Freitag, 14. November 2014

Das Jugendamt als Kinderschreck, gestern wie heute....

Die 70jährige liest aus ihrem autobiografischen Buch „Die Tanten vom Viktualienmarkt“ – eine bewegende Lebensgeschichte über ihre Kindheit, in der sie wie ein überflüssiges Möbelstück hin- und hergeschoben wurde und das ein eindrucksvolles Dokument der Nachkriegszeit in München darstellt:

Als Christa 12 Jahre alt war und eines Tages von der Schule heimkehrte, fand sie ihre Mutter tot vor, die Mutter hatte sich das Leben genommen. Fortan kam Christa zu ihren Tanten, deren Arbeits- und Genusswelt in den 1950er Jahren der frühe Viktualienmarkt war. „Sie haben mich aufgenommen und ich wurde ein Teil von ihnen auf diesem Markt der Menschen, der traurigen und komischen Schicksale und der Verhältnisse, die eine nicht unwesentliche Rolle spielten“. 

Christas Schicksal begann mit dem Suizid ihrer Mutter, sie selbst entschied sich für das Leben. Eine interessante Rolle spielte auch das Jugendamt, als Christas Tante die Vormundschaft für das Mädchen beantragen wollte: „Das Jugendamt verkörpert in gewisser Weise eine Machtposition in der Stadt…Wenn man seinem Kind Angst einjagen wollte, war früher der schwarze Mann zuständig, jetzt ist es das Jugendamt“. 


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