Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Samstag, 29. November 2014

Hamburg: Yagmur-Prozess: Urteil wird angefochten

Im Fall Yagmur fechten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung das Urteil gegen die Mutterdes zu Tode gequälten Mädchens an. Das Landgericht hatte die 27-Jährige am Dienstag zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt. Die Staatsanwaltschaft teilte am Freitag mit, Ziel einer Revision sei, dass das Oberlandesgericht die besondere Schwere der Schuld feststelle - wie von der Anklage im Plädoyer gefordert. Das Landgericht hatte dies in seinem Urteil nicht getan. Damit kann die 27-Jährige auf eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren hoffen. Auch die Verteidigung der Mutter kündigte Revision an. Sie hatte "höchstens eine Bewährungsstrafe" beantragt, da sie im Vater den Hauptschuldigen sieht.

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