Samstag, 20. Dezember 2014

Hamburg: Yagmur - handelten die Behörden nach Schema "F"?

http://blog.zeit.de/hamburg/nach-schema-f/

"Vor einem Jahr starb die kleine Yagmur aus Hamburg-Billstedt. Das Mädchen war von ihrer Mutter zu Tode geprügelt worden. Sie könnte noch leben, wenn die Behörden aufmerksamer, koordinierter gehandelt hätten. Wenn das Bewusstsein für ein Kindesleben nicht im dichten Geflecht der Zuständigkeiten verloren gegangen wäre.
Im Fall Yagmur haben fast alle Instanzen nach Vorschrift gehandelt und ihre Aufgaben erledigt. Aber mehr auch nicht. “Das war bürokratisches Vorgehen nach Schema F”, hieß es dazu am Donnerstag im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der seinen Abschlussbericht präsentierte.
Sicher ist eines: Die Frage, ob die Versäumnisse Einzelner zum Tode Yagmurs geführt haben oder das Jugendhilfesystem in Gänze versagt hat, ist hinfällig. Beides lässt sich nicht voneinander trennen. Ja, gravierende Fehler können allen Beteiligten vorgeworfen werden. Informationen wurden verschleppt, einfache Antworten akzeptiert und kritische Fragen nicht gestellt – aus Zeitmangel, aus Desinteresse, aus Furcht vor den Folgen einer Kompetenzüberschreitung. Also tat jeder so viel, wie er eben musste. 
Die Lage im Jugendamt beschrieb Abteilungsleiter Matthias Stein vom Hamburger Bezirk Eimsbüttel vor dem Ausschuss als “Super-GAU”. Wegen Personalmangels, schlechter Bezahlung und Überlastung sei das Amt “praktisch arbeitsunfähig”. Dazu komme ein Millionen Euro teures, kompliziertes Datenbanksystem, das die Arbeit erschwere. Die Folge: Ein Sozialarbeiter betreue bis zu 100 Fälle, die Bürokratie sei wichtiger als der Kontakt zu den Familien, sagte Stein. Für die schwierigen Fälle von Kindesgefährdung bleibe kaum noch Zeit.
Dass der Bericht keinen Zusammenhang zwischen der Personalsituation im Jugendamt und dem Tode Yagmurs feststellt, ist erstaunlich. "
Jeder der mit diesem System konfrontiert ist, weiß, dass es nicht der Personalmangel ist der zu einem ständigen Versagen deutscher Jugendämter führt. Die sogenannten "Fachkräfte" sind einfach keine Fachkräfte. Ihre subjektive Sichtweise wird jedem Fall als Stempel aufgedrückt. Von einer objektiven Beurteilung kann man nur träumen. Dazu kommt oft der Mutterkult der in jeder der beteiligten Behörden betrieben wird. Das Kind spielt überhaupt keine Rolle und schon gar nicht dessen Wille. Diesem System angeschlossen sind Pflegeeltern, Kinderheime, Gutachter, Psychiatrien usw., die alle von diesen Kindern leben. Dem statistischen Bundesamt zufolge eine Milliardenindustrie. Die Kinder werden isoliert von ihren Herkunftsfamilien und nach einer sogenannten "Inobhutnahme" kümmert sich niemand mehr um sie. Nicht einmal ein eingesetzter Vormund. Ich habe es schriftlich vom Familienministerium in Schleswig-Holstein, dass dieser sich um sein Mündel auch nicht kümmern muss. Nur das Geld das wird kassiert. In vielen Jugendhilfeeinrichtungen ist Gewalt und Mobbing an der Tagesordnung. Einigen Kindern bleibt sogar der Schulbesuch verwehrt. Den Kindern geht es dort schlechter wie daheim. In die Familien wird kein Geld investiert, wohl aber in die Betreuungsindustrie. Und weil man so damit beschäftigt ist Kinder aus intakten Familien zu reißen, hat man einfach keine Zeit sich um die Kinder zu kümmern die wirklich Hilfe brauchen. Ich kenne genug Fälle, wo Kinder um Hilfe gebeten haben beim Jugendamt und in der Psychiatrie gelandet sind. Später hat man Ihnen dann die eigenen Kinder weggenommen mit der Begründung, dass sie ja eine schlechte Kindheit gehabt hätten und in der Psychiatrie waren.
Ich bin auch für eine Kultur des Hinschauen's, wie es heute so schön heißt, aber des Hinschauen's auf die Jugendämter und Familiengerichte!



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