Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Montag, 4. Mai 2015

Baby tot - die Mutter war dem Jugendamt bekannt

Nur wenige Meter entfernt kämpfte am Mittwoch ein kleines Mädchen (6 Monate) um sein Leben – und starb wenig später im Krankenhaus. Die eigene Mutter hatte sie aus dem Fenster geworfen, war dann selbst gesprungen.

Der Gesundheits-Zustand der Frau ist inzwischen weniger kritisch, sie liegt mit zahlreichen Knochenbrüchen im Krankenhaus. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags, befragt Personen aus ihrem Umfeld.

Jetzt kommt heraus: Dem Jugendamt war die 40-jährige Frau aus Holsterhausen bekannt.

„Die Mutter hat auf Vermittlung des Jugendamtes freiwillige Angebote der frühen Hilfen in Anspruch genommen“.

Jedoch: Die Behörde sah keine Anzeichen für die schreckliche Tat.

Nicole Mause, Sprecherin der Stadt Essen: „Wir nehmen die tragischen Ereignisse sehr ernst und werden den Fall in den nächsten Tagen genau analysieren und unser System vor diesem Hintergrund auf etwaige Lücken überprüfen.“



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