Mittwoch, 23. März 2016

Südpfalz: Vergewaltigungen und Körperverletzungen im Kinderheim?

Es sind schwere Vorwürfe an das Kinderheim Maria Regina in Silz, die Anwalt Michael Langhans erhebt, gemeinsam mit der Mutter eines Jungen, der im Sommer vor zwei Jahren wegen der angeblichen Misshandlungen aus dem Heim geflüchtet sein soll. Es geht um Körperverletzungen, Misshandlungen und sogar Vergewaltigungen zwischen Heimbewohnerinnen und Bewohnern.

Mehr als 30 Kinder misshandelt?

Prospekt Kinderheim
Marketing: Prospekt des Kinderheims in Ludwigshafen

Rechtsanwalt Michael Langhans vertritt die mutmaßlichen Opfer. Er behauptet, dass in dem Kinderheim in Silz sowie auch in einem zweiten Heim in Ludwigshafen seit dem Jahr 2000 insgesamt 36 Kinder und Jugendliche misshandelt, bzw. missbraucht worden sein sollen. Als Beweis präsentiert der Anwalt Videos der Opfer, die auch dem SWR vorliegen. Darin berichteten die ehemaligen Heimkinder über Psychoterror, Schläge und sexuellen Missbrauch - sowohl durch andere Kinder und Jugendliche als auch durch Mitarbeiter der Einrichtungen. Die Jugendhilfeeinrichtung Maria Regina im südpfälzischen Silz gehört zur gemeinnützigen St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe GmbH in Ludwigshafen. Die Sprecherin des Trägers Katja Hein sagt, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Man weise die Vorwürfe zurück, sie seien unwahr.

Junge Frau regelmäßig vergewaltigt?

Ein besonders schwerwiegender Vorwurf des Rechtsanwalts: Es soll sogar zu Vergewaltigungen gekommen sein - und zwar sollen einige Jugendliche, die in dem Heim lebten, eine junge Frau regelmäßig vergewaltigt haben. Dazu sagt die Sprecherin des Trägers, man habe sich die Geschichten angeschaut, und da sei bei vielen Details gelogen worden. Und das zeige, dass die Quelle nicht sehr verlässlich sei. Der Träger betreibt auch das Kinderheim St. Annastift in Ludwigshafen-Mundenheim. Auch dort sollen nach Angaben des Anwaltes Michael Langhans Kinder misshandelt worden sein. Auch das weist die Sprecherin der Einrichtung zurück.

Träger weist Vorwürfe deutlich zurück

Ein letzter Vorwurf des Anwaltes Michael Langhans: In den bisherigen Fällen sei schlampig ermittelt worden. Unter anderem seien Kinder zusammen mit den mutmaßlichen Tätern befragt worden. Das behauptet auch Andrea Kuwalewsky, Mutter des damals verschwundenen Jungen aus Lambrecht. Sie sagte dem SWR, dass alle Opfer als unglaubwürdig dargestellt worden seien. Man habe seitens der Staatsanwaltschaft aus der Vielzahl der Fälle immer Einzelfälle gemacht. Man habe die Puzzleteile nie zusammengesetzt. Katja Hein, Sprecherin der beiden katholischen Kinderheime in Silz und Ludwigshafen weist auch diesen Vorwurf zurück. Sie sagt, dass die Polizei mehrfach im Haus gewesen sei, die Kinder seien einzeln und alleine befragt worden. Auch man selbst habe recherchiert und die Vorwürfe dokumentiert, alles andere als schlampig, sondern sehr gründlich. 

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/ludwigshafen/kinderheim-in-der-suedpfalz-schwere-missbrauchsvorwuerfe/-/id=1652/did=17161486/nid=1652/1hu1p58/ 

 

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