Sonntag, 11. Oktober 2015

"Die Welt schaut verdutzt auf deutsche Jugendämter"



Die Trennungsväter e. V. fordern, eine wirksame Rechts- und Fachaufsicht über die Jugendämter in Deutschland einzuführen. Es soll eine Beschwerdestelle für Kinderrechts-, Menschenrechts- und Behindertenrechtsverletzungen (Ombudsmann) eingeführt werden. Die Jugendämter sollten der Wahrheit bei der Mitwirkung und Beteiligung in familienrechtlichen Verfahren verpflichtet sein. Die Öffentlichkeit sollte bei familienrechtlichen Gerichtsverfahren generell hergestellt werden.


Der Trennungsväter e. V. ist im Jahr 2002 im oberpfälzischen Amberg gegründet worden. Inzwischen zählt er bundesweit 65 Mitglieder, Väter und Mütter. Seit dem 8. April 2015 wurde dem Verein durch den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) ein Sonderberaterstatus zuerkannt. Der Verein kann damit verstärkt seine Aktivitäten für die Interessen der Trennungskinder über die UNO-Gremien fortsetzen.

Täglich erreichen Thomas Penttilä (45), der als selbstständiger Handelsvertreter im Außenhandel arbeitet, etwa drei Anrufe von betroffenen Trennungseltern aus ganz Deutschland. Neben der Trennungsproblematik trifft die Väter der Kampf um das Kind in einer emotional schwächeren Phase. Aus gestandenen Männern werden psychische Wracks. Nicht selten sei der soziale Abstieg programmiert, für manche Zahlväter ist der Suizid letzter Ausweg, so der Deutsch-Finne. Ruinierte Trennungsväter seien zudem besonders häufig unter Obdachlosen, Psychiatriepatienten und Hartz IV-Empfängern zu finden.

Kinder brauchen beide Eltern
Die psychosozialen Folgen des Vaterverlusts sind für Penttilä ein vergleichbares Trauma wie beim Verlust der Mutter. Vaterlosigkeit führt zu:
  • mehr Selbsttötungen
  • mehr Schwangerschaften bei Teenagern
  • mehr Ausreißern und obdachlosen Kindern
  • mehr Jugendlichen in staatlichen Einrichtungen
  • mehr jugendlichen Häftlingen
  • mehr Schulabbrechern
  • mehr Heranwachsenden mit Drogenproblemen
  • mehr Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Trennungsväter e.V. hat sich im Jahr 2013 an der Überprüfung der Menschenrechtssituation in Deutschland vor dem UNO-Menschenrechtsrat beteiligt. Der Verein trug zahlreiche Menschenrechtsverletzungen durch Jugendämter vor. Betroffen sind nicht nur Trennungskinder, sondern auch Fälle, in denen das Jugendamt Kinder in Obhut nimmt. Insbesondere verwies der Verein darauf, dass diese Menschenrechtsverletzungen systematisch stattfinden und durch fehlende Kontrolle der Jugendämter und Kinderheime gefördert werden. Eine wirksame gerichtliche Kontrolle über die Entscheidungen der Jugendämter sei weder vorgesehen noch finde sie statt.

Besonders starke Schützenhilfe erhielt der Verein dabei von den Ländern Türkei, Italien und Polen. Die Staatsbürger dieser Länder bilden die größten Ausländergruppen in Deutschland und ihre diplomatischen Vertretungen sind sich laut Penttilä über die Probleme beim Familienrecht durchaus bewusst. „Die diplomatischen Vertretungen in Deutschland werden mit Beschwerden über Jugendämter und Familiengerichte geradezu überhäuft.“ 

Deutschland verweigert Kontrolle und Ombudsstellen

Vor dem UNO-Menschenrechtsrat versprach Deutschland, die Kontrollen und Ombudsstellen einzuführen. Auf eine Nachfrage bei der Bundesregierung mussten die Trennungsväter jedoch erfahren, dass Deutschland gar nicht vorhat, diese Zusage einzuhalten. Im Januar 2016 wird der Verein beim Menschenrechtsrat über diese Weigerung Deutschlands berichten.

Auch das EU-Parlament hat laut Penttilä schon mehrfach über die Sonderheiten des deutschen Familienrechtssystems beraten. Einzelne EU-Parlamentarier reagierten empört auf die geschilderten Einzelfälle. Im Mai 2015 habe der Petitionsausschuss des EU-Parlaments aufgrund der Häufung von Beschwerden über Jugendämter eine gesonderte Arbeitsgruppe gegründet, die sich ausschließlich mit den deutschen Jugendämtern beschäftigt. "Obwohl von unseren eigenen Mitgliedern bisher nur einer eine Petition eingereicht hat, liegen dem Ausschuss hunderte Beschwerden über deutsche Jugendämter vor", so Penttilä.

Familiengerichte öffentlich tagen lassen

Ziel des Vereines ist es laut Penttilä, durch internationalen Druck zu erreichen, dass in Deutschland ein humanes, rechtsstaatliches und nach den Interessen des Kindes eine funktionierende Kinder- und Jugendhilfe und Familiengerichtsbarkeit entsteht. Die Herstellung der Öffentlichkeit bei familienrechtlichen Verfahren würde diese Entwicklung erheblich begünstigen. Das Interesse der Familien an rechtsstaatlichen Verfahren zugunsten ihrer Kinder sei grösser als zum Schutz ihrer Daten. Die Öffentlichkeit würde auch so manche kinderschädigende „Schlammschlacht“ eindämmen, ebenso das willkürliche Verhalten der Jugendämter und Familienrichter. Auch die skandinavischen Länder, die auf Datenschutz bekanntlich einen sehr hohen Wert legen, führen aus diesen Gründen die Familienverfahren seit jeher öffentlich.

Kontakt:
Trennungsväter e. V.
Thomas Penttilä
Vorsitzender Trennungsväter e. V.
Ohrenbach 29b
91275 Auerbach
Tel. 09643/91 71 41, E-Mail:  

Pressebüro König
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