Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Samstag, 16. Januar 2016

Ermittlungen gegen das Jugendamt des Hochsauerlandkreises?

Das Jugendamt des Hochsauerlandkreises gerät ins Visier der Staatsanwaltschaft, nachdem vor zwei Jahren in Winterberg ein Zweijähriger verhungert war. Sie prüft, ob sie Ermittlungen gegen die Sozialpädagogin einleitet, die die alleinerziehende Mutter von neun Kindern betreute. Die Mutter steht wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Medebach. Der Junge wog nur noch sechseinhalb Kilo, als die Mutter ihn in eine Klinik brachte. Normal ernährte Zweijährige wiegen fast drei Mal so viel. Das Kind muss monatelang kaum etwas gegessen haben. Und das, obwohl eine Mitarbeiterin des Kreis-Jugendamtes die Familie mehrfach besuchte. Ihr sei nichts aufgefallen, sagte die Fachkraft als Zeugin im Prozess gegen die Mutter. Experten erklärten dem Gericht, dass ein geschultes Auge die drohende Gefahr hätte erkennen müssen.

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