Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Dienstag, 1. Juli 2014

Bad Dürkheim - Lambrecht: Erneuter Brief des vermissten Zwölfjährigen

Nach Polizeiangaben steht in diesem zweiten Brief - wie bereits im ersten - dass der Zwölfjährige Maximilian erst wieder zurückkehrt, wenn er nicht ins Heim muss, sondern zu seiner Mutter darf. Der zweite Brief soll durch einen Mann an einen Journalisten überbracht worden sein. Der Überbringer beherbergt den Jungen offenbar. Wie die Polizei mitteilt, gab es zum 12-Jährigen auch telefonisch Kontakt. Vor zehn Tagen wurde der Junge als vermisst gemeldet.

Flucht wegen Sorgerechtsstreit?

Maximilian war in einem Heim untergebracht, weil das Kreisjugendamt Bad Dürkheim das veranlasst hatte. Die Mutter hatte das Heim angezeigt, weil sie befürchtete, ihr Sohn würde dort misshandelt. Am 13. Juni war der Junge zu seiner Mutter nach Lambrecht geflohen. Das Jugendamt hatte damals erlaubt, dass er übers Wochenende zuhause bleiben darf. Danach hatte ihn die Mutter nicht, wie vereinbart, ins Heim zurückgebracht. Daraufhin erwirkte das Jugendamt einen richterlichen Beschluss, dass der Zwölfjährige zurück ins Heim muss. Am Freitag vor einer Woche soll sich der Junge am Bahnhof von Neustadt von der Mutter losgerissen haben und soll abgehauen sein. Die Mutter sagte der Polizei, ihr Sohn fühle sich im Heim nicht wohl. Deswegen sei er geflohen.

Wahrscheinlich bei Bekannten untergebracht

Die Polizei geht davon aus, dass der Junge bei Bekannten oder Verwandten untergekommen ist. Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt, ob sich diejenigen, die ihn unterbringen, wegen Kindesentziehung strafbar machen. Die Polizei hatte zuvor nach eigenen Angaben vergeblich versucht, zwischen dem Bad Dürkheimer Jugendamt und der Mutter zu vermitteln.


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