Samstag, 1. August 2015

Gelsenkirchen: Wirtschaftsprüfer bestätigen Vorwürfe gegen Jugendamt

Die Aufklärung der Gelsenkirchener Heimaffäre um Machenschaften bei der Unterbringung von Jugendlichen in Ungarn ist einen Schritt vorangekommen. Wirtschaftsprüfer haben Vorwürfe, die in einem Bericht des ARD-Fernsehmagazins „Monitor“ vom 30. April gegen die Leitung des Jugendamtes erhoben wurden, bestätigt. Und es sind weitere Verdachtsmomente in einem ähnlichen Fall aufgetaucht.

„Wir sind offenbar gezielt hintergangen worden. Besonders schwer wiegt für mich der Vertrauensbruch der beiden betroffenen Führungskräfte“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) am Freitag.

Finanziell profitiert

Ein ehemaliger Leiter des Jugendamtes und sein Stellvertreter hatten 2004 eine Firma zur Betreuung von Kindern in Ungarn gegründet. Ihnen wird vorgeworfen, Kinder gezielt in das Heim St. Josef in Gelsenkirchen geschickt zu haben. Von dort wurden einzelne Kinder nach Ungarn gebracht.

Davon sollen die beiden Männer finanziell profitiert haben. Die Stadt hat sich inzwischen von den beiden Mitarbeitern getrennt. Der Leiter hatte die Vorwürfe in der Vergangenheit zurückgewiesen.

Zusammenarbeit mit St. Josef

Die Prüfgesellschaft Deloitte stellte auch fest, dass es eine Zusammenarbeit mit der Leiterin von St. Josef gegeben habe, über die zwischen 2005 und 2008 insgesamt neun Jugendliche in die Maßnahme ins ungarische Pecs vermittelt wurden.

Der Verdacht, das Heim sei gezielt überbelegt worden, um Kinder leichter nach Ungarn schicken zu können, ist nach Angaben der Prüfgesellschaft nicht ausgeräumt. Das wies die Leiterin ebenfalls bislang zurück. Der Träger St. Augustinus Heime GmbH sieht allerdings eine Verstrickung der Leiterin als gegeben an.

Weiterführung der Geschäfte verschleiert

Die Jugendamtsleiter sollen auch die Weiterführung der Geschäfte verschleiert haben, nachdem sie vor Jahren ihren Rückzug kundgetan hatten. Sie hätten die Anteile lediglich an Familienangehörige abgegeben. Die Immobilie in Ungarn sei sogar in ihrem Besitz geblieben.

In einem weiteren Fall, einem Reiterhof nahe dem Kinderheim in Pecs, soll Gelsenkirchen jahrelang Geld für Aufenthalte bezahlt haben. Zu den Eigentümern der Anlage gehören laut Prüfgesellschaft ein ehemaliger stellvertretender Jugendamtsleiter aus Gelsenkirchen und der ehemalige Bürgermeister von Pecs. Bei den Geschäften um den Reiterhof sollen auch der zuletzt geschasste Amtsleiter und sein Sohn mitgemischt haben.


Die Staatsanwaltschaft Essen arbeitet parallel die strafrechtliche Seite auf. In Gelsenkirchen befasst sich ein Untersuchungsausschuss des Rates mit dem Fall.


Von dpa



Die Aufklärung der Gelsenkirchener Heimaffäre um Machenschaften bei der Unterbringung von Jugendlichen in Ungarn ist einen Schritt vorangekommen. Wirtschaftsprüfer haben Vorwürfe, die in einem Bericht des ARD-Fernsehmagazins „Monitor“ vom 30. April gegen die Leitung des Jugendamtes erhoben wurden, bestätigt. Und es sind weitere Verdachtsmomente in einem ähnlichen Fall aufgetaucht.

„Wir sind offenbar gezielt hintergangen worden. Besonders schwer wiegt für mich der Vertrauensbruch der beiden betroffenen Führungskräfte“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) am Freitag.
Finanziell profitiert

Ein ehemaliger Leiter des Jugendamtes und sein Stellvertreter hatten 2004 eine Firma zur Betreuung von Kindern in Ungarn gegründet. Ihnen wird vorgeworfen, Kinder gezielt in das Heim St. Josef in Gelsenkirchen geschickt zu haben. Von dort wurden einzelne Kinder nach Ungarn gebracht.

Davon sollen die beiden Männer finanziell profitiert haben. Die Stadt hat sich inzwischen von den beiden Mitarbeitern getrennt. Der Leiter hatte die Vorwürfe in der Vergangenheit zurückgewiesen.
Zusammenarbeit mit St. Josef

Die Prüfgesellschaft Deloitte stellte auch fest, dass es eine Zusammenarbeit mit der Leiterin von St. Josef gegeben habe, über die zwischen 2005 und 2008 insgesamt neun Jugendliche in die Maßnahme ins ungarische Pecs vermittelt wurden.

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http://www.halternerzeitung.de/nachrichten/vermischtes/aktuelles_berichte/Gelsenkirchener-Heimaffaere-Wirtschaftspruefer-bestaetigen-Vorwuerfe-gegen-Jugendamt;art29854,2778457#plx1251252987

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