Sie haben mir dreimal Haus und Existenz umgeworfen, mich von jedem Einstigen und Vergangenen gelöst und mit ihrer dramatischen Vehemenz ins Leere geschleudert, in das mir schon wohlbekannte „Ich weiß nicht wohin“. Aber ich beklage mich nicht; gerade der Heimatlose wird in einem neuen Sinne frei, und nur der mit nichts Verbundene braucht auf nichts mehr Rücksicht zu nehmen. So hoffe ich wenigstens eine Hauptbedingung jeder rechtschaffenen Zeitdarstellung erfüllen zu können: Aufrichtigkeit und Unbefangenheit.

Quelle: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, Anaconda Verlag 2013, S. 9f.

http://www.ipetitions.com/petition/kinderrechtejetzt/


Donnerstag, 21. April 2016

Hessen: Wird die Kinder-Ombudsstelle vom Land finanziert?

Darf das Jugendamt Briefe öffnen? Darf es das Taschengeld kürzen oder eine bestimmte Schule vorschreiben? Für Fragen wie diese können sich Kinder und Jugendliche in Hessen an eine eigene Ombudsstelle wenden. Unabhängige Beratung solle den Kindern helfen, ihre Rechte durchzusetzen und in Streitfällen auf Augenhöhe zu schlichten, sagte Peter Röder, Vorsitzender des Vereins „Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche in Hessen”, am Mittwoch in Frankfurt.

Der Verein versteht sich als Anwalt der Kinder, über deren Schicksal häufig Ämter oder Institutionen mit eigenen Interessen entscheiden. Die Finanzierung der Arbeit sei nur noch bis 2017 durch die „Aktion Mensch” gesichert, danach müsse das Land den Fortbestand der Arbeit sichern, forderte Röder. Im Verein haben sich verschiedene Sozialverbände zusammengeschlossen, um die zuvor von Diakonie und Caritas getragene Organisation auf eine breitere Basis zu stellen.

In den vergangenen vier Jahren hätten sich 250 Kinder und Jugendliche an die Ombudsstelle gewandt, berichtete Projektleiterin Tasia Walter. Die jüngste Ratsuchende sei eine Zwölfjährige gewesen, deren Mutter gestorben war und die das Jugendamt in einem Heim habe unterbringen wollen. Das Kind habe aber zu einer Bezugsperson ziehen wollen. Für Fälle wie diesen sei die Ombudsstelle gedacht. Dort gebe es Beratung unabhängig von Interessen von Jugendämtern, Eltern oder Pflegefamilien.

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