Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Samstag, 28. Juni 2014

Zwölfjähriger aus dem Heim ausgerissen

Der seit einer Woche vermisste Zwölfjährige aus Lambrecht hat einen Brief an seine Mutter geschrieben. Wie die Polizei Neustadt mitteilte, wurde das Schreiben im Briefkasten der Großeltern eingeworfen. Darin erklärt der Junge, warum er weggelaufen ist.

In der handgeschriebenen Mitteilung heißt es, dass es ihm gut gehe. Er werde erst wieder zurückkommen, wenn er nicht mehr ins Heim müsse. Die Polizei geht davon aus, dass der Brief echt ist. Die Ermittler wollen deshalb jetzt im Sorgerechtsstreit zwischen den Anwälten der Mutter und dem Kreisjugendamt vermitteln.
Am 13. Juni war der Junge zu seiner Mutter nach Lambrecht geflohen. Das Jugendamt erlaubte dann, dass er übers Wochenende zuhause bleiben durfte. Danach brachte die Mutter den Sohn nicht wie vereinbart ins Heim zurück. Das rief die Behörden auf den Plan. Das Jugendamt erwirkte einen richterlichen Beschluss, dass der Zwölfjährige zurück ins Heim muss.

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