Samstag, 5. Dezember 2015

Jugendamt Bonn: Ignoranz und mangelndes Fachwissen?

Die gegenwärtige Situation
 
Es geht in dieser skandalösen und traurigen Geschichte um zwei Mädchen (Aileen und Sarah) von unterschiedlichen Müttern, die zusammen mit dem Stiefvater von Aileen in einem Haus wohnen. Die Verhältnisse werden laut schriftlicher Stellungnahme eines Nachbarn als äußerst besorgniserregend geschildert. Um das Haus herum sei alles vermüllt und verwahrlost. Es seien sogar Ratten gesehen worden. Die Mutter von Sarah hatte einen schweren Schlaganfall, war in Bereichen unter gerichtlicher Betreuung, hat laut Attest von 2011 eine dauerhafte hirnorganische Persönlichkeitsstörung und weitere Erkrankungen. Sie hatte sich bereits 2011 selber als erziehungsunfähig geschildert. Die Mutter von Aileen sei laut Jugendamtakte ebenfalls psychisch krank. Die Schule hatte mehrfach Zweifel an der Erziehungsfähigkeit von Aileens Mutter geäußert. Weder die Mädchen, noch Sarahs Mutter seien in den letzten drei Jahren von Nachbarn gesehen worden. Die Mütter und Kinder seien in der ansonsten lebendigen Nachbarschaft vollständig isoliert.

Die Suizidversuche von Aileen
 
Aileen habe laut Polizeibericht schon mehrfach versucht sich in brutaler Weise selbst zu töten. Sie leide an undifferenzierten Ängsten und schlimmen Schuldgefühlen. Aileen wurde von der Schule als verwahrlost bezeichnet. Aileen erschien in der Schule mit Brandverletzungen die es sich nach Auffassung der Lehrer nicht selbst beigefügt haben konnte. Ein Pädagoge wunderte sich, dass das von der Schule informierte Jugendamt, nie näher nachfragte. Eine der Familie nahestehende Diplom -Psychologin vermutete einen Missbrauch durch den Stiefvater. Der Vorwurf sexuellen Missbrauchs konnte laut Jugendamt nicht bestätigt werden. Aileen war laut Verfahrensbeistand schon mindestens dreimal in der Psychiatrie. Ist es nicht so, dass missbrauchte Kinder fast immer erst im Erwachsenenalter über ihre Erfahrungen berichten?

Nach einem Selbsttötungsversuch und einem Aufenthalt in der geschlossenen Kinder- und Jugendpsychiatrie wollte Aileen lieber in die offene Psychiatrie als „nach Hause“. Aber man schickte sie trotzdem zurück zu ihrer „Familie“. Warum bloß, wurde für Aileen kein Aufenthalt in einem betreuten Wohnheim vorgesehen?

Die traurige Situation von Sarah
 
Sarah verwahrloste laut Angaben der mehrjährigen Klassenlehrerin und weiterer Zeugen nach Einzug in die Patchworkfamilie extrem. Ihre Schulnoten verschlechterten sich rapide, sie wurde dick und laut Arzt psychologisch therapiebedürftig.

Sarah hätte zusammen mit ihrer Mutter aber nie in diesen Haushalt einziehen müssen, denn der Vater hatte eine Wohnung in einem Wohnprojekt für Mutter und Tochter aufgebaut. Obwohl die Mutter ursprünglich darum bat, wollte sie dort aber plötzlich nicht mehr einziehen.

In dieser komplizierten Situation bat der Vater, dem es um eine gütliche Lösung ging, das Jugendamt, dass keine für das Kind belastende Gerichtsverhandlung stattfinden solle. Er war der Meinung, dass die Situation für Sarah bereits über die Maßen belastend geworden sein musste. Das Jugendamt antwortete jedoch nicht.

Die Klassenlehrerin von Sarah
 
Die mehrjährige Klassenlehrerin von Sarah versicherte an Eides statt, dass die Situation in dem Haushalt untragbar geworden war, dass wegen der psychischen Belastung und Isolation von Sarah, der offenkundigen Verwahrlosung dringend Gespräche erforderlich waren. Sarahs Mutter konnte nicht erreicht werden. Auch die schulische Weichenstellung musste im Sinne des Kindes sehr zeitnah besprochen werden. Die Lehrerin bat im Auftrag der Lehrerkonferenz auch in weiteren Bereichen um Hilfe für das Kind. Nachdem die Lehrerin die Jugendamtsmitarbeiterin Wehler schließlich erreichte wurde ihr ein persönliches Gespräch, ein Rückruf und auch ein gemeinsames Gespräch mit den Eltern zugesagt. Eingehalten habe das Jugendamt Bonn nichts. Lediglich mit dem Vater erfolgten seitens der Schule persönliche Gespräche, der sich für eine positive Veränderung der Situation einsetzte und mit dem die Versetzung aus pädagogischen Gründen besprochen wurde.

Der „kleine Muck e.V.“
 
Ein privater Verein sollte die Situation aufklären, dieser Verein verhielt sich allerdings sehr zweifelhaft. Die Arbeit des Vereins kann nur als Bankrotterklärung bezeichnet werden. Es wurden sogar Lügen nachgewiesen. Der Jugendamtsleiter Udo Stein sieht hier keinen Anlass zur Kritik an dem Verein.

Der Vater versuchte zu intervenieren
 
Es wurde daraufhin familienrechtlich von der Mutter in der Absicht geklagt, dass der Vater das Sorgerecht verlieren solle. Das Jugendamt, das eine große Macht- und Vertrauensposition bei Gericht besitzt, musste eine Stellungnahme zur Situation abgeben. Der Vater wurde laut Recherchen einer FAZ-Reporterin „amtsmissbräuchlich“ mit falschen Tatsachenbehauptungen überzogen. Er verlor vor diesem Hintergrund das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Die „junge Welt“, die ebenfalls über den Fall berichtete, schreibt von Rechtsbeugung, Willkür und – gerichtlich festgestellten – Falschaussagen von Jugendamtsmitarbeitern. Laut FAZ entschuldigt sich das Jugendamt nicht einmal für seine falschen Aussagen, es stellt sie auch nicht richtig. Aus Sicht des Vaters würden die Kinder in den Selbstmord getrieben. Laut FAZ ignoriere man nonchalant die wütende Hilflosigkeit des Vaters und der Bonner General Anzeiger zitiert den ehemaligen Familienrichter Rudolph, der das Vorgehen des Bonner Jugendamts als „vorsätzlich falsch“ bezeichnet.

Suizidale Äußerung Sarahs und Ignoranz des Jugendamtes
 
Auch Sarah äußerte sich später suizidal. Der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie (der Sarah persönlich untersucht hatte), eine Kinderpsychologin, die Schulleiterin und der Vater von Sarah nehmen die Suizidäußerung sehr ernst. Im Hilfeplan des Jugendamtes steht allerdings nichts davon, dass man sich für die Therapie Sarahs eingesetzt hätte. Und dies, obwohl Sarah laut Einschätzung der Kinderpsychologin eindeutig traumatisiert ist und die Ursachen für die suizidale Äußerung nicht einmal ansatzweise entschlüsselt wurden.

Sarah verliert den Vater und weitere wichtige Kontakte
 
Der Kontakt zum Vater, den Sarah sehr liebte, wurde zerstört. Die „junge Welt“ schreibt, dass er konsequent ausgegrenzt wurde. Selbst den Kontakt zu ihren ungefähr gleichaltrigen Cousins darf sie laut Onkel nicht beibehalten. Stattdessen bemuttert Sarah laut Kinderpsychologin nun die eigene Mutter. Nach Auffassung der Kinderpsychologin betrachtet die Mutter den Vater als Täter. Laut Kinderpsychologin möchte Sarah dieses Lebenskonzept der Mutter nicht destabilisieren. Der Vater werde laut Prof. Eikelmann dämonisiert. Laut FAZ unternimmt das Jugendamt Bonn nichts um die Vater Tochter-Beziehung wiederherzustellen.

Das Bonner Jugendamt versucht die Situation schön zu reden
 
Trotz vorhergehender gerichtlicher Betreuung und dauerhafter psychischer Diagnosen bei Sarahs Mutter schreibt der Jugendamtsleiter Udo Stein, dass mit Ausnahme der Beschreibungen des Vaters keine validen Erkenntnisse vorlägen, dass Sarahs Mutter psychisch erkrankt ist. Auch sieht der Amtsleiter keine kindeswohlgefährdenden Handlungen der Mutter, obwohl diese die dringend notwendige Therapie für Sarah beendete.

Das Jugendamt hat inzwischen eine sogenannte Risikoeinschätzung abgegeben. Von der Korrektheit einer solchen Einschätzung kann das Leben der Kinder abhängen. An ihrer Ausarbeitung waren verschiedene Fachbereichsleiter beteiligt. Sie ist aber durchsetzt von Fehlern und falschen Tatsachenbehauptungen. So wurde z.B. der Suizidversuch von Aileen bagatellisiert und die Suizidäußerung von Sarah nicht ernst genommen.

Wenn einer schuld an der Misere sein sollte, so muss man die bisherige Strategie der Verantwortlichen im Amt deuten, dann natürlich der Vater. Denn dieser bringt Unruhe in die „heile Familie“, weil er das Jugendamt Bonn informierte und dort um Hilfe bat.

Neue Klage des Jugendamtes gegen den Vater
 
Ihm wird vorgeworfen, er habe eine Mail an das Jugendamt geschickt und eine Reporterin der FAZ eingebunden. In dieser Mail würden falsche Tatsachenbehauptungen stehen und es bestehe die Gefahr, dass die FAZ diese falschen Tatsachenbehauptungen veröffentlicht, was wiederum zu einer erheblichen (medialen) Breitenwirkung führen könne.

Die Stadt Bonn wollte erreichen, dass das Landgericht Bonn die Weitergabe der (angeblich falschen) Informationen dauerhaft unter Strafe stellt. Die Strafe sollte bis 250.000 Euro oder 6 Monate Ordnungshaft gehen.

1.) Es kann aber nicht ernsthaft angenommen werden, dass die FAZ ungeprüft falsche Tatsachen publiziert.
2.) Der Medienwissenschaftler Prof. Johannes Ludwig schreibt zu diesem Fall, der Bürger muss sich ohne Gefahren und Ungewissheiten über mögliche rechtliche Folgen an die Medien wenden können. Sonst würde eine freie unabhängige und kritische Presse nicht funktionieren (können).

Prof. Ludwig schreibt weiter: Viel spricht daher dafür, dass es sich um eine Retourkutsche handelt, mit der der Vater zum Schweigen gebracht werden soll.

Nachdem nun auch noch bewiesen wurde, dass der Vater die FAZ-Journalistin gar nicht Cc setzte, und die Stadt die Klage zurücknahm, entschied das Bonner Landgericht, dass der Vater trotzdem alle entstandenen Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro zu zahlen habe.

Das Oberlandesgericht Köln setzte dieser „Rechtsauffassung“ ein Ende.

Aus Sicht des Vaters wurde das Leben seiner Tochter durch das Jugendamt Bonn vernichtet und auch sein Leben wurde nicht nur wirtschaftlich zerstört.

Eine Analogie zum Fall Anna?
 
Stellen die skandalösen Umstände um die beiden Mädchen Aileen und Sarah eine Analogie zum Fall Anna dar, der sich im Nachbarort Königswinter ereignete? Viele Freunde, Nachbarn und Lehrer wiesen das Jugendamt immer wieder auf die Situation des neunjährigen Mädchens hin. Das Jugendamt ignorierte alles, Anna starb. Konsequenterweise hatte man sogar die Jugendamtsakte geschreddert. Man einigte sich vor Gericht auf eine Strafe von 2000 Euro für die fallverantwortliche Jugendamtsmitarbeiterin. Eine unerlaubte, möglicherweise aber trotzdem tatsachengetreue Aussage des Vaters von Sarah, könnte ihn bis zu 250.000 Euro oder 6 Monate Haft kosten.

Ist das alles wirklich noch mit einem Rechtsstaat vereinbar?

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