Samstag, 30. Januar 2016

Rostock: Jugendamt Rostock befürwortet Call of Duty für 15jährigen

Mein Sohn (15) lebt bei seiner Mutter. Zu Weihnachten habe ich über seinen Youtube Kanal erfahren, dass er gewaltverherrlichende Spiele spielt (USK 18), darunter auch Call of Duty - Black Ops III, welches sogar auf dem Index jugendgefährdender Spiele steht. 

Als ich mich mitteilte, dass ich das alles nicht will, wurde ich durch alle Beteiligten (darunter auch die Kindesmutter) verhöhnt, dass ich gar kein Mitspracherecht hätte. Also schaltete ich das Jugendamt Rostock mit der Bitte um Hilfe ein. 

Als ich dort zu einem Gespräch mit der Kindesmutter und der Sachbearbeiterin zusammenkam, wurde mir im Zuge des Gespräches durch jene Sachbearbeiterin des Jugendamtes kundgetan, dass die USK eine freiwillige Kontrolle sei und es ausreiche, dass die Kindesmutter dies gestatte und beobachte. Ich meinerseits solle - anstatt hier ein Verbot zu erreichen - mich doch gerne mal für dieses Spiel interessieren und es mit meinem Sohn zusammen spielen, um die Bindung nicht zu verlieren.

Das empörende daran: Es geht hier um das seelische Wohl des pubertierenden Minderjährigen, der inzwischen trotz nachgewiesenem erhöhten IQ mit einem miesen Zeugnisdurchschnitt die Schule beenden wird. Dies alles im vollen Bewusstsein, dass die Art der Spiele faschistische Neigungen ebenso zutage bringen wie sie die Bereitschaft zur Anwendung realer Gewalt senken und den Jugendlichen Abstumpfen lassen.

Wir hegen eine gesellschaftliche Debatte über die Verrohung der Menschen, über den Anstieg von Gewalt auch gegenüber Bediensteten des Staates wie Polizisten, Lehrern und neuerdings sogar Politiker. Aber wenn es darum geht, ein solches Problem konkret bei den Wurzeln zu packen, hängt alles an der bescheidenen Meinung, Einstellung oder gar Inkompetenz einer Mitarbeiterin des Jugendamtes. 

Kinderschutzbund Deutschland und Rostock geben mir zwar in der Sache recht, können aber gegen ein Entschluss des Jugendamtes auch nichts machen, da es tatsächlich keine Rechtsbindung für diese Alterseinstufung gibt. Es entscheidet also der Sachbearbeiter des Jugendamtes nach eigenem Ermessen.

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