Dienstag, 24. November 2015

Jugendamt Bochum: mangelndes Fachwissen und häufiger Personalwechsel

Vor allem die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Ausland sollte in dieser Sonderprüfung untersucht werden. Festgestellt hat das RPA zahlreiche Ungereimtheiten und Versäumnisse. Für dringend geboten hält es vor allem, das vom Jugendamt „angedachte Qualitätsmanagement zeitnah umzusetzen“ und eine entsprechende Datenbank aufzubauen.

Ergebnisse sind nicht dokumentiert

Schriftlich dokumentierte Erkenntnisse über den Erfolg von Auslandsmaßnahmen gibt es nämlich bislang nicht, was unter anderem zu mangelnden Entscheidungsgrundlagen für die Vergabe neuer Aufträge führt. Anders als vorgeschrieben fehlten bei fünf von elf untersuchten Fällen – drei betrafen die Life GmbH – vor Beginn der Maßnahme die Stellungnahme eines Arztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Weiter moniert der RPA-Bericht, dass die Auswahl des Trägers nicht immer dokumentiert oder die fachliche Qualifikation des Betreuers im Ausland vorab nicht überprüft worden ist.

Ein häufiger Personalwechsel im zuständigen Jugendamt und zum Teil mangelndes Fachwissen hat das RPA als eine Ursache für die Versäumnisse ausgemacht. Dazu kommen nicht näher geklärte Defizite. So erhält die Life Jugendhilfe ihr Entgelt auf der Basis eines mit dem Jugendamt ausgehandelten Tarifs, der unabhängig vom Ort der Maßnahme immer gleich hoch und der auch Basis für die Vereinbarung mit anderen Kommunen ist. Dabei weise das NRW-Familienministerium darauf hin, dass Jugendämter und Träger die Tagessätze je nach Einzelfall vereinbaren sollten. Das RPA regt daher an, die bisher in Bochum gültige Vorgehensweise der „Pauschalverträge“ zu überdenken und künftig Vereinbarungen je nach Lebenshaltungskosten im Ausland zu treffen. Angemahnt wird auch strikte Einhaltung der Zeitpläne für Hilfeplangespräche. Kritisiert wird, dass zwei beauftragte Fernschulanbieter, darunter die Bochumer Web-Individualschule, „ohne staatliche Anerkennung agieren und die Voraussetzungen der Schulpflicht somit nicht erfüllen“.

Daten & Fakten
Vereinbarungen mit der Life GmbH

Knapp sieben Millionen Euro hat die Stadt seit 2007 für Leistungen an die Life Jugendhilfe GmbH bezahlt – insgesamt wurden in dieser Zeit etwa 120 Millionen Euro an diverse Träger überwiesen.

Die aktuelle Entgeltvereinbarung zwischen Life und Stadt enthält für Standortprojekte mit einer Betreuungsintensität von 1:1 jährlich Personalkosten von 72 207 Euro und Sachkosten von 83 911 Euro.

Die Zahl der von Life übernommenen Auslandsmaßnahmen ist zurückgegangen. 2012 sei die vorerst letzte Maßnahme begonnen worden. Derzeit gebe es keinen einzigen Fall.


http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bochumer-rechnungspruefungsamt-deckt-versaeumnisse-auf-id11312155.html
Vor allem die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Ausland sollte in dieser Sonderprüfung untersucht werden. Festgestellt hat das RPA zahlreiche Ungereimtheiten und Versäumnisse. Für dringend geboten hält es vor allem, das vom Jugendamt „angedachte Qualitätsmanagement zeitnah umzusetzen“ und eine entsprechende Datenbank aufzubauen.
Ergebnisse sind nicht dokumentiert

Schriftlich dokumentierte Erkenntnisse über den Erfolg von Auslandsmaßnahmen gibt es nämlich bislang nicht, was unter anderem zu mangelnden Entscheidungsgrundlagen für die Vergabe neuer Aufträge führt. Anders als vorgeschrieben fehlten bei fünf von elf untersuchten Fällen – drei betrafen die Life GmbH – vor Beginn der Maßnahme die Stellungnahme eines Arztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Weiter moniert der RPA-Bericht, dass die Auswahl des Trägers nicht immer dokumentiert oder die fachliche Qualifikation des Betreuers im Ausland vorab nicht überprüft worden ist.

Bochumer Rechnungsprüfungsamt deckt Versäumnisse auf | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bochumer-rechnungspruefungsamt-deckt-versaeumnisse-auf-id11312155.html#plx1054093251
Vor allem die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Ausland sollte in dieser Sonderprüfung untersucht werden. Festgestellt hat das RPA zahlreiche Ungereimtheiten und Versäumnisse. Für dringend geboten hält es vor allem, das vom Jugendamt „angedachte Qualitätsmanagement zeitnah umzusetzen“ und eine entsprechende Datenbank aufzubauen.
Ergebnisse sind nicht dokumentiert

Schriftlich dokumentierte Erkenntnisse über den Erfolg von Auslandsmaßnahmen gibt es nämlich bislang nicht, was unter anderem zu mangelnden Entscheidungsgrundlagen für die Vergabe neuer Aufträge führt. Anders als vorgeschrieben fehlten bei fünf von elf untersuchten Fällen – drei betrafen die Life GmbH – vor Beginn der Maßnahme die Stellungnahme eines Arztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Weiter moniert der RPA-Bericht, dass die Auswahl des Trägers nicht immer dokumentiert oder die fachliche Qualifikation des Betreuers im Ausland vorab nicht überprüft worden ist.

Bochumer Rechnungsprüfungsamt deckt Versäumnisse auf | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bochumer-rechnungspruefungsamt-deckt-versaeumnisse-auf-id11312155.html#plx1054093251

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen