Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Sonntag, 2. August 2015

Stendal: Hat das Jugendamt im Fall der kleinen Emily versagt?

Am zweiten Prozesstag um den gewaltsamen Tod des Mädchens († 18 Monate ) aus Bismark standen Jugendamts- und Kita-Mitarbeiter im Mittelpunkt.

Eine Nachbarin hatte dem Vater berichtet, dass die angeklagte Katja B. (20) das Mädchen geschlagen haben sollte. Die Sozialarbeiterin erklärt im Zeugenstand: „Als Emily blaue Flecken im Gesicht hatte, erklärte Frau B., die Kleine wäre in ihre Lego-Steine gefallen.“

Der Richter hakt nach: „Haben Sie die Herkunft der Flecken Hämatome weiter hinterfragt?“ Antwort: „Ich habe einfach darauf vertraut, was mir gesagt wurde, weil das immer funktioniert hatte.“



Emilys Krippenerzieherin (57) erklärt den Richtern: „Ich habe es in meiner ganzen Arbeitszeit noch nicht erlebt, dass sich Kinder selber mit Bausteinen gehauen haben...“


P.S. Und genau das zeigt die fachliche Ungeeignetheit der Jugendämter und Familienhelfer. Es werden Personen eingesetzt, die fachlich nicht geeignet sind und nicht hinterfragen, sondern sie vertrauen darauf, dass die Wahrheit gesagt wird. Sonst müssten sie nämlich arbeiten. Wen interessiert schon ein Kind.

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