Samstag, 19. Dezember 2015

Hamburg: erneute schwere Kindeswohlgefährdung unter den Augen des Jugendamtes

Wieder ist ein Baby in Hamburg offenbar schwer misshandelt worden: Tayler ist gerade 13 Monate alt geworden und liegt – wahrscheinlich in Folge eines Schütteltraumas – auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) im Sterben. Die Verletzungen sind so schlimm, dass jede Hilfe zu spät kam. Am Donnerstag haben die Ärzte nach Informationen des Abendblatts die lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet.

Der Junge war am 12. Dezember mit schwersten Verletzungen in die Klinik eingeliefert worden. Die Ärzte operierten und stellten zudem Blutungen im Gehirn fest, die durch ein Schütteln des Kindes ausgelöst worden sein könnten. Daraufhin hatten sie die Polizei alarmiert.

Die Mutter, eine 22 Jahre alte Frau aus Altona, hatte sich aus dem Krankenhaus entfernt, bevor die Beamten eintrafen. Sie war noch am selben Tag in ihrer Wohnung festgenommen worden. Inzwischen ist sie wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen die Mutter und ihren Freund, einen Mann aus Schenefeld, der aber nicht der Vater des Kindes ist.

Jugendamt kannte die Mutter

Die Mutter war dem Jugendamt bereits bekannt. Ein Sprecher des Bezirksamts Altona bestätigte gegenüber dem Hamburger Abendblatt den schweren Fall von Kindeswohlgefährdung. Warum die Mutter, die auch noch ein sechsjähriges Kind hat, vom Jugendamt betreut wurde, wollte der Bezirkssprecher mit Hinweis auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht sagen. Nach Abendblatt-Information gab es aber wohl keine Hinweise auf Gewalttätigkeit.

Nur einen Tag zuvor war eine Mitarbeiterin des Rauhen Hauses bei der Frau zu Hause gewesen und hatte Verletzungen, vor allen Dingen blaue Flecken festgestellt. Die Mutter erklärte, dass das Kind gerade laufen lerne und dabei gestürzt sei. Diesen Hergang hat das Rauhe Haus inzwischen bestätigt.

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