Donnerstag, 19. Juni 2014

Mettmann: Das zwei Monate alte Kind einer 19-Jährigen sollte in einem Heim untergebracht werden.

Tränen, Hilflosigkeit, Ohnmacht - eine 19-jährige junge Mutter war gestern Morgen völlig verzweifelt. Gemeinsam mit ihrem zwei Monate alten Kind und ihrer Rechtsanwältin hatte sie einen Termin beim Mettmanner Jugendamt.
"Es ging darum, die Wohnverhältnisse der jungen Frau zu klären", sagt Ute Hasskamp. Die Düsseldorfer Rechtsanwältin, Expertin für Familien- und Strafrecht, betreut die 19-Jährige, die aus Mettmann stammt, jetzt aber in Leverkusen wohnt.
Nach Angaben der Rechtsanwältin wohnt die junge Mutter in Leverkusen in "geordneten Verhältnissen". Der Säugling habe ein eigenes Kinderzimmer, dem Kind gehe es gut, die Mutter sei gerade erst in die renovierte Wohnung eingezogen. Doch genau das habe das Mettmanner Jugendamt offenbar nicht überprüfen wollen oder können, weil erst Amtshilfe aus Leverkusen erforderlich war, um die Wohnung zu besichtigen, berichtet die Rechtsanwältin. Statt dessen habe das Jugendamt von seinem "Aufenthaltsbestimmungsrecht" für den Säugling Gebrauch machen wollen.
"Die wollten meiner Mandantin das Kind sofort wegnehmen und erst dann in Ruhe entscheiden, ob sie wirklich in geordneten Verhältnissen wohnt", sagt Ute Hasskamp. Das könne nicht sein, das sei ein "skandalöses Vorgehen" des Mettmanner Jugendamts. Sie habe der in Tränen aufgelösten Mutter geraten, sich freiwillig in eine Mutter-Kind-Einrichtung in Essen einweisen zu lassen, damit sie in den nächsten Wochen mit ihrem Kind zusammen bleiben könne.
Ihre Mandantin stamme aus einer kinderreichen Mettmanner Familie, die wohl häufiger mit dem Jugendamt zu tun habe. Einige Geschwisterkinder sowie die betroffene junge Mutter selbst, waren in den vergangenen Jahren in Heimen untergebracht. Im Verlauf des Termins gestern Morgen soll auch die Polizei hinzugerufen worden sein.
Die Pressestelle der Polizei gibt hierzu allerdings keine Auskunft und verweist darauf, wenn dann lediglich "Amtshilfe" für die Stadt Mettmann geleistet zu haben.
Ebenso bedeckt hält sich die Stadt Mettmann selbst. Im Hinblick auf ein laufendes Verfahren und zum weiteren "Schutz von Mutter und Kind" werde man keinerlei Auskünfte erteilen, so Stadt-Sprecherin Silvia Nolte.
Quelle: RP

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