Dienstag, 21. Oktober 2014

Prozessauftakt im Fall Renneberg - 16.12.2014 Zwickau

Der Strafprozess gegen Claudia Renneberg und ihre Eltern soll am 16. Dezember vor dem Schöffengericht in Zwickau beginnen. Das hat Rechtsanwalt Klaus Bartl auf Anfrage der "Freien Presse" erklärt. Zur Last gelegt wird ihnen die Entziehung Minderjähriger in Tateinheit mit Freiheitsberaubung.
Das Amtsgericht Auerbach hatte - auf Basis eines umstrittenen Gutachtens - Rennebergs Sohn Timon ab April 2012 in einer Pflegefamilie untergebracht. Juristisch dagegen vorzugehen, scheiterte. Einen Besuchstermin am 15. August 2013 in Adorf nutzte Claudia Renneberg daher, assistiert durch ihre Eltern, zur Flucht mit Timon ins Ausland. Im Januar 2014 stellte sie sich freiwillig. Seither lebt sie mit Timon im Trainingswohnen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Treuen.
Was eine Entscheidung in der Familienrechtssache angeht, so stehe laut Anwalt Bartl das neue Gutachten noch aus. Die Auerbacher Amtsgerichtsdirektorin habe jedoch versprochen, "dass verhandelt wird, sobald das Gutachten vorliegt".
Unterdessen hat vorige Woche der Heimkinderverband Deutschland (HKVD) versucht, Wellen im Fall Renneberg zu schlagen. Der Verband, nach eigener Aussage 2007 von ehemaligen Heimkindern gegründet, zählt, sofern man dem Internetauftritt glauben darf, 18 Mitglieder und hat keinen Vorstand. Pressesprecher Johannes Schumacher erklärte, der Verband wolle den Jugendamtsleiter des Vogtlandkreises mit dem "Roten Jugendamtsleiter-Notfall-Knopf des HKVD" auszeichnen, weil "er seit fast einem Jahr Claudia Renneberg und Timon ... in einer Awo-Kaserne in Treuen einsperren" lasse. Er gehe davon aus, dass er den Preis "zusammen mit Claudia Renneberg und ihren Eltern übergeben" werde.
Bartls Kanzlei erklärte dazu, man erachte "jedwede Aktivität, die geeignet ist, die Konfrontation mit den Behörden zu befördern ... für eher kontraproduktiv und wenig hilfreich". Anstatt auf diese Bedenken einzugehen, schwadronierte Schumacher danach von "Sippenhaft" und kündigte an, im November in der Festhalle Plauen eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Fall Renneberg organisieren zu wollen.


P.S. Ich musste schmunzeln.... Jeder "kämpft" eben mit seinen Waffen.....

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