Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Sonntag, 22. März 2015

Fall Alessio: Landrätin gibt Ausschussvorsitz ab


Es geht um den Tod eines kleinen Jungen: Der Kreistag des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald will sich nicht vorwerfen lassen, in der Aufarbeitung des Falls Alessio übereilt zu handeln.

Deshalb hat der von ihm eingesetzte Begleitausschuss in seiner ersten Sitzung am Donnerstag noch nicht festgelegt, welcher Gutachter untersuchen soll, wie das Jugendamt mit dem Schutz des Dreijährigen aus Lenzkirch umgegangen ist. Der Junge war Mitte Januar gestorben; des Totschlags verdächtig ist sein Stiefvater. Die Kreisräte wollen erst entscheiden, wenn sich ihnen auch der zweite Bewerber für das Gutachten vorgestellt hat. Beschlossen ist aber die Expertengruppe, die die Verfahrensweisen des Jugendamts generell untersuchen soll. Die Experten, aber auch die Mitglieder des Begleitausschusses erhalten dazu ständige Akteneinsicht. Denn die Kreisräte zeigten sich unzufrieden damit, wie die ihre Akteneinsicht Anfang Februar gelaufen war.

Der Begleitausschuss wird künftig vom Ersten Landesbeamten geleitet. Landrätin Dorothea Störr-Ritter kam einem entsprechenden Antrag der Freien Wähler zuvor und erklärte ihren Rückzug vom Vorsitz – dessen erste Sitzung sie nichtsdestotrotz bis zum Schluss leitete.

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