Donnerstag, 31. März 2016

Bielefeld: Kinderheimleiter besaß hunderte Kinderpornos - Staatsanwalt stellt Verfahren ein und informiert Jugendamt nicht

Beim Leiter einer großen Bielefelder Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung haben Polizisten im Jahr 2011 Kinderpornos sichergestellt. Weil niemand die Aufsichtsbehörde informierte, blieb der Mann weitgehend unbehelligt.

Die Informationen, die dem WESTFALEN-BLATT in dieser Woche bekannt wurden, bestätigte am Mittwoch Christoph Mackel, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Danach erstattete 2011 ein Anwalt im Namen eines nicht genannten Mandanten eine anonyme Anzeige gegen den Einrichtungsleiter.

Die Anzeige war so detailliert, dass das Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss erließ. Mackel: »Wir haben auf Computern des Beschuldigten Dateien entdeckt, bei denen es sich eindeutig um Kinderpornographie gehandelt hat. Deren Besitz ist eine Straftat.«

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen ging es um 342 kinderpornographische Fotos, die sich auf Privatcomputern des Mannes befanden. Die Dateien waren gelöscht, konnten aber von Spezialisten wieder sichtbar gemacht werden.

Der Beschuldigte äußerte sich damals gegenüber den Ermittlern nicht. Die Staatsanwaltschaft entschied schließlich, das Verfahren gegen Zahlung von 2500 Euro einzustellen, weil der Mann nicht vorbestraft war.

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