Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Donnerstag, 15. Mai 2014

Mordprozess gegen Mutter: Jugendamt sah keine Gefahr für verdursteten Säugling


Im Mordprozess gegen die Mutter eines in Soest verhungerten und verdursteten Säuglings hat das Jugendamt im Vorfeld keine Gefahr gesehen. Das ergab eine Vernehmung der Mitarbeiter am Mittwoch (14.05.2014) vor dem Schwurgericht Arnsberg. Sie hatten die heute 22 Jahre alte Mutter bereits während der Schwangerschaft betreut.

Es habe keinerlei Anzeichen auf eine Vernachlässigung des Kindes gegeben. Der Mutter wird vorgeworfen, mehrere Tage in Münster gefeiert zu haben. Sie gab an, ihr Baby vergessen zu haben.

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