Sonntag, 30. November 2014

Nürnberg: 4.Prozeßtag im Fall Daniel Grumpelt

Beginn der Verhandlung war kurz nach 13 Uhr an. Es waren alle Beteiligte anwesend. Es wurde das Protokoll von der letzten Verhandlung verteilt. Danach verlas die Richterin, wer heute als Zeuge vernommen werden sollte. Zwei Zeugen wurden verlegt, da keine Verschwiegenheitsentbindung vorlag.

Die Richterin, sowie die STA'in gingen noch auf die Entschuldigung von D.G. der letzten Verhandlung ein. Die Richterin fragte ob er T. wirklich zumuten wolle hier aus zusagen, sie bekomme immer Herpes und es ginge ihr davor sehr schlecht. Die STA'in zweifrelte immer noch an der Glaubwürigkeit von D.G. und forderte ihn auf, die Anklageschrift so in der vorliegenden Form zu bestätigen, dann könne man auf die Vernehmung von T. verzichten und es ihr ersparen. D.G. sagte er wolle auch, daß T nicht aussagen soll, aber er könne der Forderung der STA'in und der Richterin so nicht nachkomme. Er bestätigte einiges, aber er widersprach auch einigem des vorgeworfenen, daß sei so nicht gewesen. Es wurde vorgeschlagen, er solle es später noch mal mit seinem Anwalt besprechen und dann entscheiden.

Es wurde mit dem Ex-Mann der Kindmutter begonnen. Dieser erzählte er wäre mit ihr, deren Mann und seiner Tochter damals im KH und zu Hause bei ihr gewesen. Seine Lebensgefährtin war auch dabei. Es wurde auch die Aussage von T. vorgelesen. Ich empfand diese Aussage nicht als der eines Kindes in Ihrem Alter. Sie war viel zu abgehackt und nicht den sprachlichen Fähigkeiten altersentsprechend. Es hörte sich eher nach Vorgesagtem an. Seiner Tochter und der Exfrau war nach der Abnahme von Marlene aber nix passiert, ebenso mit dem Ungeborenen war alles ok. Er könne auch keine Angaben machen, wie sie mit den Kindern so umgehe. Er kann es nur bei seiner Tochter sagen, diese sei eine gute Schülerin und scheint den Vorfall ganz gut verarbeitet zu haben und brauche keine Therapie. Er sieht M. nur kurz bei der Übergabe seiner Tochter und kann so nix dazu sagen, wie die Kindmutter mit ihr umgeht. Am Anfang war sie nach der Rückkehr sehr zrückhaltend gewesen, aber mittlerweile hat sich das gegeben. Er bestätigte auch das D.G. damals beide Kinder zur Betreuung hatte und er damit einverstanden war, da er sah sie waren dort gut versorgt. Er musste ja arbeiten. Er holte sein Kind dann weiterhin von D.G. ab, nachdem die Kindsmutter in der Klinik war. Es wurde Ihm so erklärt es wäre nur kurzfristig für eine Woche. Nachdem er das dann öfters mitgeteilt bekam und nicht wirklich eine konkrete Antwort bekam, hat er dann das alleinige Sorgerecht mit ABR bei Gericht eingeklagt und auch bekommen für die beiden Kinder. Später hat dann D.G. zusammen mit der Mutter die Vaterschaft enerkannt. Sie hatte auch bestimmt, dass die Kinder von D. G. betreut werden sollen. Er hat  die Aussagen von D.G. bestätigt.  Auch hat er erst im nachhinein, davon erfahren, dass seine Tochter, bevor sich D.G. darum gekümmert hat, sie sehr viele Fehltage im KG gehabt hat, er hat auch zuverlässig die Arzttermine mit den Kindern wahrgenommen. Wo die Mutter sich da aufhielt, dass wusste er nicht. Er hat viele Dinge erst viel später mitbekommen und hat da dann erst intensiver nachgefragt. Er wurde unvereidigt entlassen. Seine Aussage war glaubhaft und er verhielt sich sehr neutral.

Bis die Zeugin herein kam, gab es noch einen kleinen Zwischenfall: Der Nebenklägervertreter, verdächtigte eine Zuschauerin, eben diese dicke Frau zu sein, die bei der vorgeworfen Tat dabei gewesen sein sollte, laut der Aussage von T. die bei der Zeugenbefragung vorher von der Richterin vorgelesen wurde. Die Zuschauerin verbat sich diese Unterstellung und  fragte zurück Dick sei relativ. Es gab noch einiges Geplänkel. U.a. auch ob sie auch bei der Vernetzung für Väter aktiv wäre. Diese Unterstellung verbat sie sich, sehe sie aus wie ein Vater? Dann beendete die Richterin diesen Disput, den die Zeugin war eingetreten.

Danach wurde dann die Verfahrenspflgerin F., die in mehreren Verfahren bezüglich M. bestellt war, befragt. Sie konnte aber auch nur aussagen, daß sie nur ein Gespräch mit D.G. geführt hätte, dafür aber mehrere mit der Mutter. Richterin, sowie STA'in und die eine Schöffin stellten zwischendurch Fragen oder lasen teilweise aus den Akten, die freigegeben waren, vor. Der Nebenkläger fragte fast nix, er verwies aber immer wieder, wenn es zu einer bestimmten Akte Fragen gab, da liege keine Verschwiegenheitserklärung vor um diese frei zugeben.  Der Angeklagtenvertreter, sowie Daniel stellten dann auch noch ausführlich ihre Fragen an die Zeugin, die aber dann so kurz vor 15:30 Uhr darauf hinwies, sie müsste jetzt wirklich los um ihren anschließenden Termin zu schaffen. Die Richterin fragte noch kurz etwas nach, dann wurde die Zeugin unvereidigt entlassen.Sie hatte auch Unterlagen aus den Verfahren dabei und sie las auch daraus vor.

Kurze Pause. Dann ging's weiter mit Frau B. vom JA Roth. Auch sie hatte Unterlagen aus der Akte dabei. D.G. hätte sich damals bei ihr gemeldet und ihr einiges über die Kindsmutter erzählt. Daraufhin habe sie sich selbst ein Bild von ihr machen wollen und diese in der Klinik besucht. Sie hätte aber einen normalen Eindruck auf sie gemacht und ihr fiel nix Negatives auf. Es wurde damals vor Gericht vereinbart, dass M. bis zur Fertigstellung des Gutachtens bei Iirem Vater bleibt und sich die Kindsmutter um eine Wohnung kümmert und sie M. weiterhin beim Vater läßt. Dann war das GA von Frau P.-B. da, worin bestätigt wurde, die Kindsmutter sei erziehungsfähig und das Kind solle bei ihr leben. Auf Nachfrage, wie sie denn die Lage einschätzte, antwortete sie, sie habe sich dem GA angeschlossen. Auch verneinte sie, daß im Jugendamt überhaupt Akten dazu geführt würden, diese gebe es nur im Gericht, denn eine Akteneinsicht wurde D.G. sogar vom Verwaltugnsgericht verweigert. Auf manche Fragen konnte sie nicht antworten, da sie die dazugehörigen Schreiben nicht dabei habe und sie nur die zu den vorher zugesandten Fragen diese Schreiben dabei habe. Sie konnte deshalb auch nicht alle Fragen beantworten. Die Befragung endete dann um 18:30 Uhr, die Zeugin wurde unvereidigt entlassen.

Frage: Seit wann sendet man Zeugen vorher die Fragen zu, damit sie dann die passenden Unterlagen dabei haben oder sich auf die Fragen vorbereiten können???

Es wurde nochmal die Frage gestellt, ob man jetzt auf die Zeugenbefragung von T.(große Schwester) verzichten könne oder ob man weiterhin auf diese besteht. Es gab noch einen Wortwechsel zwischen D.G und der STA'in, dann wurde endgültig  darauf verzichtet. Der im Zuschauerraum sitzender Polizeibeamte wurde beauftragt die Mutter zu benachrichtigen und sie abzuladen.

Über diesen Tag kann man sagen: Im Zuschauerraum saßen eine Prozessbeobachterin und der Polizeibeamte in Zivil, sowie zwischendurch die Beamten, die vor dem Gerichtssaal waren. Es war auch noch ein Mann anwesend, der aber dem Anschein nach zu dem Nebenklägervertreter gehörte. Denn sie begrüßten sich per Handzeichen und in den Pausen ging dieser auch in den vorderen Gerichtssaal, ebenso die anderen Zuschauer und unterhielten sich mit dem Nebenklägervertreter und den anderen. Auch kam ca. 1 Stunde vor Ende noch der Mann der Protokollführerin.

Ich empfand das laut werden der STA'in zwischendurch als unangemessen und übertrieben. Vor allem wenn der Beklagte intensiver nachfragte und man das verhindern wollte. Ebenso verbot die Richterin zwischendurch die Fragen als unzulässig, er soll doch endlich die Frage verständlich stellen und keine suggestiven Fragen stellen, worauf die Zeugen nur mit Ja oder Nein antworten könnten. Um hier wirklich ein faires Verfahen führen zu können, sollte man auch die Scheidungsakte vom vorhergehenden Ex-Mann und der Kindsmutter freigeben, denn da stehen eben die Erkrankungen der Kindsmutter, sowie einige Beweise, die D.G. entlasten würden.

Nächste Verhandlung Montag 01.12.2014 10:00 Uhr SS 28

angedacht ist die Vernehmung von der Gutachterin P.-B., sowie 2 weiterer Zeugen

sowie  Freitag 05.12.2014 10:00 Uhr SS 28



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