Freitag, 12. Juni 2015

Leipzig:Jugendamtbetreuer kämpft um Freispruch

Im Juni 2012 stirbt in Leipzig eine junge Mutter an Drogen. Ihr kleiner Sohn ist hilflos und verdurstet neben der Leiche. Die Frau wird aber vom Jugendamt betreut. Hätte ihr Betreuer das ahnen können? Ein Gericht in Leipzig verhandelt erneut.

Fast auf den Tag genau drei Jahre nach dem Tod einer drogensüchtigen Mutter und ihres kleinen Sohnes in Leipzig hat ein Betreuer des Jugendamtes erneut eine Mitschuld bestritten. Vor dem Landgericht Leipzig hat nun ein Berufungsprozess begonnen. (AZ.: 9Ns 603 JS 32283/12)

Ein Amtsgericht hatte den Sozialarbeiter in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen zu 3600 Euro Geldstrafe verurteilt. Er legte Berufung ein und wünscht einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft fordert eine höhere Strafe. "Ich denke, dass an dem Fall sehr deutlich wird, in welchem Dilemma die Sozialarbeit steckt", sagte der Sozialpädagoge. 100-prozentige Sicherheit könne es trotz aller Betreuung nicht geben.
Der Mann war der sogenannte Eingangsmanager der 26 Jahre alten Mutter und ihres zweijährigen Sohnes Kieron-Marcel. Die Frau starb im Juni 2012 an einem Drogencocktail, der Junge verhungerte und verdurstete daneben in seinem Gitterbettchen. "Dieses Ergebnis habe ich zu keinem Zeitpunkt vorhersehen können", betonte der 42-Jährige. Die Mutter habe ihr Kind nicht vernachlässigt, es habe also auch keinen Anlass gegeben, ihr den Jungen wegzunehmen.

Der Mann war ein knappes halbes Jahr für die Problemfamilie zuständig. Das Amtsgericht hatte eine Mitschuld des Sozialarbeiters gesehen. Er habe nicht genug unternommen, um das Leben des Jungen zu schützen, urteilte die erste Instanz.
Quelle: n-tv.de , nsc/dpa

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