Donnerstag, 19. Juni 2014

Hamburg: Yagmur: Jugendamtsleiter sagt doch aus

Der Jugendamtsleiter des Bezirks Mitte hat am Dienstag überraschend vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zum Tod der dreijährigen Yagmur ausgesagt. Der Amtsleiter hatte zunächst die Aussage verweigern wollen und sich damit den Unmut des Ausschusses zugezogen, wie NDR 90,3 berichtete.

In seiner fünfstündigen Aussage - geplant war eigentlich nur eine halbe Stunde - bestätigte Jugendamtsleiter Peter Marquard noch einmal den Eindruck, der sich bereits in den vergangenen Sitzungen des Ausschusses ergeben hatte. Er sagte, dass die Behörden-Software JUS-IT den Arbeitsalltag der Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes eher erschwert als erleichtert, dass es immer noch eine hohe Fluktuation gibt und einzelne Abteilungen kaum noch erfahrene Fachkräfte haben.

Jugendamtsleiter: Austausch muss verbessert werden

Das alles seien aber nicht die ausschlaggebenden Gründe gewesen, die zum gewaltsamen Tod des dreijährigen Mädchen geführt hätten - eine konkrete Erklärung blieb der Jugendamtsleiter schuldig. Aus seiner Sicht muss vor allem der Austausch zwischen den einzelnen Institutionen verbessert werden - von der Jugendhilfe über die Familiengerichte bis hin zur Staatsanwaltschaft. Einzelheiten, warum er anders als zunächst geplant doch vor dem Ausschuss ausgesagt hat, nannten weder Marquard noch sein Anwalt.

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