Mittwoch, 9. April 2014

Hann: Großmutter kämpft um ihre Enkelkinder: Protest vor dem Jugendamt



Die Betroffenen und einige Mitstreiter demonstrierten dagegen am Mittwoch vor dem Jugendamt in Hann. Münden im Auefeld, kurzfristig organisiert von der Großmutter der Kinder, Andrea Jacob.
Die in Gießen lebende Psychologin und Familiengutachterin wirft dem Jugendamt vor, ohne Beweise gehandelt zu haben. Sie selbst habe beantragt, die Enkel zu übernehmen, was ihr verweigert worden sei. „Ich lebe in geordneten Verhältnissen, es gibt keinen Grund, warum ich die Kinder nicht haben soll“, sagt sie. Abgesehen davon wäre es ihrer Ansicht nach der logischste Schritt gewesen, die Kinder zu ihren Vätern bringen.
Ausgangspunkt: Das zehnjährige Mädchen habe einer Freundin gesagt, es werde zu Hause geschlagen. Das aber sei gar nicht überprüft worden, so Jacob. Das Mädchen kam nach dieser Aussage gar nicht mehr nach Hause.
Ihrer Tochter seien außerdem Probleme mit Alkohol nachgesagt worden, was diese aber mittels einer ärztlichen Untersuchung längst widerlegt habe.
Das Familiengericht habe zunächst keine Inobhutnahme angeordnet, erst in einem zweiten Anlauf sei anders entschieden worden, beschreibt es Andrea Jacob. Am 1. April wurden auch die beiden jüngeren Kinder aus der Familie geholt. Vorher habe niemand vom Jugendamt die Wohnung der Familie in Augenschein genommen.
Zum Zeitpunkt dieser Inobhutnahme, berichtet Jacob weiter, sei sie gerade in Brüssel gewesen, um bei einer Petition vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Stellung zu nehmen zu diesem Thema: Im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzes komme es zu großen Verletzungen der Menschenrechte, formuliert sie es in ihrem Flugblatt, "die Jugendämter in Deutschland unterstehen keiner wirksamen Kontrolle". Sie wehrt sich dagegen, dass die Kinder aus einem ihrer Beschreibung nach intakten Umfeld herausgerissen und der Kontakt zu Verwandten unterbunden wird.
Beim Landkreis liege seit Anfang der Woche eine Dienstaufsichtsbeschwerde vor, so Kreisrätin Christel Wemheuer in Vertretung des Landrats (Landkreis Göttingen). Dem werde nachgegangen. Sollten die Sorgeberechtigten mit den Maßnahmen des Jugendamtes nicht einverstanden sein, stehe ihnen grundsätzlich der Rechtsweg offen. Unabhängig davon habe inzwischen der Amtsleiter der Mutter ein Gespräch angeboten, was diese auch angenommen habe.
Mit Unverständnis reagierte Wemheuer jedoch auf die Demonstration und kritisierte, dass im Demonstrations-Aufruf Mitarbeiter des Jugendamtes namentlich genannt worden seien. Das Jugendamt handele gemäß der gesetzlichen Bestimmungen und habe im konkreten Fall keinen Ermessensspielraum gehabt.
Auf die oben genannten Vorwürfe antwortet das Jugendamt: Es sei richtig, dass bisher die Anschuldigungen nicht überprüft worden seien, das Verfahren laufe gerade.
Wenn ein Kind selbst darum bitte, nicht mehr in seine Familie zurück zu müssen, sei das Jugendamt verpflichtet, dem nachzukommen.
Dem Familiengericht würden dann die Aussagen des Kindes mitgeteilt, ohne diese zu interpretieren. So sei auch von seiten des Jugendamtes nicht von Alkoholismus gesprochen worden. Die angesprochene ärztliche Bescheinigung, bestätigt das Amt, liege inzwischen vor.
Das Gericht bewerte die Aussagen und entscheide autark, da könne das Jugendamt gar nicht intervenieren. Die Entscheidung lautete in diesem Fall, auch die beiden jüngeren Kinder aus der Familie zu holen. Zwei verschiedene Antworten des Gerichtes lägen dem Jugendamt indes nicht vor.
Es handele sich bei dieser Inobhutnahme um eine einstweilige Anordnung. Die Kinder selbst würden zunächst noch einmal gehört, und das Hauptsacheverfahren sei für nächste Woche anberaumt. Dabei werde sich eventuell schon klären, ob die Kinder zu den leiblichen Vätern können. In der Kürze der Zeit habe sich das bisher nicht abklären lassen.
Das Verfahren sei in einer solchen Situation immer, die Kinder zunächst in Obhut zu nehmen und dann in Ruhe zu prüfen, ob sie zu Verwandten können. Man könne Kinder nicht einfach zu einer Großmutter bringen, wenn man diese nicht kenne. (tns)

P.S. Die haben noch nie was von Privatsphäre gehört glaube ich. Herrschaften wir sind erwachsen und können selbst entscheiden.  Es gibt einen Vater und eine Großmutter. Niemand hat das JA gerufen. Nennt man wohl Willi Wichtig....

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