Mittwoch, 28. Oktober 2015

Bad Segeberg: Jugendamt wird erneut scharf kritisiert - es hat erneut versagt!

Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht wirft die Staatsanwaltschaft einer 31 Jahre alten Frau vor, die sich am Donnerstag, 5. November, vor dem Amtsgericht in Bad Segeberg verantworten muss. Die Mutter soll ihr 17 Monate altes Kleinkind 40 Stunden allein gelassen haben, bevor es von der Feuerwehr entdeckt wurde. Das Mädchen wurde dehydriert und entkräftet in einem Krankenhaus behandelt. Seine Mutter hatte sich mit Freunden auf St. Pauli getroffen.

Der Fall aus dem November des vergangenen Jahres hatte erneut für scharfe Kritik am Segeberger Jugendamt gesorgt. Nachdem Nachbarn die Behörde über das schreiende Kind informiert hatten, ging der Mitarbeiter des Jugendamtes den Hinweise nicht so nachdrücklich nach, wie es die Regeln vorschreiben. "Unsere internen Ermittlungen haben ergeben, dass er die Situation fatal fehleingeschätzt hat. Das Leiden des Babys wurde unnötig verlängert", hatte Jugendamtsleiter Manfred Stankat damals gesagt. Der junge Sozialarbeiter habe dienstrechtliche Konsequenzen zu erwarten.

Auch ein zweiter Anruf beim Jugendamt führte nicht zur Entdeckung des hilflosen Kindes. Erst als die empörte Nachbarin nach 40 Stunden die Polizei alarmierte, die die Feuerwehr anforderte, wurde das Mädchen gerettet.

Zu der Panne war es gekommen, obwohl das Jugendamt die internen Regeln für das Eingreifen bei Notfällen nach dem Fall des "Kellerkinds" erheblich verschärft und sämtliche Mitarbeiter geschult hatte

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