Freitag, 22. Juni 2012

Leipzig: verdurstetes Kind (2) - Mutter stand unter Aufsicht des Jugendamtes, welches jede Schuld von sich weist

Ein kleiner Junge (2) verdurstet in einer Wohnung neben seiner toten Mutter.



 Die Frau war drogenabhängig, stand unter Aufsicht. Und doch weist das Jugendamt die Schuld am Tod des Kindes von sich...

Das Amt habe zuletzt am 10. April mit der Frau Kontakt gehabt: „Die Mutter war mit neuem Lebenspartner und Kind bei uns und teilte mit, dass sie wegziehen will. Kind und Mutter machten einen guten Eindruck”, sagte Sybill Radig, Chefin des Allgemeinen Sozialen Dienstes Leipzig, auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz.

Die Mutter, Yvonne F. (†26), war dem Amt seit zehn Jahren wegen ihrer Drogensucht bekannt und wurde betreut. 

„Es gab eine Vielzahl von Hilfestellungen und Kontrollen", so Jugendamtsleiter Siegfried Haller. Nach der Geburt ihres Sohnes war sie in eine Mutter-Kind-Einrichtung gezogen und hatte eine Drogentherapie begonnen, ergänzte Radig. Nachdem sie wieder in ihre Wohnung gezogen war, hatte das Jugendamt sie regelmäßig besucht, bis sie schließlich behauptete, Leipzig verlassen zu wollen.

Die Ankündigung des Umzugs reichte den Behörden offenbar, sich nicht mehr um die Mutter zu kümmern. „Wir können diese Lücke vom 10. April, bis zu dem Tag, an dem es passiert ist, nicht schließen”, gab Haller zu. Jetzt sollen die „Schnittstellen im Beratungssystem“ geprüft werden und ob die Behörde alle geltenden Standarts eingehalten hat. 

Zu spät für den kleinen Jungen. Nach dem Tod seiner Mutter – die 1,65 Meter kleine Frau wog nur noch 40 Kilo – lebte er noch neben der Leiche, bis er schließlich verdurstete.

Die Gerichtsmediziner diagnostizieren als Todesursache bei dem Kind: „Exitus durch Dehydrierung“.

Wie lange seine langsames Sterben gedauert hat, ist ungewiss.

Wochenlang hatten Mutter und Sohn unentdeckt in der Wohnung gelegen. Erst als Nachbarn sich über den bestialischen Geruch beschwerten, wurde die Wohnung in der Nacht zum 17. Juni geöffnet. 

Auf dem Boden im Wohnzimmer entdecken die Einsatzkräfte die beiden Leichen.

 http://www.bild.de/regional/leipzig/todesopfer/familiendrama-junge-verdurstet-jugendamt-weist-schuld-von-sich-24798880.bild.html

Leipzig: Zweijähriger Sohn stirbt neben toter Mutter


Familiendrama in Leipziger Wohnung: Ein zweijähriger Junge ist elend neben seiner toten Mutter gestorben. Vermutlich verdurstete der Sohn. Die Todesursache der Mutter ist noch nicht geklärt.

Ein bei der Leiche seiner Mutter tot entdeckter Zweijähriger ist wahrscheinlich verdurstet. Er sei allein und hilflos in der Wohnung zurückgeblieben und wenige Tage nach dem Tod der 26-Jährigen gestorben, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Hinweise auf ein Verbrechen gibt es bislang nicht. Warum niemand die Frau und ihren kleinen Sohn vermisste oder mögliche Hilferufe des Jungen hörte, ist nicht bekannt. Das Leipziger Jugendamt wollte am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz über den Fall informieren.

Noch nicht endgültig klar sei, woran die 26-Jährige gestorben ist, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst hatte es geheißen, dass die Frau an multiplem Organversagen starb. Das bestätigte Schulz später nicht. Ob das Kleinkind tatsächlich verdurstet sei, müssten weitere Untersuchungen ergeben, sagte der Oberstaatsanwalt: "Es gibt bisher keine Anhaltspunkte für ein Verbrechen oder eine Straftat im Zusammenhang mit dem tragischen Tod der Mutter und des Kindes."

Mutter vermutlich drogensüchtig


Rettungskräfte und Polizeibeamte hatten die beiden Toten in der Nacht vom Samstag zum Sonntag entdeckt, wie die Polizeidirektion Leipzig aber erst am Donnerstag mitteilte. Die 26-Jährige, die mit ihrem Sohn im bürgerlichen und bei Familien beliebten Stadtteil Gohlis wohnte, war unbestätigten Medienberichten zufolge drogensüchtig.
Die Leichen sind obduziert worden, die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Ergebnisse der Untersuchung aber als vorläufig. Zu den Todesursachen wollten sich die Ermittler noch nicht endgültig festlegen.
Mit Verweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte machte die Staatsanwaltschaft Leipzig keine Angaben zum Vater des Kindes. Die Angehörigen seien informiert worden, sagte Schulz lediglich.
(dpa, N24)
22.06.2012 14:15 Uhr

Mittwoch, 20. Juni 2012

Berlin: Jugendamt Tempelhof-Schöneberg abgezockt durch einen 20-Jährigen aus den Niederlanden?

Im September 2011 steht er plötzlich im Roten Rathaus in Berlin und gibt an minderjährig zu sein, nur seinen Vornamen zu kennen und jahrelang im Wald gelebt zu haben...


Berlin – Waldjunge „Ray“ – neun lange Monate tischte er Behörden und Polizei seine bizarre Geschichte auf. Die Berliner Behörden funktionieren, kümmern sich um den angeblich 17-Jährigen. Er wird in einem Heim für betreutes Wohnen untergebracht. Kosten pro Tag 60 Euro. Und er bekommt Taschengeld.


Im Juni 2012 fliegt der Schwindel auf: Freunde erkennen ihn auf einem Polizeifoto. Und Waldjunge „Ray" gibt zu, Robin van H. aus Hengelo zu sein. Sein tatsächliches Alter: 20 Jahre!

Robin van H. hat alle getäuscht, nicht nur über seine wahre Identität, sondern auch über sein Alter. Er war bereits volljährig, als das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg in Vorleistung ging, ihm die Unterbringung im Heim finanzierte und 240 Euro Taschengeld pro Monat zuteilte.


In den neun Monaten seines Berlin-Aufenthaltes zahlte das Jugendamt fast 30 000 Euro aus Steuermitteln!

Doch als Volljährigem standen Robin van H. diese Leistungen gar nicht zu!

„Wir werden im Laufe der Woche eine Anzeige wegen Erschleichung von Jugendhilfeleistungen stellen”, sagt der Pressesprecher des Jugendamts Tempelhof-Schöneberg, Ed Koch.


Inzwischen hat Waldjunge „Ray“ alias Robin van H. das Heim verlassen. Wo er sich derzeit aufhält, ist unbekannt.


"Das Jugendamt ist für den Fall nicht mehr zuständig. Sollte Robin kein Geld für die Rückreise in die Niederlande haben, muss er sich an die zuständige Botschaft werden“, erklärt Koch.

Warum Robin van H. gut ein Dreivierteljahr mit falscher Identität in Berlin lebte, ist weiterhin unklar.


Die niederländische Polizei wollte sich nicht zu Medienberichten über den Jungen äußern. „Wir können nichts zu Dingen aus dem Privatleben sagen”, erklärte die Polizei in Hengelo. Der Junge habe kein Verbrechen in den Niederlanden begangen, er sei dort auch nicht zu bestrafen.


Nach Informationen der Tageszeitung „De Telegraaf” soll die holländische Botschaft den Jungen so schnell wie möglich zurück in die Niederlande bringen.

http://www.bild.de/news/inland/vermisste-personen/jugendamt-fordert-leistungen-von-robin-van-h-zurueck-schulden-24731342.bild.html

Hamburg:Bericht der Innenrevision belastet Jugendamt massiv-

Von Jochen Müter


Gewalt, Rohheiten, Drogen - die kleine Chantal aus Hamburg hat viel gelitten in ihrem kurzen Leben. Auch, weil Aufsichtsbehörden versagten. Trotz der Hinweise über die drogensüchtigen Eltern reagierte das Jugendamt nicht angemessen. Der Bericht der Innenrevision zum Tod des Kindes spricht eine klare Sprache.

Es ist das schreckliche Protokoll des Versagens. Fünf Monate nach dem Methadon-Tod des Pflegekindes Chantal legt die Hamburger Behördenaufsicht ihren Bericht vor. Die Ermittler der Innenrevision kommen zu einem knallharten Urteil: Das Jugendamt hat schwerste Versäumnisse begangen. Die Drogensucht der Pflegeeltern, der schlechte Zustand der Wohnung und viele Hinweise von Nachbarn und der Schule auf die schwierigen, von Gewalt und Rohheiten geprägten Familienverhältnisse - das alles sei den Mitarbeitern bestens bekannt gewesen, heißt es in dem 72 Seiten langen Bericht.



Die Behörde stellte ihre Erkenntnisse ins Internet, schwärzte jedoch aus Gründen des Datenschutzes etliche Abschnitte. Das Fazit aber ist klar: Die kleine Chantal hätte gar nicht erst in diese Pflegefamilie kommen dürfen. Es geschah dennoch. Und dann wurde sie von den zuständigen Sozialarbeitern auch noch extrem schlecht betreut.


Was die Ermittler finden, sind vor allem schlecht geführte Akten, aus denen sich kein gescheites Gesamtbild ergeben hätte. "Die Akte enthält keine Entwicklungshistorie. Es existieren keinerlei Zeitvergleiche oder vergleichbare Auswertungen", so die Ermittler. Einige Widersprüche blieben unaufgeklärt. Zudem seien die Papiere über den Aufenthalt des Mädchens bei den Pflegeeltern nicht einmal chronologisch sortiert gewesen. Bis 14 Tage nach dem Tod des Kindes sei die Behörde nicht in der Lage gewesen, eine vollständige Akte abzuliefern, verschiedene wichtige Unterlagen fehlten einfach.



"Sie wurde nicht vermisst"

Erschütternder allerdings sind die Umstände, unter denen das Kind leben musste – obwohl das Jugendamt Kenntnis davon hatte. Zum Beispiel aus Berichten der Schule. Die Situation in der Familie sei durch "viel Streit" und "Gewalt" geprägt gewesen. Der Tonfall der Eltern, berichteten Lehrer, sei "oft sehr rau" gewesen. Einmal bringt der Schulleiter eines der Pflegekinder sogar nach Hause – weil es nicht abgeholt worden war. Es sei aber von den Pflegeeltern "nicht vermisst" worden, gibt er weiter. Die Schule spricht sogar von "psychischer Gewalt" gegen das Mädchen.


Schon im Vorfeld passierten schwere Fehler. Allein das Formular zur Bewerbung als Pflegefamilie enthalte "unzureichende und fehlende Angaben für die Beurteilung der Eignung", heißt es in dem Bericht. Zudem seien finanzielle Verhältnisse, Führungszeugnisse und gesundheitliche Beschwerden der Pflegeltern weder abgefragt noch ausreichend recherchiert worden.


...Selbst hilflos stellen die ermittelnden Beamten fest: "Warum ausgebildete Sozialarbeiter Hinweise und Wohnungszustände nicht erkannt, ausreichend bemängelt und der Familie und den Pflegekindern keine weitere Hilfen und Unterstützung angeboten haben, ist nicht begründbar."


Chantal war am 16. Januar in der Obhut ihrer Pflegeeltern an einer Überdosis des Ersatzstoffes Methadon gestorben. Das zuständige Bezirksamt hatte dem betreuenden freien Träger "Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen" (VSE) daraufhin gekündigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen eine Sozialarbeiterin des Trägers VSE, fünf Mitarbeiter des Jugendamts und die Pflegeeltern.





http://www.n-tv.de/panorama/Bericht-belastet-Jugendamt-massiv-article6538061.html

Dienstag, 19. Juni 2012

Winsen: Demonstration für Pflegekind Dennis am 20.06.2012

Am Mittwoch, den 20.06. ruft die Pflegeelterninitiative PFEIL Harburg zu einem Protestmarsch auf, der auf das Schicksal des fünfjährigen Pflegekindes Dennis aufmerksam machen soll.


Um 16 Uhr wird die Demonstration unter dem Motto “Kindeswohl an erster Stelle – viele Stimmen für Pflegekind Dennis” vom Jugendamt zum Amtsgericht in Winsen führen, um beide beteiligte Behörden aufzufordern, das Wohl des Kindes wieder in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen zu stellen.


Götz Gerke, Vorsitzender von PFEIL: “Das Schicksal des Pflegekindes Dennis, das nach fünfeinhalb Jahre und einem für die Pflegeeltern zermürbenden und ruinösen Rechtsstreit um Umgangsrechte für den leiblichen Vater und dessen Mutter vom Jugendamt aus der Pflegefamilie herausgenommen wurde und nun in einem Heim lebt, hat viele Menschen über die Grenzen des Landkreises Harburg hinaus bewegt”.

PFEIL tritt dafür ein, dass in der gerichtlichen Auseinandersetzung das Schicksal des Kindes nicht in Vergessenheit gerät. “Eigentlich sollte das Wohl des Kindes zu jedem Zeitpunkt im Fokus aller Verantwortlichen stehen, deshalb besteht die Dringlichkeit.”, so Gerke. Doch: “Er lebt weiterhin getrennt von seinen Pflegeeltern in einem Heim.”





http://pfad.wordpress.com/2012/06/18/demonstration-fur-pflegekind-dennis-am-20-06-in-harburg/

Berlin: So leicht ist es also an Jugendhilfeleistungen zu kommen - dem "Waldjungen Ray" drohen Konsequenzen

Der als Schwindler enttarnte Berliner "Waldjunge Ray" hält sich nach Angaben der Polizeivermutlich weiter in der Hauptstadt auf. Was genau mit dem Jungen passierte, ist noch weitgehend unklar. Sicher ist nur, dass er 2011 spurlos verschwand und im September vergangenen Jahres wie aus dem Nichts vor dem Roten Rathaus in Berlin auftauchte. Da Robin sich in Berlin als minderjährig ausgegeben hatte, war er von einem Berliner Jugendamt in einer betreuten Einrichtung untergebracht worden. Da der "Waldjunge" schon erwachsen ist, steht nun der Vorwurf von Sozialleistungsbetrug im Raum. Die Forderungen könnten sich auf bis zu 30.000 Euro belaufen. Der junge Mann rauchte nach einem Bericht der "B.Z. am Sonntag" gelegentlich Joints und spielte gerne Computerspiele. Ein niederländische Freund berichtete, dass er und Robin zusammen auf die gleiche Schule gingen und dann gemeinsam mit anderen in einer WG lebten. Im August 2010 habe der spätere "Waldjunge" ein Praktikum bei einer Telefonfirma begonnen. "Das hat ihm aber keinen Spaß gemacht", sagte er. Dadurch sei Robin vielleicht ein bisschen depressiv geworden. "Er saß eigentlich allein zu Hause am Computer und spielte", fügte der Freund hinzu. Nebenbei habe Robin gerne Cartoons oder die US-Zeichentrickserie "South Park" geschaut.




P.S. Peinlich, sich von einem so jungen Menschen 9 Monate an der Nase herumführen zu lassen. Die Rache folgt auf dem Fuße.... Eigentlich zeigt die ganze Geschichte nur auf wie leicht es ist Jugendhilfeleistungen zu bekommen, ohne das genau geprüft wird ob diese Hilfe überhaupt nötig ist. Ca. 30000 € - ich kenne Jugendämter und Mütter die sich mehr an Jugendhilfeleistungen unberechtigterweise erschlichen haben, ohne das sie zur Verantwortung gezogen wurden.

Montag, 18. Juni 2012

OLG Brandenburg: Verzögerungsrüge gemäß § 198 Abs. 3 GVG

Brandenburgisches Oberlandesgericht


1.Senat für Familiensachen

Gertrud-Piter-Platz 11

14767 Brandenburg a. d. Havel

BRD



Verzögerungsrüge gemäß § 198 Abs. 3 GVG; Aktenzeichen: 9 UF 42/11

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich, Birgit Wichmann, Verzögerungsrüge gemäß § 198 Abs. 3 GVG ein.

Gründe:

Über den am 22.12.2009 eingereichten Antrag auf Umgang ist bislang – mithin nach 2 Jahren und 6 Monaten – nicht entschieden worden. Der Umgang zwischen meiner Enkeltochter und mir ist nunmehr auch nach 2 Jahren und 6 Monaten immer noch nicht geregelt. Meiner Enkeltochter wurde bislang kein rechtliches Gehör gewährt.

Auch die Beauftragung eines Gutachters hat nur erneut zu einer Verzögerung des Verfahrens geführt. Es sind nunmehr 3 Monate vergangen, ohne dass ein Gutachten vorliegt. Der von mir beauftragte Gutachter hat sein Gutachten bereits erstellt und wartet nun auf die Zusendung des Gutachtens bezüglich der Stellungnahme. Die Fragestellung ist nach seiner Meinung einfach und konnte anhand der ihm vorliegenden vollständigen Akten aus dem Vorfahren 32 F 273/05 und 9 UF 42/11 in einer Zeit von 4 Wochen beantwortet werden. Warum braucht dann der vom OLG Brandenburg beauftragte Gutachter so lange? Es wird also ebenfalls dringlich die Übersendung des Gutachtens angemahnt.


Gemäß FamFG § 155 unterliegen Umgangsverfahren dem Vorrang- und Beschleunigungsgebot:


(1) Kindschaftssachen, die den Aufenthalt des Kindes, das Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, sowie Verfahren wegen Gefährdung des Kindeswohls sind vorrangig und beschleunigt durchzuführen.


Statt meinem Enkelkind zu ihrem Recht auf Umgang zu ihrer Hauptbezugsperson zu verhelfen, übt sich auch das OLG Brandenburg, nach meiner Meinung, in Verfahrensverschleppung. Ein Jahr hat das OLG Brandenburg gebraucht, um festzustellen dass es nicht zuständig sei. Nunmehr wird in Zusammenarbeit mit der psychisch kranken Kindesmutter und ihrer rechtsunkundigen Rechtsanwältin ein „Gerichtshopping“ begonnen, welches offenbar zu einer weiteren Verfahrensverschleppung führen soll. In ihrem Schreiben vom 28.11.2011 gibt die Rechtsanwältin offen zu, dass hier jeder Kontakt Leonie’s zu ihrer Hauptbezugsperson, zu der sie eine enge emotionale Bindung besitzt, unterbunden werden soll. Es soll eine Entfremdung herbeigeführt werden, wobei eine Bindungsstörung bei Leonie billigend in Kauf genommen wird.


Laut BGH Beschluss vom 26. Oktober 2011 – XII ZB 247/11, besteht daher, bezogen auf Leonie Wichmann, eine Kindeswohlgefährdung (Umgangsvereitelung durch die Kindesmutter, den Ergänzungspfleger Graff und des OLG Brandenburg) die es zu beseitigen gilt und zwar zügig.


Wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet wird und die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, hat das Familiengericht nach § 1666 Abs. 1 BGB die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind.


Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist Voraussetzung für ein Eingreifen des Familiengerichts eine gegenwärtige, in einem solchen Maß vorhandene Gefahr, dass sich bei der weiteren Entwicklung der Dinge eine erhebliche Schädigung des geistigen oder leiblichen Wohls des Kindes mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt. (BGH, Beschlüsse BGHZ 184, 269 = FamRZ 2010, 720 Rn.19 und vom 15.12.2004 – XII ZB 166/03, FamRZ 2005, 344, 345 mwN) Als gewichtige Gesichtspunkte des Kindeswohls hat der Bundesgerichtshof die Erziehungseignung der Eltern, die Bindungen des Kindes, die Prinzipien der Förderung und der Kontinuität sowie die Beachtung des Kindeswillens angeführt. (BGH, Beschlüsse BGHZ 185, 272 = FamRZ 2010, 1060 Rn.19 und vom 06.12.1989 – IVb ZB 66/88, FamRZ 1990, 392, 393 mN, jeweils zu § 1671 BGB)


Aufgrund der Verweigerungshaltung der Kindesmutter und des Ergänzungspflegers Graff hätten auch die Richter am OLG schon längst daraufhin wirken müssen, dass die Kindesmutter und der Ergänzungspfleger Graff ihr obstruktives Verhalten aufgeben und den Kontakt Leonies zu ihrer Hauptbezugsperson zulassen. Dass die Großmutter dem Kindeswohl förderlich ist hat das OLG Brandenburg (9UF176/09) bereits in einem früheren Beschluss festgestellt. In seinem Beschluss vom 25.01.2012 stellt die Großmutter nun plötzlich eine Kindeswohlgefährdung dar. Nur hat die Großmutter zum Kind seit 3 Jahren, dank dem Amtsgericht Oranienburg, dem OLG Brandenburg und der Kindesmutter, nicht mehr gesehen. Worin soll den nun die Kindeswohlgefährdung bestehen? Diese Antwort bleibt das OLG Brandenburg schuldig. Denn die Jugendämter Oberhavel und Landshut, sowie die Kinderpsychiaterin Frau Dr. Soldo haben in ihren Stellungnahmen im Vorverfahren 32 F 273/05 bestätigt, dass es keine Kindeswohlgefährdung bei den Großeltern gibt und es auch keinen Grund für eine Herausnahme.


Auch nach jahrelang unterbliebenem Kontakt hat Leonie ein Recht auf Umgang. Das Frankfurter OLG verurteilte eine Mutter daher zur Gewährung von Umgang und zur Erstattung von regelmäßigen Berichten über die Entwicklung der Kinder einschließlich der Übersendung von Fotos. Bei Nichteinhaltung drohen der Mutter bis zu 6 Monate Zwangshaft.

(OLG Frankfurt/Main – Az: 1 UF 103/00)


Die Verweigerung des Umgangskontaktes hat bereits zu Verhaltensauffälligkeiten bei Leonie geführt und wird zu Bindungsstörungen führen bzw. bereits vorhandene Bindungsstörungen verschärfen. Diese wurden bereits in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuruppin behandelt. Das Verhalten der Mutter, des Ergänzungspflegers Graff, des Amtsgerichts Oranienburgs und des OLG Brandenburgs ist auf die Herabsetzung der Großmutter ausgerichtet, aber auch auf eine Unterbindung der Umgangskontakte durch Manipulation des Kindes, weil die intakten Bindungen des Kindes zu ihrer Großmutter erheblich beeinträchtig werden. Das begründet jedenfalls die Gefahr einer seelischen Schädigung des Kindes. Zugleich zeigt das eine nur eingeschränkte Erziehungseignung der Mutter, des Ergänzungspflegers Graff, der Richterin Czyszke und des OLG Brandenburgs, weil ihnen die erforderliche Bindungstoleranz fehlt und sie dem Kind demzufolge in seiner weiteren Entwicklung nur eine unzureichende Beziehungssicherheit vermitteln können. (vgl. BGH, Beschlüsse vom 12.03.1986 – IVb ZB 87/85, NJW-RR 1986, 1264, 1265 sowie vom 11.07.1984 – IVb ZB 73/83, FamRZ 1985, 169, 171)


Darüber hinaus gelten in kindschaftsrechtlichen Familiensachen besondere Anforderungen an die tatrichterliche Sachaufklärung (BGH, Beschluss BGHZ 184, 269 = FamRZ 2010, 720 Rn. 29 mwN – auch für das Folgende). Denn die verfassungsrechtliche Dimension von Art. 6 Abs. 2 und Abs. 3 GG beeinflusst auch das Verfahrensrecht und seine Handhabung im Kindschaftsverfahren. Das gerichtliche Verfahren muss in seiner Ausgestaltung dem Gebot effektiven Grundrechtsschutzes entsprechen, weshalb insbesondere die zur Verfügung stehenden Aufklärungs- und Prüfungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden müssen (BVerfG FamRZ 2009, 399, 400; FamRZ 2002, 1021, 1023). Das bedeutet nicht nur, dass die Verfahrensgestaltung den Elternrechten Rechnung tragen muss. Vielmehr steht das Verfahrensrecht auch unter dem Primat des Kindeswohls, zu dessen Schutz der Staat im Rahmen seines Wächteramtes gemäß Art. 6 Abs. 2 Satz 2 GG verpflichtet ist. Die Gerichte müssen ihr Verfahren so gestalten, dass sie möglichst zuverlässig die Grundlage einer am Kindeswohl orientierten Entscheidung erkennen können (BVerfG FamRZ 2009, 399, 400)


Die unbefristete Heimunterbringung stellt aber als eine Maßnahme, die mit der unberechtigten Herausnahme des Kindes aus der Obhut der Großmutter verbunden war, einen besonders schwerwiegenden Eingriff dar, der insbesondere im Hinblick auf das Kindeswohl einer eingehenden Aufklärung und Absicherung bedurft hätte (vgl. BVerfG FamRZ 2010,713). Daran fehlt es im vorliegenden Fall. Weder das Amtsgericht noch das Oberlandesgericht hat sich damit auseinandergesetzt, welche mittelfristige Perspektive mit der Heimunterbringung des Kindes verbunden ist.


Vielmehr soll die Mutter nach Auffassung der Vorinstanz und des OLG Brandenburgs trotz ihrer Erziehungsunfähigkeit offenbar die Person bleiben, die über die Belange des Kindes zu entscheiden hat. Es hätte demnach der Begründung bedurft, welche mittelfristige Perspektive für das Kind im Fall der Heimunterbringung bestehen soll (vgl. etwa §§ 27, 36 SGB VIII). Ein dauerhafter Verbleib des Kindes im Heim ließe sich nur rechtfertigen, wenn eine Abwägung der Vor- und Nachteile die dauerhafte Heimunterbringung als die für das Kindeswohl bessere Alternative erscheinen ließe.


Vielmehr war es erforderlich, dass das Oberlandesgericht sich mit sachverständiger Hilfe ein umfassendes Bild von der Lebenssituation des Kindes im Heim verschaffte. Nur eine umfassende Aufklärung in diesem Sinne hätte es ermöglicht, eine mittelfristige Perspektive für das Kind darzustellen und sodann aufgrund einer verlässlichen Abwägung der Vor- und Nachteile einer Heimunterbringung, die Eignung der getroffenen Maßnahme zu überprüfen. Aber genau das tut das OLG Brandenburg nicht. Es behauptet, ohne sich ein Bild von den tatsächlichen Verhältnissen über die Situation des Kindes zu machen, das Leonie massiv verhaltensauffällig wäre. Hatte aber nicht der Pfleger Graff vom Jugendamt Heide im Mai 2011 schriftlich dem OLG Brandenburg übermittelt, dass die Kinderärztin Frau Dr. Angela Waskow keine physischen und psychischen Auffälligkeiten bei Leonie im Januar 2011 feststellen konnte. Woher dann aber jetzt die Verhaltensauffälligkeiten? Von der Großmutter können sie kaum sein. Das diese Verhaltensauffälligkeiten, so sie denn bestehen, von der Herausnahme des Kindes aus einem intakten sozialen Umfeld rühren könnten und von den Erlebnissen des Kindes seit der Herausnahme, wird überhaupt nicht in Betracht gezogen. Dass das OLG Brandenburg hier einer individualistischen, einseitig auf die Kindesmutter ausgerichteten Sichtweise folgt, ist schon allein daran zu sehen, dass die Anträge der Kindesmutter sofort stattgegeben und aufgegriffen werden (sie dienen schließlich der Verfahrensverschleppung), während Meine unbearbeitet bleiben (Antrag auf Ablösung Verfahrensbeistand, Antrag auf Begutachtung, obwohl der Kinderpsychiater angeboten hat zum Kind zu fahren usw.).


Dem Kind wird seit drei Jahren nicht einmal das Mindestmaß an Umgangskontakt wie Telefon oder Post eingeräumt. Auch im Rahmen des betreuten Umgangs soll ein Umgang nicht möglich sein, obwohl doch gerader dieser dem Schutz des Kindes dienen soll. Das heißt ja dann wohl nichts anderes, als das es keine geeigneten Fachkräfte gibt, die das Kindeswohl schützen können. Die Frage die sich wiederum stellt, wovor soll das Kind geschützt werden? Es gab im Bezug auf die Großmutter nie eine Kindeswohlgefährdung. Alle waren frei erfunden und haben sich in Luft ausgelöst, so dass auch keine Kindeswohlgefährdung mehr benannt werden kann. Also lässt man sie imaginär im Raum stehen, ohne Definition.


Das Bundesverfassungsgericht weist in seinen Beschlüssen 1 BvR 3189/09 vom 14.07.2010 und 1 BvR 2604/06 vom 18.12.2008 auf folgende Grundsätze (Art. 6 GG) hin:

Ungerechtfertigte Umgangseinschränkungen verletzen das Elternrecht aus Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG.

Das Umgangsrecht ermöglicht, sich von dem körperlichen und geistigen Befinden des Kindes und seiner Entwicklung durch Augenschein und gegenseitige Absprache fortlaufend zu überzeugen, die verwandschaftlichen Beziehungen zu ihm aufrechtzuerhalten und einer Entfremdung vorzubeugen, sowie dem Liebesbedürfnis beider Teile Rechnung zu tragen. Dasselbe gilt auch wenn das Kind fremd untergebracht ist. (Pflegefamilie, Heim) Es entspricht dem Kindeswohl, die familiären Beziehungen aufrechterhalten werden und das Kind nicht vollständig von seinen Wurzeln getrennt wird.

Nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte umfasst das Familienleben im Sinne des Art. 8 EMRK zumindest - auch - nahe Verwandte - zum Beispiel Großeltern und Enkel -, da sie innerhalb der Familie eine beachtliche Rolle spielen können.


Die Umgangsrechte gelten gemäß der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes und des Europäischen Gerichtshofes auch für Großeltern, da diese ebenfalls unter den Schutz des Artikel 6 GG und Artikel 8 EMRK falllen (siehe BVerfG, 1 BvR 2604/06 vom 18.12.2008)

Daher ist meiner Verzögerungsrüge stattzugeben, denn das gesamte Verfahren ist seit 3 Jahren auf Verfahrensverschleppung ausgerichtet, mit dem Ziel Leonie der Großmutter zu entfremden, die Großmutter zum Aufgeben zu bewegen und Zeit zu gewinnen, um ein Gutachten erstellen zu lassen mit der Empfehlung kein Umgang zwischen Großmutter und Enkelkind.


Mit freundlichen Grüßen


Birgit Wichmann

Donnerstag, 14. Juni 2012

Jugendamt Grevesmühlen: Todkranker von Jugendamt vernachlässigt?

Jens Roland Burmeister aus Cadenberg beschuldigt das Jugendamt, keine Hilfsmaßnahmen ergriffen zu haben, um ihn bei der Pflege seines schwer kranken Stiefneffen zu unterstützen. Nun will er bis vor das EU-Parlament in Brüssel ziehen, um das Fehlverhalten anzuprangern, dass die Behörden in seinen Augen begangen haben.



Der betroffene 20-jährige David Kirsch aus Badow (Nordwestmecklenburg) liegt im Sterben. Er leidet an der sogenannten Mondscheinkrankheit. Von Geburt an reagiert seine Haut extrem auf bestimmte Strahlenanteile der Sonne. Nach Angaben des Stiefonkels hätte das Jugendamt daher für notwendigen Schutz – wie Folien vor den Fenstern – sorgen müssen. Außerdem hätte David Kirsch nach seinem 18. Geburtstag einen Betreuer gebraucht.


Die Ämter weisen ein Fehlverhalten zurück. Beate Dellin, Fachbereich Jugend, erklärt, dass sie und ihre Kollegen David mit Beginn seiner Volljährigkeit immer wieder darauf hingewiesen hätten, dass er einen Antrag zur Hilfestellung einreichen könne. Das sei nicht geschehen.


Mehr lesen Sie in der Donnerstagsausgabe Ihrer OSTSEE-ZEITUNG (Grevesmühlener Zeitung).


http://www.ostsee-zeitung.de/mecklenburg/index_artikel_komplett.phtml?SID=2759328dbc53ba53e2d1c50705d85530&param=news&id=3470051

Mittwoch, 13. Juni 2012

München: Anhörung ehemaliger Heimkinder im bayerischen Landtag

Sie wurden geschlagen, im Keller eingesperrt und mussten Erbrochenes essen: 80 ehemalige Heimkinder berichten im bayerischen Landtag von ihrem Martyrium. Sie werfen den Behörden vor, versagt zu haben, Hilfe aus der Politik lasse noch immer auf sich warten.

Die Anhörung von ehemaligen Heimkindern im bayerischen Landtag hat am Dienstagmorgen noch gar nicht begonnen, da unterbricht eine Frauenstimme das Gemurmel im alten Senatssaal. "Wir wollen endlich für voll genommen werden, wir lassen uns nicht länger an der Nase herumführen." Es ist die Stimme von Marie-Louise Weinhold aus Oberstdorf, die demnächst 70 Jahre alt wird. Als sie als Vollwaise ins Heim kam, war sie drei Jahre alt.


"Wir wurden von Anfang an terrorisiert", sagt sie so laut, dass es niemand überhören kann, "wir wurden geschlagen, wir wurden in den Keller eingesperrt, wenn wir das Bett nass gemacht haben, und wir mussten Erbrochenes aufessen." Wenn sie ihre Hausaufgaben nicht habe lösen können, dann habe man ihr auf die Ohren geschlagen, deswegen braucht die 69-Jährige heute ein Hörgerät. War ein Kind krank, so sei der Arzt erst geholt worden, wenn die blauen Flecken verschwunden waren. "Was mit uns gemacht worden ist, das wünscht man keinem", sagt Weinhold.


Viele um sie herum nicken - 80 Betroffene sind in den Landtag gekommen, um an diesem Tag endlich Gehör zu finden. Auslöser der Veranstaltung, so sagt Brigitte Meyer (FDP), die Vorsitzende des Sozialausschusses, seien zwei Petitionen. Auch in bayerischen Heimen sei es von 1949 bis 1975 zu eklatanten Rechtsverstößen gekommen, und fraktionsübergreifend sei klar, dass diese Übergriffe endlich aufgearbeitet werden müssten.


Dem 79-jährigen Richard Sucker aus Nürnberg, der als uneheliches Kind geboren wurde und in verschiedenen Heimen gelebt hat, treiben Meyers Worte die Zornesröte ins Gesicht. "Vor vier Jahren schon habe ich meine Petition eingegeben, und heute erst ist die erste Anhörung", sagt er. "Wenn ich gewusst hätte, wie lange das hier beim Landtag dauert, hätte ich gleich geklagt." Er frage sich, ob der Landtag wirklich so viel Arbeit habe - oder ob das Gleichgültigkeit sei.

"Das Land Bayern hat einen großen Anteil an den damaligen Erziehungsheimen und hat sich dieser Aufarbeitung zu stellen und anzunehmen", heißt es in Suckers Petition. Die Behörden seien damals ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen, sie hätten "versagt". Noch nach Jahrzehnten würden die einstigen Heimkinder unter den Misshandlungen leiden.


Die Liste an Demütigungen, die Sucker aufführt, ist lang. Er schreibt von Schlägen mit Fäusten und Gegenständen, sexuellen Übergriffen, Bestrafung bei unerlaubtem Lachen, erzwungener Arbeit und entwürdigenden medizinischen Untersuchungen bei den Mädchen auf dem gynäkologischen Stuhl. Die Petition - sie ist eine einzige Anklageschrift.

Eine Aufarbeitung des Geschehenen sei schier unmöglich, sagt Sucker. Die Herausgabe von Heim-Akten werde mit Hinweis auf die Verjährungsfrist verweigert. Und von den Schwestern, die eines der Heime betreiben, in denen Sucker zeitweise untergebracht war, habe er lediglich zu hören bekommen: "Wir hatten einen Erziehungsauftrag." Sucker sagt, er sei mehr als 17 Jahre lang "unschuldig von der Kirche eingesperrt worden".


Das schlimmste Heim sei das der Rummelsberger Anstalten in Naila bei Hof gewesen, wo er die Jahre von 1946 bis 1952 verbracht habe. "Bei jeder Nichtigkeit gab es Prügel, wenn beim Schuhappell etwa Nägel an der Schuhsohle fehlten, dann gab es so viele Schläge, wie Nägel fehlten", sagt Sucker, "Kopf zwischen die Beine geklemmt, Füße untern Stuhl, und dann drauf auf den nackten Hintern."


Der Berliner Sozialpädagoge und Universitätsprofessor Manfred Kappeler, der sich intensiv mit dem Leid der Heimkinder im Nachkriegsdeutschland auseinandergesetzt hat, bringt die Schilderungen der Betroffenen auf eine politische Formel: "Diese Kinder und Jugendlichen wurden zu Ausgelieferten. Sie hatten keine Chance, sich zu wehren." Applaus brandet auf, als er ausruft: "Und es gab keine Instanz, keine Person, die ihnen zugehört oder gar geglaubt hätte."


Kurz nach diesen Worten flüchtet ein weißhaariger Mann mit Tränen in den Augen vor die Tür. "Es kommt alles wieder hoch, es kommt alles wieder hoch", stammelt er. Er ist nicht der Einzige, der es während Kappelers Vortrag nicht mehr aushält. "Wer hat uns Kindern denn geglaubt? Keiner!", sagt ein Mann Mitte Sechzig, der für die Anhörung seinen besten Anzug aus dem Schrank geholt hat.

Psychotherapeut Kappeler setzt unterdessen seine Anklage fort: Die Heimträger hätten die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen durch Zwangsarbeit ausgebeutet. Dadurch seien in hohem Umfang Personalkosten eingespart worden - mehrstellige Milliardenbeträge auf Kosten der Schulbildung. Diese Ausbeutung sei die Hauptursache dafür, dass ein erheblicher Teil der Heimkinder keinen Schulabschluss habe. Nur ein Prozent der ehemaligen Heimkinder, so zitierte Kappeler aus einer Studie, habe eine weiterführende Schule besucht. Auch deren hohe Altersarmut erkläre sich so. Hier müsse endlich entschädigt werden - und das angemessen. Bayern, so fordert Kappeler, müsse sich im Bund dafür einsetzen, dass "das leidige Thema endlich vom Tisch" komme.


Dagegen klingt die von den Fraktionen einhellig vereinbarte Erklärung relativ harmlos. Das sei der Beginn eines Dialogs, heißt es. Und: Man bedauere "die Geschehnisse in den Kinderheimen und die damit verbundenen, teilweise lebenslangen Folgen für die Betroffenen zutiefst". Bei den Anwesenden weckt das Wut. Verbittert sind viele auch darüber, dass ihre Anhörung nicht öffentlich ist. So sagt die 61-jährige Hildegard Edwards aus Augsburg, die als 15-Jährige in ein Heim bei Schweinfurt gesteckt wurde: "Wer aufgemuckt hat, den steckten die Nonnen in eine Zelle ohne sanitäre Anlagen." Doch die Zeit des Schweigens und Sich-Duckens sei vorbei. "Ich will Gerechtigkeit", sagt sie.


http://www.sueddeutsche.de/bayern/anhoerung-ehemaliger-bayerischer-heimkinder-was-mit-uns-gemacht-worden-ist-das-wuenscht-man-keinem-1.1380769

Anmerkung (persönliche Meinung): Heute nennen sich Kinderheime "Jugendhilfeeinrichtungen". Das Leid der meisten Kinder dort ist nicht weniger schlimm und auch ihnen hört niemand zu. Damals wie heute ließ/läßt sich mit Kindern sehr viel Geld verdienen. Man verbreitet die Mär von heillos überforderten Eltern/Familien und schon hat man eine Rechtfertigung für Inobhutnahmen und volle "Jugendhilfeeinrichtungen". Diese erfolgen oft genug aus völlig intakten Familien. Die Kinder die wirklich Hilfe benötigen, denen wird nicht geholfen. (Lea, Chantal, Kevin, Maya usw.) Die konkreten Zusammenhänge kann man auf diesem BLOG verfolgen.









Dienstag, 12. Juni 2012

Erster Internationaler Vatertag in Deutschland am 17. Juni 2012

feiert mit Vater-Kind-Aktionen und Kundgebung auf dem Platz der Republik


Das Bündnis Internationaler Vatertag hat zu einer Kundgebung am Sonntag, den 17. Juni 2012 auf dem Platz der Republik - vor dem Bundestag - zur Initiierung eines "Ersten Internationalen Vatertages" in Deutschland aufgerufen. Gefeiert wird mit Vater-Kind-Aktionen und sozialkritischen Kunstaktionen. Es wird gefordert, den Vatertag als Ehrentag zukünftig immer am dritten Sonntag im Juni eines Jahres als wirklichen Vatertag zu feiern, diesen einzuführen und auszurufen.

Das "Bündnis Internationaler Vatertag" hat ein bundesweites Netzwerk aus zahlreichen Initiativen, Vereinen und Einzelpersonen gebildet und fordert die Anerkennung des Internationalen Vatertages in Deutschland sowie die Umsetzung der gemeinsamen politischen Forderungen zur Wertschätzung und zur Rolle des Vaters in Familie, Beruf und Gesellschaft.


Väter aus der ganzen Bundesrepublik - von Pfarrkirchen bis Bremen, aus dem Ruhrpott und der Lausitz, vom Schwarzwald bis zur Ostsee - treffen sich auf dem Platz der Republik, vor dem Bundestag, um gemeinsam mit ihren Kindern, mit ihren Partnerinnen und Frauen, mit Großeltern und Freunden den ersten Internationalen Vatertag in Deutschland einzuführen.


Das Bündnis Internationaler Vatertag fordert von der Bundesregierung:

1. Die Wertschätzung des Vaters und verbesserte Rahmenbedingungen für ein engagiertes Vatersein in Beruf, Familie und Gesellschaft

2. Die Gleichstellung von Vater und Mutter - unabhängig von Religion, Status, Weltanschauung und Lebensform

3. Die Mitwirkung bei der Etablierung eines "internationalen Vatertages" an jedem dritten Sonntag im Juni in ganz Deutschland

Kundgebung zum 1. Internationalen Vatertag in Deutschland


Am 17. Juni 2012 wird der Platz der Republik für einige Stunden zum Platz des Vaters. Mit der Aktion und einer Kundgebung auf dem Platz der Republik möchte das Bündnis Internationaler Vatertag ein Zeichen setzen. Angesichts des zunehmenden Engagements der Väter in gleichberechtigter Elternverantwortung ist eine Diskussion und ein gesellschaftlicher Mentalitätswandel längst überfällig.

Warum feiern wir am 17. Juni 2012 den Internationalen Vatertag?


Ein volkstümlicher Vatertag wird in Deutschland vielerorts am christlichen Feiertag Christi Himmelfahrt veranstaltet. Das halten wir für unangemessen. Das wollen wir ändern.

1910 rief Sonora Smart Dodd den Vatertag als Feiertag aus, beeinflusst von der Kraft und der Selbstlosigkeit, die ihr Vater den Kindern entgegen gebracht hatte. Sicher auch inspirriert von der Existenz eines Muttertages, löste sie eine Bewegung zur Ehrung von Vätern aus. Präsident Richard Nixon erhob ihn 1972 in den Rang eines offiziellen Feiertages im Juni.


Das "Bündnis Internationaler Vatertag" fordert die Etablierung eines Vatertages zeitgleich mit dem Internationalen Vatertag. Deutschland wäre damit kein Einzelfall, denn in über sechzig Ländern der Erde, darunter in den USA, im Vereinigten Königreich, in Frankreich, in den Niederlanden, in Irland, Japan, Canada und Kroatien, in Tschechien und in der Slowakei, in Kuba, Bulgarien und Griechenland, in der Türkei und in der Volksrepublik China usw. wird der Vatertag an jedem 3. Sonntag im Juni als Ehrentag der Väter gewürdigt.


"Mit der Aktion und einer Kundgebung auf dem Platz der Republik möchten wir ein Zeichen setzen", sagt Andreas Riedel, Unternehmer aus dem thüringischen Erfurt und Organisator der Kundgebung, "Der Platz der Republik wird für einige Stunden zum Platz des Vaters - denn wir brauchen den breiten Dialog über die Aufgabe, den Platz und die Gleichberechtigung des Vaters in der Erziehung und Begleitung unserer Kinder in ein gutes Leben".


Was passiert an diesem „Ersten Internationalen Vatertag“

Das Bündnis Internationaler Vatertag plant eine Kundgebung auf dem Platz der Republik, ergänzt von einem „PapaPicknick™“ sowie verschiedenen sozialkritischen Kunstaktionen. Diese Vatertagsfeier soll einen Anstoss geben, um die symbolische Bedeutung des Vatertags zu vermitteln und die Bundesregierung aufmerksam machen. Die sozialkritischen Aktionen sind:

1.Schenkt Kinderschuhe an die Bundesregierung

2.Zaun der Ungerechtigkeit

3.Gleichstellung des Vaters

Wir fordern:

Wertschätzung Das "Bündnis Internationaler Vatertag" will für Gleichstellung und zu Ehren der Väter den "wirklichen Vatertag" begehen und die Väter für ihre Erziehungsleistung ehren und gedenken!


Wir fordern Gleichstellung Das "Bündnis Internationaler Vatertag" will auf Hindernisse in der Gleichstellung hinweisen. Wir wollen unsere Vorschläge unterbreiten, wie gleichberechtigte Elternschaft in einer modernen Gesellschaft aussehen kann und welche Schritte wir von den Politikern und Politikerinnen erwarten. Wir wollen nicht gestärkt - sondern gleichberechtigt akzeptiert werden.


Ein Dialog über die Aufgabe, den Platz und die Gleichberechtigung des Vaters in der Erziehung und Begleitung unserer Kinder. Die Wertschätzung der Rolle des Vaters. Unser Bündnis fordert die Gleichstellung aller Väter - unabhängig von Religion, Status und Weltanschauung ein.

In vielen Ländern ist der Vatertag dem Muttertag gleichgestellt.

Wir fordern Spielräume Das "Bündnis Internationaler Vatertag" will zeigen, welchen unschätzbaren Beitrag Väter leisten, um Kindern ein Heran- und Aufwachsen in unserem Land zu ermöglichen. Wir möchten, dass die Schwierigkeiten der Väter bei dieser Aufgabe gesehen werden, sei es bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sei es in der Festlegung auf nicht mehr zeitgemäße Rollenmuster oder der Ungleichbehandlung durch Behörden und Gerichte - und dass Wege der Überwindung gefunden werden - wie das für Mütter längst selbstverständlich geworden ist.


Wir möchten, dass die Verdienste und Beiträge der Väter in gleicher Weise anerkannt werden, wie wir am Muttertag die Verdienste und Leistungen der Mütter ehren!


http://www.internationalervatertag.de/

Sonntag, 10. Juni 2012

"Ich werde von Oma und Opa verwöhnt" - akute Kindeswohlgefährdung


Warnung! Dieser Artikel ist nicht geeignet um ihn beim Jugendamt zu tragen - das Kind wird sonst in Obhut genommen wegen akuter Kindeswohlgefährdung!


Ich spreche aus Erfahrung!

Jeder Tag ein Vatertag!

Ich ziehe den Vatertag mal etwas vor, denn es sollte eigentlich jeder Tag ein Vatertag sein oder seien wir unserer Zeit voraus - ein Familientag. Dieser Brief gehört veröffentlicht: 

Hallo Papa!
Damit du nicht denkst, ich hätte dich vergessen, schreibe ich dir einen kleinen Brief zum Papatag

Da dieser Brief wahrscheinlich nicht pünktlich am Vatertag bei dir sein wird, habe ich ihn auf einem Computer in meiner Schule abgetippt, damit du ihn jetzt schon mal lesen kannst. Die Hauptsache ist, dass ich irgendwie bei dir sein kann.Ich vermisse dich, Kathi, Robby, Oma und Opa sehr und wünsche mir, ich könnte euch öfters als nur einmal im Jahr sehen, weil ihr immerhin auch ein Teil meiner Familie seid. Als ich letztes Jahr Weihnachten bei euch verbringen durfte ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Es war wunderschön endlich mal wieder Weihnachten als Familie, also Du, Robby, Kathi, Patricia, Oma, Opa und Ich, zu verbringen. Das war sehr schön. Du bist der beste Papa der Welt für mich und weder eine Zahl noch ein Wort könnten beschreiben wie lieb ich dich habe.

Alles Gute zum Papatag!

Ich liebe dich! Deine kleine Prinzessin!



Winsen: Nach 5 1/2 Jahren wird Dennis vom Jugendamt bei den Pflegeeltern abgeholt und in's Heim gesteckt!


Anna und Peter Schneider ohne ihr Pflegekind. Nach fünfeinhalb Jahren hat das Jugendamt Dennis vor drei Wochen abgeholt und in ein Heim gebracht

Foto: Marcelo Hernandez


http://www.abendblatt.de/region/niedersachsen/article2301973/Kann-der-Justizminister-Pflegekind-Dennis-helfen.html

Bereits im Sommer 2011 hatte das Jugendamt einen Herausgabebeschluss für Dennis bewirkt. Vorausgegangen war eine jahrelange juristische Auseinandersetzung um die Besuchskontakte mit dem Kindsvater und der Großmutter.

Samstag, 9. Juni 2012

Stendal: Fall Jason - Milchpulver nicht in der Wohnung, aber Drogen


Im Totschlags-Prozess gegen Patricia B. hörte das Landgericht gestern den Polizeibeamten Michael als Zeugen. Er hatte Anfang Dezember 2011 mit Einverständnis der Angeklagten die Wohnung in Stendal-Stadtsee mit einer Kollegin und einem Diensthundeführer durchsucht und dabei die Drogen, das Geld, eine Feinwaage und ein Handy mit mehreren Prepaidkarten. Alles Dinge, die darauf hinweisen, dass Patricia B. in solche Geschäfte verwickelt gewesen sei, erklärte der Polizeibeamte.
Die Wohnung sei aufgeräumt gewesen, nur ein Raum sei ihm als besonders verkramt mit Tüten und Möbeln im Gedächtnis geblieben. „Es gab aber keinen Platz, der der ausschließlichen Pflege eines Babys gedient hat“. Beispielsweise seien keine Pflegeprodukte für Kinder im Bad ersichtlich gewesen, keine Kindernahrung in der Küche und auch kein Milchpulver.
Ob solche Nahrung am Tag vor Jasons Tod in der Wohnung vorhanden war, konnte der Kriminalbeamte Ingo nicht genau sagen. Er sei an diesem Tag gegen 13 Uhr von zwei anderen Beamten in die Wohnung der 23-jährigen Mutter geholt worden, hatte den Fall übernommen und nachdem der Notarzt eine ungeklärte Todesursache äußerte, die erste Leichenschau des Säuglings durchgeführt.
In der abgedunkelten Küche habe Jason im Stubenwagen gelegen, äußerliche Verletzungen seien nicht feststellbar gewesen. Nach der Foto-Dokumentation wurden die Leiche, die Kleidung und der Korb des Wagens sichergestellt. „Ich wollte eine Obduktion feststellen.“ Dem Kriminalbeamten gegenüber zeigte sich Patricia B. „relativ gefasst“ ohne Tränenausbrüche. Ihm habe sie erklärt, dass sie Jason am Abend und in den frühen Morgenstunden gefüttert, er dann geschlafen habe und sie ihren Sohn gegen 9 Uhr morgens leblos gefunden hatte. Außerdem sagte sie damals, sie habe erst gegen Mittag Familienangehörige verständigt, die dann den Notarzt riefen. Nach eineinhalb Stunden verließ der Kriminalbeamte die Wohnung. Dass die Angeklagte zu diesem Zeitpunkt unter Drogen stand, habe er nicht feststellen können.
Später wurde ihm mitgeteilt, dass Zeugin Nadine, die Tante der beiden Mädchen, den Verdacht geäußert hatte, dass Jason an Flüssigkeitsmangel gestorben sein könnte. Nach ihrer Vernehmung sei sofort eine Obduktion angeordnet worden. Weiteres Licht in die Lebensumstände von Patricia B. brachte gestern ihre Freundin Benita. Die 24-Jährige kennt die Angeklagte seit Schulzeiten, aber der Kontakt sei immer mal wieder abgebrochen, dann wieder aufgelebt.
„Sie war eine Mutter wie jede andere auch“, weiß die Zeugin aus eigener Erfahrung. Doch die Schwangerschaft von Jason habe sie sehr lange verheimlicht, erst nach der Geburt habe Benita Patricia B. wieder besucht und dabei Jason gesehen. „Er war ein süßes Baby, ein bisschen proper und er hat unwahrscheinlich viel getrunken“. Da habe sie Patricia B. auch den Hinweis gegeben, dass es sich vielleicht auch um Diabetes handeln könnte.
Auch Benita schildert, dass Jason beim Füttern mal alleine auf der Couch lag, die Flasche mit einem Kissen abgestützt und alleine trinken musste. Sie selbst habe den Drogenkonsum der Angeklagten auch gesehen, die neuen Freunde von Patricia B. aber nicht kennengelernt.
Zweimal habe sie den Kleinen über Nacht gehabt, wo er ganz normal und ohne Schluckbeschwerden getrunken hat. Aber er habe oft nach Schweiß und Urin gerochen, erinnert sich die 24-Jährige. Dass der Vater der beiden Mädchen die Krankenkassenkarten wegen der Fuß-Fehlstellung der jüngeren Tochter verlangte, habe Benita selbst mitbekommen. Das hatte die Zeugin Nadine schon an einem früheren Prozesstag geschildert. Doch Patricia B. wollte selber mit ihrer Tochter zum Arzt gehen. Aber: „Andy hat furchtbar geweint und hat überlegt, die Kinder wieder mitzunehmen. Wir hatten das Gefühl, dass was passiert.“ Schließlich habe sie gewusst, dass das Jugendamt sich an die junge Mutter gewandt hatte. Adoption war ein Thema, aber sie habe es nicht übers Herz gebracht.
„Sie wollte es schaffen“, da ist sich Benita sicher, „aber es ist dann alles aus dem Ruder gelaufen. Sie wollte die Hilfe nicht annehmen.“ Die angebotene Hilfe vom Jugendamt.
Von Bianca Lange


P.S. Wozu gibt es eigentlich den § 1666 BGB? Nur um Kinder aus intakten Familien zu holen oder zum Schutz von Kindern wie diesen?

Hamburg: Fall Chantal - Bezirksamt kündigt freien Träger

Das Hamburger Bezirksamt zieht Konsequenzen: Nach dem Tod der elfjährigen Chantal hat die Behörde dem zuständigen freien Träger VSE gekündigt. Das Pflegekind war an einer Überdosis Methadon gestorben - Mitarbeiter sollen ihre Fürsorgepflicht verletzt haben.


Fast fünf Monate nach dem Methadon-Tod des elfjährigen Pflegekindes Chantal in Hamburg hat das Bezirksamt Mitte die Zusammenarbeit mit dem freien Träger Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) beendet. "Die Zuverlässigkeit war nicht gewährleistet", sagte eine Sprecherin. Bei der Betreuung der Familie habe der Träger "nicht so gearbeitet, wie das erwartet werden muss."



Dem VSE sei zum frühestmöglichen Zeitpunkt gekündigt worden, hieß es bei der Behörde. Die Kündigung sei zum 15. Juni wirksam, ab dann soll ein neuer freier Träger die Aufgaben übernehmen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen die Pflegeeltern, deren 27-jährige Tochter und Chantals leiblichen Vater wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Außerdem gibt es Ermittlungen gegen das Jugendamt und den VSE, weil sie ihre Fürsorgepflicht verletzt haben sollen.
Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die vom Jugendamt in betreute elfjährige Chantal war am 16. Januar im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg an einer Überdosis Methadon gestorben. Das Mädchen lebte bei Pflegeeltern, die beide an einem Methadon-Programm teilnahmen.
Ermittler fanden in der Garage der Pflegeeltern und am Arbeitsplatz des Pflegevaters Methadon-Tabletten. In der Wohnung der Pflegefamilie soll es recht chaotisch zugegangen sein, Chantal hatte nicht einmal ein eigenes Bett. Das zuständige Jugendamt will jedoch keine Hinweise über den Drogenkonsum der Pflegeeltern gehabt haben. Drei Wochen nach dem Tod der Elfjährigen war der zuständige Bezirksamtschef Markus Schreiber zurückgetreten.
lgr/dpa



http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hamburger-behoerde-kuendigt-freiem-traeger-nach-chantals-methadon-tod-a-837763.html

Tuttlingen: der Tod der kleinen Maya - so schaut das Jugendamt hin

Nichts lässt sich mehr rückgängig machen. Maya ist tot, gestorben am Pfingstsonntag, wenige Tage vor ihrem zweiten Geburtstag. Das kleine Mädchen aus Aldingen im Landkreis Tuttlingen starb an Herzversagen. Aber dieses Herzversagen war eine Folge von extremer Unterernährung. In Wahrheit ist Maya verhungert und verdurstet. Die 24-jährige Mutter sitzt in Untersuchungshaft, die beiden Brüder von Maya – drei und neun Jahre alt – wurden in Pflegefamilien untergebracht. Sie sind traumatisiert, körperlich geht es ihnen gut.




Am Pfingstsonntag ist die zweijährige Maya aus Aldingen tot aufgefunden worden – jetzt wirft ein früherer Freund der Familie dem Tuttlinger Jugendamt Nachlässigkeit vor. Das Mädchen war wegen extremer Unterernährung an Herzversagen gestorben. Die 24-jährige Mutter sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Frau wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassen. Der Schwäbischen Zeitung sagte der frühere Freund, er sei im Jahr 2010 bei insgesamt vier Besuchen von Mitarbeitern des Jugendamtes bei der Familie gewesen. In keinem einzigen Fall habe der Beamte die Kinder in Augenschein genommen, sondern sich vor der Haustür mit der Mutter unterhalten. Der Tuttlinger Landrat Stefan Bär widerspricht dieser Darstellung und verweist auf die Aktenlage. Danach habe „der sehr erfahrene Mitarbeiter“ die Kinder persönlich getroffen. Im Jahr 2010 seien insgesamt vier Besuche dokumentiert. Ergebnis: Es sei „im Grunde alles in Ordnung“ gewesen. Das Regierungspräsidium Freiburg habe nach Akteneinsicht kein Fehlverhalten entdeckt.




Unterhaltung vor der Haustür
Seine Wohnung ist blitzblank, im Wohnzimmer stehen in Vitrinen und auf Regalen Hunderte von Modellautos, die er selber zusammengebaut hat. Manche sind raffiniert beleuchtet, auf der Seitenwand eines roten Lkw-Modells ist das Foto einer hübschen, blonden Frau angebracht. „Das ist C., Mayas Mutter“, sagt Georg H. Dann holt er sein Handy aus der Tasche, tippt ein wenig herum und zeigt dem Besucher ein Foto. Es zeigt ein Baby, vielleicht zwei Monate alt, im Arm von Georg H. „Das ist Maya“, sagt er. Dann packt er das Handy wieder weg.



Georg H. hat sich an die Schwäbische Zeitung gewandt, weil er verhindern möchte, dass sich so etwas wie mit Maya wiederholen kann. Zumindest im Landkreis Tuttlingen. Nein, er sagt nicht, dass das Jugendamt schuld sei am Tod des kleinen Mädchens. Aber er ist zutiefst überzeugt, dass die Mitarbeiter der Behörde – sie ist im Tuttlinger Landratsamt angesiedelt – fahrlässig oder nachlässig waren in ihrer Betreuung der Familie.
Ein Familienhelfer
Georg H. hat „drei bis vier Mal“ in der Woche die Kinder beaufsichtigt und betreut, mal in seiner Wohnung, mal in der Wohnung der Familie. Er hat auch mal einen Schoppen und Milchpulver für Maya gekauft, weil die Mutter das vergessen hatte. Er hat immer wieder die Wohnung der Familie geputzt, Geschirr gespült, aufgeräumt. Kurz: Er hat sich um die Kinder und ihre Mutter gekümmert, war Familienhelfer.
Insgesamt hat Georg H. vier Besuche des Jugendamts miterlebt, er meint, sie seien alle unangemeldet gewesen. „Nicht ein einziges Mal hat der Mann vom Jugendamt sich die Kinder angeschaut“, sagt er. Zwei Mal sei er in Trossingen im Wohnzimmer mit den Kindern allein gewesen, während sich der Jugendamtsmitarbeiter vor der Haustür mit der Mutter unterhalten habe. „Das Wohnzimmer lag direkt rechts neben dem Hauseingang, der Mann konnte die Kinder gar nicht sehen.“
Kein Strom und keine Heizung
An den dritten Besuch erinnert sich Georg H. ganz detailliert. „Wir wollten zum Einkaufen fahren, C. hat gerade die Haustür abgeschlossen, ich hatte die Kinder schon ins Auto gesetzt, als der Mann kam.“ Der habe kurz durch die abgedunkelten Scheiben in Richtung Kinder geschaut und sich dann mit der Mutter unterhalten. Es sei sehr heiß gewesen. „Ich habe deshalb die Kinder nach einer Viertelstunde wieder aus dem Auto geholt und in den Schatten gesetzt. Der Mann vom Jugendamt hat sie nicht weiter beachtet.“ Nach einer halben Stunde sei man dann zum Einkaufen gefahren.“ Bei einem vierten Besuch des Jugendamts in der späteren Wohnung der Familie in Spaichingen – sie lag im ersten Stock – sei Mayas Mutter die Treppe runtergegangen und habe sich ebenfalls vor der Haustür mit dem Beamten unterhalten.
Georg H. räumt ein: Selbst wenn die Beamten sich damals intensiv um die Kinder gekümmert hätten, es wäre ihnen nichts Negatives aufgefallen. „Sie waren in einem guten Zustand.“ Aber – und das ist es, was ihn heute umtreibt – wie sollten die Beamten den rapiden körperlichen Verfall des Kindes später mitbekommen haben, wenn sie diese Besuchspraktiken beibehielten? Noch etwas erfüllt den schmächtigen Mann nachträglich mit Verbitterung. „Immer wieder, auch im Winter 2010, hatte die Familie keinen Strom und keine Heizung.“ Er selber habe mal mit einem 25-Euro-Rubbelbon für Strom ausgeholfen. „Warum hat das Jugendamt nichts bemerkt, warum hat keine Behörde etwas unternommen?“
Die letzte Frage kann der Tuttlinger Landrat Stefan Bär (Freie Wähler) schnell beantworten. „Frau P. hat von Oktober 2007 bis Juli 2010 keine Leistungen beantragt“, sagt er. Im Oktober 2009 habe sie um eine Bescheinigung gebeten, dass sie keine Sozialleistungen erhalte. Die habe man ihr ausgestellt. Im Juli 2010 habe Frau P. dann wieder Leistungen beantragt und auch bewilligt bekommen. Und der Ablauf der Besuche vom Jugendamt? Der Landrat widerspricht der Darstellung Georg Hs. In den Akten seien zwei unangemeldete Besuche in Trossingen und zwei in Spaichingen dokumentiert, einer davon ebenfalls unangemeldet. Zum ersten Besuch in Trossingen: Am 11.Juni 2010 habe die Stadtverwaltung aus der Bevölkerung einen Hinweis erhalten, man solle nach den Kindern schauen. Um 10.53 Uhr sei dieser Hinweis per Mail ans Landratsamt weitergeleitet worden. Um 14.53 sei dann ein Mitarbeiter des Jugendamts unangemeldet bei Frau P. gewesen.
In einem vierseitigen Aktenvermerk habe der „sehr erfahrene Mitarbeiter“ festgehalten, dass alle drei Kinder, Frau P. und ihr Bruder in der Wohnung gewesen seien. Der Beamte habe sich die Wohnung angeschaut und auch die Kinder. Er habe mit der Hebamme gesprochen. Ergebnis: „Es war im Grunde alles in Ordnung.“ Bei einem weiteren Besuch am 16. Juli 2010 habe Frau P. die Tür nicht geöffnet, in einem Telefonat jedoch angeboten, der Mitarbeiter könne die Kinder besuchen.
Der Beamte habe dann vom Flur aus sehen können, dass die kleine Maya schlief. Ein Bub habe eine Beule im Gesicht gehabt. Frau P. habe erklärt, der Junge sei während eines Besuchs bei seinem Vater gefallen. Sie sei mit ihm bei der Hausärztin gewesen. Das habe sich bestätigt. Bär sagt, dass eine Aktenprüfung durch das Regierungspräsidium Freiburg keinerlei Beanstandung seiner Behörde ergeben habe. In gewisser Weise steht also Aussage gegen Aussage. Georg H. ist erbost. Er bleibt bei dem, was er erzählt hat und unterstellt dem Landratsamt Vertuschungsversuche.
Total abgemagert
Und dann ist da noch Jennifer G. Auch sie war eine Freundin der Familie P. und hat in den vergangenen Monaten oft die Kinder betreut. Zum letzten Mal war das „ein oder zwei Wochen vor Mayas Tod“ der Fall. „Die Kleine und der Mittlere waren in keinem guten Zustand“, sagt Jennifer G. Maya sei „total abgemagert“ gewesen und habe bei ihr sieben Teller Nudeln gegessen und eine Flasche Apfelsaft allein ausgetrunken. „Sie hatte blaue Flecken, und man konnte die Wirbelsäule sehen.“ Mayas Mutter sei an diesem Tag auf der Autofachmesse Tuning World in Friedrichshafen gewesen.
Als sie ihre Kinder wieder abholte, habe sie gesagt, das sei alles ganz normal. Maya würde immer so viel essen, und die blauen Flecken rührten daher, dass Maja oft hinfalle. Jennifer G. wollte am nächsten Tag das Jugendamt anrufen. Sie hat es nicht getan, weil ihr ein Mann davon abgeraten habe. Wer das war, möchte sie nicht sagen, „weil der selber auf einem Amt arbeitet“. Die junge Frau macht sich heute Vorwürfe. „Ich hätte die Polizei rufen sollen, die hätte ihr das Kind gleich weggenommen.“


http://www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/stadtnachrichten-tuttlingen_artikel,-Nach-dem-Tod-der-kleinen-Maya-gibt-es-Vorwuerfe-gegen-das-Tuttlinger-Jugendamt-_arid,5266426.html

P.S. Und weil alles in Ordnung war, ist das Mädchen jetzt tot. Es sind ja nicht ihre Kinder.

Freitag, 8. Juni 2012

Jugendamt Stendal: Todesfall Jason

„Wir waren da, um die Gefährdung abzuschätzen“, erklärte Jugendamtsmitarbeiter Nicky P. gestern vor dem Landgericht in Stendal. Dort hörte die Große Strafkammer weitere Zeugen im Todesfall des Säuglings Jason.


Es habe Hinweise gegeben, dass die Mutter Patricia B. mit den Gebühren für die Kita im Verzug war. Und: Ein entfernter Verwandter hatte dem Jugendamt mitgeteilt, dass das Baby Ende August einen so wunden Po hatte, dass sich sogar Blasen an der aufgerissenen Haut gebildet hatten. Das hatte der Zeuge Andreas zu Beginn des Verhandlunsgtages ausgesagt. Nur einmal hatte Andreas den Jungen gesehen, das war Ende August, als er mit seiner Frau deren Tante besuchte. Die Großmutter von Patricia B. Die hatte Jason und die jüngere Tochter an diesem Tag bei der Uroma abgegeben, um zu einer Einschulung gehen zu können.



Doch nachdem Andreas und eine weitere Zeugin, Simone, das Baby wickeln wollten, seien sie entsetzt gewesen, wie auch die 53-Jährige dem Gericht schilderte. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Andreas. Überall habe es wunde und offene Stellen am Po gegeben, bis zu den Beinen, und die Windel habe praktisch an der Haut geklebt. Er habe den Eindruck gehabt, als wäre der Junge den ganzen Tag nicht gewickelt worden. Diese Einschätzung wollte Simone gestern allerdings nicht bestätigen. Beide Zeugen erzählten, dass sie Jason erst einmal in ein Kamillenbad setzten und mit einer speziellen Wundsalbe einrieben, damit er mit einer neuen Windel zur Ruhe kommen konnte. Eine Wickeltasche hatte Patricia B. allerdings nicht da gelassen. „Für die Kinder nichts mit, aber aufgedonnert und geschminkt“, bringt der 57-Jährige seine Aussage auf den Punkt. Andreas schildert auch, dass die jüngere Tochter den Eindruck machte, Hunger zu haben. Patricia B. habe zwar bei der Oma eine Kohlroulade bekommen, ihre Tochter nichts. Bis sie sich über eine ganze Schachtel Schokolade hermachte.


Am nächsten Tag habe die Angeklagte überhaupt nicht reagiert, als Andreas sie zur Seite nahm und mit ihr über Jason reden wollte. „Sie hat sich immer abgewandt.“ Mittlerweile vermutet der Städtische Vollzugsbeamte, dass Patricia B. Angst gehabt haben könnte, dass er aufgrund seines Berufes ihren Drogenkonsum an ihren Augen hätte feststellen können. Einen Tag später habe er sich ans Jugendamt gewandt und die wunden Stellen bei Jason geschildert. Die Mitarbeiter hätten ihm nach dem Hausbesuch mitgeteilt, dass das gar nicht so schlimm sei mit dem Kind. Aber er blieb mit dem Jugendamt in Kontakt und erfuhr auch durch die Mitarbeiter vom Tod des Jungen.

Dass die jüngere Tochter zu dünn war und Hunger hatte, konnte die zweite Zeugin Simone allerdings nicht bestätigen, wohl aber die wunden Stellen von Jason. Die Oma von Patricia habe ihr erzählt, dass sie ab Oktober keinen Kontakt mehr zu der Enkelin hatte, was im Gegensatz zu den Aussagen der Angeklagten steht, ihre Kinder seien über die Party-Wochenenden bei der Uroma gewesen. Das soll sie zumindest ihren Freunden immer erzählt haben. Die Großmutter selbst verweigerte gestern die Aussage. Jugendamtsmitarbeiter Nicky P. schilderte dem Gericht den Hausbesuch bei der Angeklagten. Diese sei zugänglich gewesen und habe den Mitarbeitern Jasons Po gezeigt, der „am Abheilen war.“ Die Angeklagte habe auch Hilfebedarf in finanzieller Hinsicht signalisiert und im Beisein des Jugendamtes einen Termin bei der Kinderärztin vereinbart, für die versäumte U3-Untersuchung. „Danach hat sie aber keinen weiteren Termine wahrgenommen“, berichtet Nicky P., und sie habe weder auf Ladungen und Anrufe reagiert. Auch bei Hausbesuchen am 29. September und 13. Oktober habe er niemanden bei Patricia B. zu Hause antreffen können. Kurz darauf wird im Publikum applaudiert, als Nicky P. erzählt, dass er zwischen den Hausbesuchen nur zweimal versucht hatte, die Angeklagte zu erreichen. Der 29-Jährige wird aufgrund seines Beifalls sofort des Saals verwiesen.


Als letzte Zeugin sagte die behandelnde Kinderärztin Dr. Ingrid Thielbeer aus. Sie hatte Jason nur einmal zur U2-Untersuchung Anfang August 2011 gesehen. „Er war ein gesundes, gut entwickeltes Kind. Kräftig, rosig und munter“, beschreibt die Ärztin. Probleme und Sorgen habe es nach Aussage der Mutter mit Baby Jason nicht gegeben, aber sie sei zu den nachfolgenden Terminen, der U3 und den empfohlenen Gewichtskontrollen nicht mehr erschienen, ebenso wie zu den Terminen beim Jugendamt.



Von Bianca Lange


http://www.az-online.de/nachrichten/landkreis-stendal/stendal/kinder-nichts-mit-aber-aufgedonnerttodesfall-jason-kinderarzt-besuch-verwandter-verstaendigt-jugenda-2346661.html




Jugendamt Heide - Wusste es davon? Inzest – Missbrauchsprozess gegen Vater und Sohn

Hinter der gelben Fassaden des Hauses in Dithmarschen soll sich Fürchterliches abgespielt haben. Jahrelang sollen dort mehrere Mädchen missbraucht worden sein – von ihrem Vater und ihrem Bruder.

Von Wolfgang Runge


Jahrelang soll ein Vater aus Dithmarschen seine Töchter sexuell missbraucht haben, später sollen die Mädchen dann noch von ihrem Bruder missbraucht worden sein. Nun hat vor dem Landgericht Itzehoe der Prozess gegen den 48-Jährigen Mann und dessen 18-jährigen Sohn begonnen.


Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vater vor, drei seiner Töchter rund fünf Jahre lang regelmäßig missbraucht zu haben. Sein heute 18 Jahre alter Sohn soll sich an zwei Schwestern eineinhalb Jahre lang vergangen haben.

Laut Staatsanwaltschaft waren die Mädchen zum Teil noch nicht einmal 14 Jahre alt. Am ersten Verhandlungstag am Donnerstag stand nur die Anklageverlesung an. Zu dem Prozess sind nach Angaben einer Gerichtssprecherin bislang insgesamt 13 Zeugen und ein Sachverständiger geladen. Ein Urteil wird nicht vor Mitte August erwartet.


Jugendamt soll von Missständen gewusst haben

Nach Medienberichten soll die Familie insgesamt zehn Kinder im Alter zwischen 5 und 20 Jahren haben. Die jüngeren Kinder kamen nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe in die Obhut des Jugendamtes. Bis dahin lebte die Großfamilie unauffällig und zurückgezogen im Dorf Weddingstedt in Dithmarschen.



Der Familienvater galt als fleißiger Mann, der sein Geld als Gebäudereiniger verdient habe. Die Familie habe ihre Miete immer pünktlich bezahlt, hieß es. Ansonsten kannten die Nachbarn die Eltern und ihre Kinder kaum. Niemand merkte, was sich hinter den gelb geklinkerten Fassaden des zweigeschossigen Hauses abgespielt haben soll.


Nach Festnahme der beiden Angeklagten im Dezember 2011 stand das Jugendamt in der Kritik. So sollen Mitarbeiter von Missständen in der Großfamilie gewusst haben. Unter anderem sollen der Behörde Hinweise auf eine Internetseite vorgelegen haben: Dort hatten die Eltern unter vollem Namen und mit Bild nach Sexpartnern gesucht – auf dem Foto war auch ein Baby zu sehen.


Dithmarschens Landrat Jörn Klimant (parteilos) hatte sich damals vor seine Behörde gestellt. Das Jugendamt habe fehlerfrei gearbeitet, sagte Klimant: Die Mitarbeiter seien Hinweisen auf Missstände stets nachgegangen. Es habe jedoch niemals Anlass gegeben, die Gefahr eines Missbrauchs zu sehen.


http://www.welt.de/regionales/hamburg/article106436210/Inzest-Missbrauchsprozess-gegen-Vater-und-Sohn.html

Donnerstag, 7. Juni 2012

Internationaler Filmförderverein "Misshandlung von Kindern in staatliche...

Family Justice isn’t Spam………..!


After much deliberation I first ventured into Family Justice reform without really wanting to become a campaigner, and my wife certainly did not advocate such a move. Towards the end of 2003 I saw a Fathers for Justice protester dressed as Spiderman firing fireworks off a crane near Tower Bridge in London.I wondered if his protest showed him up as a good parent and like many who have never set foot in Family court offered him little sympathy. One year later and having spent from March to October 2004 in Family Court this guy was to win my full support !   
 
One Wednesday I was shopping in Sainsbury’s for that evenings meal as it was a contact evening with my children, when my mobile phone went and the police invited me to attend the police station, when I explained what I was doing they said unless I came now they would come to arrest me, so I made a bee line and in fact was chased down the road to the station by a police car as they thought I was driving erratically. When I entered the station the cop said I want a word with you. I explained I had been summoned to attend and as an HGV driver was probably a better driver then him, he raised his hands and backed off leaving me to face false accusations of harassment! Having then been taken to a second station that had recording equipment I protested saying I had to be back by 3pm to collect my kids and my shopping was melting in the car, they said they did not care but insisted on questioning me for some time before retuning me to my car enabling me to collect my children in the nick ( sorry for the pun) of time and much to the surprise of the mother who clearly thought I would be detained. I was asked by one of my children to move a table from her front garden, which I informed the police and they said she should not accuse me of harassment then try to lure me into a compromised situation, although he did go on to say if she complained again they would arrest me. ( The police use the law designed to protect celebrities from stalkers, and has no place in domestic /civil matters such as this!) I went on to have as pleasant an evening as possible with my sons!
 Some time later I considered where to start in my campaign and as an avid listener to BBC Radio 4 at that time decided to start my attack on ‘Woman’s Hour’ and so typed the shows title into my PC to begin an email, I wrote nothing more when there was a knock at my door , the police! I thought it was a routine or even social visit but no they had come to arrest me for harassment again . My ex had changed the terms of contact which meant I had collected and returned my children via school so as to avoid conflict with her, she had this amended so I had to collect them from the green opposite the former family home so bringing me into view each time and I had also taken on a flat close by so I could attend contact and home my children at the assigned times. I spent 10 hours at the police station explaining I was only adhering to court orders and had no reason to harass the children’s mother but just to enjoy time with them.  I was charged and faced 4 Court visits over the next 3 months only to be told I had no case to answer and included my ex saying I was an alcoholic, Don’t think the supermarkets would have allowed me to drive their 40 ton trucks if that had been the case ( Hertfordshire police were going through a quiet time then so where ready to pounce on soft targets)
I returned to my PC ever more determined to get the truth out there and as well as an e-mail I contributed to the Woman’s Hour message board where I first used the name Daveyone. before long they regarded my posts as spam so blocked me but out of devilment more then determination I reapplied and changed the letters round in Daveyone 14 times before the BBC gave up and closed the board a modest victory for me I thought.
I next tried the Daily Mail but although they seemed like a campaigning paper. as it was I who started it this too constituted spam and with fewer name changes I gave up here, Ironic therefore in the past few month they have a ‘No secret courts’ campaign but alas not directed at the corrupt family court I was trying to raise awareness about. I went international initially to investigate where Family Law was administered better, so Australia was my first port of call and although I soon learned that whilst Oz courts were a little more open then in the UK, they were far from ideal and then again I was blocked for spam! Next I thought the land of the free, and we the people and all that so set about questioning the people of the United States coast to coast ( and Hawaii) via Topix and at the time of the Baby P tragedy in the UK I was learning just how poor the CPS was in the US then, you guessed it NO to Davey there too.I thought about Canada as I had heard it was at its worse here but I was researching Erin Pizzey at the time which led me to a more general and welcoming site where I made contact with a number of Canadians and even New Zealand & South Africa I found was not free of family law injustice!
This past week Frederick Forsyth wrote an excellent article in the Daily Express relating to the Leveson enquiry and was about to offer my 4 penny worth on their have your say section and ask who judges the judges, and guess what Daveyone has breached the rules so has no access to comment so much for free speech and the Soviet Britain we faced under Brown seems to have returned via our DWP minister The Rt Hon Iain Duncan-Smith MP !
 

……………………….It is a Worldwide Conspiracy!


Jugendamt/Familiengericht:"Der Staat wird seiner Verantwortung zum Schutz von Kindern nicht gerecht"




Zwickau: "Richter erhebt schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt"



Vor dem Zwickauer Amtsgericht mussten sich am Mittwoch die Mutter von zwei sowie der Vater von einem Jungen wegen Misshandlung Schutzbefohlener, Körperverletzung und Verletzung der Fürsorgepflicht verantworten.

Konkret ging es um mehrere Prügelattacken, einen Biss der Mutter, heftige Beschimpfungen und Vernachlässigung. Jahrelang waren die heute elf- und neunjährigen Kinder daheim einem Martyrium ausgeliefert, bis sie das Jugendamt schließlich aus der Familie holte und in einem Heim unterbrachte, wo sie bis heute leben. "Der Erziehungszustand der Kinder ist noch immer so schlimm, wie ich es noch nicht erlebt habe", sagte Richter Stefan Noback.

Während der mehrstündigen Verhandlung zeigten sich die Angeklagten zum Teil geständig. So räumte die Mutter ein, dass sie das eine Kind gebissen habe. Auch die Vernachlässigung beider Jungen gab die 32-Jährige zu. Sie sei mit der Erziehung überfordert gewesen. Der Vater des jüngeren Kindes leugnete zunächst, handgreiflich geworden zu sein. Letztlich gab er aber an, seinen leiblichen Sohn zumindest einmal geschlagen und einen Pantoffel in sein Gesicht geworfen zu haben.
Die Situation der Werdauer Familie hatte sich vor allem im Jahr 2007 zugespitzt. Damals hatten die Kinder in der Wohnung gezündelt, woraufhin es zu einem Brand kam. In dessen Folge starb der jüngste Sohn der beiden Angeklagten an einer Rauchgasvergiftung. "Vor allem die Mutter litt unter dem Tod des Kindes", sagte Staatsanwältin Ines Leonhardt. Sie machte ihre Kinder für den Verlust verantwortlich, beschimpfte sie als Mörder und Arschlöcher. Als auch noch der alkoholabhängige leibliche Vater des Älteren nach einer Haftentlassung vorübergehend in die Wohnung der Familie zog, eskalierte die Situation. Die beiden Männer hätten regelmäßig die Kinder verprügelt. Die Mutter unternahm nichts, schlug sogar selbst mit zu.

Trotz der prekären Verhältnisse schritt das Jugendamt nicht ein, obwohl eine Erziehungshelferin seit vielen Jahren regelmäßig die Familie besuchte. Erst eine Anzeige der Tochter des Angeklagten bei der Polizei brachte den Stein ins Rollen und die Eltern vor Gericht.

Da die Beweisführung in solchen Fällen laut Staatsanwaltschaft allerdings schwierig ist, da immer ganz konkrete Missbrauchsfälle nachgewiesen werden müssen, fielen die Strafen für beide Angeklagte mild aus. Jeweils ein Jahr und drei Monate auf Bewährung lautete das Urteil. Bei der Mutter belegte ein psychiatrisches Gutachten, dass sie nach dem Tod des Kindes unter einem Trauma litt und nur bedingt schuldfähig gewesen sei. In seiner Urteilsbegründung richtete der Richter allerdings schwere Vorwürfe an das zuständige Jugendamt. "Es ist ein Unding, dass sie nichts unternommen haben", sagte Noback.


erschienen am 06.06.2012 (Von Denise Märkisch)