Freitag, 2. Oktober 2015

Hamburg: Ärger mit dem Jugendamt? Ombudsstelle Kinder- und Jugendhilfe nimmt Arbeit auf

Die Kinder- und Jugendhilfe ist ein hochkomplexes System mit teilweise schwierigen Strukturen in der Beziehung zwischen Eltern – Kind – Helfern. Das birgt immer auch Konfliktpotenzial zwischen den Beteiligten in sich. Gerade aufgrund der Erfahrungen in tragisch verlaufenen Einzelfällen in Hamburg-Mitte hielt der Jugendhilfeausschuss ein unabhängiges Beschwerdemanagement für unabdingbar und hat deshalb die Einrichtung einer Ombudsstelle initiiert.

Nach intensiver Vorbereitung kann diese neue Instanz nun ihre Arbeit aufnehmen. Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am 30. September 2015 dafür folgende ehrenamtliche Ombudsleute berufen:

Eva Duda-Franke (ehem. Mitarbeiterin des Jugendamts Hamburg-Harburg)
Martina Feistritzer (ehem. Leiterin Jugend- und Eingliederungshilfe bei der Alida-Schmidt-Stiftung)
Olof Masch (pensionierter Jugend- und Familienrichter)

Alle drei neu bestellten Mitglieder der Ombudsstelle verfügen über langjährige Erfahrungen zur Praxis und Organisation der Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg und besitzen zudem eine hohe Kompetenz in Rechtsfragen sowie zum Kinderschutz. Die Amtsdauer beträgt drei Jahre.

Die Ombudsstelle soll als neutrale, unabhängige und niedrigschwellige Instanz neue Lösungsmöglichkeiten für Konflikte in Jugendhilfeangelegenheiten bieten – als Alternative zwischen den beiden Extremen Resignation oder Rechtsweg.

Sie unterstützt junge Menschen und Familien bei der Verfolgung ihrer Leistungsansprüche und Beteiligungsrechte nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) VIII; vermittelt und berät insbesondere bei Konflikten mit den Sozialen Diensten, Einrichtungen der Kinder- Jugendhilfe aber auch mit einem gesetzlichen Vormund.

Die Ombudsstelle arbeitet absolut vertraulich und gibt keine personenbezogenen Daten an Behörden, andere Einrichtungen oder die Öffentlichkeit weiter. Die Beratung erfolgt kostenfrei und bei Bedarf wird auch ein Dolmetscher hinzugezogen.

„Ich bin froh, dass wir nach gründlicher Suche diese drei überaus geeigneten Ombudspersonen gewinnen konnten. Das ist eine sehr gute Startaufstellung und wir hoffen, dass dieses Angebot einer neutralen Mittler- und. Beistandsfunktion gut angenommen wird. Gleichzeitig eröffnet diese zusätzliche Ebene auch uns als Jugendamt die Chance unser Tun immer wieder kritisch hinterfragen zu können und die angeschobenen Reformprozesse und Strukturveränderungen weiter zu optimieren“, so Bezirksamtsleiter Andy Grote.

Dazu ergänzt Ralf Neubauer, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses Hamburg-Mitte: „Die Ombudsstelle ist nach Ansicht des Jugendhilfeausschusses ein wichtiger Beitrag, um die Kommunikation zwischen den Betroffenen und der Behörde zu verbessern und die Transparenz der Jugendhilfearbeit insgesamt deutlich zu erhöhen. Und sie ist sicher ebenso ein Beitrag, um aus Fehlern, die in der Vergangenheit gemacht wurden, zu lernen.“

Die Einrichtung der Ombudsstelle erfolgte in Kooperation zwischen dem Bezirk Hamburg-Mitte und der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI). Von dort wird auch die Evaluation dieses Pilotprojektes beauftragt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden dann für die Beurteilung entscheidend sein, inwieweit dieses hamburgweit erste Modell auf die anderen Bezirke übertragen werden kann.

Das Büro der Ombudsstelle ist ab sofort im Klosterwall 8, (4. Stock), 20095 Hamburg von montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 15 Uhr (freitags bis 14 Uhr) erreichbar.
Telefon: 040 42854-2863
Fax: 040 427908555 oder
E-Mail: ombudsstelle@hamburg-mitte.hamburg.de

Beschwerden können per E-Mail, Fax, Telefon oder persönlich erfolgen. Die Geschäftsstelle nimmt das Anliegen und die Kontaktdaten der Beschwerdeführerin oder des Beschwerdeführers auf und leitet die Informationen weiter. Es wird die Bearbeitung (Rückruf einer Ombudsperson) innerhalb von einer Woche zugesichert. Persönliche Gespräche können sowohl im Büro Klosterwall als auch an einem, vom Ratsuchenden gewünschten Ort vereinbart werden.

Für Rückfragen:

Bezirksamt Hamburg-Mitte
Pressestelle
Norman Cordes
Tel.: +49 40 42854-2880
E-Mail: pressestelle@hamburg-mitte.hamburg.de

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