Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

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Dienstag, 23. Februar 2016

Frankfurt: Der Fall Jessice B. - Ermittlung gegen Jugendamtsmitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung

Jessica B. hatte das Jugendamt mehrfach gebeten, aus Angst vor ihrem Ex-Freund in einem Heim untergebracht zu werden. Im September wird ihre Leiche gefunden. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen zwei Jugendamts-Mitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen zwei Mitarbeiter des Jugendamts wegen fahrlässiger Tötung. Sprecherin Nadja Niesen bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung. Es geht um den Tod einer jungen Mutter. Als tatverdächtig gilt ihr Ex-Freund, der in Untersuchungshaft sitzt.

"Das Jugendamt wurde mehrfach auf die akute Gefährdung des Lebens von Jessica hingewiesen", zitiert das Blatt die Anwältin der Eltern des Opfers. Sie hatten die Jugendamtsmitarbeiter laut «Bild» Anfang Februar angezeigt. Jessica B. habe Angst vor ihrem Ex-Freund gehabt, sie habe das Jugendamt erfolglos gebeten, sie und ihren einjährigen Sohn in einem Heim unterzubringen.

Im Juli 2015 verschwand die 22-Jährige. Nach der Leiche wurde lange gesucht, erst zwei Monate später fand man sie auf der Mülldeponie Flörsheim-Wicker. Der Tatverdächtige war zu diesem Zeitpunkt bereits verhaftet. Ein Geständnis liege nicht vor, sagte Niesen am Montag. Dass gegen Mitarbeiter eines Jugendamts wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird, sei ungewöhnlich, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Sie kenne keine vergleichbaren Fälle. (dpa/lhe)

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