Mittwoch, 3. Dezember 2014

Nürnberg: Letzter Prozeßtag im Fall Daniel Grumpelt

Vor Beginn der Verhandlung fragte der Beklagtenvertreter nach, ob ein Rechtsgespräch möglich wäre. Nachdem die Verhandlung eröffnet war, las die Richterin vor, wer anwesend ist und heute als Zeuge vernommen werden sollte.

Danach stellte der Beklagtenvertreter nochmals die Frage nach dem Rechtsgespräch und ob jemand was dagegen hätte. Die Richterin, STA’in, sowie der Nebenklägervertreter  waren sich einig, sich dies unter bestimmten Bedingungen vorstellen zu  können. Jeder  trug seine Ausführungen dazu vor, die STA’in, sowie der Nebenklägervertreter waren sich einig, der Beklagte müsste sich noch zusätzlich in eine Therapie begeben, die mindestens 1 Jahr dauern sollte.

Der Beklagtenvertreter hielt noch kurz eine Rücksprache unter  vier Augen mit seinem Mandanten.  Dann zog sich das Gericht, sowie die Beteiligten zum Rechtsgespräch zurück, was über 1 Stunde dauerte, dann verkündete die Richterin kurz, dass es eine Verhandlungsunterbrechung gebe bis 12:30 Uhr.

Diese begann mit der Verlesung der Bedingungen für eine 2-jährige Bewährungsstrafe auf 4 Jahre erweitert.  Er zieht zu seiner Mutter, hat eine Meldepflicht 2-mal die Woche bei der dortigen Polizeiwache. Er sucht sich eine Arbeit, nicht im mütterlichen Betrieb oder wenn dann muss er verschärfte Beweise vorlegen. Außerdem hält er sich von der Familie der Kindsmutter fern, auch von Marlene. Er schickt auch niemand anderen mehr , um dort Briefe oder in seinen Namen nach zufragen. Dies darf nur in den dafür vorgesehenen Familienverfahren erfolgen, er akzeptiert, dass Marlene Ihren Lebensbereich bei der Mutter hat und von dieser bestens versorgt wird. Er verbreitet auch keine Lügen mehr über die behaupteten Krankheiten der Mutter und erklärt auf seiner Seite petit.Marlene.de, ausdrücklich das er nicht wünscht, dass sich hier eigenmächtig der angebliche "Helferkreis" einmischt und evtl. Marlene wieder entführt. Am besten wäre noch die Löschung der Seite nach der Erklärung von Ihm. (Anmerkung: Das wünschen sie immer, um die Wahrheit zu vertuschen. Kommt mir irgendwie bekannt vor!)

Weiter bekommt er einen Bewährungshelfer, der Ihm auch evtl. bei den Umgangsfragen/Briefe zwischen der Kindsmutter bezüglich Marlene dazwischengeschaltet wird, oder er wendet sich nur an das Jugendamt oder das Familiengericht, am besten mit einem Fachanwalt um die Angelegenheiten bezüglich Marlene  regeln zu lassen. Selbst sein bisheriger Beistand hat es zu unterlassen diesbezüglich tätig zu werden. Der Nebenklägervertreter, verweigerte hier die Mithilfe.

Dann bekommt er in den nächsten Tagen Post vom Gericht, wo er eine Telefonnummer vom Dachverband  mitgeteilt bekommt, um einen Erstkontakt zu einem Therapeuten herzustellen, wo er mindestens 1 Jahr in Therapie gehen muss und diese zählt erst wenn er den 1. Termin dort angetreten hat. Dies muss innerhalb von 14 Tagen erfolgen.

Auch würde er noch heute aus der Untersuchungshaft entlassen werden, wenn er diesen Bedingungen vorbehaltlos zustimmt. (Nennt man das nun einen Deal oder Erpressung?)

Die Schöffen schlossen sich der Richterin an.

Die STA’in sowie der Nebenklägervertreter hatten aber immer noch Bedenken, dass es der Angeklagte wirklich ernst mit seinen mehrmaligen Entschuldigungen meinte und brachten Ihre Bedenken vor, nicht das sie es irgendwann bereuen müssten dem so zugestimmt zu haben. Sie wären aber trotzdem bereit diesen Beschluss mitzutragen, denn er ist und bleibt auch weiterhin der Vater von M. und liebt sie ebenso. Alle sind sich einig, dass man M. und Ihren Vater nicht den Kontakt verbieten will, sondern dieser auch wieder stattfinden soll. Im übrigen sei ja noch ein Familienverfahren offen.

Dann sprach der Beklagtenvertreter, er sprach von einer Überreaktion aufgrund der ganzen Vorfälle vorher und das seinem Mandanten dann alles über den Kopf gewachsen sei. Er habe mittlerweile eingesehen, sich falsch verhalten zu haben und bedauere zutiefst das es zu dieser Tat kam, er würde dies in Zukunft unterlassen und nur noch den Weg über die Gerichte gehen. Er sei auch bereit die vorgeschlagenen Auflagen zu erfüllen.

Das letzte Wort hatte D.G. Er sagte nochmals wie leid es ihm tut was er getan hat und sei mit allem einverstanden.

Dann fragte die Richterin noch die persönliche Situation zur Sozialprognose von D.G. ab. Danach zog sich das Gericht zur Beratung zurück.

Kurz darauf wurde das Urteil verlesen, sowie die Begründung, es blieb bei dem was zuvor besprochen war.

D.G. wurde in die JVA zurück gebracht um seine Sachen zu packen.

An diesem Tag waren auch noch seine Mutter, sowie seine Schwester und Ihr Mann gekommen. Die Mutter, sowie der Beistand, die man in den vorherigen Verhandlung vom Zuschauerraum unter dem Vorwand sie als Zeugen zu gebrauchen, entfernt hatten, durften nachdem klar war, dass es keine weiteren Zeugenbefragungen gab auch in den Zuschauerraum hereingeholt und durften die Verhandlung weiterverfolgen.

Auf  Nachfrage, wann man D.G. aus der Haft abholen könnte, erhielten wir die Auskunft, in etwa einer Stunde wären die Formalitäten erledigt. Wir überbrückten mit einem Kaffee  die Wartezeit. Dann holten wir alle unsere Autos und fuhren zum genannten Abholpunkt. Dort angekommen und nachgefragt, wurden wir zu dem Eingang  der U-Haft geschickt. Dort angekommen und nochmals nachgefragt, verneinten diese ebenfalls, er stünde schwerbepackt vor dem anderen Tor. Wieder dort angekommen war von Ihm nix zu sehen, die Mutter klingelte beim Ausgang und fragte nach, dort wurde ihr gesagt er wäre schon draußen. Eine Frau meinte es wäre dort ein Mann vollgepackt gestanden, sie habe aber nicht mitbekommen wo er hin wäre.

Wir riefen seinen Namen und plötzlich entdeckten wir Ihn ein Stück weiter runter in der Straße, wir gingen ihm entgegen um Ihn gebührend in Empfang zu nehmen. Er erzählte auch noch, nach der 2. Verhandlung hätte man ihn von seiner Einzelzelle in eine Vier-Mann-Zelle gesteckt, weil er angeblich suizidgefährdet sei laut der STA’in. Es wurde sich noch etwas unterhalten, dann stiegen sie ins Auto der Mutter um heim zu fahren.

Bleibt anzumerken:

Wir wünschen D.G. alles erdenklich Gute für die Zukunft und das er und M. sich wieder regelmäßig sehen dürfen.



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