Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Mittwoch, 28. Oktober 2015

Bad Segeberg: Jugendamt wird erneut scharf kritisiert - es hat erneut versagt!

Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht wirft die Staatsanwaltschaft einer 31 Jahre alten Frau vor, die sich am Donnerstag, 5. November, vor dem Amtsgericht in Bad Segeberg verantworten muss. Die Mutter soll ihr 17 Monate altes Kleinkind 40 Stunden allein gelassen haben, bevor es von der Feuerwehr entdeckt wurde. Das Mädchen wurde dehydriert und entkräftet in einem Krankenhaus behandelt. Seine Mutter hatte sich mit Freunden auf St. Pauli getroffen.

Der Fall aus dem November des vergangenen Jahres hatte erneut für scharfe Kritik am Segeberger Jugendamt gesorgt. Nachdem Nachbarn die Behörde über das schreiende Kind informiert hatten, ging der Mitarbeiter des Jugendamtes den Hinweise nicht so nachdrücklich nach, wie es die Regeln vorschreiben. "Unsere internen Ermittlungen haben ergeben, dass er die Situation fatal fehleingeschätzt hat. Das Leiden des Babys wurde unnötig verlängert", hatte Jugendamtsleiter Manfred Stankat damals gesagt. Der junge Sozialarbeiter habe dienstrechtliche Konsequenzen zu erwarten.

Auch ein zweiter Anruf beim Jugendamt führte nicht zur Entdeckung des hilflosen Kindes. Erst als die empörte Nachbarin nach 40 Stunden die Polizei alarmierte, die die Feuerwehr anforderte, wurde das Mädchen gerettet.

Zu der Panne war es gekommen, obwohl das Jugendamt die internen Regeln für das Eingreifen bei Notfällen nach dem Fall des "Kellerkinds" erheblich verschärft und sämtliche Mitarbeiter geschult hatte

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