Samstag, 30. Januar 2016

Düsseldorf: Mädchen nach Inobhutnahme im Kinderhilfezentrum mißbraucht

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei junge Männer, die am vergangenen Samstag im Kinderhilfezentrum ein zwölfjähriges Mädchen missbraucht haben sollen. Die "nach eigenen Angaben minderjährigen" Flüchtlinge, so Staatsanwalt Ralf Herrenbrück, hätten das Alter des Kindes gekannt, als sie es jeweils als Alleintäter "mit Gewalt zu sexuellen Handlungen nötigten".

"Höchst entsetzt" zeigt sich Jugendamtsleiter Johannes Horn über den Fall, von dem er selbst erst am Dienstag unterrichtet worden sei. Auch über diese Verzögerung verlange er Erklärungen von Heimleitung und Mitarbeitern, vor allem aber darüber, "wie so etwas überhaupt passieren kann." Das Mädchen habe sich am Montagabend seinen Erziehern anvertraut, teilte das Rathaus Donnerstag mit. Die Polizei war am Dienstag eingeschaltet worden und hatte noch am selben Tag die Beschuldigten festgenommen. Am Mittwoch erging der Haftbefehl gegen die beiden, die nach Informationen unserer Redaktion 15 und 22 Jahre alt sind. Der Ältere hat demnach falsche Angaben gemacht, als er sich als alleinreisender minderjähriger Flüchtling ausgab. Im Kinderhilfezentrum an der Eulerstraße werden minderjährige Flüchtlinge, die ohne Familien nach Deutschland kommen, für einige Wochen aufgenommen und betreut, bis das Jugendamt sie in geeignete andere Einrichtungen überstellt. Weil unbegeleitete Minderjährige nicht abgeschoben werden, kommen falsche Altersangaben nicht selten vor. Das werde aber in der Regel von den erfahrenen Betreuern schnell entdeckt, hatte Horn kürzlich im Gespräch mit unserer Redaktion versichert.

Die Haftbefehle stützten sich auf die Aussagen des Opfers und auf ein gynäkologisches Gutachten, so Herrenbrück. Die Zwölfjährige ist inzwischen in eine Jugendeinrichtung außerhalb Düsseldorfs verlegt worden. Zur Glaubwürdigkeit des Mädchens und der sehr jungen Zeugen gebe es noch keine abschließende Einschätzung.

Geprüft wird in diesem Zusammenhang auch, ob die Mitarbeiter ihre Aufsichtspflicht erfüllt haben. Dann, sagte ein Kenner der Einrichtung unserer Redaktion, müsse man aber auch untersuchen, ob sie dazu angesichts der Überbelegung und des dünnen Personalschlüssels überhaupt in der Lage seien.



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