Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Sonntag, 15. November 2015

Versäumnisse beim Dortmunder Jugendamt

In Dortmund kritisieren die städtischen Rechnungsprüfer schwere Versäumnisse beim Jugendamt. Es geht um die Heimunterbringung von Jugendlichen im Ausland. Das Jugendamt räumt Fehler ein und verspricht Besserung. Zuletzt wurden 28 Jugendliche vom Dortmunder Jugendamt im Ausland betreut, zum Beispiel in Spanien, Italien oder Polen. Das passiert nur ausnahmsweise bei extremen Problemfällen. Dann müssen die deutschen Behörden die Jugendlichen aber auch im Auge behalten. Zwei der von Dortmund aus betreuten Jugendlichen hatte das Amt mehr als vier Jahre lang gar nicht besucht, überfällig war eine Überprüfung vor Ort in elf Fällen. Das Jugendamt habe hier seine Wächterfunktion vernachlässigt, so die Rechnungsprüfer.

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