Samstag, 30. August 2014

Jugendamt: Inobhutnahme wegen fahren mit einem Bobbycar auf Kopfsteinpflaster?

Wo die Mitarbeiter früher sagen konnten, dass die Kinder auf ihre Eltern hören sollten, wenn die ihnen gegen ihren Willen vorschreiben zur Schule zu gehen, müssen jetzt Akten angelegt werden.
„Wir hatten auch schon Anfragen, dass Kinder mit einem Bobbycar über Kopfsteinpflaster fahren und das so laut ist, dass sie Hörschäden bekommen könnten“, sagt Wunderlich, „wenn es eine Fläche an der Straße ist, müssen wir uns darum kümmern.“ Kümmern heißt, dass zwei Leute rausfahren und sich die Situation anschauen. Vielleicht auch nur um festzustellen, dass die Eltern „Flugzeug“ mit ihren Kindern gespielt haben, wo der Anrufer von „Kinder herumschleudern“ gesprochen hat.
Auf 600 Fälle Kindeswohlgefährdung kommt der Kreis pro Jahr, eine Zahl, die seit Jahren ziemlich konstant ist. An durchschnittlich 200 Fällen ist nichts dran, bei 400 wird „eine Kindeswohlgefährdung bestätigt“, so Wunderlich: „Der Begriff Kindeswohlgefährdung ist nicht klar definiert. Es liegt in der Beurteilung des jeweiligen Jugendamts.“ Dass in Stormarn auch emotionale Gewalt als Kindeswohlgefährdung interpretiert wird, hat schon zu Diskussionen mit Eltern geführt. Die Inobhutnahme ist der schwerwiegendste Eingriff, damit geht das vollständige Sorgerecht auf die Behörde über. Drei Viertel der Jugendlichen werden weniger als einen Monat in Obhut genommen, bei weiteren elf Prozent sind es weniger als zwei Monate. Die am häufigsten vertretene Altersgruppe sind die 14- bis 18-Jährigen mit 49 bzw. 53. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen waren es 2012 acht und im vergangenen Jahr 18. General gilt: Je jünger, desto kleiner die Zahl.


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