem Mannheimer Krankenhaus gestorben.

Der Anwalt der Frau macht das Jugendamt für den Tod des Kindes mitverantwortlich. Ihm zufolge hat es immer wieder Hinweise auf Vernachlässigungen gegeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sowie zwei Mitarbeiter eines freien Trägers wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Sie hatten die 30-Jährige und ihre drei Kinder jahrelang betreut, damit sich die Angeklagte um den schwerkranken Sohn kümmern konnte.


Laut Anklage hatte die dreifache Mutter den Mitarbeitern der Familienhilfe den Zugang zu ihrem kranken Sohn verwehrt - meist mit der Ausrede, dass der Junge gerade schläft. Die Frau selbst gestand ein, dass sie mit der Pflege komplett überfordert gewesen sei. «Ich wollte vermeiden, dass sie sehen, dass ich Schwierigkeiten habe». Sie habe befürchtet, das Jugendamt nehme ihr dann das Kind weg. «Ich hatte immer Angst, dass er weg muss.»



Der Anwalt der angeklagten Mutter stellte zudem einen Befangenheitsantrag gegen einen der Gutachter, dem er zu große Nähe zum Jugendamt unterstellte. Der Sachverständige sei früher Leiter des Landesjugendamtes Baden gewesen und deshalb ein «einseitiger Interessenvertreter» der Behörde.


Am Nachmittag sollten die Abteilungsleiterin des Jugendamtes sowie der frühere Lebensgefährte der Angeklagten vernommen werden, der der Vater der Kinder ist. Seine inzwischen verstorbene Großmutter hatte den Stein ins Rollen gebracht und die Behörden verständigt.


Montag, 20. Februar 2012

OLG Brandenburg und AG Oranienburg gefährden seit fast 7 Jahren das Wohl von Leonie Wichmann, aber niemand setzt dem Treiben ein Ende....

Im Rahmen der Entscheidung über die Umgangskontakte muß immer ein Ausgleich zwischen der Stabilisierung des Kindes auf der einen Seite und der Annäherung der Familie berücksichtig werden.

Die Häufigkeit der gewährten Umgangstermine darf nicht zum faktischen Umgangsausschluss führen. Dies gilt gerade auch bei Kindern, die in Pflegefamilien leben.

1. Sachverhalt

Ein Vater streitet mit dem Jugendamt über den Umfang seines Umgangsrechts. Das Kind, Jahrgang 2007, lebt in einer Pflegefamilie. Der Vater hatte vorher versucht das alleinige Sorgerecht für das Kind zu erhalten. Dies war ihm im Ergebnis verwehrt worden. Der Vater wollte Umgangsrecht mit dem Kind erhalten.

Das Jugendamt teilte dem Antragsteller Mitte Februar 2010 mit, dass ihm allenfalls ein Umgangsrecht einmal in 3 Monaten gewährt werden könne, da ein Umgang für die Entwicklung des Kindes nicht für förderlich gehalten werde. Daraufhin beantragte der antragstellende Kindesvater im vorliegenden Verfahren, ihm ein Umgangsrecht mit seinem Sohn an jedem Samstag im Monat in der Zeit von 10:00 bis 12:00 Uhr beziehungsweise einmal in der Woche für 2 Stunden einzuräumen. Zur Begründung führte er aus, dass weder durch seine Persönlichkeit noch durch sein Verhalten das Kindeswohl gefährdet sei und er als Vater ein Recht habe, seinen Sohn zu sehen und Umgang mit ihm zu pflegen. Dies sei besser möglich, wenn er unbegleiteten Umgang mit seinem Sohn habe. Er habe sich zu keinem Zeitpunkt eines Übergriffes oder auch nur einer Schädigung des Kindes schuldig gemacht. Das Amtsgericht gab dem Kindesvater Umgangskontakte viermal im Jahr. Zusätzlich dürfe er brieflich Kontakt zu seinem Kind aufzunehmen und regelmäßig Fotos von sich übermitteln. Dagegen legte der Kindesvater Beschwerde ein. Er verlangt nunmehr, daß ihm mindestens ein Mal in der Woche das Umgangsrecht eingeräumt werde. Auch dieses lehnte das Jugendamt ab.

2. Rechtlicher Hintergrund

Regelungsgrundlage für das Umgangsrecht ist § 1684 BGB, wonach sowohl das Kind selbst einen Anspruch auf Umgang mit seinem leiblichen Vater als auch umgekehrt dieser mit seinen Kind hat. Dies gilt auch dann, wenn den Eltern oder einem Elternteil das Sorgerecht entzogen worden ist und der Vormund das Kind in eine Dauerpflegefamilie gegeben hat (OLG Hamm in: FamRZ 2011, S. 1668).

3. Beschluss des OLG Hamm vom 20.02.2011 (Az.: II - 8 UF 227/10)

Das OLG gab der Beschwerde des Kindesvaters teilweise statt und gewährte ihm ein monatliches Umgangsrecht. Das Umgangsrecht dürfe nur eingeschränkt werden, wenn dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

a) Der Umgangsausschluss ist nur als Maßnahme zur Abwendung einer konkreten gegenwärtigen Gefährdung der körperlich und geistigen Entwicklung des Kindes möglich. Auch wenn das Kind bei einer Pflegefamilie lebe, dürfe dies nicht dazu führen, dass der Kontakt zu den leiblichen Eltern abbricht. Weiter führt das OLG aus:
"Denn grundsätzlich handelt es sich bei einer Inpflegenahme von Kindern nur um eine vorübergehende Maßnahme, die zu beenden ist, sobald die Umstände dies erlauben. Alle Durchführungsmaßnahmen im Rahmen der Inpflegenahme müssen mit dem anzustrebenden Ziele der Zusammenführung von leiblichen Eltern mit ihren Kindern im Einklang stehen (...). Hieraus folgt zugleich, dass den Vormund mit Beginn der Inpflegemaßnahme die Verpflichtung trifft, stets zu prüfen, ob eine Familienzusammenführung möglich ist und durch welche Maßnahmen diese erleichtert und gefördert werden kann. Einer wachsenden Entfremdung zwischen leiblichen Eltern und ihren Kindern ist entgegenzuwirken. Nur im Interesse der Wahrung der Kindesbelange ist es dem Staat als Wächter über das Kindeswohl gestattet, derartige schwerwiegende Eingriffe in das verfassungsrechtlich garantierte Elternrecht gemäß Artikel 6 II Satz 1 GG vorzunehmen".

b) Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass der Kindesvater derzeit keine Beziehung zu dem Kind aufgebaut habe. Dies soll erst durch die Umgangskontakte geschehen. Darüber hinaus berücksichtige das Gericht auch die Feststellungen aus dem Sorgerechtsverfahrens. In diesem war die generelle Ungeeignetheit des Vaters zur Erziehung und Betreuung festgestellt worden. Trotz allem führe die Regelung des Amtsgerichts in der Realität zum Umgangsausschluss. Dies sei nicht angebracht. Dazu führt das OLG weiter aus:

"Obwohl mithin generell auf einen längeren Zeitraum hin gesehen eine Aufnahme des Kindes L2 in den väterlichen Haushalt - zumal bei realistischer Einschätzung der künftigen Entwicklung unter Berücksichtigung seiner immer enger werdenden Bindungen an die Pflegefamilie und dem damit voraussichtlich einhergehenden Erfordernis für eine Verbleibensanordnung - kaum zu erwarten ist, erscheint jedoch andererseits ein völliger Ausschluss des Umgangs gegenwärtig nicht gerechtfertigt, ebenso jedoch auch dessen Einschränkung auf ein Maß, welches tatsächlich einem Ausschluss sehr nahe kommt. Vielmehr ist ein - vorsichtig angebahnter und zunächst behutsam durchgeführter - Kontakt dringend erforderlich, um dem bestehenden "Fremdsein" zwischen Vater und Kind entgegenzuwirken und langfristig eine Beziehung aufzubauen, die grundsätzlich zu der Erfahrung der Abstammung L2s vom Antragsteller führen kann (...)"

c) Ausführlich beschäftigte sich das OLG auch mit der Situation des Kindes in der Pflegefamilie, in welchem es zum einen Stabilität erhalten soll und zum anderen werde eine Eltern-Kind-Beziehung aufgebaut. Gerade ein junges Kind von 4 Jahren benötige ein Stabiliät und dürfe nicht zur Verunsicherung führen. Die Situation für das Kind wird wie folgt beschrieben.

"Die Herauslösung eines Pflegekindes aus einer Pflegefamilie, in der es durch längeren Aufenthalt verwurzelt ist, ist deshalb mit dem Kindeswohl nur zu vereinbaren und nur zulässig, wenn sie ohne die Gefahr einer erheblichen und nachhaltigen Störung der Kindesentwicklung durchgeführt werden kann. Dabei kann allein schon durch zu intensive Umgangskontakte mit dem leiblichen Vater, bei dem zu befürchten ist, dass er seine Vaterrolle gegenüber dem erst vierjährigen Kind herausstreicht und damit die Position des Kindes in der Pflegefamilie - bewusst oder auch nur unbewusst - infrage stellt, das Kindeswohl gefährdet sein. Ein Kind im Alter von 4 Jahren braucht eine feste Bindung. Wenn es - aus seiner kindlichen Vorstellungswelt heraus - befürchten muss, dass es aus seiner sozialen Familie herausgenommen und zu einem ihm völlig fremden "Vater" übersiedeln muss, wird es in seiner Entwicklung erheblich gefährdet. Diese Angst vor einer Herausnahme kann bei dem Kind bereits entstehen, ohne dass dies von dem Antragsteller ausdrücklich ausgesprochen oder aktuell letztendlich gewollt wird. Ohne diese Einsicht steht das Kindeswohlinteresse auch auf längere Sicht einem unbegleiteten Umgang des Antragstellers mit seinem Kind entgegen. Das Kind befindet sich im Alter von nunmehr vier Jahren weiterhin in einer entscheidenden Entwicklungsphase, hat seine festen sozialen Bindungen gewonnen und kann auf diese aufbauend nunmehr langsam seine Umwelt erfahren, braucht jedoch noch ständig zur eigenen Rückversicherung diese nahe Bindungen. Dies ergibt sich gerade daraus, dass auch nach den Beobachtungen des Sachverständigen das Kind während der Umgangskontakte mit dem Antragsteller ständig den Kontakt zu seiner Pflegemutter sucht. Eine Kappung dieser Bindung zum jetzigen Zeitpunkt - und sei es auch nur über einen Zeitraum von mehreren Stunden - würde dem Kindesinteresse entgegenlaufen. Eine unkontrollierte Überlassung des Kindes an eine Person, zu dem das Kind bisher keine enge Beziehung und kein Vertrauen hat aufbauen können, für einen Zeitraum von mehreren Stunden würde lediglich zu einer Verunsicherung des Kindes und zur Gefahr des Verlustes seiner sozialen Bindungen und damit zu einer Gefährdung seiner allgemeinen Sozialisation mit den sich möglicherweise daraus ergebenden schwerwiegenden Folgen führen."

Trotz allem sei es notwendig, dass Vater und Kind die Möglichkeit erhalten, sich anzunähern
. Dazu bedarf es mehr Umgangstermine als einmal im Vierteljahr.

4. Fazit

Die Situation für Eltern und Kinder, die getrennt leben (müssen) ist äußerst schwierig. Selbst wenn die Gerichte unterstellen, dass die Kinder bis zur Volljährigkeit in Pflegefamilien leben werden, müssen Umgangstermine mit den leiblichen Eltern möglich sein. Die Häufigkeit muss dem Kind auf der einen Seite die Möglichkeit geben, eine Stabilität zu erhalten, und auf der anderen Seite muß eine Annäherung möglich sein. Das Gericht hält daher ein einmonatliches Umgangsrecht für 2 Stunden (!) für angemessen. Ob sich daraus wirklich eine Beziehung entwickeln kann, ist dagegen äußerst fraglich. Vielmehr wird man darauf aufbauend die weiteren Umgangskontakte ausweiten müssen.

5. Quelle

Der Beschluss ist unter http://www.justiz.nrw.de/ses/nrwesearch.php abrufbar.

Für Fragen zu diesem oder anderen Themen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Einen Beratungstermin können Sie gerne hier vereinbaren.
Rechtsanwalt Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
Breite Str. 147 – 151
50667 Köln

Tel.: 0221/ 272 4745
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Samstag, 18. Februar 2012

Wels/Österreich: Baby Jonas ist endlich wieder daheim




Das Tauziehen um Baby Jonas ist zu Ende. Gestern, 15.53 Uhr, Bezirkshauptmannschaft Wels-Land: Ann-Kathrin, die Mutter des einjährigen Buben, darf ihren kleinen Liebling endlich wieder ganz fest an sich drücken. „Ich bin so glücklich, ich kann es gar nicht fassen“, sagt die 18-Jährige und hat dabei Tränen in den Augen.

Oma Heidi ist auch ganz besorgt, wickelt Jonas in eine blaue Kuscheldecke und legt ihm seinen weißen Plüschhasen „Bennie Bunny“ in die Hand. „Jetzt ist der Bub wieder da, wo er hingehört, bei uns“, freut sich die 50-Jährige. Zwei Monate musste das Baby bei Pflegeeltern wohnen.
Das Jugendamt hatte Ann-Kathrin ihren Sohn am 15. Dezember 2011 weggenommen, kurz vor Weihnachten. Mit der Begründung, dass die junge Mutter mit der Erziehung überfordert gewesen sei.



Oma Heidi bat daraufhin den Linzer Anwalt Roland Gabl um Hilfe. Der brachte beim Bezirksgericht Lambach eine Klage gegen die Entscheidung des Jugendamtes ein – und bekam Recht. Die Wegnahme des Buben sei rechtswidrig gewesen, so Richter Karl Sturmayr.
Ausschlaggebend für das Urteil war ein Gutachten von Jugendpsychiater Werner Gerstl, der feststellte, dass Jonas von seiner Mutter in keinster Weise vernachlässigt worden sei.
Jetzt schien alles rasch zu gehen. Ann-Kathrin wollte ihren Sohn noch am Donnerstagabend bei der Bezirkshauptmannschaft abholen, doch Silvia Leeb, die Leiterin des Jugendamtes legte sich quer. Zuerst müsse einiges geklärt werden. Das geschah gestern um 11 Uhr. In einer eineinhalbstündigen Besprechung – anwesend waren Ann-Kathrin, ihre Mutter Heidi, Silvia Leeb vom Jugendamt und Sozialarbeiterin Elisabeth Bäck – wurden alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt. Und um 15.53 Uhr durfte Ann-Kathrin Jonas endlich in die Arme nehmen. Die 18-Jährige hat nun wieder das Sorgerecht für den Buben.

Allerdings muss sie regelmäßige Besuche des Jugendamtes zulassen und eine ambulante Familienbetreuung in Anspruch nehmen. „Ann-Kathrin muss sich in ihrer Rolle als Mutter entwickeln. Das geht nicht von heute auf morgen“, betont Leeb. „Wir schaffen das, gemeinsam“, sagt Jonas’ Oma Heidi. In den nächsten Tagen soll das Baby erst einmal zur Ruhe kommen. Dann will die Familie Weihnachten nachfeiern – weil sie das Fest ohne Jonas verbringen musste. Mit Christbaum, Packerl und allem, was halt dazugehört. „Ich bin sicher, Jonas wird große Augen machen“, strahlt Ann-Kathrin.



http://kurier.at/nachrichten/oberoesterreich/4485344-baby-jonas-ist-endlich-wieder-daheim.php

Wenn die Polizei bei Ihnen eine Hausdurchsuchung durchführt, schätzen Sie sich insofern glücklich, als ein unabhängiger Richter diese Maßnahme bereits im Vorhinein abgesegnet und den Schutz Ihrer Grundrechte überprüft hat. Nimmt Ihnen das Jugendamt wegen „Gefahr im Verzug“ Ihr Kind weg, kann es im Nachhinein Monate dauern, bis die Justiz dieses Vorgehen bewertet. So ist es im „Fall Jonas“ zu begrüßen, dass der Familienrichter rasch binnen acht Wochen (inklusive Gutachten) eine Entscheidung herbeiführte. Und dabei das Jugendamt in seine Schranken verwies: In der „Strafzettel-Causa“ scheint die Abnahme des Buben überzogen gewesen zu sein.










Ilse Krumpöck - Findelkinder

Dieser Roman spielt in drei Zeitebenen. Einerseits beschäftigt er sich mit den „hinweggelegten“ Kindern des 18. Jahrhunderts und basiert gleichzeitig auf der Tatsache, dass zahlreiche Säuglinge aus der Gebär- und Findelanstalt, die Josef II. für die „schamlosen Armen“ in Wien errichten ließ, ins Waldviertel in Pflege kamen. Meist waren es ledige Dienstmägde vom Land, die gegen Putz- und Ammendienste die kostenlose und anonyme Geburt in Wien in Anspruch nahmen, aber auch Damen der Gesellschaft, die verschleiert durch das „Schwangertor“ Einlass fanden.


Damit sollte dem relativ häufigen Kindsmord entgegen gewirkt werden. Die Schützlinge dieser Anstalt mussten gleichzeitig den Impfstoff für die damals überall grassierenden Pocken liefern. Sie konnten fast nur ins Waldviertel zu Pflegefamilien vermittelt werden, weil hier das Lohnniveau im Verhältnis zu anderen Teilen der k. k. Monarchie relativ niedrig und ihr Kostgeld als Zubrot für die sozial benachteiligten Bauern äußerst willkommen war. Dennoch starben die Säuglinge „wie die Fliegen“.





Freitag, 17. Februar 2012

Da kann das OLG Brandenburg etwas lernen - rechtliches Gehör für Kinder... und Erwachsenenkonflikte sind nicht auf dem Rücken der Kinder auszutragen!

Vorbei die Harmonie, vorbei das Familienglück. Für den sechsjährigen Klaus* aus Zarrentin bricht eine Welt zusammen, als die Eltern plötzlich getrennte Wege gehen. Das alleine ist schon schlimm genug für den Jungen. Doch Mutter Jutta und Vater Harald H.* setzen noch einen drauf und tragen einen Kampf vor Gericht aus. "Der Leidtragende ist dann in aller Regel das Kind", sagt Silke Mensch. Die Sozialpädagogin vom Internationalen Bund begleitet als Verfahrensbeistand des Amtsgerichtes Hagenow Kinder während des oft langwierigen Elternstreits um das Umgangsrecht. Und der könne ein Jahr und länger dauern.

Nur einmal im Monat soll der Vater seinen Sohn Klaus sehen dürfen, ginge es nach der Mutter. Und das auch nur in Begleitung. "Weil er Drogen nimmt und sich eh nicht ums Kind kümmert", begründet Jutta H. ihre Forderungen. Das lässt sich ihr künftiger Ex-Mann nicht bieten. Er schaltet einen Rechtsanwalt ein, der zunächst versucht, die Eltern außergerichtlich an einen Tisch zu bekommen.

Im Bereich des Amtsgerichtes Hagenow funktioniert das mittels eines "Kooperationspapiers zum Wohle des Kindes", welches von Mutter oder Vater ausgefüllt werden muss. Dieses zwingt sie, erste Gespräche etwa mit dem Jugendamt zu führen. "Sie sollen miteinander reden, um gemeinsam die beste Lösung fürs Kind zu finden", erklärt Ulrich Görn vom Fachdienst Jugend in Ludwigslust. Schließlich gehe es nicht darum, um jeden Preis einen Krieg zu gewinnen.

Nicht so zwischen Jutta und Harald H.. Auch Klaus’ Mutter zieht jetzt einen Anwalt hinzu, während der Vater den Schritt vors Gericht setzt. Er stellt einen Umgangsantrag beim Familiengericht Hagenow, womit auch Klaus das erste Mal vor einen Richter gezerrt wird. Ein Tag vor dem Erörterungstermin hört der Familienrichter zusammen mit dem Verfahrensbeistand Kinder ab drei Jahren an. Spielerisch nähert sich Familienrichter Michael Dallmann dem sechsjährigen Klaus, um mehr über die familiären Hintergründe zu erfahren. Verfahrensbeistand Silke Mensch an seiner Seite. Mit Fingerpuppen versucht sie, mehr über die Familie zu erfahren. "Die Situation des Kindes wird von den Eltern meist nicht beachtet", sagt Pädagogin. Hin- und hergerissen befinden sich die Kleinen in einem Loyalitätskonflikt, fühlen sich selbst schuldig an der Situation. "Dabei sind sie in den Anhörungen gleichzeitig voller Hoffnung, dass die Eltern wieder zusammenfinden."Ergebnis des ersten Gerichtstermins: Einmal im Monat darf Harald H. seinen Sohn nun sehen, in Begleitung der Mutter. Doch selbst die begrenzte Zeit hält Jutta H. nicht ein. Immer wenn es zum Treffen kommen soll, ist Klaus angeblich krank. Außerdem stellt sich bei den ersten vereinbarten Terminen bei der Familienberatung heraus, dass die Eltern überhaupt nicht miteinander umgehen können. Zwei Monate später reicht es Harald H.. Er verliert die Geduld, geht erneut zu seinem Anwalt, weil es nicht klappt mit dem Umgangsrecht. Alle Beteiligten müssen vier Wochen später nochmal vor Gericht erscheinen - auch Klaus zu seiner Anhörung einen Tag vor der Verhandlung. Streit, Hin- und Hergezerre, keine Einigung. Ein Umgangspfleger kommt ins Spiel. Per Gerichtsbeschluss soll dieser sich nun einklinken. Franz Daetz ist so ein Pfleger, der etwa sechs Monate Kontakt zum Kind, zu den Eltern und deren Anwälten hält. "Wir versuchen, nochmal alle an einen Tisch zu holen", erklärt der Rechtsanwalt. "Wenn der Umgang nicht einvernehmlich klappt, droht ein Ordnungsgeld." Parallel dazu wird ein Sachverständigengutachten angefertigt - bis dann nach drei bis sechs Monaten der nächste Gerichtstermin ansteht, vor dem auch Klaus erneut angehört wird. Eine Belastung für jedes Kind, weiß Silke Mensch. "Deshalb sollten die Probleme der Eltern nicht auf dem Rücken des Kindes ausgetragen werden." Ende offen.

*Namen der Familie geändert

http://www.nnn.de/nachrichten/home/top-thema/article/111/eheaus-sechsjaehriger-vor-dem-richter.html

Hamburg: 40 Pflegeeltern mit Suchtproblemen? - Der Senat kannte die Probleme im Jugendamt - Frau Wolters verantwortlich für den Tod von Kindern?




Nach dem tragischen Tod einer Elfjährigen gerät nun auch die Regierung unter Druck. Die Senatskanzlei kannte die Probleme im Jugendamt.





Im Fall der beurlaubten Jugendamtsleiterin im Bezirk Mitte, Pia Wolters, gibt es eine überraschende Wendung. Bislang hatte der Senat suggeriert, mit der Personalie nichts zu tun gehabt zu haben. Zuletzt hatte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) dementiert, dass Ex-Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) ihn um Mithilfe bei der Ablösung von Wolters gebeten habe.



Als Konsequenz aus dem Methadon-Tod der elfjährigen Chantal wurde die umstrittene Leiterin des zuständigen Jugendamtes, Pia Wolters, von ihren Aufgaben entbunden.


Umfeld des Bürgermeisters kannte die Probleme im Jugendamt

Wie der Senat aber jetzt in seiner Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der CDU antworten musste, hat er sehr wohl von den Bemühungen Schreibers gewusst. Schon vor Monaten hat es ein Gespräch zwischen dem Bezirksamtsleiter und dem Chef der Senatskanzlei, Christoph Krupp (SPD), gegeben.




Also wusste man im unmittelbaren Umfeld von Bürgermeister Olaf Scholz, dass Schreiber Wolters für inkompetent hielt. Krupp wusste das wohl ohnedies längst. Denn er war Bezirkamtsleiter in Bergedorf, als dort im Jahr 2004 die kleine Michelle tot aufgefunden wurde– in einer völlig verwahrlosten Wohnung und unter der Aufsicht des Jugendamtes. Damals für das Jugendamt verantwortlich: Pia Wolters.


Kurz danach wechselte sie in den Bezirk Mitte. Schreiber hatte nach dem Methadon-Tod der elfjährigen Chantal gesagt, dass er Wolters schon 2009 nach dem Tod des Babys Lara Mia für nicht kompetent gehalten, aber keine andere Stelle für sie gefunden habe.




Man sei sehr erstaunt über die Antworten des Senats, sagte CDU-Jugendpolitiker Christoph de Vries. „Man muss fragen, wieso der Öffentlichkeit diese Information durch Markus Schreiber und den Senat vorenthalten wurde. Gibt es hier etwas zu verbergen?“



Jugendhilfeexperte warnte den Bürgermeister vor ähnlichen Fällen




Senatssprecher Christoph Holstein bestätigte zwar das Gespräch, äußerte sich aber nicht weiter dazu. Auch auf eine andere, für SPD-Bürgermeister Olaf Scholz heikle Frage gab Holstein eher schmallippig Auskunft. In einem Vermerk, den Jugendhilfeexperten Thomas Böwer im März 2011 im Auftrag von Scholz verfasste, warnte er, dass es „ähnliche Fälle wie den der kleinen Lara Mia“ geben könne, also Kinder, die in staatlicher Obhut sterben müssten, wenn das System nicht rasch reformiert werde.



Auf die Frage, ob es in Kenntnis dieser Einschätzung ein Fehler gewesen sei, das System nicht sofort auf den Prüfstand zu stellen, sagte Holstein: „Schon im August wurde berichtet, dass ein Vorstoß der Sozialbehörde, die Hilfen zur Erziehung umzukrempeln, auch auf den Vermerk zurückzuführen sei.“






Thomas Ritzenhoff, Bezirksamtsleiter von Hamburg-Wandsbek präsentierte heute die Auswertung der Akten. Demnach gibt es in 40 Fällen Hinweise auf Suchtprobleme bei den Pflegeeltern.



http://www.welt.de/regionales/hamburg/article13871642/Der-Fall-Chantal-erreicht-das-Hamburger-Rathaus.html

Donnerstag, 16. Februar 2012

Gegen Kindesmissbrauch... First Of The Year (Equinox) - Skrillex [OFFICIAL]



Das sollten wir unseren Kindern auch beibringen....

Experten nehmen Jugendamt Berlin - Pankow ins Visier


Nach dem Tod der kleinen Zoe aus Weißensee hat das Jugendamt Pankow die Geschwister der Zweijährigen ins Heim gebracht. Der Mutter, Melanie S. (25), wurde die Vormundschaft entzogen.
Am 31. Januar war Zoe an einer Bauchfell-Entzündung als Folge eines Darmrisses gestorben, obwohl die Familie seit Oktober von zwei Familienhelferinnen zehn Stunden pro Woche betreut worden war. Nun sollen Experten aus einem anderen Berliner Jugendamt die Fehler-Analyse in Pankow vornehmen. Bei der Senats-Jugendverwaltung wird darüber hinaus diskutiert, unabhängige Fachleute außerhalb der Jugendämter zu engagieren, um die offensichtlichen Versäumnisse aufzuarbeiten.


Am Abend beschäftigte sich der Pankower Jugendhilfeausschuss mit dem traurigen Fall. Die Abgeordneten wollten fragen, warum die Mitarbeiter des mit der Betreuung beauftragten freien Trägers das Kind trotz seiner Schmerzen nicht zum Arzt gebracht hatten. Ähnliches gilt für den nicht entdeckten Armbruch ihres Bruders. SAL


Eine verschorfte Platzwunde am Kopf, ein blau geschlagenes Auge. Entsetzt starrt Zoe (†2) in die Kamera. Das traurige Bild entstand zwei Monate vor dem Tod des kleinen Mädchens. Also zu einer Zeit, in der die Familie längst durch das Jugendamt betreut wurde. Trotzdem will dort niemand etwas von Gewalt-Attacken gegen Zoe oder die anderen Kinder der Mutter bemerkt haben.


„Wenn die Familie zehn Stunden pro Woche betreut worden ist, muss aufgeklärt werden, wieso die Gefahr nicht gesehen wurde“, sagte Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) im RBB-Inforadio. Auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) fordert eine schonungslose Aufklärung. Die kleine Zoe aus Weißensee war in der Nacht zu Dienstag an den Folgen eines Darmrisses gestorben (KURIER berichtete). Ein Schlag könnte die Verletzung verursacht haben, an der Bauchdecke des Kindes sind blaue Flecken entdeckt worden.

Zoes Mutter Melanie S. (25) redet sich aus der Verantwortung. Sie soll die Schuld auf ihren Freund Matthieu K. (24) geschoben haben. Er habe die Kinder geschlagen, soll die Hartz-IV-Empfängerin der Polizei gesagt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Melanie S. und deren Freund wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge. Die Familie steht seit Oktober unter Betreuung, wurde vom Jugendamt an einem geschützten Ort untergebracht.

Geschwister des toten Mädchens, ein Bruder (4) und eine Schwester (2 Monate), ließ man zur Sicherheit untersuchen. Ärzte fanden Hämatome und bei einem Kind einen gebrochenen Arm, der nicht von einem Unfall stammen soll. Das zuständige Jugendamt Pankow will von den Verletzungen der Kinder nichts gewusst haben.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Landkreis Oberhavel: Mutter erstickt Baby nach der Geburt

Eine 28-jährige Mutter aus HohenNeuendorf (Oberhavel) soll ihr neugeborenes Baby getötet haben. Die Polizei entdeckte das tote Mädchen in einer Plastiktüte auf dem Grundstück der Eltern der Frau.

Nach ersten Ermittlungen erstickte das Baby. Die Mutter wird des Totschlags verdächtigt. Gegen die Frau ist gestern Nachmittag Haftbefehl erlassen worden. Gegen Meldeauflagen bei der Polizei wurde er aber gleich wieder außer Vollzug gesetzt. Das sagte gestern der Direktor des Oranienburger Amtsgerichtes, Olaf Adamus, auf Nachfrage.

Wie Lolita Lodenkämper von der Staatsanwaltschaft Neuruppin mitteilte, ist die junge Mutter, die bereits zwei Kinder im Alter von fünf und neun Jahren hat, bisher völlig unbescholten. Auch beim Jugendamt sei sie nicht aufgefallen, sagte die Oberstaatsanwältin.

Die 28-jährige Frau war bereits am vergangenen Freitag mit starken Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Ärzte stellten bei der Untersuchung fest, dass sie kurz zuvor entbunden hatte. Die zweifache Mutter, die mit ihren Kindern in einer Einliegerwohnung im Einfamilienhaus ihrer Eltern lebt, gab im Krankenhaus zunächst an, von der Schwangerschaft nichts bemerkt zu haben.

Die Polizei wurde eingeschaltet, und die Mordkommission übernahm im Auftrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin die Ermittlungen gegen die Mutter wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes. Die 28-Jährige räumte dann in der polizeilichen Vernehmung ein, dass sie vor einigen Tagen entbunden hatte und das Neugeborene auf dem Grundstück ihrer Eltern in einer Plastiktüte abgelegt habe. Die Polizei suchte das Grundstück ab und entdeckte dort den Leichnam eines Neugeborenen.

Die am Montag durchgeführte Sektion des Mädchens ergab, dass der Säugling normal entwickelt und lebensfähig war. Das Neugeborene sei erstickt worden. Von dieser Todesursache geht die Staatsanwaltschaft zumindest zum jetzigen Zeitpunkt aus. Weitere Untersuchungen müssten aber noch folgen und seien angeordnet, heißt es bei der Staatsanwaltschaft in Neuruppin. „Vor diesem Hintergrund ist die junge Frau des Totschlags jedoch dringend verdächtig“, teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei in einer gemeinsamen Erklärung mit. (Von Jan Simon)

http://brandenburg.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/index.media.!etc!medialib!rbb!rbb!aktuell!aktuell_20120214_baby.html

ZDF - Markus Lanz Mi 15.02.2012 23:15 - 0:30 Uhr - "Fall Chantale ist kein Einzelfall"


U. a. Der "Fall Chantal"
Moderator und Theologe Peter Hahne

ZDF Mi 15.02.2012 23:15 - 0:30 Uhr

Der "Fall Chantal" aus Hamburg sorgt bundesweit für Entsetzen und Peter Hahne fragt sich, wie es sein kann, dass das Jugendamt ein Kind zu Pflegeeltern gibt, die eine Drogenvergangenheit haben und sich in einem Methadonprogramm befinden. Darüber schrieb er zwei Kolumnen, die ihm mehrere hundert Reaktionen von Lesern bescherten. Hahne ist sich sicher: "Chantal ist kein tragischer Einzelfall, viele Leser schilderten schlimme Zustände." Der Moderator und Theologe meint, dass die "Tragödie Chantal" auch ein genereller Skandal für die Jugendämter sei. Bei "Markus Lanz" berichtet Hahne von den Reaktionen auf seine Kolumne.

Gerichtspsychiater Prof. Dr. Reinhard Haller

Er zählt zu den renommiertesten Gerichtspsychiatern Europas - Prof. Dr. Reinhard Haller. Mit über 300 Mördern hat er gesprochen. Zu seinen spektakulärsten Fällen gehört auch Inzesttäter Josef Fritzl. In seinem Bestseller "Die Seele des Verbrechers" berichtet er von den schlimmsten Taten und menschlichen Abgründen. Bei "Markus Lanz" äußert sich Prof. Haller zum "Fall Chantal" und erklärt, warum seiner Meinung nach, jeder zum Mörder werden kann.

Nicole Dill "Leben! Wie ich ermordet wurde"

Eine Nacht im September 2007 veränderte das Leben von Nicole Dill in wenigen Stunden grundlegend und nachhaltig. Die damals 37-Jährige wird Opfer einer brutalen Gewalttat. Der Täter: Ihr Lebensgefährte. Dill überlebt die Nacht, in der er über sie herfällt, nur knapp. Später erfährt sie, dass ihr Lebensgefährte ein verurteilter Mörder ist, der nach seiner Haftentlassung mehrfach gegen Auflagen verstoßen hat. Bei "Markus Lanz" spricht Dill über die Nacht, in der sie fast gestorben wäre und sagt, wie ihr das grausame Erlebnis hätte erspart bleiben können.

Steffen Henssler und Frank Rosin "Topfgeldjäger"

"Topfgeldjäger" ist das tägliche Kochquiz im ZDF. Am nächsten Dienstag (21. Februar) wird in der Jubiläumssendung anlässlich der 350. Folge allerdings Andrea Kiewel übernehmen, wenn Moderator Steffen Henssler gegen den Juror und Zwei-Sterne-Koch Frank Rosin antritt. Bei "Markus Lanz" sprechen Henssler und Rosin über die Bedeutung einer echten Männerfreundschaft und über die schönsten Briefe von Zuschauern, denen sie in ihrer Sendung eine eigene Rubrik widmen.

Chefsprecher der "Tagesschau" Jan Hofer

Aus den interessantesten Zuschauerbriefen, die ihn über zwei Jahrzehnte erreicht haben, hat Jan Hofer direkt ein Buch gemacht. In

"Liebe Lottofee, anbei meine Zahlen für kommende Woche" hat "Mr. Tagesschau" die kuriosesten Briefe ans Fernsehen zusammengefasst. Bei "Markus Lanz" erzählt der 60-Jährige von den schönsten und skurrilsten Zuschriften während seiner TV-Karriere, spricht über 26 Jahre "Tagesschau" und zeigt sich von seiner ganz privaten Seite.

Gäste: Peter Hahne (Moderator und Theologe), Prof. Dr. Reinhard Haller (Gerichtspsychiater), Nicole Dill (Gewaltopfer), Steffen Henssler und Frank Rosin ("Topfgeldjäger"), Jan Hofer (Chefsprecher der "Tagesschau")

http://www.tvspielfilm.de/tv-programm/sendung/markus-lanz,107026296180.html