Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Freitag, 8. Mai 2015

Reichenbach/Vogtland: 5 Jahre Haft? Sie wollte doch nur ihren Sohn zurück...

Das Drama um den kleinen Timon (7) beschäftigte Anfang 2014 wochenlang das Vogtland. Der Junge war von seiner eigenen Mutter Claudia R. (33) „entführt“ worden, nachdem das Jugendamt das Kind in eine Pflegefamilie gesteckt hatte. Jetzt muss die Mutter vor Gericht.
 
Die Begründung des Amtsgerichtes Auerbach/V. war damals nicht alltäglich: Claudia R. wurde vorgeworfen, ihr Kind zu sehr zu behüten. Die Folge: Sorgerechts-Entzug, Timon kam in eine Pflegefamilie.

Da fasste die Vogtländerin ihren kühnen Plan: Sie verschwand mit ihrem Kind, war wochenlang mit ihm in Osteuropa unterwegs.

Erst als man ihr zusicherte, den inzwischen ausgestellten internationalen Haftbefehl nicht zu vollstrecken, kehrte sie ins Vogtland zurück.

Damals sagte sie: „Ich bin nicht krank. Ich möchte nur mit meinem Sohn zusammenleben.“

Der Prozess wegen Kindesentziehung beginnt am 14. Juli im Amtsgericht Zwickau. Claudia R. drohen bis zu fünf Jahre Haft.

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