Samstag, 12. März 2016

Meschede: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sozialarbeiterin

Lassen sich die Versäumnisse, die dem Jugendamt vorgeworfen werden, durch hohe Arbeitsbelastung und dünne Personaldecke erklären? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Sozialarbeiterin. Sie soll eine neunköpfige Familie nicht ausreichend kontrolliert haben. Ein Junge war an Unterernährung gestorben.

Es war eine sachliche Diskussion, fernab von Parteipolitik. Es war aber auch ein sensibles Kapitel. „Ich bin seit elf Jahren Vorsitzender dieses Gremiums; aber noch nie hatten wir eine Sitzung mit einer solchen Brisanz und mit einer Thematik, die uns noch häufiger beschäftigen wird“, sagte Wolfgang Diekmann im Kreisjugendhilfeausschuss.

Dort ging es um die Rolle des Jugendamtes im Falle eines kleinen Jungen, der vor zwei Jahren im Raum Winterberg an Mangelernährung gestorben war (wir berichteten). Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Zusammenhang wegen mutmaßlich schwerer Versäumnisse gegen eine Sozialarbeiterin.

Mehrfach wollten die Ausschussmitglieder wissen, wie so ein Familienbesuch überhaupt ablaufe. Keiner konnte sich so recht vorstellen, warum nicht alle Kinder in Augenschein genommen wurden. Vor dem Medebacher Amtsgericht hatte Richter Ralf Fischer den Mitarbeitern des Jugendamtes u.a. vorgeworfen, in einer Tabelle zur Situationseinschätzung den Ernährungszustand aller Kinder als ausreichend protokolliert zu haben - ohne alle gesehen zu haben.

So eng können die Maschen eines Netzes gar nicht sein, dass nicht doch ein Fisch dadurch geht.
Leider gibt es Arbeitsbereiche, wo Fehler schwerwiegendere Folgen haben, wo sie nicht ausgebügelt werden können. Ich denke an Ärzte oder Pfleger - und an Mitarbeiter von Jugendämtern...

„Hätte man das gewusst, hätte man anders gucken müssen.“ Das hat Jugendamtsleiter Bernd Wagner im Fall des verstorbenen Jungen eingestanden. In dem Zusammenhang bleibt jedoch die Frage, warum man das nicht gewusst hat. Die Familie hatte offenbar ein unstetes Leben, wohnte erst im Kreis Diepholz, im Vogtland und dann im Sauerland. Ein Sohn ließ sich freiwillig in Obhut nehmen, von Mietnomadentum, Kot an den Wänden und Gewalt durch den Vater ist die Rede. Als die Familie ins Sauerland zieht, ist die Mutter allein mit den Kindern. All das sind keine guten Vorzeichen; sie hätten zumindest skeptisch und hellhörig machen müssen. Auch wenn keine konkreten Anhaltspunkte für Kindswohlgefährdung sichtbar waren.

Sich alle Kinder wie die Orgelpfeifen aufstellen zu lassen, sei nahezu unmöglich. Eltern haben Rechte. Es sei ohnehin schwierig, ein Vertrauensverhältnis zwischen einer Behörde und einer überlasteten Familie herzustellen, so Wagner. Das leuchtet ein. Vielleicht geht das aber mit mehr Zeit. Mit Zeit, um Vertrauen aufzubauen und Hemmschwellen abzubauen. Mit Zeit, um den gesunden Menschenverstand zu aktivieren.

Egal ob es an Personaldecke, Organisation oder einer Mitarbeiterin lag, es müssen Konsequenzen gezogen werden! Für die Kommunen könnte das einen Anstieg der Jugendamtsumlage bedeuten. Die liegt zurzeit bei 27,3 Millionen Euro. Aber was ist ein Menschenleben wert?


Lassen sich die Versäumnisse, die dem Jugendamt vorgeworfen werden, durch hohe Arbeitsbelastung und dünne Personaldecke erklären? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Sozialarbeiterin. Sie soll eine neunköpfige Familie nicht ausreichend kontrolliert haben. Ein Junge war an Unterernährung gestorben.

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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-brilon-marsberg-und-olsberg/keine-gesetzlich-festgelegten-fall-obergrenzen-id11641202.html#plx1970455381
Lassen sich die Versäumnisse, die dem Jugendamt vorgeworfen werden, durch hohe Arbeitsbelastung und dünne Personaldecke erklären? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Sozialarbeiterin. Sie soll eine neunköpfige Familie nicht ausreichend kontrolliert haben. Ein Junge war an Unterernährung gestorben.

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