Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Dienstag, 3. Juni 2014

Hamburg: Vom Jugendamt betreut - Polizei holt Kinder aus zugemüllter Wohnung

Ein neuer Fall von Kindeswohlgefährdung beschäftigt das Jugendamt in Eimsbüttel und die Sozialbehörde in Hamburg. Zwei Kleinkinder wurden aus einer vermüllten Wohnung geholt und sind seitdem im Kinderschutzhaus, wie NDR 90,3 berichtete. Der Polizeieinsatz im Stadtteil Schnelsen war demnach schon vor rund fünf Wochen. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, weil vom Balkon der Familie Fäkalien tropften. Die Beamten fanden in der vermüllten Wohnung zwei Kleinkinder im Alter von zwei und drei Jahren.

Familie seit Jahren von Jugendamt betreut

Die Familie wird seit der Geburt des ersten von inzwischen vier Kindern vom Jugendamt in Eimsbüttel betreut. Den Mitarbeitern des Jugendamtes sei bei ihren angemeldeten Besuchen zwar aufgefallen, dass die Räume unordentlich waren - jedoch nicht, dass sie vermüllt waren. Allerdings soll ihnen der unangemeldete Zutritt mehrfach verwehrt worden sein.

Keine Hinweise auf Misshandlungen

Eine Untersuchung im Kinderkompetenzzentrum habe keine Hinweise auf Misshandlungen ergeben, bestätigte die Sozialbehörde. Die Kinder waren in einer Kita - und insofern unter Beobachtung, heißt es. Der 26 Jahre alte Vater ist wegen Drogendelikten, Raub und Diebstahl vorbestraft. Er gilt als gewalttätig und soll seine Frau mehrfach geschlagen haben. Die Mutter ist erst 21 Jahre alt und erneut schwanger. Das älteste Kind ist sechs Jahre alt. Die ersten beiden Kinder leben bei Pflegeeltern.
Die Sozialbehörde hat am Montag einen weiteren Bericht vom Jugendamt in Eimsbüttel angefordert. Ein Familiengericht soll in den kommenden Wochen über die weitere Zukunft der jüngeren Kinder entscheiden. Im Jugendamt Eimsbüttel hofft man, dass sie zu Pflegeeltern kommen.

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