Montag, 4. Mai 2015

Schadenersatz wegen Falschgutachten gefordert

Mainz – 6 lange Monate wurden ihnen die eigenen Kinder vorenthalten. Nur wegen eines falschen Gutachtens. Vor Gericht werden die armen Eltern jetzt wohl endlich Genugtuung erfahren.

Der Fall: Bei Leon (3) und John (2) aus Mutterstadt hat das Jugendamt den Verdacht, dass die Kinder misshandelt werden und beauftragt ein Gutachten, um das zu überprüfen.

Dr. Bianca N. (39) von der Mainzer Gerichtsmedizin sieht nach reiner Aktenlage Anzeichen für ein Schütteltrauma. Die Kinder bekam sie nie zu Gesicht.

Folge: Die Kinder werden den Eltern weggenommen. 6 Monate gehen Stefanie (27) und Kevin Diemer (27) durch die Hölle. Sie wissen, dass sie ihren Kindern nichts getan haben. Erst durch ein neues Gutachten können sie das auch beweisen.

Das bescheinigt den Kindern einen angeborenen Hydrozephalus („Wasserkopf“). Von der Mainzer Medizinerin irrtümlich für Misshandlungsspuren gehalten.

Irrtümlich, oder grob fahrlässig? Richter Rüdiger Orf fand am Mainzer Landgericht deutliche Worte: „Unwissenschaftlich. Besondere Sorgfalt ist nicht ersichtlich. Das Gutachten liest sich, als wäre es mit Scheuklappen geschrieben.“ Rumms!

Auf 80 000 Euro Schmerzensgeld hat Familie Diemer die Medizinerin verklagt. Der Richter dazu: „Wir sind der Meinung, dass das nicht überhöht ist.“

URTEIL AM 30. JUNI.

Übrigens: Die Medizinerin erschien nicht zum Prozess – krank, nicht verhandlungsfähig. Stefanie Diemer bedauert das: „Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, sich bei unserer Familie zu entschuldigen.“



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