Freitag, 28. Februar 2014

„Rückkehr als Option“ – Kreis schließt Beratungsprojekt für Familien erfolgreich ab

Gezielte Beratung als Chance: Um stationär untergebrachten Kindern und Jugendlichen eine zeitnahe Rückführung in ihre Herkunftsfamilie zu ermöglichen, hat das Jugendamt des Kreises Lippe seit Juni 2012 gemeinsam mit drei Trägern der freien Jugendhilfe (SOS-Kinderdorf Schieder-Schwalenberg, Heinrich-Schacht-Haus in Horn-Bad Meinberg und Westfälisches Kinderdorf Lipperland in Barntrup) am Modellprojekt „Rückkehr als geplante Option“ des LWL-Landesjugendamtes teilgenommen. Auf einer Abschlussveranstaltung in den Räumen des Feuerwehrausbildungszentrums in Lemgo wurde das erarbeitete Rückführungskonzept jetzt unter Beteiligung des LWL-Landesjugendamt in Person von Heidi Knapp präsentiert.
In verschiedenen Workshops und Seminaren hatten sich die Projektbeteiligten dem Thema Rückführung in die Herkunftsfamilie auf unterschiedlichen Ebenen genähert. Unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Klaus Wolf und Andrea Dittmann-Dornauf vom Zentrum für Planung und Evaluation sozialer Dienst der Universität Siegen, wurden anschließend durch das Regionalbüro des Jugendamtes des Kreises Lippe in Blomberg erste Grundsteine eines entsprechenden Konzeptes entwickelt. „Unser Ziel ist es, durch gleichzeitige intensive Beratung und Unterstützung des Familiensystems, die Erziehungsbedingungen innerhalb der Familie in einem für alle Beteiligten überschaubaren Zeitraum nachhaltig zu verbessern und somit die Chance auf eine zeitnahe Rückkehr zu ermöglichen“, erklärt Klaus Lükermann, Fachgebietsleiter Soziale Dienste beim Kreis Lippe.
Ein Fallbeispiel: Ein junges Mädchen kommt mit der alleinerziehenden Mutter aufgrund von ständigen Streitereien und scheinbar unüberwindbaren Differenzen nicht mehr zurecht und wird stationär in einem Jugendhaus untergebracht. Durch eine enge Kooperation zwischen dem Jugendamt des Kreises Lippe und den Trägern der freien Jugendhilfe wird jetzt ein umfangreiches Beratungs- und Gesprächsangebot für alle Beteiligten organisiert, um den vorhandenen Konflikt möglichst schnell zu lösen und die Tochter zeitnah wieder in ihr familiäres Umfeld zu bringen. „Natürlich ist dieses Vorgehen stark fallabhängig und kommt bei schwerwiegenden Problemen im Elternhaus, wie Missbrauch oder psychischen Erkrankungen der Eltern, nicht in Frage“, klärt Klaus Lükermann auf.
In den nächsten drei Jahren soll das Konzept vom Jugendamt des Kreises und den bisherigen Kooperationspartnern auf seine Praxistauglichkeit überprüft und evaluiert werden. „Für uns ist das Projekt in jedem Fall jetzt schon ein Erfolg, da wir durch das harmonische Zusammenwirken mit den Partnern und der hervorragenden wissenschaftlichen Begleitung neue Ideen und Strategien entwickeln konnten, die wir jetzt erfolgreich in die Praxis umsetzen wollen“, fasst Klaus Lükermann zusammen.

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